{"id":169287,"date":"2015-03-20T10:00:52","date_gmt":"2015-03-20T09:00:52","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/?p=169287"},"modified":"2015-03-20T10:32:02","modified_gmt":"2015-03-20T09:32:02","slug":"top-29-hochschulsanierung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/top-29-hochschulsanierung\/","title":{"rendered":"B\u00fcndnis 90\/Die Gr\u00fcnen: Hochschulsanierung"},"content":{"rendered":"<p>Dazu sagt der hochschulpolitische Sprecher\u00a0der Fraktion B\u00fcndnis 90\/Die Gr\u00fcnen,\u00a0Rasmus Andresen:\u00a0Wir brauchen flexible L\u00f6sungen. Es ist wichtig, dass wir uns im Landtag Zeit nehmen, um \u00fcber den doppelten Abiturjahrgang zu debattieren. Denn die Debatte um den doppelten Abiturjahrgang ist sehr vielf\u00e4ltig.<\/p>\n<p>Der doppelte Abiturjahrgang ist in Wirklichkeit keiner. Doppelte Abiturjahrg\u00e4nge gibt es nur an den Gymnasien. AbiturientInnen an Gemeinschaftsschulen und beruflichen Gymnasien sind nicht betroffen.<!--more--> Wir reden deshalb von einem Zuwachs von ca. 60\u00a0Prozent AbiturientInnen, nicht von einer Verdopplung. Davon abgesehen, gehen viele AbiturientInnen vor Beginn ihres Studiums ins Ausland oder machen einen Freiwilligendienst.<\/p>\n<p>Es ist deshalb gut, dass unsere Landesregierung die Anzahl der Pl\u00e4tze f\u00fcr das Freiwillige \u00d6kologische Jahr nach schwarz-gelben K\u00fcrzungen wieder erh\u00f6ht hat.<\/p>\n<p>Es ist wichtig, darauf hinzuweisen, dass von \u00fcber 1600 FSJ-Pl\u00e4tzen im Land ca. 300 unbesetzt sind. Und auch die vielen freien Ausbildungspl\u00e4tze geh\u00f6ren zur Debatte um den doppelten Abiturjahrgang, sowohl in der Landesverwaltung wie der Privatwirtschaft.<\/p>\n<p>Erfahrungen aus anderen Bundesl\u00e4ndern, die den doppelten Abiturjahrgang bereits hatten, zeigen, dass viele hohe Prognosen zu Studierendenzahlen sich nicht bewahrheitet haben. In Bayern waren es beispielsweise nur 50 Prozent, die sofort ein Studium angefangen haben.<\/p>\n<p>Ich sage diese Fakten nicht, um zu behaupten, dass alles gut w\u00e4re. Im Gegenteil. Aber diese Aspekte geh\u00f6ren gleichwertig in die Debatte um den doppelten oder besser gesagt 1,6 fachen Abiturjahrgang. Denn wenn man den Kollegen Dornquast und G\u00fcnther so zuh\u00f6rt, dann bekommt man einen verf\u00e4lschten Eindruck. Das Problem von Ihnen, Herr G\u00fcnther und Herr Dornquast, ist doch, dass Ihnen au\u00dfer billige Polemik nichts einf\u00e4llt:<\/p>\n<p>Beispiel Nummer Eins und Zwei:<\/p>\n<p>Sie behaupten, dass die Landesregierung die Finanzierungsfragen aussitzen w\u00fcrde und sich einem Dialog verweigern w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Richtig ist aber, dass Ministerin Alheit im Januar die Hochschulkommission einberufen hat, nachdem es Ende des Jahres eine Einigung zum Hochschulpakt auf Bundesebene gegeben hat. Dort wird, das hat der Pr\u00e4sident der Landesrektorenkonferenz Prof. Reinhart von der Universit\u00e4t Flensburg presse\u00f6ffentlich am Freitag nochmal best\u00e4tigt, konstruktiv gearbeitet. Man f\u00fchle sich ernst genommen.