{"id":146440,"date":"2014-08-27T10:10:02","date_gmt":"2014-08-27T10:10:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/2014\/08\/bka-erpressung-und-sabotage-im-internet-nehmen-zu\/"},"modified":"2014-08-27T10:10:02","modified_gmt":"2014-08-27T10:10:02","slug":"bka-erpressung-und-sabotage-im-internet-nehmen-zu","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/bka-erpressung-und-sabotage-im-internet-nehmen-zu\/","title":{"rendered":"BKA: Erpressung und Sabotage im Internet nehmen zu"},"content":{"rendered":"<p>Wiesbaden (ots) &#8211; Phishing-F\u00e4lle steigen laut &#8222;Lagebild  Cybercrime&#8220; des BKA deutlich an\/BITKOM-Umfrage: Computer-Viren bei 40 Prozent der Internetnutzer\/Fast ein Drittel aller Unternehmen  verzeichnen Angriffe auf ihre IT-Systeme     Berlin, 27. August 2014 Die F\u00e4lle von Computer- und  Internetkriminalit\u00e4t nehmen weiter zu.<!--more--> Das zeigen das &#8222;Lagebild  Cybercrime&#8220; des Bundeskriminalamtes (BKA) und aktuelle Umfragen des  Hightech-Verbands BITKOM. Einen deutlichen Anstieg der amtlich  gemeldeten F\u00e4lle gab es im Jahr 2013 bei der Computer-Sabotage und  der Erpressung von Internetnutzern. Nach einem vor\u00fcbergehenden  R\u00fcckgang erlebt das Phishing mit immer raffinierteren Methoden ein  Comeback. &#8222;Die Cyberkriminellen reagieren professionell und flexibel  auf neue Sicherheitsstandards und passen ihre Methoden schnell den  ge\u00e4nderten Rahmenbedingungen an. Das Gef\u00e4hrdungspotential f\u00fcr jeden  Internetnutzer bleibt daher weiterhin hoch&#8220;, sagte BKA-Pr\u00e4sident J\u00f6rg Ziercke. Nach einer repr\u00e4sentativen BITKOM-Umfrage unter 1.000  Internetnutzern in Deutschland sind mit 55 Prozent mehr als die  H\u00e4lfte in den vergangenen 12 Monaten Opfer von Cybercrime geworden.  Das entspricht rund 29 Millionen Betroffenen. &#8222;Cyberkriminalit\u00e4t kann jeden treffen&#8220;, sagte BITKOM-Pr\u00e4sident Prof. Dieter Kempf. Dagegen  m\u00fcssten Staat und Internetwirtschaft gemeinsam vorgehen. Kempf:  &#8222;Internetnutzer k\u00f6nnen sich gut sch\u00fctzen, wenn sie die Gefahren  kennen und sich achtsam verhalten.&#8220;     Zwar verzeichnet die Polizeiliche Kriminalstatistik f\u00fcr 2013 mit  insgesamt 64.426 F\u00e4llen von Cybercrime lediglich eine Steigerung von  rund 1 Prozent gegen\u00fcber dem Vorjahr (63.959). Polizeiliche  Ermittlungen und verschiedene Studien weisen jedoch auf ein gro\u00dfes  Dunkelfeld hin. Bei einzelnen Deliktsformen sind deutliche Anstiege  bei den Fallzahlen zu verzeichnen: in den Bereichen &#8222;F\u00e4lschung  beweiserheblicher Daten, T\u00e4uschung im Rechtsverkehr bei  Datenverarbeitung&#8220; eine Steigerung von 15 Prozent auf 9.779  Straftaten sowie bei der &#8222;Datenver\u00e4nderung\/Computersabotage&#8220; ein  Anstieg um 18 Prozent auf 12.766 Straftaten. Auch beim Phishing im  Zusammenhang mit Onlinebanking, der wohl bekanntesten Variante des  digitalen Identit\u00e4tsdiebstahls, gab es erhebliche Anstiege. F\u00fcr 2013  wurden dem Bundeskriminalamt 4.096 Phishing-Sachverhalte gemeldet.  Das entspricht einer Zunahme der Fallzahlen um rund 19 Prozent im  Vergleich zum Vorjahr. Nachdem 2012 durch verschiedene  Schutzma\u00dfnahmen der Kreditinstitute, wie beispielsweise die  Einf\u00fchrung des mTAN-Verfahrens, die Sicherheitsstandards beim  Onlinebanking erh\u00f6ht wurden, haben nach Feststellung des  Bundeskriminalamtes die T\u00e4ter reagiert und neue Schadsoftware und  Vorgehensweisen entwickelt, um diese zu \u00fcberwinden. Auff\u00e4llig ist  au\u00dferdem die Zunahme der Delikte, bei denen das Bundeskriminalamt das Internet als Tatmittel registrierte. 