{"id":179697,"date":"2015-06-19T10:06:43","date_gmt":"2015-06-19T08:06:43","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/?p=179697"},"modified":"2015-06-22T10:07:52","modified_gmt":"2015-06-22T08:07:52","slug":"barbara-ostmeier-zu-top-10-gute-sportanlagen-sind-auch-ein-standortfaktor","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/barbara-ostmeier-zu-top-10-gute-sportanlagen-sind-auch-ein-standortfaktor\/","title":{"rendered":"Barbara Ostmeier zu TOP 10: Gute Sportanlagen sind auch ein Standortfaktor"},"content":{"rendered":"<p>Sportst\u00e4ttensanierung ist ohne\u00a0Sportentwicklungsplanung nicht denkbar. Deshalb war im Nachgang zu unserer Gro\u00dfen Anfrage aus dem letzten Jahr zur \u201eEvaluation des Sanierungsstaus bei den kommunalen Sportst\u00e4tten und Schwimmb\u00e4dern\u201c die weitergehende Gro\u00dfe Anfrage zum Stand der Sportentwicklungsplanung in Schleswig-Holstein eine logische Konsequenz.<!--more--><\/p>\n<p>Meinen Dank f\u00fcr die Unterst\u00fctzung bei allen Verwaltungsstellen des Landes, aber auch bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Landessportverbandes und unserer Kreis- und Stadtsportverb\u00e4nde. Das Zusammentragen der Daten war umfangreich, aber dringend notwendig. Denn es unterst\u00fctzt unsere Forderung, dass das Land im<br \/>\nBereich der Entwicklungsplanung mehr tun muss .<\/p>\n<p>Ein wesentliches Ergebnis dieser Gro\u00dfen Anfrage ist doch &#8211; Herr Minister Studt \u2013 dass wir in diesem Bereich einen enormen Nachholbedarf haben.<br \/>\nSie schreiben dies in ihrer Antwort selbst.<\/p>\n<p>Lassen Sie mich folgendes klar und deutlich voran<br \/>\nstellen:<\/p>\n<p>Ebenso wie die Landesregierung anerkennt die CDU-Landtagsfraktion uneingeschr\u00e4nkt sowohl die Autonomie des Sports als auch das Recht auf kommunale Selbstverwaltung. Uns ist bewusst, dass die in Schleswig-Holstein traditionell gute Abstimmung zwischen der Landesregierung und dem Landessportverband einen wesentlichen Beitrag dazu leistet, unsere Vereine und Fachverb\u00e4nde bei der Bew\u00e4ltigung der vielschichtigen Herausforderungen zu unterst\u00fctzen. Und es ist dem Grunde nach nachvollziehbar, dass es bei der Bewertung der Erkenntnisse aus dieser Gro\u00dfen Anfrage eine Abstimmung zwischen Landesregierung und Landessportverband gegeben hat.<\/p>\n<p>ABER: Ihr Zust\u00e4ndigkeitsbereich, Herr Minister, geht \u00fcber den des Landessportverbands weit hinaus.<\/p>\n<p>Der Landessportverband tr\u00e4gt in erster Linie Verantwortung f\u00fcr seine Mitglieder. Sie hingegen tragen Verantwortung f\u00fcr das gro\u00dfe Ganze. Damit meine ich, dass die Landesregierung f\u00fcr den strukturellen Erhalt des Sportes zust\u00e4ndig ist.<\/p>\n<p>Wenn Sie wissen, dass der Sanierungsstau enorm hoch ist &#8211; wenn Sie wissen, dass der demografische Wandel in unserem Land stark voran schreitet &#8211; und wenn Sie wissen, dass die Kommunen allein es nicht mehr schaffen, Strukturen f\u00fcr den Sport erhalten zu k\u00f6nnen, dann finde ich, sind Sie in der Pflicht<br \/>\n&#8211; und bei 1,2 Milliarden Euro Steuermehreinnahmen in den letzten drei Jahren &#8211; ist das, was Sie liefern, wahrlich so gut wie NICHTS.<\/p>\n<p>Von insgesamt 3.500 \u00f6ffentlichen bzw.<br \/>\nnichtkommerziellen gemeldeten Sportst\u00e4tten und Schwimmb\u00e4dern, liegen circa 2.500 in kommunaler Tr\u00e4gerschaft. Dies ist ein Ergebnis unserer ersten Gro\u00dfen Anfrage.<\/p>\n<p>Hierbei zu unterst\u00fctzen und Hilfestellung zu leisten liegt in Ihrer Zust\u00e4ndigkeit als Sport- und Kommunalminister und f\u00e4llt eben nicht in den Zust\u00e4ndigkeitsbereich des Landessportverbands.