<\/p>\n<p>Am letzten Mittwoch fand zudem die zweite Hochschulkonferenz der Landesregierung zum Hochschulgesetz statt. Nennen Sie mir nur einen Vorg\u00e4nger von Frau Alheit aus ihrer Partei, der jemals eine Hochschulkonferenz durchgef\u00fchrt hat?<\/p>\n<p>Beispiel Nummer Drei:<\/p>\n<p>Sie kritisieren sogar, dass es auf der Hochschulkonferenz einen Vortrag zum 350 j\u00e4hrigen Jubil\u00e4um der Christian-Albrechts-Universit\u00e4t zu Kiel (CAU) gegeben hat, dabei war genau das, ein Wunsch des Pr\u00e4sidiums der Christian-Albrechts-Universit\u00e4t zu Kiel.<\/p>\n<p>Beispiel Nummer Vier:<\/p>\n<p>Sie behaupten, dass wir als Koalition keine Ma\u00dfnahmen ergriffen h\u00e4tten, um den doppelten Abiturjahrgang vorzubereiten. Mit aufwachsend auf 30 Millionen Euro pro Jahr co-finanzieren wir den Hochschulpakt III.<\/p>\n<p>Sie unterschlagen au\u00dferdem, dass wir die Finanzierung studentischer Arbeitspl\u00e4tze in Flensburg, ein Infocenter des Studentenwerks auf dem CAU Campus und den Bau neuer Wohnheime in Kiel und Flensburg durch den Haushalt gef\u00f6rdert haben. Und ja, auch die von Ihnen geschm\u00e4hten Investitionen f\u00fcr unser Lehramtsgesetz, f\u00fchren zu einer besseren Ausstattung der beiden Universit\u00e4ten.<\/p>\n<p>Finanziell und inhaltlich. Nat\u00fcrlich bereiten wir die Universit\u00e4ten durch neue Professuren auch besser auf den doppelten Abiturjahrgang vor. Wir ruhen uns darauf gewiss nicht aus, aber h\u00f6ren Sie auf mit Falschdarstellungen zu operieren.<\/p>\n<p>Das einzige, was inhaltlich von Ihnen zu h\u00f6ren ist, ist die Forderung der Jungen Union nach Studiengeb\u00fchren. Studiengeb\u00fchren; Die jetzt, wo in ganz Deutschland Studiengeb\u00fchren abgeschafft sind, nicht nur soziale Selektion bedeuten, sondern unsere Hochschulen sicherlich nicht wettbewerbsf\u00e4hig machen.<\/p>\n<p>Herr G\u00fcnther, w\u00e4re ich Sie, w\u00fcrde ich fragen: \u201eWie peinlich ist das denn?\u201c<\/p>\n<p>Wenn wir \u00fcber die Herausforderungen f\u00fcr unsere Hochschulen diskutieren, m\u00fcssen wir uns die M\u00fche machen ins Detail zu gehen.<\/p>\n<p>Auch wenn jede Hochschule Herausforderungen hat und unterfinanziert ist, unterscheiden Sie sich deutlich. Es gibt strukturelle Probleme in der Hochschulfinanzierung, fehlende Planungssicherheit und zum Teil Reibungsverluste zwischen unterschiedlichen AkteurInnen.<\/p>\n<p>Ein gro\u00dfer Bereich ist die Bausituation. Mit dem 160 Millionen umf\u00e4nglichen Sanierungsprogramm f\u00fcr die Christian-Albrechts-Universit\u00e4t zu Kiel ist ein Anfang gemacht. Unser Hauptproblem ist zurzeit, dass im Zusammenspiel zwischen Hochschulen, die zust\u00e4ndige Baubeh\u00f6rde GMSH und den Ministerien, es zu vielen Reibungsverlusten kommt. Eine einfache \u00dcbertragung der Bauherreneigenschaft w\u00e4re, auch weil gar nicht alle Hochschulen es wollen, genauso falsch wie die Struktur so zu belassen wie Sie jetzt ist.<\/p>\n<p>Wir brauchen flexible L\u00f6sungen. Vorstellen k\u00f6nnen wir uns, dass Arbeitsgruppen mit dem Fachpersonal der GMSH und unter Begleitung des Ministeriums an den Hochschulen angesiedelt werden. Die Hochschulen bekommen so eine st\u00e4rkere Steuerungsfunktion, aber das Know-how der Planer der GMSH wird weiterhin genutzt.