{"id":190351,"date":"2015-10-12T14:53:02","date_gmt":"2015-10-12T12:53:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/?p=190351"},"modified":"2015-10-12T14:53:02","modified_gmt":"2015-10-12T12:53:02","slug":"entzuendliches-rheuma-die-nako-will-vorbeugung-und-frueherkennung-verbessern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/entzuendliches-rheuma-die-nako-will-vorbeugung-und-frueherkennung-verbessern\/","title":{"rendered":"Entz\u00fcndliches Rheuma Die NAKO will Vorbeugung und Fr\u00fcherkennung verbessern"},"content":{"rendered":"<p><strong>Entz\u00fcndliches Rheuma &#8211;\u00a0<\/strong><strong>Die NAKO will Vorbeugung und Fr\u00fcherkennung verbessern\u00a0<\/strong>12.10.2015 &#8211; Heidelberg. 20 Millionen Deutsche leiden an Krankheiten der Bewegungsorgane wie Arthrosen, Osteoporose oder chronischen R\u00fcckenschmerzen. Etwa 5 Millionen davon sind von schweren Arthrosen, 1,5 Millionen von entz\u00fcndlichem Rheuma betroffen, einem Sammelbegriff, hinter dem sich mehr als 100 verschiedene Erkrankungen verbergen. Die rheumatoide Arthritis (RA) ist mit rund 550.000 Betroffenen die h\u00e4ufigste entz\u00fcndliche Gelenkerkrankung. <!--more-->Oft wird sie erst nach einer langen Leidensgeschichte diagnostiziert. Im Rahmen der Nationalen Kohorte (NAKO), Deutschlands gr\u00f6\u00dfter Gesundheitsstudie, widmen sich die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen auch der rheumatoiden Arthritis und den Arthrosen. Sie rechnen mit zahlreichen Erkenntnissen, um Schmerzen und Leid der Betroffenen zu verringern. Dreh- und Angelpunkt f\u00fcr eine effektive Behandlung ist die fr\u00fchzeitige Diagnosestellung.<\/p>\n<p>Rheumatoide Arthritis &#8211; ein Schwergewicht<\/p>\n<p>&#8222;Aufgrund der unklaren Symptomatik dauert es im Durchschnitt \u00a0ein Jahr, bis die Diagnose RA gestellt wird.\u00a0 Eine schmerzvolle Zeit, die je nach Schweregrad von massiven Bewegungseinschr\u00e4nkungen im Alltag, irreversiblen Deformationen der betroffenen Gelenke und dem Verlust der Erwerbst\u00e4tigkeit gepr\u00e4gt ist.\u00a0 W\u00fcnschenswert ist es aber, dem Patienten innerhalb von drei Monaten Gewissheit zu geben und dann auch gleich intervenieren zu k\u00f6nnen&#8220;, erl\u00e4utert Prof. Dr. Gromnica-Ihle, Pr\u00e4sidentin der Deutschen Rheuma-Liga. Inzwischen ist bekannt, dass die RA mit einem erh\u00f6hten kardiovaskul\u00e4ren Risiko verbunden ist\u00a0&#8211; bei RA-Patienten ist das Risiko f\u00fcr einen Herzinfarkt doppelt so hoch (1).\u00a0\u00a0Auch im Kontext mit anderen chronischen Erkrankungen scheint die RA eine wichtige Rolle zu spielen. Beispiel Krebs: Personen, die an rheumatoider Arthritis erkrankt sind, haben ein mindestens verdoppeltes Lymphomrisiko (2), \u00a0auch das Risiko f\u00fcr Hautkrebs ist doppelt so hoch (3). Die Krankheitslast f\u00fcr Betroffene und die Gesellschaft ist erheblich. Eine gute Behandlung kann hingegen die Risiken deutlich reduzieren, das Leben verl\u00e4ngern (4) und Fehlzeiten bei der Arbeit verhindern (5).<\/p>\n<p>Ein Fall f\u00fcr die NAKO<\/p>\n<p>Angesichts der im Vergleich zu anderen entz\u00fcndlichen Rheumaerkrankungen hohen Fallzahlen, aber auch wegen ihrer nachgewiesenen Assoziation mit anderen Erkrankungen steht die RA im Fokus der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. &#8222;Die Kenntnis, ob ein Proband an einer bisher nicht entdeckten, bekannten, aber nicht ausreichend gut behandelten rheumatoiden Arthritis leidet, ist auch essentiell f\u00fcr die Beurteilung seines kardiovaskul\u00e4ren Risikos&#8220;, so Dr. med. Oliver Sander, Poliklinik, Funktionsbereich &amp; Hiller Forschungszentrum f\u00fcr Rheumatologie Heinrich-Heine-Universit\u00e4t, D\u00fcsseldorf und Modulverantwortlicher in der NAKO. Im Rahmen des NAKO-Studienprogramms werden