<\/p>\n<p>Als Reaktion auf unsere Initiative zum Abbau des Sanierungsstaus bei Anlagen in kommunaler Tr\u00e4gerschaft wurden f\u00fcr 2015 einmalig 2 Millionen \u20ac nur f\u00fcr die Schwimmsportst\u00e4tten und nur f\u00fcr ein Jahr bereitgestellt. Als Reaktion auf das Ergebnis der aktuellen Erhebung hat der Innenminister sofort die Mittel f\u00fcr Zusch\u00fcsse zur Sportentwicklungsplanung von 5000 auf 10000 \u20ac angehoben. Immerhin, der Handlungsbedarf ist erkannt.<\/p>\n<p>Aber Problem erkannt bedeutet eben nicht immer Problem gel\u00f6st. Einmalig 2 Mio. \u20ac bei einem Investitionsstau in H\u00f6he von mindestens 55,2 Mio.<br \/>\n\u20ac sind nicht mehr als ein Tropfen auf den hei\u00dfen Stein. Und vor dem Hintergrund, dass bisher nur 15 Kommunen eine Sportentwicklungsplanung durchgef\u00fchrt haben &#8211; und nur sechs weitere diese planen &#8211; sind auch 10.000 \u20acuro allenfalls eine gut gemeinte Geste.<\/p>\n<p>Hier m\u00fcssen wir als Land deutlich mehr tun! Hier sind wir gefordert, den Prozess der Sportentwicklung flankierend zu begleiten.<\/p>\n<p>Und dies aus 3 Gr\u00fcnden:<br \/>\nWegen &#8230;:<br \/>\n1. \u2026der gro\u00dfen Bedeutung des Breitensports f\u00fcr den<br \/>\nLeistungs- und Spitzensport.<\/p>\n<p>2. \u2026 der Bedeutung des Sports als Teil der Daseinsvorsorge.<\/p>\n<p>3. &#8230; der Bedeutung des Vereinswesens f\u00fcr die Gesellschaft.<\/p>\n<p>Es ist der Breitensport, der die Basis f\u00fcr den<br \/>\nLeistungs- und Spitzensport bildet. Hier entstehen Talente. Dort werden sie gesichtet und gef\u00f6rdert.<br \/>\nZu Recht hei\u00dft es doch: Aus der Breite in die Spitze! Auch die Landesregierung kommt zu dem Schluss, dass die Vereine auf verl\u00e4ssliche Strukturen in den Kommunen angewiesen sind.<\/p>\n<p>Der Pr\u00e4sident des Landessportverbandes<br \/>\nSchleswig-Holstein, Herr Tiessen, bezeichnet unsere Vereine gerne als \u201eKitt unserer Gesellschaft\u201c und beschreibt damit bildlich genau das, was unsere \u00fcberwiegend ehrenamtlich gef\u00fchrten Vereine f\u00fcr unsere Gesellschaft leisten. Die traditionellen Werte unserer Vereine sind, Gemeinsinn und Geselligkeit, Orientierung an Gemeinwohl und Fairness und Solidarit\u00e4t.<\/p>\n<p>Im Zeitalter zunehmender Individualisierung und Digitalisierung sind diese Werte nach wie vor hochaktuell und k\u00f6nnen nicht gen\u00fcgend wertgesch\u00e4tzt werden. Gerade vor dem Hintergrund, dass in unseren Vereinen und Fachverb\u00e4nden neben rund 514.000 Erwachsenen sowie 280.000 Kinder und Jugendliche sportlich bewegt werden, gilt dies besonders. Aber beide Erhebungen zeigen deutlich, dass dieser Kitt Risse bekommt.<\/p>\n<p>Zum einen gef\u00e4hrden marode Sportst\u00e4tten unsere Vereine, denn wo sollen die Sportlerinnen und Sportler ohne sie trainieren? Aber auch unsere schnelllebige Welt, die Herausforderungen des demografischen Wandels sowie die Anforderungen in Schule und Beruf lassen diesen Kitt sp\u00fcrbar an vielen Stellen br\u00f6ckeln.<\/p>\n<p>Berufliche Anforderungen machen die Menschen mobiler, die Schule weitet sich mehr und mehr in den Ganztag aus. Der Trend zum Individualsport nimmt zu &#8211; um nur einige Beispiele zu nennen. Die Schlie\u00dfung von Schulstandorten in den l\u00e4ndlichen Bereichen zieht vermehrt die Schlie\u00dfung von Mehrzweckhallen nach sich. Mit der Folge, dass der Wettkampfbereich bei den Mannschaftssportarten gef\u00e4hrdet ist. Entfernungen zur Wahrnehmung von Sportangeboten &#8211; gerade im Elementarbereich &#8211; werden noch zeitaufwendiger. Wo sollen denn Eltern, die beide berufst\u00e4tig sind, sich die Zeit nehmen, ihre Kinder zum Sport zu bringen? Gute Sportanlagen sind also auch ein Standortfaktor.<\/p>\n<p>Wie wollen Sie &#8211; Herr Minister Studt &#8211; oder sollen wir &#8211; das vom Landessportverband ausgerufene Motto, \u201ekein Kind ohne Sport\u201c ernsthaft unterst\u00fctzen, wenn wir unseren Kommunen jetzt keine Hilfestellung leisten k\u00f6nnen?