{"id":150605,"date":"2014-10-10T22:55:00","date_gmt":"2014-10-10T20:55:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/?p=150605"},"modified":"2014-10-12T18:40:36","modified_gmt":"2014-10-12T16:40:36","slug":"protokoll-von-der-matinee-engel-und-daemonen-im-luebecker-salon-utopia","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/protokoll-von-der-matinee-engel-und-daemonen-im-luebecker-salon-utopia\/","title":{"rendered":"Protokoll von der Matinee &#8222;Engel und D\u00e4monen&#8220; im L\u00fcbecker Salon Utopia"},"content":{"rendered":"<div><a href=\"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/tbf211010_Lutz-Gallinat_Freywald_004a.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright  wp-image-27909\" src=\"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/tbf211010_Lutz-Gallinat_Freywald_004a-213x320.jpg\" alt=\"tbf211010_Lutz Gallinat_Freywald_004a\" width=\"127\" height=\"191\" srcset=\"https:\/\/hier-luebeck.de\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/tbf211010_Lutz-Gallinat_Freywald_004a-213x320.jpg 213w, https:\/\/hier-luebeck.de\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/tbf211010_Lutz-Gallinat_Freywald_004a-226x340.jpg 226w, https:\/\/hier-luebeck.de\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/tbf211010_Lutz-Gallinat_Freywald_004a.jpg 233w\" sizes=\"auto, (max-width: 127px) 100vw, 127px\" \/><\/a>Zun\u00e4chst \u00e4u\u00dferte sich Johannes Dahl zur Etymologie des Wortes &#8222;Engel&#8220;. Es stamme urspr\u00fcnglich aus dem Altindischen, Persischen und Neugriechischen, wobei die Verbindung der indogermanischen Sprachen deutlich werde. Engel bedeute Bote , Sendbote oder G\u00f6tterbote. Seit dem Neuen Testament sei dieser Begriff christlich aufgeladen,<\/div>\n<div>Das Wort &#8222;D\u00e4monen&#8220; rufe bildliche Assoziationen wie Gespenstisches, Gruseliges und Dunkles hervor. Es erscheine insoweit als negativ besetzt. Das Wort sei aber von seiner urspr\u00fcnglichen Bedeutung neutral. Entscheidend sei die Vorsilbe &#8222;d\u00e4&#8220;. Griechisch laute der Begriff &#8222;daimon&#8220;, lateinisch daemones.<!--more--> Im Altgriechischen bedeute das Wort Zuteiler. D\u00e4monen haben etwas mit Teilen, Schneiden und Zuteilen zu tun. Die D\u00e4monen w\u00fcrden gutes oder b\u00f6ses Schicksal zuteilen. Sie w\u00fcrden auch als Hausgeister, Schutzgeister und Schutzheilige angesehen. Seit dem 16.Jahrhundert wurde der Begriff im Sinne der der christlich-lutherischen \u00dcberlieferung nur in teuflischer Weise verwendet. Im Germanischen repr\u00e4sentiere es die Bedeutung &#8222;Zeit&#8220;. Es bedeute auch Abschnitt, Teil und Abteilung. Diese Bedeutung wurde auch von Forschern anerkannt. Die D\u00e4monen teilten auch die Lebenszeit zu.<\/div>\n<p>Dr. Bernd Bornemann wies zun\u00e4chst auf die Bedeutung der Rakshasas im altindischen Sanskrit hin. Es handele sich dabei um die &#8222;Besch\u00e4digten&#8220;. In der Mythologie seien es die Feinde der Menschen. Rakshasas bedeute auch &#8222;von den Weisen abstammend&#8220;. Sie seien mit den Vampiren in unserem Kulturkreis vergleichbar. Einige der D\u00e4monen unterst\u00fctzten aber auch das Gute. Apsaras seien halbmenschliche, halbg\u00f6ttliche Frauen und sp\u00e4ter im Buddhismus von Brahma pers\u00f6nlich geschaffene Hofdamen. Im Palast des Gottes Indrah seien es sehr himmlische T\u00e4nzerinnen gewesen, die in Angkor zur Unterhaltung der G\u00f6tter gedient h\u00e4tten.