{"id":171647,"date":"2015-04-13T16:36:05","date_gmt":"2015-04-13T14:36:05","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/?p=171647"},"modified":"2015-04-13T16:36:05","modified_gmt":"2015-04-13T14:36:05","slug":"arktische-lufttemperatur-steigt-um-13-grad-pro-jahrzehnt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/arktische-lufttemperatur-steigt-um-13-grad-pro-jahrzehnt\/","title":{"rendered":"Arktische Lufttemperatur steigt um 1,3 Grad pro Jahrzehnt"},"content":{"rendered":"<p>Besuch bei deutsch-franz\u00f6sischer Forschungsstation AWIPEV zeigt Tempo des Klimawandels \/ Wanka: &#8222;Engagement f\u00fcr Polarforschung weiter st\u00e4rken&#8220;<\/p>\n<p>Seit Beginn regelm\u00e4\u00dfiger Aufzeichnungen im Jahr 1993 haben sich die Lufttemperaturen auf Spitzbergen im Jahresmittel um 1,3 Grad Celsius pro Jahrzehnt erh\u00f6ht. Insbesondere in den Wintermonaten Dezember, Januar und Februar war die Erw\u00e4rmung mit 3,4 Grad Celsius pro Dekade besonders ausgepr\u00e4gt. Diese Daten teilten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der deutsch-franz\u00f6sischen Forschungsbasis AWIPEV beim Besuch von Bundesforschungsministerin Johanna Wanka in Ny-\u00c3\u2026lesund auf Spitzbergen mit. Das AWIPEV ist eine Kooperation des Alfred-Wegener-Instituts, Helmholtz-Zentrum f\u00fcr Polar- und Meeresforschung (AWI), mit dem franz\u00f6sischen Polarinstitut Paul \u00c3mile Victor (IPEV).<!--more--><\/p>\n<p>&#8222;Nirgendwo sonst ist der Klimawandel so sichtbar wie in der Arktis. Dies macht die Bedeutung unseres Forschungsengagements deutlich&#8220;, sagte Wanka. &#8222;Nur mit den Infrastrukturen, Mess-Stationen und internationalen Verbundvorhaben unserer leistungsf\u00e4higen Forschungseinrichtungen k\u00f6nnen wir die Daten erheben, die f\u00fcr unsere politischen Entscheidungen in der Klimapolitik Grundlage sind&#8220;, erkl\u00e4rte Wanka. Die Bundesforschungsministerin w\u00fcrdigte die Anstrengungen der Polarforscherinnen und -forscher unter extremen klimatischen Bedingungen.<\/p>\n<p>&#8222;Der durch unsere langfristigen Messungen belegte Temperaturanstieg von 1,3 Grad Celsius pro Jahrzehnt bewirkt massive Umweltver\u00e4nderungen in der Arktis. Unsere Forscherinnen und Forscher beobachten auf Spitzbergen, wie das schwindende Meereis und die schrumpfenden Gletscher die Landschaft und das \u00d6kosystem ver\u00e4ndern&#8220;, kommentierte Karin Lochte, wissenschaftliche Direktorin des Alfred-Wegener-Instituts, die Forschungsergebnisse.<\/p>\n<p>Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des AWI erl\u00e4uterten der Ministerin w\u00e4hrend ihrer Reise die dramatischen Ver\u00e4nderungen der Meereisbedeckung in der n\u00f6rdlichen Polarregion. Die sommerliche Meereisbedeckung befindet sich in einem langj\u00e4hrigen Abw\u00e4rtstrend. Aktuelle Projektionen mit Klimamodellen deuten darauf hin, dass die Arktis ab Mitte des 21. Jahrhunderts w\u00e4hrend der Sommermonate weitestgehend eisfrei sein k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Gleichzeitig zeigen die Temperaturaufzeichnungen der letzten Jahrzehnte: Die Arktis erw\u00e4rmt sich doppelt so schnell wie andere Regionen der Welt. Denn das komplexe Zusammenspiel von Ozean, Meereis und Atmosph\u00e4re f\u00fchrt zu R\u00fcckkopplungseffekten, welche die Erw\u00e4rmung verst\u00e4rken. Wissenschaftler sprechen von der sogenannten \u00e2\u20ac\u0161Arctic Amplification&#8216;. An der AWIPEV Forschungsbasis in Ny-\u00c3\u2026lesund werden seit dem Jahr 1993 atmosph\u00e4rische Daten erfasst, aus denen sich die eingangs genannte, starke arktische Erw\u00e4rmung ablesen l\u00e4sst.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst klingt es paradox, aber mit der Erw\u00e4rmung der Arktis k\u00f6nnte sich die H\u00e4ufigkeit kalter europ\u00e4ischer Winter erh\u00f6hen. Denn mit der Erw\u00e4rmung scheinen sich auch die wetterbestimmenden Muster in der Atmosph\u00e4re und auf den Weltmeeren langfristig zu ver\u00e4ndern. So geh\u00f6rten zum Beispiel die Winter der Jahre 2009\/2010 und 2012\/2013 zu den k\u00e4ltesten in Mitteleuropa seit den 1960er Jahren. Die intensive Beobachtung und Erforschung atmosph\u00e4rischer Ver\u00e4nderungen in der Arktis dienen deshalb auch dazu, die Wettervorhersage in mittleren Breiten zu verbessern.<\/p>\n<p>Das BMBF kooperiert \u00fcber das Alfred-Wegener-Institut und in der bilateralen Zusammenarbeit mit den arktischen Anrainern und anderen Staaten. Wichtige Partner sind hier Norwegen, Frankreich, D\u00e4nemark, Island, die USA, Japan, Kanada sowie Russland und China. &#8222;Die internationale Zusammenarbeit war und ist der Schl\u00fcssel, um die Zusammenh\u00e4nge intensiv zu erforschen und besser zu verstehen. Deshalb wird Deutschland sein Engagement f\u00fcr die Polarforschung weiter verst\u00e4rken&#8220;, sagte Wanka. Auf ihrer Arktisreise besuchte die Bundesforschungsministerin neben der AWIPEV-Station weitere deutsche und internationale Forschungseinrichtungen auf dem von Norwegen verwalteten arktischen Inselarchipel.<\/p>\n<p>Weiterf\u00fchrende Informationen unter: <a href=\"http:\/\/www.bmbf.de\/de\/8493.php\" target=\"_blank\">http:\/\/www.bmbf.de\/de\/8493.php<\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.awipev.eu\/\" target=\"_blank\">http:\/\/www.awipev.eu\/<\/a>\u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0\u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<a href=\"http:\/\/www.awi.de\" target=\"_blank\"> http:\/\/www.awi.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Besuch bei deutsch-franz\u00f6sischer Forschungsstation AWIPEV zeigt Tempo des Klimawandels \/ Wanka: &#8222;Engagement f\u00fcr Polarforschung weiter st\u00e4rken&#8220; Seit Beginn regelm\u00e4\u00dfiger Aufzeichnungen<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","footnotes":""},"categories":[9],"tags":[16254,16253],"class_list":["post-171647","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-sport-freizeit","tag-3-grad-pro-jahrzehnt","tag-arktische-lufttemperatur-steigt-um-1"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/171647","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=171647"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/171647\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":171648,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/171647\/revisions\/171648"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=171647"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=171647"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=171647"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}