{"id":109219,"date":"2014-01-07T16:15:41","date_gmt":"2014-01-07T15:15:41","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/?p=109219"},"modified":"2014-01-07T16:15:41","modified_gmt":"2014-01-07T15:15:41","slug":"open-doors-weltverfolgungsindex-2014-hier-werden-christen-am-starksten-verfolgt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/open-doors-weltverfolgungsindex-2014-hier-werden-christen-am-starksten-verfolgt\/","title":{"rendered":"Open Doors Weltverfolgungsindex 2014: Hier werden Christen am st\u00e4rksten verfolgt"},"content":{"rendered":"<p>(Open Doors, 8. Januar 2014) \u2013 Derzeit werden rund 100 Millionen Christen weltweit um ihres Glaubens willen verfolgt. Christen sind damit die am st\u00e4rksten verfolgte Glaubensgemeinschaft weltweit. Erneut hat besonders in Afrika die Verfolgung der Christen durch Islamisten zugenommen. Nordkorea erweist sich das 12. Jahr in Folge als der Staat, in dem Christen wegen ihres Glaubens am h\u00e4rtesten unterdr\u00fcckt werden. Mit dem Weltverfolgungsindex (WVI) erfasst und dokumentiert das \u00fcberkonfessionelle christliche Hilfswerk Open Doors j\u00e4hrlich neu die Einschr\u00e4nkung der Religionsfreiheit von Christen weltweit und listet die 50 L\u00e4nder auf, in denen Christen wegen ihres Glaubens am st\u00e4rksten verfolgt und benachteiligt werden. Berichtszeitraum f\u00fcr den neuen WVI ist der 1. November 2012 bis 31. Oktober 2013.<!--more-->In Nordkorea wird bereits der Besitz einer Bibel mit der Todesstrafe oder Arbeitslager f\u00fcr die gesamte Familie geahndet. Dort erleiden zehntausende Christen unmenschliche Qualen durch Folter und h\u00e4rteste Zwangsarbeit, die sie zur Aufgabe ihres Glaubens zwingen sollen. Auf den folgenden neun Pl\u00e4tzen folgen Staaten, in denen der islamische Extremismus als Hauptquelle f\u00fcr die systematische Verfolgung von Christen erkennbar ist. Gleiches gilt f\u00fcr insgesamt 36 der 50 L\u00e4nder auf dem WVI 2014.<\/p>\n<p>Hier werden Christen am st\u00e4rksten verfolgt<\/p>\n<p>Platz 1\u00a0\u00a0\u00a0 Nordkorea<\/p>\n<p>Platz 2\u00a0\u00a0\u00a0 Somalia<\/p>\n<p>Platz 3\u00a0\u00a0\u00a0 Syrien<\/p>\n<p>Platz 4\u00a0\u00a0\u00a0 Irak<\/p>\n<p>Platz 5\u00a0\u00a0\u00a0 Afghanistan<\/p>\n<p>Platz 6\u00a0\u00a0\u00a0 Saudi-Arabien<\/p>\n<p>Platz 7\u00a0\u00a0\u00a0 Malediven<\/p>\n<p>Platz 8\u00a0\u00a0\u00a0 Pakistan<\/p>\n<p>Platz 9\u00a0\u00a0\u00a0 Iran<\/p>\n<p>Platz 10\u00a0\u00a0 Jemen<\/p>\n<p>Bedrohung durch Islamischen Extremismus<\/p>\n<p>Extremistische muslimische Organisationen stehen bereit, dort die Macht zu ergreifen, wo sich durch die Revolutionen ein Machtvakuum aufgetan hat. Markus Rode, Leiter von Open Doors Deutschland, sagt: &#8222;Leider sehen wir derzeit kein Ende der l\u00e4nder\u00fcbergreifenden Ausbreitung eines extremistischen Islam mit einer massiven Verfolgung und Vertreibung der christlichen Minderheit.