{"id":111247,"date":"2014-01-20T10:39:48","date_gmt":"2014-01-20T09:39:48","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/?p=111247"},"modified":"2014-01-20T11:45:33","modified_gmt":"2014-01-20T10:45:33","slug":"zar-gefahrdete-christen-fuhlen-sich-allein-gelassen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/zar-gefahrdete-christen-fuhlen-sich-allein-gelassen\/","title":{"rendered":"ZAR: Gef\u00e4hrdete Christen f\u00fchlen sich allein gelassen"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/Open-Doors.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-88658\" alt=\"Open Doors\" src=\"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/Open-Doors.jpg\" width=\"255\" height=\"139\" \/><\/a>(Open Doors) \u2013 Christen sind im Konflikt in der Zentralafrikanischen Republik (ZAR) weitaus mehr von den K\u00e4mpfen und Unruhen betroffen als Muslime. Das geht aus einer neuen Gef\u00e4hrdungsanalyse hervor, die das christliche Hilfswerk Open Doors nun vorgestellt hat. <!--more-->\u00dcber die besondere Gef\u00e4hrdung von Christen in der ZAR wird demnach zu oft hinweggesehen, da sich internationale Medien in der Regel auf die allgemeinen religi\u00f6sen Spannungen konzentrieren. Im vergangenen Oktober unterst\u00fctzte Open Doors eine Tagung christlicher Leiter, das in ein Hilfeersuchen an die internationale Gemeinschaft m\u00fcndete. In dem detaillierten &#8222;Vulnerability Assessment of Christians in the Central African Republic&#8220; (Analyse der Verwundbarkeit von Christen in der ZAR) wird die Sorge ge\u00e4u\u00dfert, dass seit dem Staatsstreich im M\u00e4rz 2013 besonders Christen zur Zielscheiben wurden, was auch belegt wird.<\/p>\n<p>Kein reiner Kampf zwischen Christen und Muslimen<\/p>\n<p>Im Dezember versammelten sich Christen aus Protest gegen die Herrschaft Djotodias am Flughafen der Hauptstadt Bangui. Djotodia war aus dem Umsturz als neuer Pr\u00e4sident hervorgegangen, musste allerdings auf Druck der zentralafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft und des tschadischen Pr\u00e4sidenten D\u00e9by am 10. Januar zur\u00fccktreten. Zwischen der mittlerweile aufgel\u00f6sten S\u00e9l\u00e9ka Rebellengruppe und Selbstverteidigungsmilizen namens &#8222;Anti-Balaka&#8220; h\u00e4lt die Gewalt jedoch weiter an. Die Anti-Balaka-Gruppen sind h\u00e4ufig als &#8222;\u00fcberwiegend christlich&#8220; beschrieben worden, doch wie die Nachrichtenagentur World Watch Monitor schon berichtet hat, bestreiten die christlichen Leiter der ZAR dies energisch.<\/p>\n<p>Nach Meldungen \u00fcber die Enthauptung von Kindern, berichtete das Kinderhilfswerk UNICEF am 30. Dezember, die Gewaltt\u00e4tigkeiten seien &#8222;auf einen barbarischen neuen Standard herabgesunken&#8220;. Open Doors International zufolge haben sich sowohl ehemalige S\u00e9l\u00e9ka-Rebellen als auch Anti-Balaka-Angeh\u00f6rige der Verletzung von Menschenrechten schuldig gemacht; falsch ist aber, von ihrem Konflikt als einem Kampf zwischen muslimischen und christlichen Gruppen zu sprechen. Open Doors International zitiert aus einer Stellungnahme zentralafrikanischer Bisch\u00f6fe: &#8222;Wir bedauern die Berichte, die Anti-Balaka als christliche Gruppe beschreiben. Die Anti-Balaka setzen sich aus Teilen der Bev\u00f6lkerung zusammen, die von den zahlreichen \u00dcbergriffen der S\u00e9l\u00e9ka-Rebellen genug haben. Wir betonen jedoch noch einmal, dass nicht alle Anti-Balaka Christen und nicht alle Christen Anti-Balaka sind. Dasselbe gilt f\u00fcr Ex-S\u00e9l\u00e9ka-Mitglieder und Muslime.