bundesweit 200.000 M\u00e4nner und Frauen nach Beschwerden am Bewegungsapparat befragt. Bei 20.000 Studienteilnehmenden wird zus\u00e4tzlich eine k\u00f6rperliche Untersuchung der H\u00fcft-, Knie- und Fingergelenke durchgef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Ursachenforschung<\/p>\n<p>Mit der NAKO bietet sich die bisher in diesem Umfang nicht dagewesene Chance, Gesunde aber auch Betroffene gleicherma\u00dfen medizinisch zu untersuchen und nach ihren Lebensumst\u00e4nden zu befragen, einmal jetzt und dann erneut in vier bis f\u00fcnf Jahren. Durch den Vergleich der Informationen und Daten k\u00f6nnen Zusammenh\u00e4nge zwischen erblicher Vorbelastung, Ern\u00e4hrung, Verhalten und Umwelteinfl\u00fcssen aufgedeckt werden. &#8222;Gerade bei der RA ist dieser Ansatz \u00a0extrem vielversprechend, da die Ursachen f\u00fcr die Erkrankung multifaktoriell sind und die Details ihres Zusammenspiels bei weitem noch nicht bekannt sind&#8220;, so Prof. Dr. Angela Zink, Leiterin des Fachbereichs Epidemiologie am Deutschen Rheuma-Forschungszentrum. Die konkreten Ergebnisse sind zurzeit noch nicht prognostizierbar. Aber die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sind davon \u00fcberzeugt, vor allem Pr\u00e4vention und Fr\u00fcherkennung der RA &#8211; und vielleicht auch anderer Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises &#8211; erheblich zu verbessern. Dies gilt auch f\u00fcr die Arthrosen der Knie- und H\u00fcftgelenke, die zu schweren Beeintr\u00e4chtigungen durch Schmerzen und Funktionseinschr\u00e4nkungen f\u00fchren und f\u00fcr die es heute noch keine Heilung gibt. Auch sie werden im Rahmen der NAKO untersucht.<\/p>\n<p>Wer eingeladen wird, sollte mitmachen<\/p>\n<p>Bei der NAKO k\u00f6nnen nur B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger mitmachen, die von den regionalen Einwohnermelde\u00e4mtern zuf\u00e4llig ausgew\u00e4hlt wurden und eine schriftliche Einladung zum Besuch im Studienzentrum erhalten haben. Damit ist das interdisziplin\u00e4re Gro\u00dfforschungsprojekt auf die Unterst\u00fctzung der ausgew\u00e4hlten Bev\u00f6lkerung angewiesen. &#8222;Unter der Rheumatoiden Arthritis leiden Tausende in Deutschland. Sie haben es in der Hand, Sie k\u00f6nnen mit Ihrer Teilnahme die verminderte Lebensqualit\u00e4t Betroffener verbessern und die gesellschaftliche Belastung positiv beeinflussen&#8220;, appelliert Prof. Dr. Karl-Heinz J\u00f6ckel, Vorstandsvorsitzender des Vereins Nationale Kohorte\u00a0 e. V. f\u00fcr eine rege Teilnahmebereitschaft.<\/p>\n<p>Hintergrund NAKO<\/p>\n<p>In der NAKO werden in den n\u00e4chsten 10 Jahren 200.000 M\u00e4nner und Frauen zwischen 20 und 69 Jahren bundesweit in 18 Studienzentren medizinisch untersucht und nach ihren Lebensumst\u00e4nden befragt. Ziel ist es, chronische Erkrankungen, wie zum Beispiel Rheuma, Krebs, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Infektionen und Demenz genauer zu erforschen, um Pr\u00e4vention, Fr\u00fcherkennung und Behandlung dieser weit verbreiteten Krankheiten zu verbessern. Das Projekt wird vom Bundesministerium f\u00fcr Bildung und Forschung, 14 L\u00e4ndern und der Helmholtz-Gemeinschaft gef\u00f6rdert. Weitere Informationen unter www.nationale-kohorte.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Entz\u00fcndliches Rheuma &#8211; Die NAKO will Vorbeugung und Fr\u00fcherkennung verbessern 12.10.2015 &#8211; Heidelberg. 20 Millionen Deutsche leiden an Krankheiten der Bewegungsorgane wie Arthrosen, Osteoporose oder chronischen R\u00fcckenschmerzen. Etwa 5 Millionen davon sind von schweren Arthrosen, 1,5 Millionen von entz\u00fcndlichem Rheuma betroffen, einem Sammelbegriff, hinter dem sich mehr als 100 verschiedene Erkrankungen verbergen. 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