{"id":172304,"date":"2015-04-17T16:51:33","date_gmt":"2015-04-17T14:51:33","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/?p=172304"},"modified":"2015-04-17T16:51:33","modified_gmt":"2015-04-17T14:51:33","slug":"seegraeser-und-gruenalgen-zeigen-guten-zustand-des-wattenmeeres","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/seegraeser-und-gruenalgen-zeigen-guten-zustand-des-wattenmeeres\/","title":{"rendered":"Seegr\u00e4ser und Gr\u00fcnalgen zeigen guten Zustand des Wattenmeeres"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_172305\" aria-describedby=\"caption-attachment-172305\" style=\"width: 216px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/10_03_156_1471.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-thumbnail wp-image-172305\" src=\"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/10_03_156_1471-216x216.jpg\" alt=\"Gro\u00dfes und Kleines Seegras im Watt  (Foto: Martin Stock\/LKN-SH)\" width=\"216\" height=\"216\" srcset=\"https:\/\/hier-luebeck.de\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/10_03_156_1471-216x216.jpg 216w, https:\/\/hier-luebeck.de\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/10_03_156_1471-100x100.jpg 100w\" sizes=\"auto, (max-width: 216px) 100vw, 216px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-172305\" class=\"wp-caption-text\">Gro\u00dfes und Kleines Seegras im Watt<br \/>(Foto: Martin Stock\/LKN-SH)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Im Watt gibt es keine B\u00e4ume, klar. Aber andere Pflanzen? Ja, gibt es: Seegr\u00e4ser und Gr\u00fcnalgen. Die T\u00f6nninger Nationalparkverwaltung l\u00e4sst ihre Best\u00e4nde regelm\u00e4\u00dfig durch Befliegungen ermitteln. Wissenschaftler des Alfred-Wegener-Instituts f\u00fcr Polar- und Meeresforschung in List auf Sylt (AWI) legten nun erfreuliche Ergebnisse vor. <!--more-->Im vergangenen Sommer bedeckten Seegr\u00e4ser 13 Prozent des nordfriesischen Wattenmeeres, w\u00e4hrend Gr\u00fcnalgen mit einem Fl\u00e4chenanteil von 0,3 Prozent vorkamen. Die gute Verbreitung der Seegr\u00e4ser und das sp\u00e4rliche Vorkommen der Gr\u00fcnalgen zeigen dasselbe: Im Wattenmeer nimmt die Belastung mit N\u00e4hrstoffen ab, der \u00f6kologische Zustand verbessert sich.<\/p>\n<p>Im Sommer bilden dichte Seegraswiesen im Gezeitenbereich von Nordfriesland vielerorts wieder einen weichen Teppich auf dem Wattwanderer gern laufen. Nach Einsch\u00e4tzung der AWI-Wissenschaftler befindet sich dort das gr\u00f6\u00dfte zusammenh\u00e4ngende Seegrasvorkommen Europas. Der gegenw\u00e4rtige Bestand \u00e4hnelt dem auf Luftaufnahmen aus den 1930er Jahren. Dieser gute Bestand ist besonders erfreulich, weil das Gro\u00dfe Seegras (Zostera marina) damals durch eine epidemische Erkrankung stark zur\u00fcckging, wovon es sich bis heute kaum erholte. Noch in den 1990er Jahren lag der Fl\u00e4chenanteil der beiden Seegrasarten in Nordfriesland nur bei 3 Prozent. Seit 2009 dehnen sich die Seegr\u00e4ser aber auf \u00fcber 100 Quadratkilometern aus, was einem Fl\u00e4chenanteil von \u00fcber 10 Prozent des nordfriesischen Wattenmeeres entspricht. Im Dithmarscher Wattenmeer ist ihr Anteil traditionell gering und kleiner als 1 Prozent.<\/p>\n<p>Nach der europ\u00e4ischen Wasserrahmenrichtlinie werden nicht nur Seegr\u00e4ser, sondern auch Gr\u00fcnalgen als empfindliche Indikatoren f\u00fcr N\u00e4hrstoffeintr\u00e4ge in K\u00fcstengew\u00e4sser angesehen. W\u00e4hrend Seegr\u00e4ser an n\u00e4hrstoff\u00e4rmere Gew\u00e4sser angepasst sind, ist es bei Gr\u00fcnalgen umgekehrt. Bei einem hohen Angebot an Stickstoff und Phosphat k\u00f6nnen sie sich massenhaft entwickeln.<\/p>\n<p>Mit bis zu 20 Prozent der Wattfl\u00e4che Schleswig-Holsteins hatten die Gr\u00fcnalgen ab Ende der 1980er Jahre wegen der hohen Eintr\u00e4ge von N\u00e4hrstoffen in die Nordsee eine zuvor nicht beobachtete Ausdehnung erreicht. Ihren dichten Matten blockierten den Sauerstoffzugang des Wattbodens und der darin lebenden Tiere. Im Sommer starb das Leben unter den Algenmatten, schwarze Flecken bildeten sich unter ihnen und am Rande verursachten Schwefelbakterien milchige Zonen. Im vergangenen Jahr wurde dies nicht beobachtet. 2014 bedeckten Gr\u00fcnalgen nur etwa 3 Quadratkilometer (= 0,2 Prozent) des schleswig-holsteinischen Wattenmeeres.<\/p>\n<p>Seegr\u00e4ser sind mehrj\u00e4hrige, krautige Bl\u00fctenpflanzen. Sie wachsen im Flachwasserbereich von sandigen Flachmeerk\u00fcsten. Auf unseren Wattfl\u00e4chen k\u00f6nnen das Gro\u00dfe Seegras und das Zwergseegras (Zostera noltii) im Sommer ausgedehnte und dicht bewachsene Wiesen bilden, die einen eigenen Lebensraumtyp darstellen. Viele Fischarten nutzen die Seegraswiesen des Wattenmeeres als Kinderstube. Beispielsweise heften Hornhechte und Heringe ihre Eier an die Halme des Seegrases. Die dichten Bl\u00e4ttermatten sch\u00fctzen die Jungfische vor Feinden. W\u00fcrmer und andere Tiere legen ihre G\u00e4nge in der N\u00e4he der Wurzelsysteme der Seegr\u00e4ser an. Watv\u00f6gel ern\u00e4hren sich von Schnecken und anderen Kleintieren der Seegraswiesen. Im Herbst bilden die Seegr\u00e4ser selbst die Nahrung: Ringelg\u00e4nse und Pfeifenten weiden sie dann regelrecht ab.<\/p>\n<p>Die verschiedenen Arten f\u00e4diger Gr\u00fcnalgen und die Meersalat genannten blattartigen Gr\u00fcnalgen der Gattung Ulva wurzeln nicht im Boden und k\u00f6nnen daher leicht verdriften und \u00fcbersanden. Neben den N\u00e4hrstoffkonzentrationen bestimmen auch andere Faktoren wie Anheftungsm\u00f6glichkeiten, der Wegfra\u00df durch Tiere, Wellenschlag oder Temperatur ihr Vorkommen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Watt gibt es keine B\u00e4ume, klar. Aber andere Pflanzen? Ja, gibt es: Seegr\u00e4ser und Gr\u00fcnalgen. 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