{"id":153949,"date":"2014-11-14T08:34:39","date_gmt":"2014-11-14T07:34:39","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/?p=153949"},"modified":"2014-11-14T08:34:39","modified_gmt":"2014-11-14T07:34:39","slug":"forschung-gegen-diabetes-macht-fortschritte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/forschung-gegen-diabetes-macht-fortschritte\/","title":{"rendered":"Forschung gegen Diabetes macht Fortschritte"},"content":{"rendered":"<p>Diabetes geh\u00f6rt mit etwa 6 Millionen Patienten und einer sehr hohen Dunkelziffer zu den am st\u00e4rksten verbreiteten Volkskrankheiten in Deutschland. Deshalb bildet die Erforschung von Diabetes einen Schwerpunkt in der Gesundheitsforschung des Bundesministeriums f\u00fcr Bildung und Forschung. <!--more-->Mit dem 2009 gegr\u00fcndeten Deutschen Zentrum f\u00fcr Diabetesforschung (DZD) ist es gelungen, Fortschritte bei Pr\u00e4vention und Heilung dieser Krankheit zu machen. &#8222;Mit dem Deutschen Zentrum f\u00fcr Diabetesforschung ist Deutschland weltweit Vorreiter. So ist es gelungen, Ergebnisse der Grundlagenforschung schneller in die Anwendung zu bringen und praktische Hilfe zu leisten&#8220;, sagte Bundesforschungsministerin Johanna Wanka anl\u00e4sslich des Welt-Diabetes-Tages am 14. November.<\/p>\n<p>Unter dem Dach oder in Kooperation mit dem DZD sind zahlreiche konkrete Erkenntnisse erzielt worden:<\/p>\n<p>&#8211; Der DIfE Deutscher Diabetes-Risiko-Test\u00c2\u00ae, entwickelt am Deutschen Institut f\u00fcr Ern\u00e4hrungsforschung Potsdam-Rehbr\u00fccke (DIfE), ist deutlich aussagekr\u00e4ftiger geworden. Der Fragebogen erlaubt eine Einsch\u00e4tzung des pers\u00f6nlichen Risikos, in den kommenden 5 Jahren an Typ-2-Diabetes zu erkranken und\u00a0 zeigt auch individuelle M\u00f6glichkeiten zur Senkung des Risikos und somit zu einer gezielten Vorsorge auf. Der Test ist abrufbar unter www.dzd-ev.de.<\/p>\n<p>&#8211; J\u00fcngste DZD-Forschungen zeigen, dass sich die Lebensweise der Eltern weitervererbt und es damit entscheidend auf Vorsorge ankommt. Am Helmholtz Zentrum M\u00fcnchen zeigten Studien, dass eine ver\u00e4nderte Genaktivit\u00e4t bedingt durch fettreiche Ern\u00e4hrung direkt auf die n\u00e4chste Generation vererbt wird &#8211; und zwar unabh\u00e4ngig von Schwangerschaft und Lebensstil in der Kindheit. Epigenetische Mechanismen spielen also bei der Entstehung von Typ-2-Diabetes eine gr\u00f6\u00dfere Rolle als bisher angenommen. Das vom Bund zu 90 Prozent finanzierte Helmholtz Zentrum M\u00fcnchen leistet als Partnereinrichtung des DZD erhebliche Beitr\u00e4ge zur Diabetesforschung.<\/p>\n<p>&#8211; Schwangerschaftsdiabetes kann nicht nur zu Komplikationen w\u00e4hrend der Schwangerschaft und Geburt f\u00fchren. Auch steigt das Risiko der Frau, an einem Typ-2-Diabetes zu erkranken. Jede zweite Mutter mit einem Schwangerschaftsdiabetes entwickelt innerhalb von zehn Jahren nach Entbindung einen Typ-2-Diabetes. J\u00fcngste Forschungen des Kompetenznetzes Diabetes mellitus zeigen, dass sich dieses Risiko deutlich reduzieren l\u00e4sst, und zwar um mehr als 40 Prozent &#8211; durch Stillen. Aktuell arbeiten die Forscher daran, welche Mechanismen genau f\u00fcr den sch\u00fctzenden Langzeiteffekt des Stillens verantwortlich sind. Das Forschungsministerium f\u00f6rdert das Kompetenznetz, das erfolgreich neue Wege zur Pr\u00e4vention, Fr\u00fcherkennung und Behandlung von Diabetes entwickelt, seit 2008. Das Kompetenznetz wird in Zukunft\u00a0 Teil des DZD.<\/p>\n<p>&#8211; Erfolgreich getestet wurde ein neuer medikament\u00f6ser Therapieansatz zur Behandlung der Fettlebererkrankung. Eine klinische Studie, die in Kooperation von DZD-Wissenschaftlern der Medizinischen Klinik IV in T\u00fcbingen, des Deutschen Diabetes-Zentrums in D\u00fcsseldorf und DIfE mit Kollegen der Medizinischen Universit\u00e4t Wien und der Firma F. Hoffmann-La Roche durchgef\u00fchrt wurde, ergab eine Senkung des Fettgehaltes. Da nicht jeder Mensch gleich gut von mehr Sport und ges\u00fcnderer Ern\u00e4hrung profitiert, m\u00fcssen auch die Medikamente weiterentwickelt werden.