\u00a0 In Kambodscha habe\u00a0 es Reliefs von tanzenden Apsaras in den Tempeln gegeben,\u00a0 die mit unseren Engeln in etwa vergleichbar seien.\u00a0 Der Erzengel Michael sei auf einem Bild als Drachent\u00f6ter gezeigt worden. Judentum und Christentum wurzelten in der Engeldarstellung. Michael sei ein Bezwinger Satans, er habe Satan auf die Erde gest\u00fcrzt. Auch im Koran tauche der Engel auf. Michael sei in drei Religionen zu finden.<\/p>\n<div>Dr, Bernd Bornemann wies auch auf folgende B\u00fccher hin: &#8222;Ahasver&#8220; von Stefan Heym, &#8222;Der Kampf mit dem D\u00e4mon&#8220; von Stefan Zweig, &#8222;Das Reich der niederen D\u00e4monen&#8220; von Ernst Nikisch und &#8222;Die Welle ist das Meer&#8220; &#8211; &#8222;Mystische Spiritualit\u00e4t&#8220; von Williges J\u00e4ger, erschienen bei Herder Spektrum, Freiburg im Breisgau, 2000.<\/div>\n<div>Das Buch &#8222;Macht ohne Moral&#8220; des spanischen Philosophen Heleno Sana handele von Projektionen des B\u00f6sen. George Bush sei der gr\u00f6\u00dfte Fundamentalist gewesen.<\/div>\n<div>Hauptanliegen sei es gewesen, das D\u00e4monische herauszugreifen. Es sei eine Heilung durch morphogenetische Felder, Liebe und Energie m\u00f6glich. Die heilenden Kr\u00e4fte k\u00f6nnten aufgrund der morphogenetischen Felder Helfer sein. Auch Gebete k\u00f6nnten helfen. Die w\u00f6rtliche \u00dcbersetzung des griechischen Wortes &#8222;D\u00e4monen&#8220; bedeute abgespalten. Es handele sich bei den D\u00e4monen um unsere Schatten , dem Licht abgewandte Seite unseres Bewusstseins, um unser Bewusstsein, unsere \u00c4ngste oder Depressionen unterschiedlicher Herkunft, abgespalten von unserem Bewusstsein. Es sei die neurotische oder kranke, aufgew\u00fchlte Seite unserer Seele. Die D\u00e4monen seien Teil unserer Seele, wir w\u00fcrden sie nicht los, wenn wir sie zu bek\u00e4mpfen versuchten. Die D\u00e4monen neigten dazu, dass man sie nach au\u00dfen projiziere, dass man andere wie z.B. Juden, Heiden, Nationalsozialisten oder Ausl\u00e4nder verteufelten. Die anderen seien die Schlechten und B\u00f6sen. Auch die Terroristen erschienen als die Verk\u00f6rperung desselben. Es sei Aufgabe und Ziel, diese Projektionen zur\u00fcckzunehmen und das B\u00f6se und das negative in uns selbst zu erkennen.<\/div>\n<div>Dr. Bernd Bornemann rezitierte dann einf\u00fchlsam und nuanciert das vers\u00f6hnende Gedicht &#8222;Rettung meines Schutzengels&#8220;. Es sei ein Beweis f\u00fcr die guten Seiten des Menschen.<\/div>\n<div>Christa von Koenen rezitierte dann einf\u00fchlsam, nuanciert und akzentuiert das &#8222;Engelslied&#8220; aus Rainer Maria Rilkes Gedichtband &#8222;Mir zur Feier&#8220;, das sie auch kenntnisreich und beherzt interpretierte.<\/div>\n<div>Lutz Gallinat gab dann eine kurze Einf\u00fchrung in das Leben und Werk Rainer Maria Rilkes.<\/div>\n<div>Rainer (Rene) wurde am 4.12.1875 in Prag geboren und starb am 29.12.1926 in Val Mont bei Montreux.<\/div>\n<div>Er vollzog unter Einfluss Rodins mit den &#8222;Neuen Gedichten&#8220; die Wendung vom Verschwommen-Gef\u00fchlvollen zum pr\u00e4zisen objektiv-gestalthaften Dinggedicht mit v\u00f6lliger Preisgabe des lyrischen Ichs an die aus ihrem Wesen heraus erfassten Dinge und gelangte nach einer schweren seelischen Krise in der Begegnung mit der Existenzphilosophie kierkegaards und der Aufgabe seines bisher geborgenen, gotterf\u00fcllten Weltbildes, deren Niederschlag &#8222;Malte Laurids Brigge&#8220; darstellt, in der k\u00fchnen, harten freirhythmischen Form der stark gedanklich \u00fcberh\u00f6hten &#8222;Duineser Elegien&#8220; und der &#8222;Sonette an Orpheus&#8220; als Gipfel seines Schaffens, Verarbeitung und \u00dcberwindung der Existenzproblematik des 20.Jahrhunderts zu einem neuen, positiven Weltbild.