{"id":18328,"date":"2010-07-08T09:36:17","date_gmt":"2010-07-08T07:36:17","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/2010\/07\/agrarpolitik-heiner-rickers-zu-top-39-eeg-novelle-grundlich-vorbereiten-um-fehlentwicklungen-entgegenzusteuern\/"},"modified":"2010-07-08T09:36:34","modified_gmt":"2010-07-08T07:36:34","slug":"agrarpolitik-heiner-rickers-zu-top-39-eeg-novelle-grundlich-vorbereiten-um-fehlentwicklungen-entgegenzusteuern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/agrarpolitik-heiner-rickers-zu-top-39-eeg-novelle-grundlich-vorbereiten-um-fehlentwicklungen-entgegenzusteuern\/","title":{"rendered":"Agrarpolitik: Heiner Rickers zu TOP 39: EEG-Novelle gr\u00fcndlich vorbereiten, um Fehlentwicklungen entgegenzusteuern"},"content":{"rendered":"<p>\u201eBiomasse nachhaltig nutzen\u201c als Forderung der Gr\u00fcnen Fraktion, und \u00fcber eine Bundesratsinitiative das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) zum n\u00e4chstm\u00f6glichen Termin an den geforderten Ma\u00dfnahmenkatalog anzupassen, das ist auch f\u00fcr die CDU-Fraktion im Lande der richtige Weg. Der Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und FDP auf Bundesebene sieht vor, die erneuerbaren Energien konsequent auszubauen und in einem dynamischen Energiemix die konventionellen Energietr\u00e4ger kontinuierlich durch alternative, klimafreundliche Energie ersetzen.<!--more-->Das Ziel dabei ist es, die erneuerbaren Energien so schnell wie m\u00f6glich markt- und speicherf\u00e4hig zu machen, \u00dcber- und Unterf\u00f6rderungen zu vermeiden und damit die Potentiale f\u00fcr Innovation, Wachstum und Besch\u00e4ftigung in diesen Bereichen auszusch\u00f6pfen.<\/p>\n<p>Mit Wirkung zum 1. Januar 2012 soll auf<br \/>\nBundesebene eine EEG-Novelle auf den Weg gebracht werden, insofern sind die n\u00e4chsten Monate f\u00fcr eine diesbez\u00fcgliche Diskussion zu nutzen.<\/p>\n<p>Das EEG in seiner heutigen Form wurde auf Bundesebene vor vier Jahren in einer Hochpreisphase f\u00fcr landwirtschaftliche Produkte verabschiedet. Bei Milchpreisen von 40 ct\/kg und 20 \u20ac\/dt\u00a0 f\u00fcr Weizen sollte als Anreiz \u00fcber hohe Einspeiseverg\u00fctungen f\u00fcr Strom und W\u00e4rme aus erneuerbaren Energien, bei gr\u00f6\u00dftm\u00f6glichem Einsatz von Reststoffen, wie z. B. G\u00fclle, die Bereitschaft erh\u00f6ht werden, klimaschonend\u00a0 Energie besonders im Bereich Biogas zu erzeugen.<\/p>\n<p>Die Bereitschaft, auf die Energieerzeugung aus landwirtschaftlicher Produktion umzustellen, hat sich durch die Novellierung des EEG aus dem Jahr<br \/>\n2007 zu einer regelrechten Euphorie entwickelt.<\/p>\n<p>Jetzt zu Schleswig-Holstein: Der Preisverfall bei Milch und Getreide hat besonders auf dem Mittelr\u00fccken in Schleswig-Holstein die Energieerzeugung durch Biogas attraktiv gemacht.<br \/>\nEine Zeit lang war es f\u00fcr einen Landwirt lukrativer, eine Kilowattstunde Strom aus einer nach Gr\u00f6\u00dfe und Bond optimierten Biogasanlage zu produzieren als einen Liter Milch. Bonuszahlungen f\u00fcr G\u00fclleeinsatz und nachwachsende Rohstoffe, Kraft-W\u00e4rme-Kopplung, und Technologiefortschritt haben einen Anlagentyp f\u00fcr Biogas rentabel gemacht, der in einer Gr\u00f6\u00dfe von 500 KW ca. 250 Hektar Mais und G\u00fclle f\u00fcr ca. 3.000 bis 4.000 m2 ben\u00f6tigt.<\/p>\n<p>Jetzt sprie\u00dfen diese Anlagentypen wie Pilze aus dem Boden. Momentan gibt es in Schleswig-Holstein ca. 270 Biogasanlagen. Erwartet wird eine Zunahme in den n\u00e4chsten Jahren um weitere 100 Anlagen in der genannten Gr\u00f6\u00dfenordnung.