{"id":15332,"date":"2010-05-12T19:59:39","date_gmt":"2010-05-12T17:59:39","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/?p=15332"},"modified":"2010-05-12T19:59:39","modified_gmt":"2010-05-12T17:59:39","slug":"bka-veroffentlichung-der-neuesten-lagedaten-zur-informations-und-kommunikationskriminalitat-anlasslich-der-wirtschaftskonferenz-2010-von-bka-und-bsi-zum-thema-cybercrime-eine-globale-gefahr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/bka-veroffentlichung-der-neuesten-lagedaten-zur-informations-und-kommunikationskriminalitat-anlasslich-der-wirtschaftskonferenz-2010-von-bka-und-bsi-zum-thema-cybercrime-eine-globale-gefahr\/","title":{"rendered":"BKA: Ver\u00f6ffentlichung der neuesten Lagedaten zur Informations- und Kommunikationskriminalit\u00e4t anl\u00e4sslich der Wirtschaftskonferenz 2010 von BKA und BSI zum Thema &#8222;Cybercrime &#8211; eine globale Gefahr?&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>Wiesbaden (ots) &#8211; &#8222;Cybercrime &#8211; eine globale Gefahr?&#8220; lautet das Thema der Wirtschaftskonferenz, die heute in Berlin stattfindet. Die Veranstaltung ist die f\u00fcnfte ihrer Art und wird in diesem Jahr gemeinsam vom Bundeskriminalamt (BKA) und dem Bundesamt f\u00fcr Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) durchgef\u00fchrt. An der Konferenz nehmen Vertreter der Sicherheitsbeh\u00f6rden von Bund und L\u00e4ndern und der Wirtschaft teil mit dem Ziel, sich \u00fcber die neuesten Erscheinungsformen der Informations- und Kommunikationskriminalit\u00e4t sowie darauf aufbauende Bek\u00e4mpfungskonzepte auszutauschen.<!--more--><\/p>\n<p>BKA-Pr\u00e4sident J\u00f6rg Ziercke: Die rasante technologische Entwicklung hat die Erscheinungsformen von Kriminalit\u00e4t sowie Tat- und T\u00e4tertypologien nachhaltig beeinflusst. Neuartige Kriminalit\u00e4tsph\u00e4nomene ersetzen zunehmend klassische Deliktsformen. In fast allen Kriminalit\u00e4tsbereichen bedienen sich die T\u00e4ter modernster Technik und nutzen das Internet als Tatmittel. Dabei f\u00fchrt an einer ganzheitlichen Bek\u00e4mpfungsstrategie kein Weg vorbei. Neben einem konsequenten beh\u00f6rden\u00fcbergreifenden operativen Handeln brauchen wir zur Bek\u00e4mpfung dieses Kriminalit\u00e4tsph\u00e4nomens den Erfahrungsaustausch mit der Wirtschaft. Die Zusammenarbeit mit Wirtschaftsunternehmen ist unverzichtbar.&#8220; Im Jahr 2009 stiegen die F\u00e4lle der IuK-Kriminalit\u00e4t im engeren Sinne um rund 33 Prozent (+12.354 F\u00e4lle) auf 50.254 F\u00e4lle an. Dabei sind die F\u00e4lle des &#8222;Computerbetruges&#8220; (z.B. Online-Betrug in eCommerce-Portalen oder das sog. &#8222;Phishing&#8220; im Zusammenhang mit Onlinebanking) mit einem Anteil von 46 Prozent (22.963 F\u00e4lle) wie in den Jahren zuvor die mit Abstand gr\u00f6\u00dfte Straftatengruppe &#8211; das Fallaufkommen ist alleine in diesem Bereich gegen\u00fcber dem Vorjahr um 35 Prozent gestiegen. Auch beim &#8222;Aussp\u00e4hen\/Abfangen von Daten&#8220; wurden im vergangenen Jahr 11.491 Straftaten erfasst (2008: 7.727 &#8211; ein Anstieg um 48,7 Prozent); bei &#8222;Betrug mit Zugangsberechtigungen zu Kommunikationsdiensten&#8220; waren es 7.205 F\u00e4lle (2008: 5.244 &#8211; ein Anstieg um 37,4 Prozent), gefolgt von &#8222;Datenf\u00e4lschung, T\u00e4uschung im Rechtsverkehr bei Datenverarbeitung&#8220; mit 6.319 Delikten (2008: 5.716 &#8211; ein Anstieg um 10,6 Prozent) und &#8222;Datenver\u00e4nderung\/Computersabotage&#8220; mit 2.276 Delikten (2008: 2.207 &#8211; ein Anstieg um 3,1 Prozent).<\/p>\n<p>F\u00fcr das Jahr 2009 wurden dem BKA \u00fcber den sog. Kriminalpolizeilichen Meldedienst 2.923 F\u00e4lle im Ph\u00e4nomenbereich des &#8222;Phishings beim Onlinebanking&#8220; gemeldet &#8211; ein Anstieg um mehr als 64 Prozent im Vergleich zum Jahr 2008 (1.778 F\u00e4lle). Die<br \/>\ndurchschnittliche Schadenssumme betrug 2009 dabei etwa 4.000 Euro pro Fall. Dar\u00fcber hinaus wurden 2009 weitere F\u00e4lle des &#8222;digitalen Identit\u00e4tsdiebstahls&#8220; festgestellt: 53 F\u00e4lle von &#8222;Carding&#8220; (Aussp\u00e4hen oder Entwendung von<br \/>\nKreditkartendaten); 617 F\u00e4lle von &#8222;Account-Takeovers&#8220; (Aussp\u00e4hen von Zugangsdaten) und 3.207 F\u00e4lle der missbr\u00e4uchlichen Nutzung von Accounts von Telekommunikationsdiensten (Aussp\u00e4hung und anschlie\u00dfende missbr\u00e4uchliche Nutzung von Zugangsdaten zu Telefonanschl\u00fcssen).