&#8220; Besorgniserregende Nachrichten kamen aus der wenig bekannten Zentralafrikanischen Republik (ZAR). Das mehrheitlich christlich gepr\u00e4gte Land landete auf Anhieb auf Rang 16 des WVI, nachdem die Allianz der islamistischen Seleka Rebellen die Regierung im M\u00e4rz gest\u00fcrzt und anschlie\u00dfend das Land mit furchtbaren Gewalttaten \u00fcberzogen hatte. Die meisten davon waren gegen Christen gerichtet. Christliche Leiter der ZAR warnten vor einem &#8222;religi\u00f6s motivierten Genozid&#8220;, sollten die Friedenstruppen der UN nicht zu Hilfe eilen. &#8222;Wie in Mali im vergangenen Jahr macht auch das Beispiel der ZAR deutlich, wie schnell ein scheinbar stabiles Land zerfallen und die christliche Bev\u00f6lkerung durch islamistische Rebellen attackiert und verfolgt werden kann&#8220;, sagt Markus Rode, der Leiter von Open Doors Deutschland.<\/p>\n<p>Negative Entwicklungen: Kolumbien und Sri Lanka steigen im Index am weitesten nach oben<\/p>\n<p>Mit Rang 25 rangiert Kolumbien zum ersten Mal unter den ersten 30 L\u00e4ndern auf dem WVI, da die Zahl der Entf\u00fchrungen und Mordanschl\u00e4ge in den von FARC-Rebellen kontrollierten Gebieten enorm hoch ist. Christen wenden sich gegen jede Form von Gewalt und vor allem gegen Entf\u00fchrungen und die Rekrutierung von Kindern- und Jugendlichen, was sie zu Feinden der Rebellen macht. Die Rebellengruppen haben ihre Gebiete in den letzten Jahren ausgeweitet, was ein Ansteigen der Verfolgung zur Folge hat und vermehrt zu Morddrohungen f\u00fchrte. Bemerkenswert ist der Umstand, dass das Land mit seinen 44 Millionen Einwohnern mehr Binnenfl\u00fcchtlinge aufweist (etwa 5,5 Mio.) als Syrien oder der Kongo.<\/p>\n<p>Sri Lanka (29) geh\u00f6rt ebenfalls zu den 30 L\u00e4ndern mit der sch\u00e4rfsten Verfolgung. Eine starke Welle der Gewalt gegen Christen mit \u00fcber 50 Anschl\u00e4gen gegen Kirchen in nur einem Jahr hat die einheimische christliche Gemeinde schwer getroffen. Dahinter steht eine zum ersten Mal im Juli 2012 \u00f6ffentlich in Erscheinung getretene nationalistisch-buddhistische Bewegung.<\/p>\n<p>China \u2013 Druck durch Kontrolle auf alle religi\u00f6sen Aktivit\u00e4ten<\/p>\n<p>China verbleibt auf Rang 37, nachdem es im Vorjahr im Index stark nach unten gerutscht war. Die Art und Weise, wie China durch die Registrierungspflicht und Kontrolle Druck auf alle religi\u00f6sen Aktivit\u00e4ten aus\u00fcbt, dient anderen L\u00e4ndern Asiens als Vorbild, wie das Beispiel Vietnam (Rang 18) zeigt. Mit seinem &#8222;Erlass 92&#8220; vom Januar 2013 reglementiert Vietnam massiv alle religi\u00f6sen Aktivit\u00e4ten und geh\u00f6rt nun wieder zu den\u00a0ersten 20 L\u00e4ndern\u00a0des WVI. Die gro\u00dfe christliche Gemeinschaft in Indien (jetzt auf Rang 28) wird weiterhin von einem hohen Ma\u00df an Gewalt ersch\u00fcttert, zum einen von hinduistischen Extremisten, zum anderen von maoistischen Rebellen.<\/p>\n<p>Pakistan: Verheerendster Anschlag auf Christen seit der Staatsgr\u00fcndung<\/p>\n<p>Die christliche Kirche in Pakistan musste 2013 den schlimmsten Vorfall von Verfolgung seit der Gr\u00fcndung des Landes im Jahr 1947 hinnehmen. Am 22. September rissen zwei Selbstmordattent\u00e4ter mindestens 89 Christen vor der Allerheiligenkirche in Peschawar in den Tod. Der achte Rang auf dem WVI ist jedoch auch dem zunehmenden Druck der pakistanischen Gesellschaft gegen\u00fcber den Christen geschuldet. Die Christen Pakistans waren in allen Lebensbereichen starker Bedr\u00e4ngnis ausgesetzt. Argwohn und Vorurteile gegen sie sind an der Tagesordnung, schon das Aufbewahren christlicher Materialien ist gef\u00e4hrlich. Christen muslimischer Herkunft stehen hier unter dem gr\u00f6\u00dften Druck.