{"id":169707,"date":"2015-03-24T09:08:34","date_gmt":"2015-03-24T08:08:34","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/?p=169707"},"modified":"2015-03-24T09:08:34","modified_gmt":"2015-03-24T08:08:34","slug":"kenia-anschlagserie-nahe-der-somalischen-grenze","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/kenia-anschlagserie-nahe-der-somalischen-grenze\/","title":{"rendered":"Kenia: Anschlagserie nahe der somalischen Grenze"},"content":{"rendered":"<p>Die im Nordosten Kenias gelegene Stadt Wajir ist in der vergangenen Woche zum Schauplatz mehrerer Anschl\u00e4ge geworden. Bei dem j\u00fcngsten \u00dcbergriff warfen Polizeiberichten zufolge vermummte Angreifer eine Granate in einen Laden und er\u00f6ffneten anschlie\u00dfend das Feuer auf die dort befindlichen Personen. Dabei verloren vier Menschen ihr Leben. Die in Somalia beheimatete islamistische Al Shabaab Miliz hat die Verantwortung f\u00fcr die Morde \u00fcbernommen und bekr\u00e4ftigt damit ihr Vorhaben, einen islamischen Gottesstaat errichten zu wollen, zu dem auch der Nordosten Kenias geh\u00f6ren soll.<!--more--><\/p>\n<p>Exodus von Christen, Lehrern, Fachkr\u00e4ften<\/p>\n<p>Die neuerlichen Anschl\u00e4ge sind eine Fortsetzung der blutigen und gezielt gegen Christen gerichteten gewaltsamen \u00dcbergriffe des vergangenen Jahres, bei denen in derselben Gegend \u00fcber 60 Menschen umgebracht wurden (wir berichteten). Auch danach hatte Al Shabaab die Verantwortung \u00fcbernommen und Christen aufgefordert, das Gebiet zu verlassen. Die St. Andrews Kirche beispielsweise schloss damals wegen der Ermordung mehrerer ihrer Mitglieder ihre T\u00fcren und hat sie bis heute nicht wieder ge\u00f6ffnet. Doch nicht nur Christen fliehen vor dem Druck der Islamisten aus dem Nordosten Kenias.<\/p>\n<p>Das Ausma\u00df der Krise wird auch daran deutlich, dass laut Gouverneur Ali Roba bereits 150 Lehrer von \u00f6ffentlichen Schulen der Provinz Mandera dringend um Versetzung gebeten haben. Wie ein Open Doors Analyst erl\u00e4utert, stellt der massive Exodus von Fachkr\u00e4ften im Bildungswesen und anderen \u00f6ffentlichen Bereichen auf lange Sicht eine gr\u00f6\u00dfere Gefahr f\u00fcr die Gesellschaft dar als die blutigen Anschl\u00e4ge: &#8222;Der Unterricht f\u00e4llt aus. Der Wiederaufbau im Bildungswesen wird sehr lange dauern. Hinzu kommen die psychologischen Folgen: Wenn die Lehrer gerade in dieser schwierigen Zeit die Region verlassen, f\u00fchlen sich die Sch\u00fcler im Stich gelassen \u2013 eine traumatische Erfahrung!&#8220;<\/p>\n<p>Die nationale Lehrerorganisation von Kenia hat k\u00fcrzlich einen Bericht \u00fcber die Situation an den Schulen im Nordosten Kenias vorgelegt. Darin berichten \u00fcber 1.000 zumeist christliche Lehrer von extrem respektlosem Verhalten ihnen gegen\u00fcber seitens muslimischer Sch\u00fcler, Eltern, Vorgesetzter und Beh\u00f6rdenvertreter. Sie seien unter anderem als &#8222;Sklaven&#8220; und &#8222;Ungl\u00e4ubige&#8220; beschimpft, angespuckt, t\u00e4tlich angegriffen oder mit dem Tod bedroht worden.<\/p>\n<p>Christliche Gemeinschaft ersch\u00fcttert, aber nicht mutlos<\/p>\n<p>Vor kurzem trafen Open Doors Mitarbeiter mit Christen zusammen, die infolge der Anschl\u00e4ge Mandera verlassen haben. &#8222;Viele von ihnen waren traumatisiert. Sie k\u00e4mpften mit Wut, Trauer und Verwirrung, denn die meisten von ihnen hatten bei den brutalen Anschl\u00e4gen eine nahestehende Person verloren. Das stellte ihren Glauben auf eine harte Probe.&#8220;<\/p>\n<p>Dennoch beugen sich etliche Christen dem Druck nicht und haben sich trotz aller inneren K\u00e4mpfe entschieden, in das Gebiet zur\u00fcckzukehren. F\u00fcr einige bedeutet das, ihre eigenen Kinder aus Sicherheitsgr\u00fcnden bei Verwandten zur\u00fcckzulassen. &#8222;Wenn es keine Christen in Mandera g\u00e4be, s\u00e4he die Lage noch viel d\u00fcsterer aus. Allerdings sind wir auf das Gebet unserer Geschwister angewiesen!&#8220; sagt Mose, ein Pastor aus Mandera.<\/p>\n<p>\u00c4hnlich \u00e4u\u00dfert sich ein Lehrer namens &#8222;Joseph&#8220;, der seit neun Jahren in 100m Entfernung von der somalischen Grenze lebt. &#8222;Hier vergeht kein Tag ohne Sch\u00fcsse. Jesus befiehlt uns ja, unsere Feinde zu lieben. Bevor ich nach Mandera kam, kannte ich keine Feinde. Aber hier begegneten mir pl\u00f6tzlich Menschen, die mich ohne Grund hassten oder mir sogar den Tod w\u00fcnschten. Mir wurde klar, dass es an uns liegt, die Situation zu ver\u00e4ndern, indem wir beten und daran arbeiten, solche verh\u00e4rteten und feindseligen Herzen zu ver\u00e4ndern.&#8220;<\/p>\n<p>Drastische Verschlechterung innerhalb weniger Jahre<\/p>\n<p>Open Doors unterst\u00fctzt die in der Region verbliebenen Christen durch eine Reihe verschiedener Schulungen, die Lieferung von Bibeln und Literatur sowie Hilfe zur Selbsthilfe Projekte. Die Entwicklung in dem mehrheitlich christlichen Land Kenia gibt Anlass zur Sorge und hat dazu gef\u00fchrt, dass Kenia 2013 erstmals auf dem Weltverfolgungsindex erschien und auf dem aktuellen Index mit Platz 19 die deutlichste Verschlechterung aller gelisteten L\u00e4nder aufweist. Open Doors bittet gemeinsam mit den kenianischen Christen um Gebet f\u00fcr ihr Land.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die im Nordosten Kenias gelegene Stadt Wajir ist in der vergangenen Woche zum Schauplatz mehrerer Anschl\u00e4ge geworden. 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