&#8220;<\/p>\n<p>Mehrheit der Rebellen sind Islamisten aus dem Ausland<\/p>\n<p>Dennoch k\u00f6nnen die islamistischen Motive der S\u00e9l\u00e9ka nicht au\u00dfer Acht gelassen werden, da die Rebellengruppe zu 95 % aus Muslimen besteht. Nur etwa 10% der Rebellen haben die Staatsangeh\u00f6rigkeit der ZAR. Die gro\u00dfe Mehrheit der Gruppe besteht aus islamistischen K\u00e4mpfern aus den Nachbarl\u00e4ndern Tschad und Sudan. Die Analyse zur Gef\u00e4hrdungslage der Christen zeigt auf, dass in dem Konflikt mindestens 13 Pastoren get\u00f6tet und viele christliche Kirchen, H\u00e4user und Schulen niedergebrannt wurden, w\u00e4hrend Muslime und muslimische Einrichtungen weitgehend verschont blieben. Pastor Guerengbo sagte gegen\u00fcber Open Doors: &#8222;Sowohl katholische und protestantische Kirchen als auch Christen im Allgemeinen sind in dem Konflikt am st\u00e4rksten gef\u00e4hrdet. Muslime in besetzten St\u00e4dten sind besser gesch\u00fctzt. Zudem werden islamische Leiter im Gegensatz zu christlichen Leitern von den S\u00e9l\u00e9ka-Rebellen respektiert und geehrt.&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Ein Bericht der Internationalen Krisen-Gruppe stellt keine Beziehung zwischen den religi\u00f6sen Spannungen im Land, der starken muslimischen Pr\u00e4senz in der S\u00e9l\u00e9ka-Leitung und der gro\u00dfen Zahl von F\u00e4llen gegen Christen gerichteter Gewalt fest&#8220;, beobachtet Open Doors International. &#8222;Unserer Meinung nach ist es falsch von der Internationalen Krisen-Gruppe, die S\u00e9l\u00e9ka mit einer blo\u00dfen Koalition von Gruppen gleichzusetzen, die mit dem Regime unzufrieden sind. Es gibt gen\u00fcgend Hinweise darauf, dass die S\u00e9l\u00e9ka zumindest teilweise eine islamistische Agenda verfolgt.&#8220; Das Fazit der Analyse von Open Doors International ist, dass Christen \u00f6konomisch, politisch und in Bezug auf pers\u00f6nliche Gesundheit und Sicherheit besonders verletzlich sind: &#8222;Auf diesen Gebieten sind die Christen der ZAR in starkem Ma\u00dfe Opfer zielgerichteter Gewalt gewesen, w\u00e4hrend die muslimische Minderheit der ZAR in Ruhe gelassen wurde.<\/p>\n<p>Die Absichten der S\u00e9l\u00e9ka-Rebellen sind nicht nur politisch. Die in der Gef\u00e4hrdungsanalyse vorgestellten Befunde belegen, dass die S\u00e9l\u00e9ka auch eine stillschweigend inbegriffene religi\u00f6se Agenda hat.&#8220; Der Konflikt in der ZAR hat dazu gef\u00fchrt, dass das Land 2014 erstmalig auf dem Open Doors Weltverfolgungsindex erscheint. Die Liste erfasst die 50 L\u00e4nder, in denen Christen weltweit am st\u00e4rksten verfolgt werden. Die ZAR belegt aktuell Platz 16.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(Open Doors) \u2013 Christen sind im Konflikt in der Zentralafrikanischen Republik (ZAR) weitaus mehr von den K\u00e4mpfen und Unruhen betroffen<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","footnotes":""},"categories":[22],"tags":[12970],"class_list":["post-111247","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-glaubhaft","tag-zar-gefahrdete-christen-fuhlen-sich-allein-gelassen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/111247","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=111247"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/111247\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":111282,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/111247\/revisions\/111282"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=111247"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=111247"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=111247"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}