{"id":190250,"date":"2015-10-12T07:08:06","date_gmt":"2015-10-12T05:08:06","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/?p=190250"},"modified":"2015-10-12T07:09:09","modified_gmt":"2015-10-12T05:09:09","slug":"wildschweine-profitieren-vom-klimawandel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wildschweine-profitieren-vom-klimawandel\/","title":{"rendered":"Wildschweine profitieren vom Klimawandel"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_190251\" aria-describedby=\"caption-attachment-190251\" style=\"width: 320px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/Sus_scrofa_1_-_Otter_Owl_and_Wildlife_Park.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-190251\" src=\"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/Sus_scrofa_1_-_Otter_Owl_and_Wildlife_Park-320x218.jpg\" alt=\"Sus_scrofa_1_-_Otter,_Owl,_and_Wildlife_Park\" width=\"320\" height=\"218\" srcset=\"https:\/\/hier-luebeck.de\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/Sus_scrofa_1_-_Otter_Owl_and_Wildlife_Park-320x218.jpg 320w, https:\/\/hier-luebeck.de\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/Sus_scrofa_1_-_Otter_Owl_and_Wildlife_Park-498x340.jpg 498w, https:\/\/hier-luebeck.de\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/Sus_scrofa_1_-_Otter_Owl_and_Wildlife_Park-600x409.jpg 600w, https:\/\/hier-luebeck.de\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/Sus_scrofa_1_-_Otter_Owl_and_Wildlife_Park.jpg 733w\" sizes=\"auto, (max-width: 320px) 100vw, 320px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-190251\" class=\"wp-caption-text\">Sus_scrofa_1_-_Otter,_Owl,_and_Wildlife_Park<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Wildschweine profitieren vom Klimawandel &#8211;\u00a0<\/strong>Wissenschaftlern ist es erstmals gelungen eindeutig nachzuweisen, dass Wildschweine sogar \u00fcber Klimazonen hinweg von immer milderen Wintern profitieren.\u00a0 Diese seien europaweit Hauptursache f\u00fcr den Anstieg der Wildschweinbest\u00e4nde, so die Forscher der Veterin\u00e4rmedizinischen Universit\u00e4t Wien. In k\u00e4lteren Regionen Europas sei der Einfluss des Klimawandels und der damit milderen Winter auf das Anwachsen der Wildschweinpopulation gr\u00f6\u00dfer als in w\u00e4rmeren Regionen, so die Forscher.<!--more--> Selbst \u00fcberdurchschnittlich kalte Winter, die sporadisch auftauchen, h\u00e4tten kaum mehr negative Effekte auf die Population. Dies liege nach Angaben der Experten des universit\u00e4tseigenen Forschungsinstituts f\u00fcr Wildtierkunde und \u00d6kologie an ausreichend vorhandener nat\u00fcrlicher Nahrung durch Bucheckern. Sogenannte Mastjahre mit besonders ergiebiger Samenproduktion h\u00e4tten seit den 1980er Jahren in ihrer H\u00e4ufigkeit deutlich zugenommen. Die Wissenschaftler haben f\u00fcr ihre Studie Jagdstatistiken aus 150 Jahren f\u00fcr 69 Regionen aus 12 europ\u00e4ischen L\u00e4ndern ausgewertet. Ihre Schlussfolgerung: Der Klimawandel beeinflusse die Populationsentwicklung direkt, indem die Flaschenhalsfunktion von kalten Wintern auf \u00dcberleben und Reproduktion bei Wildschweinen nahezu g\u00e4nzlich fehle. Indirekt sorge der Klimawandel dar\u00fcber hinaus f\u00fcr immer mehr Futter: Buchen produzieren immer h\u00e4ufiger gro\u00dfe Mengen energiereicher Samen. Bucheckern aber auch Eicheln sind dann vom Herbst bis zum folgenden Fr\u00fchjahr verf\u00fcgbar. Heranwachsende Wildschweine k\u00f6nnen so selbst harte Winter \u00fcberleben und erwachsene Tiere k\u00f6nnen Energiereserven anlegen f\u00fcr die Fortpflanzung, folgern die Forscher.<\/p>\n<p>Wildschweine sind laut Wissenschaftlern anpassungsf\u00e4hige Generalisten und k\u00f6nnen deshalb besonders gut vom Klimawandel profitieren &#8211; anders als Rehe, die zu den Spezialisten z\u00e4hlen. Weibliche Wildschweine (Bachen) bekommen beispielsweise durchschnittlich 5 Junge pro Wurf, der Zeitpunkt der Geburt ist im Jahresverlauf flexibel mit Schwerpunkt im Fr\u00fchjahr. Zudem k\u00f6nnen Wildschweine bei guter Nahrungsgrundlage bereits im Geburtsjahr geschlechtsreif werden und erreichen ein Alter von bis zu 12 Jahren. Zum Vergleich: Rehe geb\u00e4ren nur 1 bis 2 Kitze in einem engen, gleichbleibenden Zeitfenster im sp\u00e4ten Fr\u00fchjahr. Die Geschlechtsreife bei Rehen tritt erst im zweiten Lebensjahr ein.