{"id":188069,"date":"2015-09-21T06:47:02","date_gmt":"2015-09-21T04:47:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/?p=188069"},"modified":"2015-09-21T06:47:02","modified_gmt":"2015-09-21T04:47:02","slug":"bischoefin-fehrs-begruesst-berufung-zivilgesellschaftlicher-vertreter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/bischoefin-fehrs-begruesst-berufung-zivilgesellschaftlicher-vertreter\/","title":{"rendered":"Bisch\u00f6fin Fehrs begr\u00fc\u00dft Berufung zivilgesellschaftlicher Vertreter"},"content":{"rendered":"<p>Kirsten Fehrs, Bisch\u00f6fin im Sprengel Hamburg und L\u00fcbeck der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche), hat am 18. September begr\u00fc\u00dft, dass die Freie und Hansestadt Hamburg auch Akteure aus der Zivilgesellschaft in den Aufsichtsrat der Bewerbungsgesellschaft f\u00fcr die Olympischen Spiele berufen hat. \u201eDie Spiele k\u00f6nnen eine Chance f\u00fcr Hamburg sein, wenn sie eine nachhaltige Stadtentwicklung bef\u00f6rdern und aufmerksam die B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger beteiligen\u201c, sagte die Bisch\u00f6fin anl\u00e4sslich der ersten Sitzung des Aufsichtsrates. Neben Aufsichtsratsvertretern aus Naturschutz und Gewerkschaft wird auch die Nordkirche im Bewerbungsprozess vertreten sein. Bisch\u00f6fin Fehrs: \u201eIch bin froh, dass Pr\u00f6pstin und Hauptpastorin Dr. Ulrike Murmann diese Aufgabe f\u00fcr die Nordkirche wahrnimmt und den Prozess der Bewerbung im Detail konstruktiv und kritisch begleiten wird.\u201c<br \/>\nDie Stellungnahme der Bisch\u00f6fin im Wortlaut:<\/p>\n<p>\u201eOlympia ist die Idee vom friedlichen Zusammenspiel der Weltgesellschaft. In einer von Kriegen und Konflikten gepr\u00e4gten Welt ist dieser Gedanke von Frieden und V\u00f6lkerverst\u00e4ndigung wichtiger denn je. Seit einigen Jahren bereichern daneben die Paralympics durch eine beispielhaft gelebte Inklusion die olympische Idee. Diese Vision hat eine beeindruckende Strahlkraft, und gerade aus christlicher Sicht ist es naheliegend, f\u00fcr diese Werte einzutreten.<\/p>\n<p>Allerdings findet auch der Sport nicht au\u00dferhalb der politischen Realit\u00e4t statt. Sport-Gro\u00dfveranstaltungen sind immer auch gepr\u00e4gt von \u00f6konomischen und politischen Interessen. Sie k\u00f6nnen dazu f\u00fchren, dass die daf\u00fcr verbrauchten Ressourcen andernorts fehlen. Sie k\u00f6nnen die Umwelt belasten und sogar die Spaltung der Gesellschaft vertiefen. Das lie\u00df sich an anderen Austragungsorten der Olympischen Spiele immer wieder beobachten.<\/p>\n<p>Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit sollten daher Schl\u00fcsselbegriffe sein, wenn Hamburg sich um Olympische Spiele bewirbt. Gr\u00f6\u00dftm\u00f6gliche Transparenz und B\u00fcrgern\u00e4he m\u00fcssen hinzukommen. Das gilt f\u00fcr die Vorbereitung und den Bau der Sportst\u00e4tten, aber auch w\u00e4hrend der Olympischen Spiele und nach dem Ende der Wettk\u00e4mpfe.<\/p>\n<p>Die Olympischen Spiele k\u00f6nnen f\u00fcr die Stadt eine Chance sein, wenn sie eine nachhaltige Stadtentwicklung f\u00f6rdern. Dazu geh\u00f6rt, dass die Sportanlagen und die Sportlerunterk\u00fcnfte sinnvoll nachgenutzt werden und dass die Energie- und Wasserversorgung ebenso wie die Verkehrsplanung\u00a0 an sozialen und \u00f6kologischen Kriterien ausgerichtet werden. Auch ist wichtig, dass das Wohnen in den neu entstehenden Stadtvierteln ebenfalls f\u00fcr Menschen mit geringem Einkommen m\u00f6glich ist. Und schlie\u00dflich sollten auch kleine Unternehmen und Gesch\u00e4fte von den \u00f6ffentlichen Ausgaben f\u00fcr Olympia profitieren.