{"id":184553,"date":"2015-08-13T16:54:59","date_gmt":"2015-08-13T14:54:59","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/?p=184553"},"modified":"2015-08-14T16:56:52","modified_gmt":"2015-08-14T14:56:52","slug":"diskussion-ueber-gastfreundschaft-in-den-religionen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/diskussion-ueber-gastfreundschaft-in-den-religionen\/","title":{"rendered":"Diskussion \u00fcber Gastfreundschaft in den Religionen"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_184554\" aria-describedby=\"caption-attachment-184554\" style=\"width: 500px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/Bild_PM_2015_08_12_St_Annen_Podiumsdiskussion.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-184554\" src=\"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/Bild_PM_2015_08_12_St_Annen_Podiumsdiskussion.jpg\" alt=\"Mahir \u00d6t\u00fcn (v.l.), Prof. Dr. Rolf Verleger, Pr\u00f6pstin Petra Kallies, Pastorin Margrit Kehring-Ilbold und Prof. Dr. Anand Srivastav bei der Podiumsdiskussion im St. Annen-Museum.\" width=\"500\" height=\"329\" srcset=\"https:\/\/hier-luebeck.de\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/Bild_PM_2015_08_12_St_Annen_Podiumsdiskussion.jpg 500w, https:\/\/hier-luebeck.de\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/Bild_PM_2015_08_12_St_Annen_Podiumsdiskussion-320x211.jpg 320w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-184554\" class=\"wp-caption-text\">Mahir \u00d6t\u00fcn (v.l.), Prof. Dr. Rolf Verleger, Pr\u00f6pstin Petra Kallies, Pastorin Margrit Kehring-Ilbold und Prof. Dr. Anand Srivastav bei der Podiumsdiskussion im St. Annen-Museum.<\/figcaption><\/figure>\n<p>Im L\u00fcbecker St. Annen-Museum veranstaltete der Kirchenkreis L\u00fcbeck-Lauenburg in Zusammenarbeit mit den L\u00fcbecker Museen am Dienstag, 11. August 2015, eine Podiumsdiskussion unter dem Motto \u201eFremde Freunde?\u201c. Pr\u00f6pstin Petra Kallies moderierte die Gespr\u00e4chsrunde, in der es um den Wert der Gastfreundschaft in der Religion ging. Die Veranstaltung fand im Rahmen der Ausstellung \u201eSalaam L\u00fcbeck. Muslimisches Leben in der Hansestadt\u201c statt. Auf dem Podium sa\u00dfen Religionsvertreter von Christentum, Judentum, Islam und Hinduismus.<!--more--><\/p>\n<p>\u201eEinem Gast gegen\u00fcber gewaltt\u00e4tig zu werden, gilt als Frevel: wer aus irgendeinem Grund zu ihnen (den Germanen) kommt, den sch\u00fctzen sie vor Unrecht und behandeln ihn wie einen Unverletzlichen; ihm stehen die H\u00e4user aller offen, und er hat Teil an ihrem Leben.\u201c Mit diesem altr\u00f6mischen Zitat und der Frage von Pr\u00f6pstin Petra Kallies \u201eWelchen Stellenwert hat Gastfreundschaft in den Religionen?\u201c begann der Abend. Soziologe Mahir \u00d6t\u00fcn erl\u00e4uterte dazu eine Sure aus dem Koran, in der Abraham seine G\u00e4ste mit einem Kalb bewirtet. Nach den Gesetzen der Gastfreundschaft stehe im Islam der Fremde unter dem eigenen Dach immer unter dem Schutz des Gastgebers. Der als Berater f\u00fcr Menschen mit Migrationshintergrund t\u00e4tige \u00d6t\u00fcn beschrieb, dass die Herzlichkeit von muslimischer Gastfreundschaft selbst f\u00fcr den Handwerker gelte, der unter fremdem Dach seine Arbeit verrichte.