{"id":13144,"date":"2010-03-23T15:38:12","date_gmt":"2010-03-23T14:38:12","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/index.php\/2010\/03\/burgerentscheid-25-04-2010-35-000-ja-stimmen-mussen-in-die-urnen\/"},"modified":"2010-03-27T22:53:22","modified_gmt":"2010-03-27T21:53:22","slug":"burgerentscheid-25-04-2010-35-000-ja-stimmen-mussen-in-die-urnen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/burgerentscheid-25-04-2010-35-000-ja-stimmen-mussen-in-die-urnen\/","title":{"rendered":"B\u00fcrgerentscheid 25.04.2010: 35.000 Ja-Stimmen m\u00fcssen in die Urnen"},"content":{"rendered":"<p><strong>Foto: Harald Denckmann &#8211; <\/strong>Am 25. April k\u00f6nnen die L\u00fcbecker \u00fcber die Zukunft des Flughafens  abstimmen. Doch das Verfahren ist vielen W\u00e4hlern unbekannt. So reicht  keine einfache Mehrheit der abgegebenen Stimmen, wenn nicht mindestens  35.000 L\u00fcbecker mit Ja stimmen.<strong> <\/strong>Auf dem Foto: Egon Ruland, Margret Rehbock und Dr. Gerhard Bender  sorgen f\u00fcr  den  korrekten Ablauf des B\u00fcrgerentscheids.<!--more-->\u201cWenn wir bei der Ausz\u00e4hlung die magische  Grenze von 35.000 Ja-Stimmen  nicht feststellen kann das Ergebnis  aussehen wie es will \u2013 dann w\u00e4re der  B\u00fcrgerentscheid gescheitert\u201d,  stellt Egon Ruland, Leiter des Bereiches  Logistik, Statistik und Wahlen  der Hansestadt L\u00fcbeck unmissverst\u00e4ndlich  fest. Weitere Rechenbeispiele  machen das deutlich: Angenommen 30.000  L\u00fcbecker sagen \u201cJa\u201d zum  Flughafen und nur 5000 stimmen dagegen. Dann  w\u00e4re der B\u00fcrgerentscheid  gescheitert, weil die notwendigen 35.000 \u201cJa\u201d \u2013  Stimmen nicht erreicht  worden w\u00e4ren.<\/p>\n<p>Abgeleitet wird diese Zahl von 35.000 Stimmen f\u00fcr den Bereich der   Hansestadt L\u00fcbeck aus der Schleswig-Holsteinischen Kommunalverfassung.   Dort hei\u00dft es sinngem\u00e4\u00df dass \u2013 wie bei fast jeder Abstimmung \u2013 die   Mehrheit der g\u00fcltigen Stimmen entscheidet; dann hei\u00dft es aber weiter,   dass diese Mehrheit bei einem B\u00fcrgerentscheid  mindestens 20 Prozent der   Stimmberechtigten betragen muss.<\/p>\n<p>Da es in L\u00fcbeck zur Zeit etwa 175.000 stimmberechtigte B\u00fcrger gibt,  und  20 Prozent von diesem Grundwert 35.000 \u201cJa\u201d-Stimmen ausmachen, wird   genau diese Zahl zum ersten anzusteuernden Wert der  Flughafenbef\u00fcrworter  beim B\u00fcrgerentscheid am 25. April.<\/p>\n<p>Dann ist die Angelegenheit aber noch nicht ausgestanden. In dem  Falle,  dass \u00fcber 35.000 Ja-Stimmen in den Urnen sind ist der Entscheid  noch  nicht automatisch gewonnen, wie man derzeit oft in den  Diskussionen \u00fcber  den B\u00fcrgerentscheid vernehmen kann. Dann w\u00fcrde \u2013 wie  bei fast jeder  Abstimmung \u2013 die einfache Mehrheit der g\u00fcltigen Stimmen  \u00fcber Sieg oder  Niederlage entscheiden.<\/p>\n<p>Ein weiteres Rechenbeispiel: 40.000 Ja-Stimmen und 38.000  Nein-Stimmen \u2013  Der Entscheid ist angenommen (mehr als 35.000 Ja-Stimmen  sind erreicht;  die Bef\u00fcrworter haben die Mehrheit.) Oder: 40.000  Ja-Stimmen und 42.000  Nein-Stimmen \u2013 Der Entscheid ist abgelehnt. Es  sind zwar mehr als  35.000 Ja-Stimmen in den Urnen, die Bef\u00fcrworter  haben aber keine  Mehrheit.