<\/p>\n<p>&#8211; Ein Molek\u00fcl, das die Wirkung von zwei Darmhormonen vereint und optimiert, f\u00fchrte in einer ersten Studie zu einer Verbesserung des Stoffwechsels, was sich in einer deutlichen Gewichtsabnahme, niedrigeren Blutfettwerten und einem gesenkten Blutzuckerspiegel zeigte. Diese Forschungsergebnisse von DZD-Wissenschaftlern am Helmholtz Zentrum M\u00fcnchen, Kollegen der Technischen Universit\u00e4t M\u00fcnchen und Wissenschaftlern in den USA k\u00f6nnten den Grundstein f\u00fcr ein neues Medikament gegen Diabetes Typ-2 bilden.<\/p>\n<p>&#8211; Wie Untersuchungen von M\u00fcnchner DZD-Wissenschaftlern an Kindern mit einem erh\u00f6hten Diabetesrisiko zeigen, sind bereits im Alter von sechs Monaten bis drei Jahren im Blut charakteristische Autoantik\u00f6rper als Vorboten der Typ-1-Diabetes nachweisbar. Im Rahmen der Fri1da-Studie, die dieser Tage in M\u00fcnchen gestartet wurde, bieten die DZD-Wissenschaftler f\u00fcr alle Kinder von zwei bis f\u00fcnf in Bayern erstmals eine kostenlose Untersuchung zur Fr\u00fcherkennung des Typ-1-Diabetes an.<\/p>\n<p>&#8211; Erstmals gelang es DZD-Forschern an der Technischen Universit\u00e4t in Dresden einen Patienten mit Typ-1-Diabetes \u00fcber fast ein Jahr mit Insulin aus einem implantierten Bio-Reaktor zu versorgen. In dieser Kapsel befinden sich gespendete Betazellen, die den K\u00f6rper je nach Bedarf automatisch mit Insulin versorgen. Eine spezielle Membran erspart dem Patienten dabei eine riskante medikament\u00f6se Unterdr\u00fcckung einer Immunantwort, die normalerweise bei Transplantationen von N\u00f6ten ist. Damit legt das Team den Grundstein f\u00fcr ein neues System in der Diabetestherapie.<\/p>\n<p>Das DZD wurde 2009 auf Initiative des BMBF gegr\u00fcndet. Der Bund hat bis 2014 \u00fcber 60 Millionen Euro in den Aufbau dieses Zentrums investiert. Von 2015 an erh\u00e4lt das DZD 30 Millionen Euro pro Jahr vom BMBF. Dabei tragen der Bund 90 Prozent und die Sitzl\u00e4nder der DZD-Partnereinrichtungen 10 Prozent der Finanzierung. Der Ansatz, Ergebnissen aus der Grundlagenforschung schneller in die klinische Anwendung zu bringen, wurde durch internationale, renommierte Gutachter bei der Evaluation des DZD am 6. und 7. November 2014 in Berlin besonders gelobt.<\/p>\n<p>Weitere Informationen finden Sie im Internet unter:<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.bmbf.de\/de\/14064.php\" target=\"_blank\">http:\/\/www.bmbf.de\/de\/14064.php<\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.dzd-ev.de\" target=\"_blank\">http:\/\/www.dzd-ev.de<\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.kompetenznetz-diabetes-mellitus.net\/\" target=\"_blank\">http:\/\/www.kompetenznetz-diabetes-mellitus.net\/<\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.helmholtz-muenchen.de\/\" target=\"_blank\">http:\/\/www.helmholtz-muenchen.de\/<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Diabetes geh\u00f6rt mit etwa 6 Millionen Patienten und einer sehr hohen Dunkelziffer zu den am st\u00e4rksten verbreiteten Volkskrankheiten in Deutschland.<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","footnotes":""},"categories":[14],"tags":[14962],"class_list":["post-153949","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-tipps-informationen","tag-forschung-gegen-diabetes-macht-fortschritte"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/153949","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=153949"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/153949\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":153950,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/153949\/revisions\/153950"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=153949"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=153949"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=153949"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}