<\/p>\n<p>Auch nach einem positiven Olympia-Referendum im November 2015 sollte die Stadt klar machen, dass sie sich Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit nicht abhandeln l\u00e4sst. Dazu geh\u00f6rt, dass sie den politischen Mut haben muss, aus der Bewerbung auszusteigen, wenn die eigenen Grunds\u00e4tze durch Forderungen der Veranstalter bedroht werden.<\/p>\n<p>In vielen dieser Forderungen wissen wir uns einig mit Umwelt- und Sozialverb\u00e4nden, Gewerkschaften und anderen Akteuren der Zivilgesellschaft. Es ist sehr anerkennenswert, dass die Stadt diese Organisationen ausdr\u00fccklich zur Mitarbeit im Aufsichtsrat der Bewerbergesellschaft eingeladen hat.<\/p>\n<p>Ich bin froh, dass Pr\u00f6pstin und Hauptpastorin Dr. Ulrike Murmann diese Aufgabe wahrnimmt und den Prozess der Bewerbung im Detail konstruktiv und kritisch begleiten wird. Von besonderem Gewicht sind ferner die Anfragen des Diakonischen Werkes Hamburg, das Spiele ohne Armutsrisiko fordert. Die Mitarbeitenden dort werden in besonderer Weise soziale H\u00e4rten oder Benachteiligungen im Blick behalten und ihre Stimme erheben, wenn sie die Belange der Armen gef\u00e4hrdet sehen. Auch hierf\u00fcr bin ich Landespastor Dirk Ahrens sehr dankbar.<\/p>\n<p>Zwei Aspekte geh\u00f6ren f\u00fcr mich au\u00dferdem zu den Olympischen Spielen dazu. Zum einen ist ein solches Weltereignis auch eine Chance, den Dialog der Religionen voranzubringen, \u00e4hnlich wie es bei der Internationalen Gartenbauausstellung in Wilhelmsburg mit dem \u201aGarten der Weltreligionen\u2018 geschehen ist. Wir erleben weltweit, dass die Vision einer friedlichen Welt nicht denkbar ist ohne ein friedliches Zusammenleben der Religionen.<\/p>\n<p>Zum anderen ist auch das Kulturbegleitprogramm w\u00e4hrend der Olympischen Spiele wichtig, denn die Kunst ist wie der Sport und die Religion eine elementare Lebens\u00e4u\u00dferung des Menschen. Gerade K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstler spiegeln die sensiblen Bereiche der Stadt und der Gesellschaft wider und hinterfragen sie kritisch. Sie sollten dabei nicht nur Aush\u00e4ngeschilder sein, sondern brauchen auch selbst Unterst\u00fctzung.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kirsten Fehrs, Bisch\u00f6fin im Sprengel Hamburg und L\u00fcbeck der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche), hat am 18. September begr\u00fc\u00dft, dass<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","footnotes":""},"categories":[20],"tags":[17301],"class_list":["post-188069","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-besondere-neuigkeiten","tag-bischoefin-fehrs-begruesst-berufung-zivilgesellschaftlicher-vertreter"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/188069","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=188069"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/188069\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":188070,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/188069\/revisions\/188070"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=188069"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=188069"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=188069"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}