{"id":10277,"date":"2010-01-25T14:19:10","date_gmt":"2010-01-25T13:19:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/index.php\/2010\/01\/2010-internationales-jahr-der-biologischen-vielfalt-stiftung-naturschutz-wird-un-kampagne-nutzen-und-legt-neue-arbeitsschwerpunkte-fest\/"},"modified":"2010-01-25T14:19:10","modified_gmt":"2010-01-25T13:19:10","slug":"2010-internationales-jahr-der-biologischen-vielfalt-stiftung-naturschutz-wird-un-kampagne-nutzen-und-legt-neue-arbeitsschwerpunkte-fest","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/2010-internationales-jahr-der-biologischen-vielfalt-stiftung-naturschutz-wird-un-kampagne-nutzen-und-legt-neue-arbeitsschwerpunkte-fest\/","title":{"rendered":"2010 &#8211; Internationales Jahr der Biologischen Vielfalt: Stiftung Naturschutz wird UN-Kampagne nutzen und legt neue Arbeitsschwerpunkte fest"},"content":{"rendered":"<p>Die Generalversammlung der Vereinten Nationen (UN) hat das Jahr 2010 zum &#8222;internationalen Jahr der Biologischen Vielfalt&#8220; ausgerufen. Auch in Schleswig-Holstein steht es mit der Natur nicht zum Besten: Von den 135, durch die Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie (FFH)und Vogelschutzrichtlinie europaweit gesch\u00fctzten, hier lebenden Tier- und Pflanzenarten gelten 103 als gef\u00e4hrdet und stehen auf der Roten Liste. Die beiden Vorstandsmitglieder der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein, Herlich Marie Todsen-Reese und Dr. Walter Hemmerling, nehmen das heute, 25. Januar, zum Anlass f\u00fcr eine R\u00fcckschau auf die Anstrengungen\u00a0 der Stiftung dieser Entwicklung entgegenzutreten und neue Schwerpunkte der Stiftungsarbeit 2010 darzulegen. Beide betonen: &#8222;Arten- durch Lebensraumschutz ist die zentrale Aufgabe der Stiftung. Als Dienstleister f\u00fcr Biodiversit\u00e4t in Schleswig-Holstein wollen wir mit beispielhaften Naturschutzprojekten Akzente setzen und ein gute Partner- und Nachbarschaft pflegen.&#8220; <!--more--><a href=\"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/wp-content\/uploads\/2010\/01\/Jardelunder_Moor.JPG\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-10276\" title=\"Jardelunder_Moor\" src=\"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/wp-content\/uploads\/2010\/01\/Jardelunder_Moor-320x240.jpg\" alt=\"Jardelunder_Moor\" width=\"320\" height=\"240\" srcset=\"https:\/\/hier-luebeck.de\/wp-content\/uploads\/2010\/01\/Jardelunder_Moor-320x240.jpg 320w, https:\/\/hier-luebeck.de\/wp-content\/uploads\/2010\/01\/Jardelunder_Moor-426x319.jpg 426w, https:\/\/hier-luebeck.de\/wp-content\/uploads\/2010\/01\/Jardelunder_Moor.JPG 500w\" sizes=\"auto, (max-width: 320px) 100vw, 320px\" \/><\/a>&#8222;Es geht nicht nur f\u00fcr ein paar Tier- und Pflanzenarten ums \u00dcberleben, auch f\u00fcr uns Menschen ist Biodiversit\u00e4t existenziell&#8220;, ist sich Vorstandsvorsitzende Todsen-Reese sicher und erg\u00e4nzt: &#8222;Der Natur verdanken wir lebenswichtige G\u00fcter, wie sauberes Wasser und gesunden Boden als Grundlage f\u00fcr unserer Nahrungsmittel, wichtige Rohstoffe und technische Innovation. Insbesondere bei der Entwicklung von Medikamenten k\u00f6nnen Inhaltsstoffe pflanzlicher und tierischer Herkunft helfen.&#8220;<br \/>\n30.000 Hektar Stiftungsland in Schleswig-Holstein sieht die Vorsitzende als Kerngebiete f\u00fcr bedrohte Arten im Land. Die Stiftung nimmt hier ihre Verantwortung als Dienstleister f\u00fcr die Biologische Vielfalt ernst und k\u00e4mpft mit konkreten Artenschutzma\u00dfnahmen aktiv f\u00fcr den Erhalt gef\u00e4hrdeter Tiere und Pflanzen. So wurden beispielsweise im Rahmen der 2004 gestarteten Amphibieninitiative der Stiftung Naturschutz bislang \u00fcber 1.250 neue Laichgew\u00e4sser speziell f\u00fcr Laubfrosch, Kammmolch, Kr\u00f6ten und Unken angelegt. Zwischen 2004 und 2009 hat sie w\u00e4hrend des, von der Europ\u00e4ischen Union gef\u00f6rderten Schutzprojektes, LIFE-Bombina, rund 25.000 junge Rotbauchunken aus 33.000 gesammelten Eiern aufgezogen. Mit diesen Ma\u00dfnahmen wurde in vielen Gebieten eine Trendwende bei den Amphibienbest\u00e4nden eingeleitet: F\u00fcr viele bisher schrumpfende Populationen geht es wieder bergauf.