<\/p>\n<p>Weltverfolgungsindex: Erfassung von Verfolgung gegen Christen weltweit<\/p>\n<p>Der Open Doors Weltverfolgungsindex ist die einzige allj\u00e4hrlich durchgef\u00fchrte systematische Untersuchung zur Religionsfreiheit von Christen weltweit. Der Index erfasst das Ma\u00df an Einschr\u00e4nkungen, das Christen hinsichtlich ihres Glaubenslebens haben, in f\u00fcnf spezifischen Lebensbereichen: Privatleben, Familie, Gesellschaft sowie auf nationaler und politischer Ebene. Dazu kommt ein sechster Bereich, der den Grad der Gewalt gegen Christen im Land aufzeigt.<\/p>\n<p>Verfolgte Christen zu wenig beachtet<\/p>\n<p>Aufgrund einer sich weiter versch\u00e4rfenden Christenverfolgung bittet Markus Rode, der Leiter von Open Doors Deutschland, um ein gr\u00f6\u00dferes Engagement: &#8222;Leider finden die unfassbaren Gr\u00e4ueltaten an Christen in der \u00d6ffentlichkeit noch viel zu wenig Beachtung&#8220;, so Rode. &#8222;Wir appellieren deshalb an Kirchen, Medien und Politik, diesen millionenfachen Menschenrechtsverletzungen an Christen noch entschiedener als bisher entgegenzutreten. J\u00e4hrliche Statistiken wie der Weltverfolgungsindex sollen dabei helfen, die Situation der Christen in den betroffenen L\u00e4ndern bekannt zu machen und damit Druck auf diese L\u00e4nder aus\u00fcben. Doch dies ist noch nicht genug&#8220;, so Rode. &#8222;Wir alle m\u00fcssen aktiv werden und den Menschen in ihrem uns\u00e4glichen Leid hilfreich zur Seite stehen.&#8220;<\/p>\n<p>Wachstum trotz Verfolgung<\/p>\n<p>Doch es gibt auch hoffnungsvolle Nachrichten. Markus Rode erg\u00e4nzt: &#8222;Obwohl die Verfolgung von Christen weltweit zunimmt, sind die christlichen Gemeinden in vielen L\u00e4ndern gewachsen.&#8220; Die bedr\u00e4ngten Christen in Syrien und \u00c4gypten berichten von einer nie dagewesenen Einheit unter den Denominationen. Der enorme Druck hat sie zusammengeschwei\u00dft. Und auch in Nordkorea w\u00e4chst die Zahl der Christen, die sich trotz massiver Verfolgung heimlich treffen. &#8222;Durch das beherzte Engagement von Politikern und Christen, die sich in Deutschland und anderswo f\u00fcr verfolgte Christen im letzten Jahr eingesetzt haben, konnten wir vielen Betroffenen unmittelbar helfen und neue Hoffnung geben. Wir w\u00fcnschen uns, dass der Weltverfolgungsindex nicht nur als Gradmesser der Christenverfolgung weltweit gesehen wird, sondern dazu f\u00fchrt, dass unsere freiheitlich demokratische Gesellschaft, vorrangig die Kirchen und die Politiker, sich noch intensiver f\u00fcr verfolgte und bedr\u00e4ngte Christen einsetzen&#8220;, appelliert Markus Rode.