{"id":16911,"date":"2010-06-09T18:39:28","date_gmt":"2010-06-09T16:39:28","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/?p=16911"},"modified":"2010-06-07T22:41:20","modified_gmt":"2010-06-07T20:41:20","slug":"a-w-tozer-das-alte-und-das-neue-kreuz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/a-w-tozer-das-alte-und-das-neue-kreuz\/","title":{"rendered":"A. W. Tozer: Das alte und das neue Kreuz"},"content":{"rendered":"<div>A. W. Tozer<\/p>\n<p>Ausz\u00fcge   aus dem Buch: <em>The Old Cross and The New<br \/>\n<\/em><\/p>\n<p>Ohne  dass es  angek\u00fcndigt worden w\u00e4re und vielfach unbemerkt wurde ein neues  Kreuz in  die evangelikalen Kreise eingef\u00fchrt. Es \u00e4hnelt dem alten  Kreuz und ist  dennoch verschieden von ihm; die \u00c4hnlichkeiten sind  oberfl\u00e4chlich, die  Unterschiede fundamental.<!--more-->Dieses neue Kreuz  hat eine neue  Philosophie des Christenlebens hervorgebracht, und aus  dieser neuen  Philosophie ist eine neue evangelikale Methode  hervorgegangen \u2013 eine  neue Art von Gottesdienst und eine neue Art der  Verk\u00fcndigung. Diese neue  Art der Evangeliumsverk\u00fcndigung verwendet  dieselbe Sprache wie die  alte, indessen ist ihr Inhalt nicht derselbe  und ihre Betonung nicht die  gleiche wie ehedem.<\/p>\n<p>Das alte Kreuz  hatte mit der Welt nichts zu  schaffen. F\u00fcr das stolze Fleisch Adams  bedeutete das alte Kreuz das  Ende. Es vollstreckte das Gericht, welches  durch das Gesetz am Sinai  gefordert wurde. Das neue Kreuz ist kein  Feind der menschlichen Natur;  vielmehr ist es ein freundlicher  Begleiter und ein Ozean voller  anst\u00e4ndiger und ehrbarer Belustigungen  und rechtschaffener Unterhaltung.  Das neue Kreuz l\u00e4sst Adam leben, ohne  ihn zu behelligen. Die Motivation  seines Lebens muss nicht ver\u00e4ndert,  das Vergn\u00fcgen nicht aufgegeben  werden; der einzige Unterschied ist,  dass er jetzt Freude an Chorussen  und religi\u00f6sen Filmen hat, statt dass  er obsz\u00f6ne Lieder singt und  Alkohol trinkt. Doch die Betonung liegt  noch immer auf der Unterhaltung,  obgleich die Belustigung nun auf einer  h\u00f6heren moralischen oder  intellektuellen Ebene ist.<\/p>\n<p>Das neue  Kreuz ermutigt zu einer neuen  und g\u00e4nzlich anderen Sichtweise des  Evangeliums. Der Evangelist fordert  nicht l\u00e4nger die Verleugnung des  alten Lebens, bevor das neue Leben  empfangen werden kann. Er predigt  nicht Gegens\u00e4tze, sondern \u00c4hnlichkeit.  Indem er zeigt, dass das  Christentum keine unangenehmen Forderungen  stellt, versucht er, das  Interesse der Menschen auf sich zu ziehen; er  bietet das gleiche an wie  die Welt, nur auf einer h\u00f6heren Ebene. Woran  sich eine  s\u00fcnden-verr\u00fcckte Welt derzeit auch immer klammert, wird auf  clevere  Weise nachgeahmt und als genau das angepriesen, was Evangelium  sein  soll \u2013 jedoch dieses religi\u00f6se Produkt soll besser sein.<\/p>\n<p>Das   neue Kreuz t\u00f6tet den S\u00fcnder nicht, es gibt ihm eine neue Richtung. Es   zeigt ihm ein Leben, das reiner und heiterer ist, und es rettet seinen   Respekt vor sich selbst. Dem Selbstbewussten sagt es: \u201eKomme und   best\u00e4tige dich selbst in Christus.\u201c Dem Egoisten sagt es: \u201eKomme und   r\u00fchme dich im Herrn.\u201c Dem Sensationsl\u00fcsternen sagt es: \u201eKomm und freue   dich an der mitrei\u00dfenden Gemeinschaft der Christen.\u201c Diese christliche   Botschaft passt sich jeder Welle an, um sie den Menschen schmackhaft zu   machen.<\/p>\n<p>Die Philosophie hinter dieser Denkweise mag aufrichtig   sein, doch ihre Aufrichtigkeit bewahrt sie nicht davor, falsch zu sein.   Sie ist falsch, weil sie blind ist. Der tiefere Sinn des Kreuzes geht   g\u00e4nzlich verloren.