2013 wurden hier 257.486 F\u00e4lle  gemeldet und damit rund 12 Prozent mehr als im Vorjahr.     Nach den Ergebnissen der BITKOM-Umfrage wurden bei 40 Prozent der  befragten Internetnutzer in den letzten 12 Monaten die Computer mit  Schadprogrammen infiziert. Knapp ein F\u00fcnftel (19 Prozent) gibt an,  dass ihre Zugangsdaten zu Internetdiensten ausspioniert wurden. Bei  16 Prozent sind im Namen der Nutzer bzw. von ihrem Account illegal  E-Mails versendet worden. 14 Prozent wurden von einem  Gesch\u00e4ftspartner betrogen, zum Beispiel beim Online-Shopping oder bei einer Auktion. &#8222;Die Sorge vor Cyberkriminalit\u00e4t f\u00fchrt dazu, dass  viele Verbraucher auf die Nutzung bestimmter Online-Dienste  verzichten&#8220;, sagte Kempf. Laut Umfrage verschicken 47 Prozent  vertrauliche Dokumente nicht mehr per E-Mail, fast ein Drittel (29  Prozent) verzichtet auf Online-Banking und ein Viertel (24 Prozent)  auf das Einkaufen im Internet. Ebenfalls ein Viertel macht einen  Bogen um soziale Netzwerke, ein F\u00fcnftel (21 Prozent) nutzt keine  Cloud-Dienste und 17 Prozent buchen weder Reisen noch Mietwagen im  Netz. Kempf: &#8222;Das sind alarmierende Zahlen, weil dieser Trend die  digitale Entwicklung bremst.&#8220;     BKA-Pr\u00e4sident J\u00f6rg Ziercke: &#8222;Im digitalen Zeitalter ist das Leben  ohne Internet nicht mehr vorstellbar. Der Diebstahl von Millionen von E-Mail Adressen ist keine Seltenheit und verdeutlicht das hohe  Schadenspotenzial im Ph\u00e4nomenbereich Cybercrime. Den T\u00e4tern bieten  sich unz\u00e4hlige potenzielle Opfer und Angriffspunkte weltweit. Damit  das Internet kein strafverfolgungsfreier Raum ist, brauchen die  Strafverfolgungsbeh\u00f6rden geeignete rechtliche Grundlagen und  zeitgem\u00e4\u00dfe Instrumente, um den Cyberkriminellen wirksam  entgegenzutreten. Nur so k\u00f6nnen wir langfristig das Vertrauen in das  Internet st\u00e4rken und seine Vorteile erhalten&#8220;.     Zu ihrem eigenen Schutz sind die Computer nahezu aller  Internetnutzer mit Virenschutzprogrammen und Firewalls ausgestattet.  Aus der Nische kommen Verschl\u00fcsselungssysteme, die den Zugriff auf  pers\u00f6nliche Daten unterbinden. Laut der BITKOM-Umfrage verschl\u00fcsseln  immerhin 16 Prozent der Internetnutzer E-Mails und 15 Prozent  Dateien. Zum Vergleich: Vor einem Jahr verschl\u00fcsselten erst 6 Prozent E-Mails und 8 Prozent Dateien. 16 Prozent geben an, dass sie mit  Anonymisierungsdiensten wie Tor im Internet surfen (Vorjahr: 11  Prozent). &#8222;Die st\u00e4rkere Nutzung von Diensten zur Verschl\u00fcsselung und  Anonymisierung ist eine direkte Folge der Abh\u00f6raff\u00e4re&#8220;, sagte Kempf.  Allerdings sind die technischen H\u00fcrden hoch. 61 Prozent derjenigen,  die keine Verschl\u00fcsselung nutzen, geben als Begr\u00fcndung an, dass sie  sich damit nicht auskennen. 54 Prozent nennen als Grund f\u00fcr ihren  Verzicht, dass ihre Kommunikationspartner ebenfalls keine  Verschl\u00fcsselung einsetzen. Einem Drittel ist die Nutzung schlicht zu  aufw\u00e4ndig.     Zunehmend im Fokus steht das Problem der Wirtschaftsspionage.  &#8222;Insbesondere der hoch spezialisierte deutsche Mittelstand mit seinen vielen hidden champions in den Bereichen Maschinenbau, Elektrotechnik oder Fahrzeugbau ist ein beliebtes Angriffsziel&#8220;, sagte Kempf. Nach  einer BITKOM-Umfrage vom Jahresanfang verzeichneten 30 Prozent der  Unternehmen ab 20 Mitarbeitern in den vergangenen zwei Jahren  IT-Sicherheitsvorf\u00e4lle. Kleinere und mittlere Unternehmen mit 20 bis  499 Mitarbeitern sind mit einem Anteil von 31 Prozent deutlich  st\u00e4rker betroffen. Bei den gro\u00dfen Unternehmen ab 500 Mitarbeitern  sind es nur 11 Prozent. &#8222;Die meisten IT-Sicherheitsvorf\u00e4lle werden  &#8218;vor Ort&#8216; verursacht&#8220;, sagte Kempf. 