{"id":107370,"date":"2013-12-21T15:06:49","date_gmt":"2013-12-21T14:06:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/?p=107370"},"modified":"2013-12-21T15:06:49","modified_gmt":"2013-12-21T14:06:49","slug":"der-mensch-hinter-dem-antrag-auszubildende-der-barmer-gek-kiel-als-pflegekrafte-auf-zeit-bei-der-awo-im-einsatz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/der-mensch-hinter-dem-antrag-auszubildende-der-barmer-gek-kiel-als-pflegekrafte-auf-zeit-bei-der-awo-im-einsatz\/","title":{"rendered":"Der Mensch hinter dem Antrag &#8211; Auszubildende der Barmer GEK Kiel als Pflegekr\u00e4fte auf Zeit bei der AWO im Einsatz"},"content":{"rendered":"<p>\u201eWelche Auswirkungen hat es f\u00fcr die Pflegebed\u00fcrftigen, wenn wir nach Sachlage entscheiden, zum Beispiel bei einem Antrag auf Hilfsmittel?\u201c Um Antworten auf diese Frage zu erhalten, wechselten der 23-j\u00e4hrige Bj\u00f6rn Bartsch und zwei weitere Auszubildende vergangene Woche ihren Arbeitsplatz bei der Kieler Barmer GEK in die Kieler Serviceh\u00e4user der AWO, um als Auszubildende zur\/zum <b>So<\/b>zialversicherungs-<b>fa<\/b>changestellten (SoFas) im Rahmen der gemeinsamen Aktion \u201eSoFas in die Pflege\u201c zwei Tage lang in die praktische Altenpflege hineinzuschnuppern. Sein Fazit: \u201eDurch diesen Einsatz habe ich den menschlichen Bezug zu meiner Arbeit bekommen: Ich wei\u00df jetzt, was das f\u00fcr Menschen und Situationen sind, die hinter den Antr\u00e4gen stecken, die auf meinem Schreibtisch landen.\u201c<!--more-->\u201eDie Themen Alter und Pflege gewinnen f\u00fcr die Krankenkassen immer mehr an Bedeutung\u201c, erkl\u00e4rt Michael Janowski, Regionalgesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Barmer GEK in Kiel. \u201eLaut Pflegereport 2012 der Barmer BEK ist die Zahl der Pflegebed\u00fcrftigen zwischen 1998 und 2010 um etwa 30 Prozent gestiegen. Die Kurzzeitpflegef\u00e4lle haben sich zwischen 1998 und 2011 verdreifacht, und immer \u00f6fter schlie\u00dft sich daran eine vollstation\u00e4re Dauerpflege an. Umso wichtiger ist es aus unserer Sicht, dass sich schon die Auszubildenden unserer Kassen intensiv mit den Thema Alter und Pflege auseinandersetzen, und zwar nicht nur theoretisch, sondern ganz praktisch\u201c, so Michael Janowski.<\/p>\n<p>Schon im Oktober hatten Bj\u00f6rn Bartsch, Kathrin Cla\u00dfen und Kristof Petersen einen halben Tag lang die M\u00f6glichkeit auszuprobieren, wie es sich anf\u00fchlt, alt und gebrechlich zu sein oder Wasserbeine zu haben. M\u00f6glich gemacht hatten dies Werkzeuge aus dem so genannten \u201eAge Simulator\u201c und Erz\u00e4hlungen von Auszubildenden zur Altenpflegefachkraft der AWO Pflege Schleswig-Holstein.<\/p>\n<p>Am 12. und 13. Dezember nun unterst\u00fctzte Bartsch ganz praktisch die Pflegekr\u00e4fte in der ambulanten Pflege des Servicehauses Ellerbek. \u201eIch war die dritte und vierte Hand, das hei\u00dft ich habe geholfen, wo ich konnte, zum Beispiel beim Anziehen der Kompressionsstr\u00fcmpfe\u201c, erz\u00e4hlt der Ascheberger. Seine Kollegen Kathrin Cla\u00dfen und Kristof Petersen kamen in der Tagespflege Am Wohld und im Servicehaus Wellingdorf zum Einsatz. Daf\u00fcr traten die Drei jeden Morgen um 6 Uhr ihren \u201eDienst\u201c an \u2013 freiwillig.<\/p>\n<p>\u201eWir waren angenehm \u00fcberrascht, dass sich alle Auszubildenden nicht nur freiwillig auf diese neue Erfahrung eingelassen haben, sondern auch wenig Ber\u00fchrungs\u00e4ngste hatte\u201c, berichtet Susanne Weber, stellvertretende Leiterin der Kieler Serviceh\u00e4user der AWO. Bartsch selbst wurde gleich zweifach \u00fcberrascht: \u201eZum einen, weil die Pflegebed\u00fcrftigen viel besser kommunizieren konnten als bef\u00fcrchtet. Erschrocken war ich dagegen, wie vielen demenziell erkrankten Menschen ich begegnet bin.\u201cUmso gr\u00f6\u00dfer ist sein Respekt vor der Leistung der Pflegekr\u00e4fte geworden: \u201eMan merkt, dass der Zeitfaktor eine gro\u00dfe Rolle spielt und sehr darauf geachtet wird, wer wann gepflegt wird. Gerade die demenziell erkrankten Menschen brauchen ja einen klaren Tagesablauf. Da kommt es auf Minuten an, sonst werden sie unruhig. Ich finde es beachtlich, wie die Mitarbeiterinnen das managen und trotzdem alle gut versorgt werden.\u201c<\/p>\n<p>\u201eDass die jungen Menschen auf diese Weise ihr theoretisches Wissen mit der Praxis in Einklang bringen und erfahren konnten, was Zeit und Qualit\u00e4t in der Pflege wirklich bedeuten, hat uns best\u00e4tigt, dass diese Form des Austausches und des \u00dcber-den-Tellerrand-Hinausschauens der richtige Weg ist, um gemeinsam den Herausforderungen des demografischen Wandels zu begegnen\u201c, so Susanne Weber.