<\/p>\n<p>Der Deutsche Jagdverband (DJV) hat bereits mehrfach auf den Zusammenhang von Klimawandel und Anstieg der Wildschweinpopulation hingewiesen. Europaweit ist das Wildschwein auf dem Vormarsch und besiedelt inzwischen sogar k\u00e4ltere Bergregionen in \u00d6sterreich und in der Schweiz. Mit D\u00e4nemark und Schweden hat der anpassungsf\u00e4hige Allesfresser auch Nordeuropa erobert. Durch Jagd l\u00e4sst sich das Anwachsen der Population zwar auf regionaler Ebene effektiv eind\u00e4mmen, eine weitere Ausbreitung des Wildschweins kann jedoch nicht verhindert werden. Unter anderem deshalb, weil der Mensch die Kulturlandschaft in den vergangenen 30 Jahren massiv umgestaltet hat. So stieg die Anbaufl\u00e4che von Raps und Mais in diesem Zeitraum um das 26-fache, der Ertrag pro Fl\u00e4che &#8211; und damit die verf\u00fcgbare Wildschweinnahrung &#8211; hat sich auf deutschen Feldern nahezu verdreifacht. Zudem sorgt der derzeit laufende Umbau zu naturnahen W\u00e4ldern mit hohem Buchenanteil in den n\u00e4chsten Jahrzehnten gro\u00dffl\u00e4chig f\u00fcr weitere Nahrung.<\/p>\n<p>Anl\u00e4sslich der Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) von Russland bis in die Europ\u00e4ische Union fordert der DJV von der Politik weitere Anreize f\u00fcr die Bejagung von Wildschweinen in Deutschland, etwa den Erlass der Geb\u00fchren f\u00fcr Trichinenproben bei Frischlingen. Sie sind mit \u00fcber 50 Prozent an der Reproduktion beteiligt.<\/p>\n<p>Die wissenschaftliche Studie der Veterin\u00e4rmedizinischen Universit\u00e4t Wien:<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/journals.plos.org\/plosone\/article?id=10.1371\/journal.pone.0132178\" target=\"_blank\">http:\/\/journals.plos.org\/plosone\/article?id=10.1371\/journal.pone.0132178<\/a><\/p>\n<p>Weitere Informationen zum Thema:<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.jagdverband.de\/node\/404\" target=\"_blank\">http:\/\/www.jagdverband.de\/node\/404<\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.jagdverband.de\/node\/403\" target=\"_blank\">http:\/\/www.jagdverband.de\/node\/403<\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.jagdverband.de\/sites\/default\/files\/4842_Grafik_01-2014_02_Jagdstatistik.jpg\" target=\"_blank\">http:\/\/www.jagdverband.de\/sites\/default\/files\/4842_Grafik_01-2014_02_Jagdstatistik.jpg<\/a><br \/>\nWildschweine profitieren vom Klimawandel<br \/>\n(Quelle: Niesters\/DJV)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wildschweine profitieren vom Klimawandel &#8211; Wissenschaftlern ist es erstmals gelungen eindeutig nachzuweisen, dass Wildschweine sogar \u00fcber Klimazonen hinweg von immer milderen Wintern profitieren.  Diese seien europaweit Hauptursache f\u00fcr den Anstieg der Wildschweinbest\u00e4nde, so die Forscher der Veterin\u00e4rmedizinischen Universit\u00e4t Wien. In k\u00e4lteren Regionen Europas sei der Einfluss des Klimawandels und der damit milderen Winter auf das Anwachsen der Wildschweinpopulation gr\u00f6\u00dfer als in w\u00e4rmeren Regionen, so die Forscher.<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":190251,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","footnotes":""},"categories":[20,9],"tags":[17511],"class_list":["post-190250","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-besondere-neuigkeiten","category-sport-freizeit","tag-wildschweine-profitieren-vom-klimawandel"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/190250","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=190250"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/190250\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":190252,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/190250\/revisions\/190252"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/190251"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=190250"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=190250"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=190250"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}