58 Prozent der attackierten  Unternehmen sagen, dass die St\u00f6rungen von eigenen oder externen  Mitarbeitern verursacht wurden. &#8222;In der Regel kennen sich Innent\u00e4ter  mit den Gegebenheiten in den Betrieben gut aus und stehlen gezielt  bestimmte Datens\u00e4tze oder schleusen Schadprogramme in die IT-Systeme  ein&#8220;, sagte Kempf. Dar\u00fcber hinaus berichtet fast ein Drittel (30  Prozent) der Unternehmen, dass Angriffe auf ihre IT-Systeme \u00fcber das  Internet erfolgt sind. Hierzu z\u00e4hlen Denial-of-Service-Attacken oder  gezielte Einbr\u00fcche in die IT-Systeme \u00fcber das Internet.     Nach Einsch\u00e4tzung des BKA hat sich auch die digitale Erpressung  weiter ausgebreitet, insbesondere in der Auspr\u00e4gung von Forderungen  nach &#8222;digitalem L\u00f6segeld&#8220;. Allein f\u00fcr das Jahr 2013 registrierte das  Bundeskriminalamt 6.754 F\u00e4lle von digitaler Erpressung unter Einsatz  so genannter Ransomware, von der weltweit unterschiedlichste  Versionen im Umlauf sind. Neben der Erpressung von Privatpersonen  existieren mittlerweile auch Varianten von Ransomware, die auf die  Infektion von Server-Systemen ausgelegt sind und somit auch eine  Gefahr f\u00fcr klein- oder mittelst\u00e4ndische Betriebe darstellen k\u00f6nnen.  BKA-Pr\u00e4sident J\u00f6rg Ziercke: &#8222;Unternehmen, staatliche Stellen oder  auch Privatpersonen &#8211; jeder kann Opfer von Cybercrime werden. Die  Bek\u00e4mpfung von Cybercrime ist daher als ganzheitlicher Ansatz, das  hei\u00dft im Schulterschluss von Strafverfolgungsbeh\u00f6rden, Wissenschaft  und der Privatwirtschaft, zu verstehen und muss sowohl im nationalen  als auch im internationalen Verbund intensiviert werden.  Cyberkriminelle handeln global, nationale Grenzen spielen keine  Rolle. Auch wenn Tatorte und Aufenthaltsorte der T\u00e4ter auf  verschiedenen Kontinenten liegen: Per Mausklick k\u00f6nnen zugleich  tausende von Internetnutzern weltweit Opfer werden.&#8220;     Das &#8222;Bundeslagebild Cybercrime 2013&#8220; des BKA steht im Internet zum Download bereit unter www.bka.de. Weitere Informationen zum Thema  Sicherheit und Datenschutz finden Nutzer bei der Initiative  &#8222;Deutschland sicher im Netz&#8220; unter www.sicher-im-netz.de, beim  Bundesamt f\u00fcr Sicherheit in der Informationstechnik unter  www.bsi-fuer-buerger.de, beim BITKOM unter www.bitkom-datenschutz.de  oder bei den Verbraucherzentralen unter  www.vzbv.de\/Digitale_Welt.htm.     R\u00fcckfragen bitte an:  Bundeskriminalamt Pressestelle   Telefon: 0611-551 3083 Fax: 0611-551 2323 www.bka.de<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.presseportal.de\/polizeipresse\/pm\/7\/2816488\/bka-erpressung-und-sabotage-im-internet-nehmen-zu\/api\" target=\"_blank\">presseportal.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wiesbaden (ots) &#8211; Phishing-F\u00e4lle steigen laut &#8222;Lagebild Cybercrime&#8220; des BKA deutlich an\/BITKOM-Umfrage: Computer-Viren bei 40 Prozent der Internetnutzer\/Fast ein Drittel<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","footnotes":""},"categories":[20],"tags":[],"class_list":["post-146440","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-besondere-neuigkeiten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/146440","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=146440"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/146440\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=146440"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=146440"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=146440"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}