{"id":160250,"date":"2015-01-07T00:00:00","date_gmt":"2015-01-06T23:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/?p=160250"},"modified":"2015-01-06T09:03:52","modified_gmt":"2015-01-06T08:03:52","slug":"weltverfolgungsindex-2015-erschienen-nordkorea-platz-1","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/weltverfolgungsindex-2015-erschienen-nordkorea-platz-1\/","title":{"rendered":"Weltverfolgungsindex 2015 erschienen: Nordkorea Platz 1"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/Open-Doors.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft  wp-image-88658\" src=\"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/Open-Doors.jpg\" alt=\"Open Doors\" width=\"359\" height=\"196\" \/><\/a>Verschlechterung in vielen afrikanischen L\u00e4ndern \/ T\u00fcrkei zur\u00fcck auf dem Index<br \/>\n(Open Doors, 7. Januar) \u2013 Heute hat das \u00fcberkonfessionelle christliche Hilfswerk Open Doors den j\u00e4hrlich erscheinenden Weltverfolgungsindex ver\u00f6ffentlicht. Rund 100 Millionen Christen werden derzeit weltweit um ihres Glaubens willen verfolgt und stellen damit die h\u00f6chste Anzahl von Verfolgten einer Glaubensgemeinschaft. Im vergangenen Jahr haben sowohl die Sch\u00e4rfe als auch die geografische Ausbreitung der Verfolgung zugenommen.<!--more--> Mit dem Weltverfolgungsindex erfasst und dokumentiert das international t\u00e4tige Hilfswerk die Einschr\u00e4nkung der Religionsfreiheit von Christen weltweit und listet die 50 L\u00e4nder auf, in denen Christen am st\u00e4rksten verfolgt und benachteiligt werden. Berichtszeitraum f\u00fcr den neuen Weltverfolgungsindex ist der 1. November 2013 bis 31. Oktober 2014.<br \/>\nHier werden Christen am st\u00e4rksten verfolgt<br \/>\nPlatz 1 Nordkorea<br \/>\nPlatz 2 Somalia<br \/>\nPlatz 3 Irak<br \/>\nPlatz 4 Syrien<br \/>\nPlatz 5 Afghanistan<br \/>\nPlatz 6 Sudan<br \/>\nPlatz 7 Iran<br \/>\nPlatz 8 Pakistan<br \/>\nPlatz 9 Eritrea<br \/>\nPlatz 10 Nigeria<br \/>\nNordkorea: Gezielte Deportation und Exekution von Christen<br \/>\nSeit 2002 h\u00e4lt Nordkorea die unr\u00fchmliche Spitzenposition auf dem Weltverfolgungsindex und ist auch 2015 der Staat, der Christen am h\u00e4rtesten verfolgt und unterdr\u00fcckt. Eine UN-Untersuchungskommission zur Lage der Menschenrechte in Nordkorea kam zu dem Ergebnis, dass die Schwere und das Ausma\u00df der Menschenrechtsverletzungen in dem Reich Kim Jong Uns \u201ein der gegenw\u00e4rtigen Welt seinesgleichen suchen\u201c und f\u00fchrte weiter aus: \u201eAls besonders schwere Bedrohung betrachtet der Staat die Verbreitung des christlichen Glaubens.\u201c Von den gesch\u00e4tzten 200.000 bis 400.000 Untergrundchristen, befinden sich bis zu 70.000 als \u201eFeinde des<br \/>\nSeite 2 von 4 www.opendoors.de<br \/>\nRegimes\u201c in den ber\u00fcchtigten Arbeitslagern, wo sie besonders grausamer Folter und Schwerstarbeit ausgesetzt sind.<br \/>\nHaupttriebkraft Islamischer Extremismus<br \/>\nDer gewaltsame Dschihadismus im Nahen Osten beherrschte ab Mitte 2014 die Schlagzeilen. Dabei sollte jedoch die deutliche Verschlechterung in der Platzierung einiger afrikanischer L\u00e4nder nicht \u00fcbersehen werden. Zus\u00e4tzlich zu gewaltsamen \u00dcbergriffen setzen die schleichende Islamisierung und die damit einhergehende Radikalisierung von Teilen der Bev\u00f6lkerung die christlichen Minderheiten unter wachsenden Druck. Auch der Iran, 2014 noch an 9. Stelle notiert, ist auf Platz 7 vorger\u00fcckt. Anders als in L\u00e4ndern wie Syrien oder Nigeria geht die Verfolgung hier jedoch vom Regime selbst aus. Unter der F\u00fchrung von Pr\u00e4sident Rouhani werden h\u00e4ufiger als zuvor Freiheitsstrafen verh\u00e4ngt oder schwerwiegende Anklagen gegen Christen erhoben. Die schnell wachsende Gruppe ehemaliger Muslime, die zum christlichen Glauben konvertiert sind, ist hierbei in besonderem Ma\u00df betroffen. In 40 der 50 L\u00e4nder auf dem Index ist der islamische Extremismus eine oder die ma\u00dfgebliche Triebkraft f\u00fcr die Verfolgung.