<\/p>\n<p>Insgesamt wurden somit im Jahr 2009 insgesamt 6.800 F\u00e4lle des &#8222;digitalen Identit\u00e4tsdiebstahls&#8220; festgestellt.<\/p>\n<p>Generell ist in diesem Deliktsbereich von einem erheblichen Dunkelfeld auszugehen &#8211; zum einen bedingt durch die Tatsache, dass die Straftat (Eindringen in den Rechner) vom Gesch\u00e4digten gar nicht erkannt wird; zum anderen dadurch, dass die erkannte Straftat vom Gesch\u00e4digten (h\u00e4ufig ein Unternehmen) nicht angezeigt wird, weil eine Rufsch\u00e4digung bef\u00fcrchtet wird.<\/p>\n<p>Das Gef\u00e4hrdungs- und Schadenspotenzial der IuK-Kriminalit\u00e4t ist unver\u00e4ndert hoch. Hinter den Angriffen stehen h\u00e4ufig kriminelle Netzwerke und Organisationen. Diese arbeiten hochprofessionell mit Hackern und Virenautoren \u00fcber Staatengrenzen hinweg zusammen und verf\u00fcgen somit \u00fcber entsprechende Schadprogramme sowie die Infrastruktur zur Begehung von Straftaten im Internet. Die IuK-Kriminalit\u00e4t ist durch eine besondere Dynamik gekennzeichnet, da sich die T\u00e4ter ver\u00e4nderten technischen Gegebenheiten sehr schnell anpassen und enorme Innovationsf\u00e4higkeiten zeigen.<\/p>\n<p>Qualit\u00e4t und Quantit\u00e4t der Cyber-Angriffe nimmt zu<\/p>\n<p>&#8222;Cyber-Angriffe haben eine neue Dimension der Gef\u00e4hrdung erreicht &#8211; und zwar in Quantit\u00e4t und Qualit\u00e4t&#8220;, sagte BSI-Pr\u00e4sident Michael Hange auf der Konferenz. Die Anzahl der Schadprogramme im Internet nimmt nach Erkenntnissen des BSI rapide zu: Etwa alle zwei Sekunden entsteht eine neue Variante eines Schadprogramms, die heute im Stil eines Baukastensystems industriell gefertigt werden. Gleichzeitig lassen sich immer intelligentere Angriffstechniken und einzelne, sehr ausgereifte Schadprogramme beobachten, die \u00fcber eine weitreichende Angriffsfunktionalit\u00e4t verf\u00fcgen.<\/p>\n<p>Die Ursache f\u00fcr die Gef\u00e4hrdung sei unter anderem in der hohen Professionalisierung der Angreifer zu suchen, so Hange: &#8222;Der typische Cyberkriminelle ist heute kein Einzelt\u00e4ter mehr, sondern geh\u00f6rt zu einem arbeitsteilig organisierten Netzwerk mit einer Wertsch\u00f6pfungskette, die von der Suche nach Schwachstellen \u00fcber die Erstellung von Schadsoftware bis zum Handel mit gestohlenen Daten reicht.&#8220;<\/p>\n<p>Die zunehmende Vernetzung von \u00f6ffentlicher Verwaltung, Wirtschaft und B\u00fcrgern werde von Cyber-Kriminellen f\u00fcr Angriffe ausgenutzt. Umso wichtiger sei ein kooperativer Ansatz in der IT-Sicherheit, der alle Beteiligten mit einbeziehe, sagte Hange. Das BSI sehe seine Aufgabe in diesem Zusammenhang nicht nur im Schutz der Regierungsnetze, sondern auch in der Bereitstellung von Angeboten f\u00fcr Unternehmen und B\u00fcrger zur St\u00e4rkung ihrer IT-Sicherheit.<\/p>\n<p>Der eco Verband der deutschen Internetwirtschaft setzt beispielsweise mit Unterst\u00fctzung des BSI eine Anti-Botnetz-Initiative um. Im Rahmen der Initiative werden k\u00fcnftig Kunden der teilnehmenden Internet Service Provider, deren PC ohne ihr Wissen Teil eines Bot-Netzes wurde, von ihrem Provider hier\u00fcber informiert und erhalten zugleich kompetente Unterst\u00fctzung bei Beseitigung der Schadsoftware. F\u00fcr Unternehmen bietet der IT-Grundschutz modellhafte und praxisorientierte Hilfestellung, um die Informationssicherheit  zu erh\u00f6hen.<\/p>\n<p>Weitere Einzelheiten zum Thema &#8222;IuK-Kriminalit\u00e4t&#8220; finden Sie auf der Homepage des BKA &#8222;www.bka.de&#8220; unter Berichte und Statistiken \/ Kriminalit\u00e4tslage. Informationen des BSI finden Sie unter https:\/\/www.bsi.bund.de.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wiesbaden (ots) &#8211; &#8222;Cybercrime &#8211; eine globale Gefahr?&#8220; lautet das Thema der Wirtschaftskonferenz, die heute in Berlin stattfindet. 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