<\/p>\n<p>Im kommenden Jahr werden deshalb auch die Auszubildenden aus der Pflege die M\u00f6glichkeit erhalten, in der Barmer GEK Regionaldirektion zu hospitieren.<\/p>\n<p><strong>Hintergrund<\/strong><\/p>\n<p>\u201eWer hat an der Uhr gedreht? Pflege braucht Zeit!\u201c Unter diesem Motto hat die AWO Pflege Schleswig-Holstein gemeinsam mit dem Sozialverband Deutschland \u2013 Landesverband Schleswig-Holstein eine neue Jahreskampagne gestartet. \u201eMit der Kampagne m\u00f6chten wir auf die vielf\u00e4ltigen &#8218;Zeit-N\u00f6te&#8216; in der Pflege aufmerksam machen \u2013 die der Pflegebed\u00fcrftigen, aber auch derjenigen, die pflegen \u2013 und gleichzeitig etwas dagegen tun\u201c, erkl\u00e4rte Uwe Braun, Leiter des Unternehmensbereichs Pflege der AWO Schleswig-Holstein.<\/p>\n<p>Gemeinsam mit dem SoVD, den Ortsvereinen, den Ausbildungsst\u00e4tten f\u00fcr Altenpflege, den Diensten und Einrichtungen der Pflege und vielen ehrenamtlichen Helfern sammelt die AWO Schleswig-Holstein in den kommenden zw\u00f6lf Monaten Zeit, um sie anschlie\u00dfend der Pflege zur Verf\u00fcgung zu stellen. \u201eDaf\u00fcr, aber auch um die Zeit symbolisch wieder selbst in die Hand zu nehmen, haben wir in allen Diensten und Betrieben \u201eZeitsammelstellen\u201c eingerichtet, um Zeitspenden und Uhren zu sammeln\u201c, so Braun. \u201eAm Ende des Jahres wollen wir so viele zus\u00e4tzliche Stunden f\u00fcr die Pflege gesammelt und Menschen gewonnen haben, die sich auch zuk\u00fcnftig mit ihrer Zeit f\u00fcr die Pflege einsetzen. Denn die Bew\u00e4ltigung der demografischen Ver\u00e4nderung muss eine gesellschaftliche Aufgabe sein und darf nicht allein als Aufgabe der Pflegenden gesehen werden!\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>N\u00e4here Informationen zur Kampagne<\/b> gibt es unter <a title=\"blocked::http:\/\/www.awo-pflege-sh.de\/zeit\" href=\"http:\/\/www.awo-pflege-sh.de\/zeit\">http:\/\/www.awo-pflege-sh.de\/zeit<\/a><\/p>\n<p>Das Kampagnen Logo und weitere Informationen stehen im Downloadbereich zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<p><a title=\"blocked::http:\/\/www.awo-pflege-sh.de\/kampagnen\/hast-du-etwas-zeit-fuer-mich\/downloadbereich\/\" href=\"http:\/\/www.awo-pflege-sh.de\/kampagnen\/hast-du-etwas-zeit-fuer-mich\/downloadbereich\/\">http:\/\/www.awo-pflege-sh.de\/kampagnen\/hast-du-etwas-zeit-fuer-mich\/downloadbereich\/<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die AWO Pflege ist ein Unternehmensbereich der AWO Schleswig-Holstein gGmbH. Rund 1.400 MitarbeiterInnen pflegen, beraten und begleiten alte und pflegebed\u00fcrftige Menschen an mehr als 40 Standorten in Schleswig-Holstein: in ambulanten Pflegediensten, Serviceh\u00e4usern und Hausgemeinschaften, in Einrichtungen der WOHNpflege, mit Angeboten zur Urlaubs-, Tages- und Kurzzeitpflege und dem Sozialruf. Sie helfen bei den allt\u00e4glichen Verrichtungen, unterst\u00fctzen, wenn F\u00e4higkeiten eingeschr\u00e4nkt sind, und sorgen f\u00fcr Selbst\u00e4ndigkeit, wo das Leben durch Krankheit und Alter beeintr\u00e4chtigt ist. Gemeinsam mit mehr als 20.000 AWO-Mitgliedern in Schleswig-Holstein engagieren sie sich f\u00fcr eine sozial gerechte Gesellschaft. Im Internet unter <a href=\"http:\/\/www.awo-pflege-sh.de\" target=\"_blank\">www.awo-pflege-sh.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eWelche Auswirkungen hat es f\u00fcr die Pflegebed\u00fcrftigen, wenn wir nach Sachlage entscheiden, zum Beispiel bei einem Antrag auf Hilfsmittel?\u201c Um<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","footnotes":""},"categories":[20],"tags":[],"class_list":["post-107370","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-besondere-neuigkeiten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/107370","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=107370"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/107370\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":107371,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/107370\/revisions\/107371"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=107370"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=107370"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=107370"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}