<\/p>\n<p>Psychologieprofessor Dr. Rolf Verleger veranschaulichte anhand des 3. Buches Moses, Kapitel 19, die hohe Wertsch\u00e4tzung der Gastfreundschaft im Judentum und dass G\u00e4ste ein besonderer Segen f\u00fcr jedes Zuhause seien. Gleichzeitig warf der Mitbegr\u00fcnder der J\u00fcdischen Gemeinde L\u00fcbeck die Frage auf, wie es sich mit der Gastfreundschaft zwischen den verschiedenen Religionen verh\u00e4lt. \u201eDenn es ist nicht immer einfach, partnerschaftlich miteinander umzugehen\u201c, sagte Pastorin Margrit Kehring-Ilbold, die das Projekt \u201eInternationale Gemeinde L\u00fcbeck\u201c verantwortet. In der St.-Lorenz-Gemeinde betreut sie rund 15 verschiedene Nationalit\u00e4ten. \u201eGegenseitige Achtung und Ehrlichkeit\u201c sind nach ihren Worten die notwendigen Pfeiler f\u00fcr Gastfreundschaft. Im hinduistischen Glauben habe Gastfreundschaft eine hohe Bedeutung, sagte Prof. Dr. Anand Srivastav; man begegne G\u00e4sten auch ohne formellen Rahmen. So werden auch unangemeldete Besucher mit Tee und S\u00fc\u00dfigkeiten empfangen, gewertsch\u00e4tzt und verehrt. Anl\u00e4sslich des hinduistischen Lichterfests \u201eDiwali\u201c werde gemeinsam mit den G\u00e4sten gebetet \u2013 mit entz\u00fcndeten Kerzen \u00fcberall im Haus. Indien sei ein tiefreligi\u00f6ses Land, verwurzelt im Hinduismus, der mit islamischen Elementen versehen ist. Der\u00a0 Anteil der Muslime liege bei 13.4 % der rund 1,2 Milliarden Einwohner Indiens.<\/p>\n<p>Mit Blick auf die Ausstellung \u201eSalaam L\u00fcbeck. Muslimisches Leben in der Hansestadt\u201c forderte er zum Dialog auf, wie Gastlichkeit in Deutschland erlebt werde. Er sprach davon, dass sich in Deutschland \u201eeine Fremdenangst verfestigt\u201c habe. Dabei liege seiner Meinung nach gerade in der \u00d6ffnung eine M\u00f6glichkeit, dem enormen Fachkr\u00e4ftemangel entgegenzutreten. \u201eEs braucht zum einen Gesetze und Politik, dass Deutschland zur neuen Heimat wird\u201c, res\u00fcmierte Pr\u00f6pstin Petra Kallies, zum anderen sei die pers\u00f6nliche Begegnung wichtig, damit der Weg in unsere Gemeinschaft geebnet werde. \u201eIch w\u00fcnsche uns allen, dass wir mutiger werden, auch Menschen aus anderen Kulturen willkommen zu hei\u00dfen.\u201c<\/p>\n<p>In der Ausstellung \u201eSalaam L\u00fcbeck. Muslimisches Leben in der Hansestadt\u201c wird gezeigt, wie muslimisches Leben in L\u00fcbeck praktiziert wird und die Stadt bereichert. In L\u00fcbeck leben etwa 13.000 Muslime, die aus knapp 20 L\u00e4ndern stammen und zum Teil bereits in der dritten Generation hier ans\u00e4ssig sind. Die noch bis zum 16. August 2015 ge\u00f6ffnete Sonderausstellung\u00a0 gibt Einblicke in den Alltag einiger in der Stadt lebender Muslime, zeigt eine Presseschau der L\u00fcbecker Nachrichten aus den vergangenen sechs Jahrzehnten zur Zuwanderungsgeschichte und besondere Sammlungsst\u00fccke der L\u00fcbecker V\u00f6lkerkundesammlung.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im L\u00fcbecker St. Annen-Museum veranstaltete der Kirchenkreis L\u00fcbeck-Lauenburg in Zusammenarbeit mit den L\u00fcbecker Museen am Dienstag, 11. 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