{"id":18449,"date":"2010-07-12T12:53:17","date_gmt":"2010-07-12T10:53:17","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/?p=18449"},"modified":"2010-07-13T13:19:08","modified_gmt":"2010-07-13T11:19:08","slug":"unternehmer-sind-dealer-fur-arbeitssuchtige-workaholism-gefahr-spitzt-sich-im-heutigen-arbeitsalltag-zu","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/unternehmer-sind-dealer-fur-arbeitssuchtige-workaholism-gefahr-spitzt-sich-im-heutigen-arbeitsalltag-zu\/","title":{"rendered":"&#8222;Unternehmer sind Dealer f\u00fcr Arbeitss\u00fcchtige&#8220; &#8211; Workaholism-Gefahr spitzt sich im heutigen Arbeitsalltag zu"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" style=\"border: 0pt none;\" src=\"http:\/\/img.pte.at\/\/lowrespics\/1269364480i11537.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" width=\"338\" height=\"246\" align=\"middle\" \/>Immer  mehr Menschen sind s\u00fcchtig nach Anerkennung durch Arbeit (Foto:   SINC\/Olmo Calvo) Valencia\/Bremen (pte\/24.03.2010\/06:10) &#8211;<\/p>\n<p><!-- LIVING AD - VIDEOADD CONTENT START \/\/-->Die Gefahr, zum Workaholic zu werden, steigt in der Arbeitswelt.  &#8222;Personalf\u00fchrung und Arbeitsplatzgestaltung sind heute darauf  ausgerichtet, dass der Einzelne im Job das Letzte aus sich herausholt.  Es ist bedenklich, wenn das Selbstbewusstsein eines Menschen nur von der  Anerkennung abh\u00e4ngt, die sie durch Arbeit erfahren. Das wird jedoch  gef\u00f6rdert&#8220;, erkl\u00e4rt Holge Heide, Leiter des Instituts f\u00fcr  sozial\u00f6konomische Handlungsforschung an der Universit\u00e4t Bremen <a href=\"http:\/\/www.seari.uni-bremen.de\/\" target=\"_blank\">http:\/\/www.seari.uni-bremen.de<\/a>,  im pressetext-Interview.<!--more-->Spezieller Kritikpunkt Heides ist der Trend der &#8222;selbstst\u00e4ndigen  Unselbstst\u00e4ndigen&#8220;. Unternehmen \u00fcbertragen Mitarbeitern stets mehr  Entscheidungskompetenz und Flexibilit\u00e4t mit dem Ziel, dem maximalen  Output dadurch noch n\u00e4her zu kommen. &#8222;Mit dem Erreichen dieses Ziels ist  Anerkennung verbunden. Damit nehmen die Situationen zu, in der Menschen  ihre Arbeitssucht ausleben k\u00f6nnen, wobei Unternehmen wie Dealer  wirken&#8220;, so der Sozial\u00f6konom. Arbeitssucht sei dabei, das fr\u00fchere Leid  des Arbeiters an einem monotonen, die Produktivit\u00e4t senkenden  Acht-Stunden-Tages zu ersetzen.<!--more--><strong>Auch wenig Arbeit kann s\u00fcchtig machen<\/strong><\/p>\n<p>Forscher um Mario Del L\u00edbano von der spanischen Universit\u00e4t Jaume <a href=\"http:\/\/www.uji.es\/UK\/\" target=\"_blank\">http:\/\/www.uji.es\/UK\/<\/a> setzen in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift &#8222;Psicotema&#8220; die f\u00fcr  Arbeitssucht kritische Arbeitszeit mit 50 Stunden an. Derartige  quantitative Angaben w\u00fcrden der Problematik jedoch kaum gerecht, warnt  Heide. Auch der spanische Vorschlag, \u00fcberm\u00e4\u00dfige oder zwanghafte Arbeit  als wichtigste Merkmale zu sehen, sei mit Vorsicht zu genie\u00dfen.  &#8222;Entscheidend ist die krankhafte Fixierung auf Arbeit. Manche  Arbeitss\u00fcchtige k\u00f6nnen vor lauter Stress kaum arbeiten und versuchen  st\u00e4ndig, sich von etwas zu erholen, das sie noch nicht getan haben&#8220;, so  der Experte.<\/p>\n<p>Krankhaft ist f\u00fcr Heide Arbeit dann, wenn sie zum \u00dcberlebensmittel  geworden ist. &#8222;Das Problem ist in erster Linie ein psychisches.  Betroffene versuchen oft unbewusst, durch die Arbeit eine sonst  ausbleibende Anerkennung zu erhalten. Falls das Ziel nicht erreicht  wird, will man zumindest beweisen k\u00f6nnen, dass man es lange versucht  hat, was auch lange Arbeitszeiten bewirken kann.&#8220; Um M\u00fcdigkeit und  Schlafbed\u00fcrfnis des K\u00f6rpers zu \u00fcberwinden, putschen sich Arbeitss\u00fcchtige  mit ihrer Arbeit auf, die wie eine Droge wirken kann.<\/p>\n<p><strong>Einstellung zur Arbeit \u00fcberdenken<\/strong><\/p>\n<p>Die Tatsache, dass Arbeit so hoch angesehen wird, erschwert es  Workaholics ungemein, ihr ungesundes Verh\u00e4ltnis zur Arbeit zu erkennen.  &#8222;Wenn man seine Sucht einsieht, ist es in vielen F\u00e4llen schon zu sp\u00e4t.  Oft gelingt es erst nach einem Burnout, k\u00f6rperlichen Zusammenbruch oder  sogar Herzinfarkt&#8220;, so Heide. Zuvor schrecken die meisten davor zur\u00fcck,  sich als arbeitss\u00fcchtig zu outen. &#8222;Sie f\u00fcrchten, damit ein lautes  Loslachen zu produzieren. Doch auch anonyme Selbsthilfegruppen f\u00fcr  Arbeitss\u00fcchtige haben nur geringen Zulauf, obwohl das Problem viele  betrifft.&#8220;<\/p>\n<p>Die Gruppe um Del L\u00edbano beschreibt, dass bestimmte finanzielle oder  famili\u00e4re Vorbedingungen h\u00e4ufig unter Arbeitss\u00fcchtigen anzutreffen  sind. H\u00e4ufig w\u00fcrden Betroffene versuchen, durch Arbeit einen Ausgleich  zu schaffen f\u00fcr Angst vor Arbeitsplatzverlust, zunehmenden Wettbewerb  oder auch f\u00fcr fehlende pers\u00f6nliche Zuneigung. Ung\u00fcnstig seien auch zu  hohe eigene Erfolgsvorgaben oder die Furcht vor einem dominierenden,  fordernden oder bedrohlichem Chef.<\/p>\n<p>Abstract der spanischen Studie: <a href=\"http:\/\/www.ncbi.nlm.nih.gov\/pubmed\/20100441\" target=\"_blank\">http:\/\/www.ncbi.nlm.nih.gov\/pubmed\/20100441<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Immer mehr Menschen sind s\u00fcchtig nach Anerkennung durch Arbeit (Foto: SINC\/Olmo Calvo) Valencia\/Bremen (pte\/24.03.2010\/06:10) &#8211; Die Gefahr, zum Workaholic zu<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","footnotes":""},"categories":[10],"tags":[],"class_list":["post-18449","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-lubeck-lupe"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18449","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=18449"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18449\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=18449"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=18449"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=18449"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}