<\/p>\n<p>Momentan werden ca. 165.000 Hektar Mais angebaut, wovon ca. 90.000 Hektar \u2013 mit steigender Tendenz \u2013 f\u00fcr Biogas verwendet werden. Das sind von 1 Million Hektar landwirtschaftlicher Nutzfl\u00e4che in Schleswig-Holstein fast 10 % allein f\u00fcr die Biogasproduktion. Durch die Eigenschaft von Mais, auch auf ertragsschwachen B\u00f6den zu wachsen, gibt es somit in einigen Landstrichen Schleswig-Holsteins mehrere \u2013 auch im Antrag der Gr\u00fcnen \u2013 angesprochene Problemstellungen.<\/p>\n<p>Im Kreis Schleswig-Flensburg zum Beispiel wird bei<br \/>\n105 Anlagen die Fl\u00e4che knapper und Mais sogar aus D\u00e4nemark importiert. Milch und Getreidebau sind zurzeit nicht mehr \/immer noch nicht konkurrenzf\u00e4hig.<\/p>\n<p>Es entsteht der Eindruck von Monokultur; w\u00e4hrend der Bestell- und Erntezeiten wird von der Bev\u00f6lkerung eine verst\u00e4rkte Belastung durch immer gr\u00f6\u00dfer werdende Landmaschinen wahrgenommen. Ein 14-t\u00e4giges Zeitfenster beim Maisanbau jeweils im Fr\u00fchjahr und im Herbst verst\u00e4rkt diesen Eindruck.<br \/>\nStra\u00dfensch\u00e4den und -verschmutzungen, gr\u00f6\u00dfere Siloanlagen und G\u00e4rbeh\u00e4lter, eine angebliche \u00dcberf\u00f6rderung von Biogas und dadurch entstehende Neiddebatten haben in Schleswig-Holstein zu ersten Gr\u00fcndungen von B\u00fcrgerinitiativen gegen Biogas gef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Neben der Initiative \u201eGegenwind\u201c gegen zu viele Windr\u00e4der wird durch die Mobilmachung gegen Biogas der Umbau im Energiemix zu mehr erneuerbaren Energien auch politisch nicht einfacher. Eine \u00d6kobilanz, ein Betreiben der Anlagen weiterhin von Landwirten, Fruchtfolgen einzuhalten, eine nachgewiesene sinnvolle Abw\u00e4rmenutzung, Regelungen \u00fcber Belastungen bei Ernte und Betrieb, Stra\u00dfensch\u00e4den, angemessene Einspeiseverg\u00fctungen, die nicht die Lebensmittelproduktion verdr\u00e4ngen \u2013 das sind die Ans\u00e4tze, die m\u00f6glichst zeitnah in eine EEG-Novellierung einflie\u00dfen sollten. Dabei gibt es auf Bundesebene aber sehr unterschiedliche Ausrichtungen.<\/p>\n<p>Um mit Biogas nachhaltig, \u00f6kologisch sinnvoll und gleichzeitig den l\u00e4ndlichen Raum st\u00e4rkend, zur Grundlastsicherung im Energiemix der Zukunft beitragen zu k\u00f6nnen, bedarf es noch intensiver Beratungen, die wir gern im zust\u00e4ndigen Umwelt- und Agrarausschuss\u00a0 gemeinsam weiterf\u00fchren sollten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eBiomasse nachhaltig nutzen\u201c als Forderung der Gr\u00fcnen Fraktion, und \u00fcber eine Bundesratsinitiative das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) zum n\u00e4chstm\u00f6glichen Termin an den<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","footnotes":""},"categories":[5],"tags":[],"class_list":["post-18328","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-politik-wirtschaft"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18328","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=18328"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18328\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=18328"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=18328"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=18328"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}