<\/div>\n<div>Durch seine hervorragende Sprach- und Formbegabung meisterhafter \u00dcbersetzer: L.labe, Michelangelo, E.Barrett-Browning, Mallarme, Verlaine, A.Gide, P.Valery, jacobsen u.a. Er schrieb auch Lyrik in franz\u00f6sischer Sprache.<\/div>\n<div>Die Texte aus &#8222;Mir zur Feier&#8220; stehen unter dem Einfluss Jacobsens. Mit den Komplexen Ich, Ding, Gott und Wort (Sprache) kommt Rilke zu seinem eigentlichen Thema. In den Engelsliedern&#8220; wird die sp\u00e4ter so entscheidende Gestalt des Engels pr\u00e4formiert, wenn ihr auch hier noch Aspekte des kindlichen Schutzengels anhaften. Die Gestalten der M\u00e4dchen verk\u00f6rpern &#8222;Formen des rinnenden Lebens&#8220;, &#8222;Sehnsucht und Erwartung&#8220;. In ihrer Uneindeutigkeit zwischen Kind und Frau spiegeln sie Rilkes \u00dcbergang zu dichterischer Selbst\u00e4ndigkeit. Die pantheistischen Verse aus &#8222;Im All-Einen&#8220; schlie\u00dflich leiten zu Rilkes erster gro\u00dfer Leistung \u00fcber, dem &#8222;Stundenbuch&#8220;.<\/div>\n<div>Der Lyrikband &#8222;Mir zur Feier&#8220; ist gepr\u00e4gt durch prezi\u00f6se Formkunst im Stil des dekadenten Fin de siecle von stimmungsvoller, konturloser Sehnsucht und Schwermut, er ist auch Ausdruck melodisch-tr\u00e4umerischer, bilderreicher, doch unverbindlich-neuromantischer Stimmung in virtuoser Sprache mit Vorliebe f\u00fcr das Engagement.<\/div>\n<div>Die Reihe &#8222;Engel und D\u00e4monen&#8220; wird mit einer Matinee am Sonntag, dem 9.November 2014, um 11.00 Uhr\u00a0 im &#8222;Salon Utopia&#8220; fortgesetzt. Johannes Dahl wird dann \u00fcber das Werk des spanischen Philosophen Heleno Sana sprechen. Dr. Bernd Bornemann wird \u00fcber Engel in der Kunst referieren. Lutz Gallinat wird \u00fcber den Engelsbegriff bei Stefan George und Walter Benjamin und \u00fcber &#8222;Die D\u00e4monen&#8220; von Fedor Michajlovic Dostoevskij sprechen.<\/div>\n<div>Lutz Gallinat<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zun\u00e4chst \u00e4u\u00dferte sich Johannes Dahl zur Etymologie des Wortes &#8222;Engel&#8220;. Es stamme urspr\u00fcnglich aus dem Altindischen, Persischen und Neugriechischen, wobei<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","footnotes":""},"categories":[13],"tags":[14763],"class_list":["post-150605","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-veranstaltungen","tag-protokoll-von-der-matinee-engel-und-daemonen-im-luebecker-salon-utopia"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/150605","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=150605"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/150605\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":150731,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/150605\/revisions\/150731"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=150605"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=150605"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=150605"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}