{"id":104352,"date":"2013-11-21T16:18:58","date_gmt":"2013-11-21T15:18:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/?p=104352"},"modified":"2013-11-21T16:18:58","modified_gmt":"2013-11-21T15:18:58","slug":"eine-steuer-fur-unser-wohlergehen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/eine-steuer-fur-unser-wohlergehen\/","title":{"rendered":"Eine Steuer f\u00fcr unser Wohlergehen?"},"content":{"rendered":"<p>Aachen (fet) &#8211; Nach dem Willen einiger deutscher Politiker und Fachgesellschaften soll uns zuk\u00fcnftig eine Strafsteuer vom Konsum kalorienreicher Nahrungsmittel abhalten \u2013 ein mehr als fragw\u00fcrdiger Pr\u00e4ventionsansatz. Im Kampf gegen \u00dcbergewicht erlie\u00df der mexikanische Kongress Anfang November eine Strafsteuer auf Fast Food. Das Konzept inspirierte offensichtlich auch einige deutsche Politiker, hochkalorische Nahrungsmittel als neue Steuereinnahmequelle ins Gespr\u00e4ch zu bringen. <!--more-->Angesichts der steigenden Zahlen an \u00fcbergewichtigen und fettleibigen Bundesb\u00fcrgern fordern der SPD-Bundestagsabgeordnete Edgar Franke (SPD) vom Ausschuss f\u00fcr Gesundheit und der CDU-Politiker Erwin R\u00fcddel die Einf\u00fchrung einer Kaloriensteuer in Deutschland.<\/p>\n<p>Zugegeben, auf den ersten Blick scheint die Idee, Menschen durch h\u00f6here Preise vom Kauf hochkalorischer Nahrungsmittel abzuhalten als plausibler Ansatz \u2013 vor allem, wenn die dazugeh\u00f6rige Berichterstattung mit Bildern von fettigem Fast Food, s\u00fc\u00dfer Cola und stark \u00dcbergewichtigen untermalt wird. Selbst gro\u00dfe medizinische Fachgesellschaften scheinen sich hiervon \u00fcberzeugen zu lassen. So spricht sich beispielsweise die Deutsche Diabetes Gesellschaft in ihrer aktuellen Pressemeldung f\u00fcr eine Besteuerung \u201eungesunder\u201c Produkte sowie eine Steuerentlastung \u201egesunder\u201c Nahrungsmittel aus. Dabei stellt sich bei dieser Forderung die Frage: Wer entscheidet, was gesund und was ungesund ist? Welche Ma\u00dfst\u00e4be sollen \u00fcber eine Besteuerung oder Steuerentlastung entscheiden?<\/p>\n<p>Der Vorschlag von Franke, alle Lebensmittel mit einem Kaloriengehalt von mehr als 275 Kalorien je 100 Gramm zu verteuern, tr\u00e4fe auch Grundnahrungsmittel wie Speise\u00f6l, K\u00e4se und N\u00fcsse. Diese sind gehaltvoll an Kalorien aber auch reich an wichtigen N\u00e4hrstoffen und geh\u00f6ren in ma\u00dfvollen Mengen zur bewussten Ern\u00e4hrung. \u00dcber den Gesundheitswert unseres Essens entscheiden die Mengen und die Kombination aller Speisen und nicht der Energiegehalt einer einzelnen Komponente. K\u00e4se und \u00d6l an einem gemischten Salat verbessern die Verwertbarkeit der fettl\u00f6slichen Vitamine aus der Rohkost. K\u00e4se auf dem Burger erh\u00f6ht vor allem dessen Kalorienwert. Zudem k\u00f6nnte die Besteuerung von energiereichen Produkten wohl auch zum Griff zu zusatzstoffreichen Lightprodukten ermuntern.<\/p>\n<p>Ob eine Kaloriensteuer tats\u00e4chlich die Zahl der \u00dcbergewichtigen im Lande senkt, bleibt fraglich. Der Fakt, dass alle \u00dcbergewichtigen ihre Pfunde dem ma\u00dflosen Konsum hochkalorischer Speisen verdanken, geh\u00f6rt aus medizinischer Sicht l\u00e4ngst in die Vorurteilsschublade. Dass die eingenommenen Steuergelder g\u00e4nzlich in sinnvolle Pr\u00e4ventionsprogramme flie\u00dfen, ist ebenso schwer vorstellbar. Die \u00f6kologischen Nebenwirkungen jedenfalls lassen sich bereits in D\u00e4nemark erkennen. Seit der Einf\u00fchrung der Fettsteuer Ende 2011 beklagen die d\u00e4nischen Produzenten den gestiegenen b\u00fcrokratischen Aufwand und die Gef\u00e4hrdung von Arbeitspl\u00e4tzen. Gleichzeitig ging die Kaufkraft im Land zur\u00fcck, da die grenznah lebenden D\u00e4nen ihre Eink\u00e4ufe lieber in deutschen Superm\u00e4rkten t\u00e4tigten. F\u00fcr den d\u00e4nischen Steuerminister war das Grund genug die Fettsteuer bereits ein Jahr sp\u00e4ter als gescheitert zu erkl\u00e4ren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Redaktion: Dipl.troph. Christine Langer<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aachen (fet) &#8211; Nach dem Willen einiger deutscher Politiker und Fachgesellschaften soll uns zuk\u00fcnftig eine Strafsteuer vom Konsum kalorienreicher Nahrungsmittel<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","footnotes":""},"categories":[14],"tags":[12550],"class_list":["post-104352","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-tipps-informationen","tag-eine-steuer-fur-unser-wohlergehen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/104352","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=104352"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/104352\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":104353,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/104352\/revisions\/104353"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=104352"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=104352"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=104352"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}