<\/p>\n<p>Sowohl f\u00fcr Bef\u00fcrworter als auch f\u00fcr Gegner, k\u00f6nnte der Urnengang am  25.  April also zu einer recht kribbeligen Angelegenheit werden. Die   Flughafen-Abstimmung ist nicht mit einer zuf\u00e4llig gerade anstehenden   Wahl verbunden, was automatisch zu einer recht anst\u00e4ndigen   Wahlbeteiligung f\u00fchren w\u00fcrde. Vielmehr ist zu bef\u00fcrchten, dass mangels   Interesse oder Information \u00fcber den B\u00fcrgerentscheid viele L\u00fcbecker den   Gang zur Urne \u00fcberhaupt nicht erst antreten. Das w\u00e4re f\u00fcr die   Flughafengegner nicht schlimm, den Bef\u00fcrwortern wird es die   Schwei\u00dfperlen auf die Stirn treiben, denn eine geringe Wahlbeteiligung   w\u00fcrde bedeuten, dass die Chancen erst einmal 35.000 Ja-Stimmen   einzufangen deutlich sinken. Auch das Wetter am Wahltag kann eine gro\u00dfe   Rolle spielen wobei traumhaftes Ausflugswetter und Orkanb\u00f6en in etwa  den  gleichen Effekt haben \u2013 die Neigung, sich ins Wahllokal zu begeben,   sinkt.<\/p>\n<p>All diese strategischen \u00dcberlegungen spielen aber f\u00fcr den Bereich   Statistik und Wahlen keine Rolle. Genau wie bei einer Kommunalwahl wird   der ganze Apparat in Schwung gebracht. Man wird schon vorher im Rathaus   mit dem Personalausweis abstimmen k\u00f6nnen. Sch\u00f6ner w\u00e4re nat\u00fcrlich die   \u201cAbstimmungsbenachrichtigungskarte\u201d, die demn\u00e4chst an die Haushalte   verschickt wird. Am Wahltag selbst gibt es wieder die gewohnten   Wahllokale, allerdings in etwas reduzierter Form. Von 122 Bezirken   werden etwa 70 so besetzt, dass eine Abstimmung problemlos m\u00f6glich ist \u2013   das spart ein wenig Personal und die zus\u00e4tzlichen Kosten des   Urnenganges verringern sich.<\/p>\n<p>Am Mittwoch, 28. April 2010, ist Egon Rulands Bereich dann noch  einmal  gefordert. Dann stehen die Wahlen zum L\u00fcbecker Seniorenbeirat  an. Diese  Wahl wird allerdings ausschlie\u00dflich im Briefwahlverfahren  durchgef\u00fchrt.  Etwa 60.000 L\u00fcbecker B\u00fcrger, die das 60 Lebensjahr  vollendet haben,  erhalten dazu in der n\u00e4chsten Zeit die Wahlunterlagen  zugestellt.  Kandidieren kann man jetzt nicht mehr, denn seit  Donnerstag, 11. M\u00e4rz,  18 Uhr, stehen die etwa 40 Kandidaten f\u00fcr die  Wahl des Seniorenbeirates  fest. Bedeutende politische Prominenz  befindet sich offenbar nicht  darunter, denn die nutzen offenbar  weiterhin die M\u00f6glichkeit, innerhalb  der Parteien auch f\u00fcr die  Interessen ihrer Altersgruppe t\u00e4tig zu werden.  \u201cDie Altersgrenze in den  Parteien ist schlie\u00dflich nach oben offen\u201d,  schmunzelt Egon Ruland.<\/p>\n<p>Der \u00fcberparteiliche Seniorenbeirat versteht sich eher als wichtiges   Begleitinstrument der L\u00fcbecker Politik. Damit die Stimmen auch g\u00fcltig   werden, m\u00fcssen sie bis zum 28. April 2010 wieder an die Hansestadt   L\u00fcbeck zur\u00fcckgeschickt werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Foto: Harald Denckmann &#8211; Am 25. April k\u00f6nnen die L\u00fcbecker \u00fcber die Zukunft des Flughafens abstimmen. 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