<\/p>\n<p>Das alte Kreuz ist ein Symbol f\u00fcr das Sterben.   Es steht f\u00fcr das pl\u00f6tzliche und gewaltsame Ende eines Menschen. Wer zu   Zeiten der R\u00f6mer sein Kreuz auf sich nahm und sich auf den Weg machte,   hatte seinen Freunden schon Lebewohl gesagt. Er sollte nicht   wiederkehren. Er ging seinem sicheren Ende entgegen. Das Kreuz machte   keine Kompromisse, ver\u00e4nderte nichts, ersparte niemandem etwas; es   t\u00f6tete den ganzen Menschen, durch und durch. Es versuchte nicht, sich   mit seinem Opfer gut zu stellen. Es schlug hart und erbarmungslos zu,   und wenn es seine Arbeit getan hatte, existierte der Mensch nicht mehr.<\/p>\n<p>Die   Rasse Adams steht unter einem Todesurteil. Da gibt es keine Minderung   der Strafe und kein Entrinnen. Gott kann nicht eine Frucht der S\u00fcnde   tolerieren, wie unschuldig oder wie sch\u00f6n sie in den Augen der Menschen   erscheinen mag. Gott rettet den Einzelnen, indem er ihn t\u00f6tet, um ihn  in  der Neuheit eines neuen Lebens auferstehen zu lassen.<\/p>\n<p>Jene  Art  von Evangelium, welche zwischen den Wegen Gottes und den Wegen der  Welt  Freundschaft machen will, ist falsch, was die Bibel angeht und  grausam,  was die Seelen ihrer Zuh\u00f6rer angeht. Der Glaube Christi hat  nichts mit  der Welt gemein, sondern er trennt sich von ihr. Wenn wir zu  Christus  kommen, bringen wir unser altes Leben nicht auf eine h\u00f6here  Ebene,  sondern wir verlieren es unter dem Kreuz. Das Weizenkorn muss in  die  Erde fallen und sterben.<\/p>\n<p>Wir, die wir das Evangelium  predigen,  m\u00fcssen uns selbst nicht f\u00fcr einen Pressevertreter halten,  gesandt um  zwischen Christus und der Welt ein gutes Einvernehmen zu  schaffen. Wir  m\u00fcssen uns nicht berufen f\u00fchlen, Christus f\u00fcr die  Gesch\u00e4ftswelt, die  Presse, die Sportwelt oder die moderne Bildung  akzeptabel zu machen. Wir  sind keine Diplomaten, sondern Propheten, und  unsere Botschaft ist  nicht ein Kompromiss, sondern ein Ultimatum.<\/p>\n<p>Gott  bietet Leben  an, jedoch kein altes Leben, das aufpoliert wird. Das  Leben, das er  anbietet, ist Leben aus dem Tode. Wer immer es besitzt,  muss sich unter  den Stab beugen. Er muss sich selbst verleugnen und  Gottes gerechtem  Urteil \u00fcber sich zustimmen. Was bedeutet dies f\u00fcr den  Einzelnen, dem  verurteilten S\u00fcnder, der das Leben in Christus findet?  Wie kann diese  Theologie in Leben verwandelt werden? Ganz einfach, er  muss Bu\u00dfe tun und  glauben. Er muss seine S\u00fcnden verlassen und dann  vorangehen und sich  selbst verleugnen. Er darf nichts zudecken, sich  nicht rechtfertigen,  nichts entschuldigen. Lasst ihn keinen Handel mit  Gott treiben, sondern  lasst ihn sein Haupt vor Gottes ernstem  Missfallen neigen und ihn  erkennen, dass er den Tod verdient.<\/p>\n<p>Wenn  er dies getan hat, dann  lasst ihn mit einfachem Vertrauen auf den  auferstandenen Erl\u00f6ser  blicken, und von Ihm wird das Leben, die neue  Geburt, die Reinigung und  die Kraft kommen. Das Kreuz, welches das  irdische Leben Jesu beendete,  setzt nun dem S\u00fcnder ein Ende; und die  Kraft, die Christus von den Toten  auferweckte, erweckt nun auch ihn zu  einem neuen Leben in Christus.<\/p>\n<p>D\u00fcrfen  wir als die Erben einer  solchen F\u00fclle von Macht leichtfertig mit der  Wahrheit umgehen? Ist es  uns erlaubt, das Vorbild, das uns auf dem Berg  von Golgatha gegeben  wurde, umzuformen? Das sei ferne. Lasst uns das  alte Kreuz predigen,  und wir werden die alte Kraft erfahren.<\/p>\n<\/div>\n<div>Labels: <a rel=\"tag\" href=\"http:\/\/distomos.blogspot.com\/search\/label\/A.%20W.%20Tozer\">A.  W. Tozer<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>A. W. 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