<\/p>\n<p>Wir wollen im Bund verhandeln, dass Hochschulpaktmittel nicht nur f\u00fcr Anmietungen, sondern auch f\u00fcr den Bau von Geb\u00e4uden genutzt werden d\u00fcrfen.<\/p>\n<p>Eine Hand voll Bundesl\u00e4nder hat die Erlaubnis vom Bund, es gibt keinen Grund warum die Bundesregierung es unseren Hochschulen nicht auch erlauben sollte.<\/p>\n<p>Das gr\u00f6\u00dfte Problem in der Finanzierung ist die fehlende Planungssicherheit. Der neue Pr\u00e4sident der FH Flensburg Prof. Watter beschreibt dies in einem Zeitungsinterview von gestern sehr gut. Au\u00dferdem wird der Aspekt im Brief der Hochschulen eindr\u00fccklich beschrieben.<\/p>\n<p>Er sagt, dass die FH Flensburg zurzeit kein Finanzierungsproblem hat, aber dass das Ausschreiben von befristeten Stellen es erschwert, Personal f\u00fcr die Lehre zu gewinnen. Mal ganz abgesehen davon, dass man der Rolle eines guten Arbeitgebers mit befristeten und schlecht bezahlten Vertr\u00e4gen nicht gerecht werden kann.<\/p>\n<p>Es ist deshalb wichtig, dass unsere Koalition entschieden hat, die Co-Finanzierungsmittel beim Hochschulpakt, auch dann den Hochschulen zu lassen, wenn der Hochschulpakt ausl\u00e4uft. 30 Millionen Euro mit denen die Hochschulen jetzt schon planen und Stellen entfristen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Bei der Verteilung der Mittel des Hochschulpakts setzen wir darauf, dass die Hochschulen sich einigen.<\/p>\n<p>Wir Gr\u00fcne haben aber Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die Fachhochschulen, die auch im Verh\u00e4ltnis immer mehr Studierende aufnehmen und dessen Unterfinanzierung im bundesweiten Vergleich besonders dramatisch ist.<\/p>\n<p>Unabh\u00e4ngig vom doppelten Abiturjahrgang dr\u00fcckt die chronische Unterfinanzierung bei all unseren Hochschulen. Hier werden wir die Grundhaushalte st\u00e4rken m\u00fcssen: Ohne Wenn und Aber.<\/p>\n<p>Wir wollen aber die ersten Arbeitsergebnisse der Hochschulkommission, die im Sommer vorliegen werden, zum Anlass nehmen, \u00fcber den Landeshaushalt die Hochschulen auch bei der Grundfinanzierung zu st\u00e4rken. Daf\u00fcr werden wir uns einsetzen.<\/p>\n<p>Wichtig ist aber die Reihenfolge. Die Hochschulkommission muss bis zum Sommer konstruktiv arbeiten und ein Ma\u00dfnahmenpaket vorschlagen. An die Hochschulen sei gesagt, wenn wir es schaffen, bis zum Sommer gemeinsame, konstruktive und konkrete Vorschl\u00e4ge zu erarbeiten, wird sich das auch im Landeshaushalt zeigen. Die Hochschulkommission ist daf\u00fcr ein geeignetes Gremium.<\/p>\n<p>Unser Antrag der Koalitionsfraktionen eine Art \u201eRoadmap\u201c und Zusammenfassung der Punkte, die dort und an anderen Stellen weiter besprochen werden m\u00fcssen. Ich bin optimistisch, dass wir gute L\u00f6sungen finden werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dazu sagt der hochschulpolitische Sprecher\u00a0der Fraktion B\u00fcndnis 90\/Die Gr\u00fcnen,\u00a0Rasmus Andresen:\u00a0Wir brauchen flexible L\u00f6sungen. 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