<\/p>\n<p>Hilfestellungen, damit fl\u00e4chendeckend und auf kurzem Wege bedarfsgerechte Sportst\u00e4tten und Vereinsangebote f\u00fcr unsere Kleinsten erhalten bleiben! Das will die CDU! Auch das Bonner Bundesinstitut f\u00fcr Sportwissenschaften kommt zu dem Ergebnis: &#8222;Sportentwicklungsplanung hat zunehmend einen zentralen Bezug zur Daseinsvorsorgeplanung.\u201c<\/p>\n<p>Diese Aussage best\u00e4tigt sich schon beim Studieren der Gro\u00dfen Anfrage. L\u00e4ngst sind die Vereine mit ihren vielf\u00e4ltigen Angeboten in Aufgabenbereiche hineingewachsen, die fr\u00fcher allein solche der \u00f6ffentlichen Hand waren. Gesundheits- und Gewaltpr\u00e4vention, Sport im Ganztag, Integration, Inklusion. Um nur die wesentlichen Bereiche beispielhaft zu benennen.<\/p>\n<p>Und liebe Kolleginnen und Kollegen!<br \/>\nDiese Leistung wird mit gro\u00dfem Engagement \u00fcberwiegend ehrenamtlich erbracht. Stellen Sie sich nur einmal kurz vor, die vielen Ehrenamtler im Sport w\u00fcrden streiken? Bei der Einbindung der Sportangebote der Vereine in die Ganztagsschule befinden sich diese noch viel zu h\u00e4ufig in der Position des \u201eL\u00fcckenf\u00fcllers\u201c. Hier m\u00fcssen wir landespolitisch den bildungspolitischen Bereich mehr einbinden.<\/p>\n<p>In den Sportvereinen in Schleswig-Holstein wird Inklusion in einer Vielzahl von Ma\u00dfnahmen bereits gelebt. Hier kommen sowohl der Landessportverband als auch die Landesregierung zu dem Ergebnis, dass diese Aktivit\u00e4ten weiter auszubauen sind, um immer mehr M\u00f6glichkeiten f\u00fcr ein gemeinsames Sporttreiben zu schaffen.<\/p>\n<p>Projektmittel kann das Land hierf\u00fcr bewilligen.<br \/>\nAber wie und aus welchen Mitteln sollen unsere Kommunen als Tr\u00e4ger von Sportst\u00e4tten das bewerkstelligen, wenn es allein um das Thema Barrierefreiheit geht? Hier ist die Regierung uns eine Antwort schuldig. F\u00fcr die CDU-Landtagsfraktion sind drei Bereiche die wichtigsten Kernthemen der Sportpolitik in den n\u00e4chsten zehn Jahren:<\/p>\n<p>Erstens:<br \/>\nDen Sport in Vereinen und Verb\u00e4nden weiter entwickeln und auch \u00fcber die Grenze der einzelnen Kommune hinaus.<\/p>\n<p>Zweitens:<br \/>\nDie Sanierung und der Umbau unserer Sportanlagen und -hallen sowie der Schwimmb\u00e4der, damit Sport und Bewegung \u00fcberhaupt stattfinden kann.<\/p>\n<p>Und drittens:<br \/>\nDie St\u00e4rkung des Ehrenamtes im Sport. Mit \u00fcber neunzig Prozent ehrenamtlicher T\u00e4tigkeit managt der organisierte Sport sich fast von allein. Im Vergleich zu anderen Handlungsfeldern ein lohnendes Gesch\u00e4ft f\u00fcr Staat und Gesellschaft.<\/p>\n<p>Wenn ich bedenke, dass der Sport als<br \/>\nWirtschaftsfaktor rund 90 Milliarden Euro im Jahr an Wertsch\u00f6pfung erbringt, dann k\u00f6nnen sich Bund und L\u00e4nder nicht beklagen. Unsere Vereine brauchen die Unterst\u00fctzung. Und ihnen helfen nicht allein nur \u201ewarme Worte\u201c, tolle Anstecknadeln oder h\u00fcbsche Urkunden. Die Vereine ben\u00f6tigen zeitgem\u00e4\u00dfe, bedarfsgerechte und funktionale Sportst\u00e4tten. Und wir als Land brauchen unsere Vereine mit all ihrem ehrenamtlichen Engagement f\u00fcr das Allgemeinwohl.<\/p>\n<p>Und deswegen fordern wir die Landesregierung und die sie tragenden Parteien im Landtag auf, mehr Geld f\u00fcr die Sanierung in die Hand zu nehmen und \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum die F\u00f6rderung zu verstetigen. Die CDU will zehn Jahre lang den Kommunen mindestens vier Millionen Euro Landesmittel zum Abbau des Sanierungsstaus zur Verf\u00fcgung stellen. Wir laden Sie gern ein, gemeinsam einen MASTERPLAN f\u00fcr die Entwicklung des Sports in Schleswig-Holstein zu erstellen. Sie m\u00fcssen es nur wollen!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sportst\u00e4ttensanierung ist ohne\u00a0Sportentwicklungsplanung nicht denkbar. 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