<\/p>\n<p>Den ausf\u00fchrlichen Bericht zum Weltverfolgungsindex, alle Platzierungen sowie Lebensberichte verfolgter Christen finden Sie unter www.weltverfolgungsindex.de\u00a0(Online ab 08.01.2014 ab 06:00 Uhr)<\/p>\n<p>In K\u00fcrze: Platz 1 bis 3<\/p>\n<p>Nordkorea Platz 1: Auch unter dem neuen Machthaber Kim Jong Un werden Christen hingerichtet oder mit ihrer ganzen Familie in Arbeitslager gebracht. Gesch\u00e4tzte 50.000 \u2013 70.000 Christen befinden sich derzeit in Arbeitslagern und erleben Folter und h\u00e4rteste Zwangsarbeit, die oft zum Tod f\u00fchrt. Christen gelten als gef\u00e4hrliche politische Feinde, da sie zum einen die &#8222;Juche&#8220;-Ideologie ablehnen und gleicherma\u00dfen auch die gottgleiche Verehrung von Staatsgr\u00fcnder Kim Il Sung sowie dessen im Jahr 2011 verstorbenem Sohn Kim Jong Il. Ihren Glauben k\u00f6nnen die ca. 200.000 bis 400.000 Christen nur heimlich leben. Trotz harter Verfolgung auch durch den neuen Machthaber Kim Jong Un, gelingt es dem Regime nicht, die wachsenden Hauskirchennetzwerke im Untergrund auszul\u00f6schen.<\/p>\n<p>Somalia Platz 2: Zum ersten Mal steht ein afrikanisches Land s\u00fcdlich der Sahara auf Rang 2: Somalia. Auch wenn die gegenw\u00e4rtige Regierung in der Hauptstadt Mogadischu einen eher gem\u00e4\u00dfigten Islam vertritt, herrscht im Land weiterhin strenge \u00dcberwachung, um &#8222;Abtr\u00fcnnige&#8220; vom Islam aufzusp\u00fcren. Der Druck im Privatleben ist hoch und die christliche Gemeinde, die im Wesentlichen aus Konvertiten besteht, muss sich verstecken. Somalia wird \u00fcberwiegend von muslimischen Clans und St\u00e4mmen regiert, die keine Christen dulden, sondern sie im Fall ihrer Entdeckung h\u00e4ufig t\u00f6ten. Weite Teile des Landes sind unregierbar. Al Shabaab Rebellen m\u00f6chten den Menschen eine noch striktere Form der Scharia aufb\u00fcrden. Ein einheimischer Christ des Landes \u00e4u\u00dfert sich besorgt: &#8222;In diesem Land kannst du als Christ niemandem trauen, denn wenn du einmal dem Falschen vertraust, kann es dich deinen Kopf kosten.&#8220;<\/p>\n<p>Syrien Platz 3: Syrien ist eines der L\u00e4nder, die auf dem Index einen sehr weiten Sprung nach vorne gemacht haben: von Platz 11 auf Platz 3. Der B\u00fcrgerkrieg tobt weiter. Die einst \u00fcberwiegend von Christen bewohnten St\u00e4dte wie Homs oder Aleppo haben sich in Geisterst\u00e4dte verwandelt. Seit Ausbruch der K\u00e4mpfe werden immer wieder schlimmste Gr\u00e4ueltaten gegen die christliche Gemeinde ver\u00fcbt. Dies geschieht \u00fcberwiegend durch die Hand von aus dem Ausland finanzierten Jihad-Gruppierungen. Das wohl furchtbarste Beispiel hierf\u00fcr ereignete sich am 21. Oktober, als in der vorwiegend von Christen besiedelten Stadt Sadad 46 von ihnen durch islamistische Milizen grausam ermordet wurden. Es gibt Hinweise, dass die gleichen K\u00e4mpfer auch Nachbarstaaten wie den Irak, der Rang 4 belegt, gezielt destabilisieren. Markus Rode, der Leiter von Open Doors Deutschland: &#8222;Der syrische B\u00fcrgerkrieg hat sich zu einem Stellvertreterkrieg islamistischer Gruppen wie der ISIS entwickelt, die ein christenfreies Syrien unter der Scharia erreichen wollen.&#8220;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(Open Doors, 8. Januar 2014) \u2013 Derzeit werden rund 100 Millionen Christen weltweit um ihres Glaubens willen verfolgt. 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