<\/p>\n<p>&#8222;Schutzma\u00dfnahmen, wie f\u00fcr die Amphibien, sind nicht umsonst&#8220;, erkl\u00e4rt Dr. Walter Hemmerling, gesch\u00e4ftsf\u00fchrender Vorstand der Stiftung. &#8222;Unsere Kompetenz und unser Fachwissen nutzen wir selbstverst\u00e4ndlich auch, um Drittmittel f\u00fcr den Naturschutz nach Schleswig-Holstein zu holen.&#8220; Das Geld aus den verschiedenen Programmen, wie LIFE oder INTERREG, bei der Europ\u00e4ischen Union einzuwerben, hat schon Tradition bei der Stiftung. So hat sie in den letzen zehn Jahren allein neun aus Bundes- oder EU-Mitteln finanzierte Gro\u00dfprojekte durchgef\u00fchrt und fast 4 Mio. Euro in Naturschutzprojekte investiert. &#8222;Dabei entwickelt die Stiftung zusammen mit\u00a0 der Ausgleichsagentur Schleswig-Holstein aber auch eigene, innovative Gesch\u00e4ftsfelder&#8220;, erkl\u00e4rt Hemmerling. Um die Nachhaltigkeit bei der Sicherung von Naturschutzbelangen im Rahmen der Eingriffsregelung zu sichern, hat die Stiftung 2008 diese 100-prozentige Tochter gegr\u00fcndet. Die Agentur setzt rechtlich geforderte Naturschutzma\u00dfnahmen f\u00fcr Vorhabentr\u00e4ger, beispielweise im Stra\u00dfenbau, um und lenkt so Mittel aus der Wirtschaft gezielt in den Arten- und Biotopschutz. Wirtschaft und Naturschutz, hier profitieren beide Seiten: Denn durch die Entwicklung von \u00d6kokonten im Stiftungsland, in die sich Bauherren einkaufen k\u00f6nnen, kann gleichzeitig der Beginn von Bauvorhaben beschleunigt werden. &#8222;Auch der Fl\u00e4chenverbrauch kann durch die Umsetzung im bestehenden Schutzgebietsnetz der Stiftung minimiert werden&#8220;, berichtet Todsen-Reese. Hier sieht sie noch viel Potential und will in Gespr\u00e4chen um Vertrauen in die vorhandene Kompetenz der Stiftung werben.<\/p>\n<p>Eine weitere Karte, die die Stiftung 2010 verst\u00e4rkt spielen will, ist die Entwicklung von Stifterfonds. Mit dem Lilli-Harder-Fonds, einem privaten Erbschaftsfonds, arbeitet die Stiftung schon seit zehn Jahren. 2009 kamen der Segebergfonds aus Ausgleichsmitteln des Kreises Segeberg und der Moorschutzfonds aus Mitteln des Landes hinzu. Gerade dem Schutz der Moore will die Stiftung in den n\u00e4chsten Jahren einen neuen Arbeitsschwerpunkt widmen. &#8222;Hier liegen Natur-, Arten- und Klimaschutz so eng beieinander wie nirgendwo sonst&#8220;, so Todsen-Reese. Denn Moore sind nicht nur gef\u00e4hrdete Lebensr\u00e4ume seltener Tier- und Pflanzenarten, sie sind als Wasserspeicher und -filter sowie Kohlenstoffsenke auch f\u00fcr uns Menschen von elementarer Bedeutung. W\u00e4hrend ein intaktes Hochmoor in zehn Jahren rund 1 cm in die H\u00f6he w\u00e4chst, schrumpft der Boden in Folge der Entw\u00e4sserung in nur einem Jahr in gleicher H\u00f6he, gibt also gespeichertes CO2 zehnmal schneller wieder frei &#8211; acht Tonnen pro Jahr und Hektar.<br \/>\nRund 12 Prozent der Landesfl\u00e4che waren einst mit Mooren bedeckt und pr\u00e4gten in weiten Teilen die Landschaft. Inzwischen gelten fast\u00a0 80 Prozent der Moore in Schleswig-Holstein als entw\u00e4ssert, und damit als CO2-Quelle. Lediglich sieben Prozent der Hochmoore weisen noch wertvolle Biotope auf. Schon diese wenigen Zahlen zeigen, wie wichtig der Schutz unserer Moore ist. Aus Ausgleichsmitteln des Landes werden Mittel in den Moorschutzfonds flie\u00dfen, die Stiftung \u00fcbernimmt dann die Projektumsetzung. Die Gebietsschwerpunkte und Ma\u00dfnahmen werden momentan gemeinsam mit Ministerium und Landesamt festgelegt.<\/p>\n<p>&#8222;Nur im Konzert mit weiteren Akteuren des l\u00e4ndlichen Raumes l\u00e4sst sich der Erhalt der Biodiversit\u00e4t l\u00f6sen,&#8220; wei\u00df Todsen-Reese, &#8222;daher werden wir den eingeschlagenen Weg des Dialogs mit Verb\u00e4nden, Vereinen, Institutionen und Privatpersonen des Landes weiter intensivieren,&#8220; sagt sie zu und erg\u00e4nzt:. &#8222;Das \u00dcberleben der Arten liegt in unseren H\u00e4nden und ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Das Kampagnenjahr der UN bietet eine Chance, das Thema in die Mitte der Gesellschaft zu tragen.&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Generalversammlung der Vereinten Nationen (UN) hat das Jahr 2010 zum &#8222;internationalen Jahr der Biologischen Vielfalt&#8220; ausgerufen. 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