<br \/>\nGewalt durch den Islamischen Staat im Irak (3) und in Syrien (4)<br \/>\nDie Gr\u00e4ueltaten des Islamischen Staates (IS) im Irak und in Syrien schockierten die Welt\u00f6ffentlichkeit 2014. Das relativ gro\u00dfe Ma\u00df an Freiheit f\u00fcr syrische Christen in der Zeit vor dem B\u00fcrgerkrieg hat durch das Kalifat des IS ein Allzeittief erreicht. Unter der Mithilfe von Dschihadisten aus aller Welt forciert die Gruppierung die Umsetzung islamischer Prinzipien wie zur Zeit Mohammeds. Im Februar 2014 wurden Christen in Rakka unter einen \u201eDhimmi-Vertrag\u201c gezwungen. Weiterleben darf demnach nur, wer die Kopfsteuer zahlt. Die meisten Christen sind aus den vom IS kontrollierten Gebieten geflohen. Von den 1,8 Millionen Christen aus der Zeit vor dem B\u00fcrgerkrieg leben nur noch 1,1 Millionen in Syrien, viele davon als Fl\u00fcchtlinge im eigenen Land.<br \/>\nMit der Ausrufung eines Kalifats hat der IS auch in Teilen des Irak Christen wie Jesiden, Schiiten und Angeh\u00f6rige anderer Minderheiten aus ihren H\u00e4usern und der Region vertrieben und viele grausam ermordet oder versklavt. Aus der Ninive-Ebene und der Stadt Mossul, die vom IS kontrolliert werden, ist die gesamte christliche Gemeinschaft praktisch verschwunden.<br \/>\nNeu unter den ersten Zehn: der Sudan<br \/>\nZum ersten Mal in mehr als einem Jahrzehnt ist der Sudan mit Platz 6 wieder unter den ersten 10 L\u00e4ndern des Weltverfolgungsindex vertreten. Besonders die Lage der Christen muslimischer Herkunft hat sich in dem Land verschlechtert, hinzu kommt die Gewalt gegen Christen in den Nuba-Bergen. Durch die Trennung des mehrheitlich christlichen S\u00fcdsudan vom n\u00f6rdlichen Sudan im Juli 2011, ist der Sudan zu einem Land mit deutlicher muslimischer Mehrheit geworden. Der Druck auf die christliche Minderheit hat sich weiter versch\u00e4rft. Weltweite Emp\u00f6rung l\u00f6ste der Fall der Christin Meriam Ibrahim aus, die erst durch gro\u00dfen internationalen Druck einer staatlichen Hinrichtung entging.<br \/>\nNigeria: Islamisches Kalifat, massive Gewalt und Entf\u00fchrungen<br \/>\nErstmals unter den ersten 10 L\u00e4ndern des Weltverfolgungsindex ist Nigeria (Platz 10). Die bevorstehenden Wahlen im Februar 2015 haben dazu beigetragen, dass Christen in den n\u00f6rdlichen Landesteilen in einem generellen Klima der Gewalt extremer Verfolgung<br \/>\nSeite 3 von 4 www.opendoors.de<br \/>\nausgesetzt sind. \u00c4hnlich wie der IS im Nordirak und Syrien hat die islamistische Boko Haram, von der Welt\u00f6ffentlichkeit allerdings kaum bemerkt, ein Kalifat in der Stadt Gwoza ausgerufen und mit \u00e4u\u00dferster Brutalit\u00e4t \u00fcber den gesamten Bundesstaat Borno und Teile von Adamawa ausgebreitet.<br \/>\nDeutlichste Verschlechterung auf dem Index: Kenia und Dschibuti<br \/>\nZusammen mit Mexiko sind Kenia und Dschibuti die L\u00e4nder, die sich im Vergleich zum Vorjahr am deutlichsten verschlechtert haben: Kenia belegt aktuell Platz 19 (2014: 43) und Dschibuti Platz 24 (2014:46). Kenia ist ein mehrheitlich christliches Land. Radikalislamische Einfl\u00fcsse aus dem benachbarten Somalia zeigen jedoch zunehmend Wirkung. Dar\u00fcber hinaus dringen immer wieder militante Islamisten aus Somalia \u00fcber die Grenze und ver\u00fcben Anschl\u00e4ge auf Christen wie zuletzt bei t\u00f6dlichen Anschl\u00e4gen auf einen Reisebus und der Ermordung von 36 christlichen Arbeitern bei Mandera Anfang Dezember. Auch Tansania verschlechtert sich deutlich von Platz 49 auf Platz 33.