{"id":14284,"date":"2010-04-19T19:32:13","date_gmt":"2010-04-19T17:32:13","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/2010\/04\/vulkanausbruch-paranoia-in-den-medien-wissenschaftler-kritisiert-mangel-in-der-journalistischen-praxis\/"},"modified":"2010-04-19T19:32:49","modified_gmt":"2010-04-19T17:32:49","slug":"vulkanausbruch-paranoia-in-den-medien-wissenschaftler-kritisiert-mangel-in-der-journalistischen-praxis","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/vulkanausbruch-paranoia-in-den-medien-wissenschaftler-kritisiert-mangel-in-der-journalistischen-praxis\/","title":{"rendered":"Vulkanausbruch: &#8222;Paranoia in den Medien&#8220; &#8211; Wissenschaftler kritisiert M\u00e4ngel in der journalistischen Praxis"},"content":{"rendered":"<table style=\"float: right; width: 168px;\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"5\">\n<tbody>\n<tr>\n<td align=\"center\" bgcolor=\"#ededed\">\n<table border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"3\" width=\"168\">\n<tbody>\n<tr>\n<td align=\"center\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/img.pte.at\/\/lowrespics\/1271669562i3400.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" align=\"middle\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"2\" align=\"center\"><!-- copyrighttext -->Etliche  Vulkanstorys haben die Grenzen der Wissenschaft \u00fcberschritten (Foto:  Wikimedia Commons)<!-- end copyrighttext --><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p><span style=\"line-height: 140%;\"> Potsdam (pte\/19.04.2010\/12:40) &#8211;   <!-- LIVING AD - VIDEOADD CONTENT START \/\/--> Der Ausbruch des Eyjafjalla-Vulkans hat am Wochenende nicht nur Europas  Flugverkehr lahmgelegt, sondern weltweit auch die Titelseiten vieler  Zeitungen und Nachrichtenportale dominiert. &#8222;Viele der sehr rei\u00dferischen  Titel sind aus wissenschaftlicher Sicht bedenklich&#8220;, warnt  Birger-Gottfried L\u00fchr im pressetext-Interview. L\u00fchr ist Experte f\u00fcr  Erdbeben und Vulkanismus am Geoforschungszentrum Potsdam <a href=\"http:\/\/www.gfz-potsdam.de\/\" target=\"_blank\">http:\/\/www.gfz-potsdam.de<\/a> und wird in dieser Funktion bei Katastrophen immer wieder zur  Anlaufstelle f\u00fcr Medienanfragen.<!--more--><\/span><strong>Kein Hinweis f\u00fcr Weltuntergang<\/strong><\/p>\n<p>&#8222;Teilweise nimmt die Berichterstattung \u00fcber Katastrophen bereits  paranoide Z\u00fcge an, besonders da anscheinend manche Medien auf  zweischneidige Weise ihre Artikel verkaufen wollen&#8220;, kritisiert L\u00fchr.  Problematisch sei hier das weit verbreitete Halbwissen. Als Beispiel  nennt der Seismologe die Interpretation des Maya-Kalenders, die f\u00fcr 2012  den Weltuntergang in Aussicht stellt. &#8222;So berechtigt die Frage ist,  braucht es zur Beantwortung Hintergrundwissen. Es ist v\u00f6llig normal,  dass statistisch einmal pro Monat ein Erdbeben der Magnitude Sieben  auftritt.&#8220; Man d\u00fcrfe sich nicht wundern, wenn Erdbeben zuf\u00e4llig viermal  hintereinander in besiedelten Gebieten stattfinden.<\/p>\n<p>&#8222;Wir leben auf einem komplexen Planeten, der sich st\u00e4ndig ver\u00e4ndert.  Teilweise geschieht das sehr langsam, in manchen F\u00e4llen wie bei einem  Erdbeben oder nun eben bei einem Vulkanausbruch sehr schnell&#8220;, so L\u00fchr.  Schon mit einem einzigen Vulkanausbruch k\u00f6nnten die Karten im  Klimageschehen neu gemischt werden. Die Aufgabe der Menschheit laute in  diesem Zusammenhang, Ph\u00e4nomene zu verstehen und das Leben so  einzurichten, dass das Risiko &#8211; somit auch die Verwundbarkeit &#8211;  minimiert werde. Unsinnig sei jedoch die Annahme, man k\u00f6nne das Risiko  auf Null reduzieren, so der Experte.<\/p>\n<p><strong>Webcams auf dem Vulkan<\/strong><\/p>\n<p>Das hohe Interesse der Bev\u00f6lkerung an Naturgeschehnissen ist nicht  zuletzt durch die M\u00f6glichkeiten neuer Medien gestiegen. So zeigen etwa  Webcams das Geschehen am Eyjafjalla-Vulkan (siehe: <a href=\"http:\/\/eldgos.mila.is\/eyjafjallajokull-fra-valahnjuk\/\" target=\"_blank\">http:\/\/eldgos.mila.is\/eyjafjallajokull-fra-valahnjuk\/<\/a> ), auch die Aschewolke kann aktuell mitverfolgt werden (siehe: <a href=\"http:\/\/www.metoffice.gov.uk\/aviation\/vaac\/vaacuk_vag.html\" target=\"_blank\">http:\/\/www.metoffice.gov.uk\/aviation\/vaac\/vaacuk_vag.html<\/a>).  F\u00fcr L\u00fchr geh\u00f6ren diese Informationen zur Popul\u00e4rwissenschaft.  &#8222;Landschaftsbilder mit Wolken geben Menschen einen ersten Eindruck von  der Situation vor Ort. Um diese jedoch qualitativ beurteilen zu k\u00f6nnen,  fehlen einerseits die Ma\u00dfst\u00e4be, andererseits braucht es Wissen um  Systeme und Zusammenh\u00e4nge&#8220;, so der Experte.<\/p>\n<p>Die wichtigsten Quellen f\u00fcr Wissenschaftler sind hingegen Netzwerke  der eigenen Community. &#8222;Im aktuellen Fall liefert ein von Vulkanologen  gef\u00fctterter US-Server die Daten, die in einem Newsletter mit knappen  Informationen, Hintergrundgeschichten und Links an die weltweite  Community gelangen.&#8220; Tagesaktuell sei etwa die Nachricht \u00fcber gestiegene  Tremor-Aktivit\u00e4ten des Eyjafjallas eingegangen. &#8222;Das hei\u00dft, dass der  Massentransport gestiegen ist oder sich die Aufstiegspfade ge\u00e4ndert  haben k\u00f6nnten. Der Versender dieser Nachrichten will in diesem Fall  selbst wissen, wie diese Daten zu interpretieren sind und wartet auf  Kommentare der internationalen Kollegen&#8220;, erkl\u00e4rt L\u00fchr.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Etliche Vulkanstorys haben die Grenzen der Wissenschaft \u00fcberschritten (Foto: Wikimedia Commons) Potsdam (pte\/19.04.2010\/12:40) &#8211; Der Ausbruch des Eyjafjalla-Vulkans hat am<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","footnotes":""},"categories":[20],"tags":[],"class_list":["post-14284","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-besondere-neuigkeiten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14284","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14284"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14284\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14284"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14284"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14284"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}