<br \/>\nT\u00fcrkei neu auf dem Index<br \/>\nNach dreij\u00e4hriger Abwesenheit kehrt die T\u00fcrkei unter die ersten 50 L\u00e4nder des Weltverfolgungsindex zur\u00fcck. Bis 2012 war das Land bereits regelm\u00e4\u00dfig auf dem Index vertreten. Wesentlich beigetragen zu der aktuellen Verschlechterung hat der wachsende islamische Nationalismus durch Pr\u00e4sident Erdogans AKP. Christen k\u00e4mpfen mit verschiedenen Beeintr\u00e4chtigungen ihrer Glaubensfreiheit, etwa bei der Ausbildung eigener Geistlicher. Die Abkehr vom Islam wird mehr denn je als Affront gegen die t\u00fcrkische Identit\u00e4t betrachtet.<br \/>\nZeichen der Hoffnung in einem hoffnungslosen Umfeld<br \/>\n\u201eDie Verfolgung von Christen hat sich nach unseren Beobachtungen auch im Berichtszeitraum f\u00fcr den Weltverfolgungsindex 2015 weiter verst\u00e4rkt. Damit setzt sich die traurige Entwicklung des Vorjahres nahtlos fort, als bereits in zwei Dritteln der im Weltverfolgungsindex 2014 aufgef\u00fchrten L\u00e4nder eine Zunahme der Christenverfolgung zu beobachten war\u201c, so Markus Rode, Leiter von Open Doors Deutschland. \u201eDennoch gibt es Zeichen der Hoffnung\u201c, erg\u00e4nzt Rode. \u201eZahlreiche Unterst\u00fctzer haben dazu beigetragen, dass wir bis heute Zehntausenden Christen an den Brennpunkten von Krieg und Verfolgung helfen k\u00f6nnen. Open Doors unterst\u00fctzt Christen und kirchliche Netzwerke z.B. in Syrien und dem Irak durch umfangreiche Nothilfe. Viele harren trotz massiver Bedrohungen in den Kriegsgebieten aus und geben die erhaltene Hilfe an bed\u00fcrftige Christen, aber auch an Jesiden und Muslime weiter. Durch ihre praktische N\u00e4chstenliebe bringen sie Hoffnung dorthin, wo es menschlich nichts mehr zu hoffen gibt. Sie brauchen weiterhin unser aller Ermutigung, Unterst\u00fctzung und Gebet.&#8220;<br \/>\nWeltverfolgungsindex: Systematische Erfassung von Christenverfolgung weltweit<br \/>\nDer Weltverfolgungsindex von Open Doors ist die einzige j\u00e4hrlich durchgef\u00fchrte systematische Untersuchung zur Lage der Religionsfreiheit von Christen weltweit. Er ermittelt das Ma\u00df an Freiheit bzw. deren Einschr\u00e4nkung, die Christen in ihrem allt\u00e4glichen Leben haben, und erfasst dabei die Bereiche Privatleben, Familie, Gesellschaft, Leben im Staat und kirchliches Leben. Durch die enge Zusammenarbeit mit unabh\u00e4ngigen Menschenrechtsexperten, Wissenschaftlern sowie die Befragung zahlreicher betroffener Christen und Leiter von Kirchen und christlicher<br \/>\nSeite 4 von 4 www.opendoors.de<br \/>\nUntergrundnetzwerke, entsteht eine differenzierte Abbildung der Situation der Christen in den einzelnen L\u00e4ndern.<br \/>\nAktuelle Islamdebatte in Deutschland: Weltverfolgungsindex darf nicht instrumentalisiert werden<br \/>\nAngesichts der aktuellen Diskussion betont Markus Rode: \u201eDie Ver\u00f6ffentlichung des Weltverfolgungsindex als Rangfolge der 50 L\u00e4nder, in denen Christen am st\u00e4rksten verfolgt werden, darf in der derzeit spannungsgeladenen Diskussion zur Stellung des Islam in Deutschland nicht f\u00fcr politische Ziele und Sichtweisen instrumentalisiert werden. Uns geht es vorrangig darum, den Millionen verfolgten Christen zu zeigen, dass sie nicht vergessen sind und das gegen sie ver\u00fcbte Unrecht ans Licht der \u00d6ffentlichkeit zu bringen. Wenn daraus Solidarit\u00e4t und Unterst\u00fctzung f\u00fcr verfolgte Christen resultieren, dann haben wir als Open Doors ein wesentliches Ziel erreicht.\u201c<br \/>\nDen ausf\u00fchrlichen Bericht zum Weltverfolgungsindex, alle Platzierungen, die Methodik, L\u00e4nderanalysen sowie Lebensberichte verfolgter Christen finden Sie unter www.weltverfolgungsindex.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Verschlechterung in vielen afrikanischen L\u00e4ndern \/ T\u00fcrkei zur\u00fcck auf dem Index (Open Doors, 7. 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