{"id":1943,"date":"2006-01-31T10:24:11","date_gmt":"2006-01-31T10:24:11","guid":{"rendered":"http:\/\/testserver\/wordpress\/?p=1843"},"modified":"2006-01-31T10:24:11","modified_gmt":"2006-01-31T10:24:11","slug":"lbecker_hafenumschlag_erneut_ber_27_mio_tonnen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/lbecker_hafenumschlag_erneut_ber_27_mio_tonnen\/","title":{"rendered":"L\u00fcbecker Hafenumschlag erneut \u00fcber 27 Mio. Tonnen"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" title=\"Hafen0106\" src=\"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/images\/topics\/Hafen0106.jpg\" alt=\"Hafen0106\" \/><br \/>\nDer L\u00fcbecker Hafenumschlag hat im Jahr 2005 zum zweiten Mal die 27-Millionen-Tonnen-Marke \u00fcberschritten. Mit 27,315 Millionen Tonnen lag die Menge der umgeschlagenen G\u00fcter um 0,7 Prozent niedriger als im Boomjahr 2004, als 27,508 Tonnen erreicht wurden.<\/p>\n<p>Die L\u00fcbecker Hafen-Gesellschaft mbH (LHG) als gr\u00f6\u00dfter Hafenbetreiber in der Hansestadt hatte mit 24,67 Millionen Tonnen (-0,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr) einen Anteil von \u00fcber 90 Prozent am Gesamtumschlag im L\u00fcbecker Hafen.<br \/>\nDamit habe der L\u00fcbecker Hafen den Abstand zu den anderen deutschen Ostseeh\u00e4fen trotz des schwierigen konjunkturellen Umfeldes gehalten, erkl\u00e4rte der Vorsitzende der LHG-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung, Manfred Evers: &#8222;Als gr\u00f6\u00dfter deutscher Ostseehafen haben wir einen Marktanteil von \u00fcber 40 Prozent. Au\u00dferdem ist die LHG mit \u00fcber 1000 direkten Besch\u00e4ftigten und \u00fcber 5000 weiteren Arbeitspl\u00e4tzen, die direkt und indirekt vom Hafen abh\u00e4ngig sind, einer der gr\u00f6\u00dften Wertsch\u00f6pfungsfaktoren in der gesamten Region.&#8220; <!--more-->Grund f\u00fcr den leichten Umschlagsr\u00fcckgang ist vor allem der sechsw\u00f6chige Streik in der finnischen Papierindustrie im Fr\u00fchjahr 2005. Auch wenn die Mengen nach dem Ausstand wieder deutlich anzogen, waren die streikbedingten Verluste nicht mehr ganz aufzuholen. An den Terminals der LHG wurden mit 3,1 Millionen Tonnen Papier 6 Prozent weniger als 2005 umgeschlagen. Hinzu kommen \u00fcber 500.000 Tonnen Papier und Zellulose, die bei privaten Hafenbetreibern umgeschlagen wurden. Damit bleibt L\u00fcbeck Europas zweitgr\u00f6\u00dfter Papierhafen.<\/p>\n<p>Die Zahl der bei der LHG umgeschlagenen Lkw und Trailer blieb mit 730.000 nahezu gleich. (Vorjahr 731.500). Auff\u00e4llig ist, dass die Zahl der begleiteten Lkw insbesondere im S\u00fcdschwedenverkehr leicht anstieg, w\u00e4hrend die Zahl der unbegleiteten Lkw im Verkehr nach Finnland leicht zur\u00fcckging. Grund hierf\u00fcr d\u00fcrfte unter anderem die Zunahme von Landtransporten zwischen Russland und den Baltischen Staaten einerseits und den westeurop\u00e4ischen Nationen andererseits sein. Vor allem durch g\u00fcnstige Dieselpreise in Osteuropa, Billigl\u00f6hne der Fahrer und weniger intensive Grenzkontrollen findet eine zwar geringf\u00fcgige aber sp\u00fcrbare Verlagerung vom See- auf den Landweg statt. Manfred Evers: &#8222;Durch die ungleichen Rahmenbedingungen innerhalb der EU und eine Verkehrspolitik, die jedes EU-Land nach eigenem Gutd\u00fcnken bestimmt, kommt es erneut zu massiven Wettbewerbsverzerrungen. Der umweltfreundliche Seeverkehr k\u00f6nnte ins Hintertreffen geraten, wenn nicht schnell eine Harmonisierung der Rahmenbedingungen erfolgt.&#8220; <\/p>\n<p>Der Umschlag von Neufahrzeugen stieg bei der LHG um 12 Prozent auf 188.000 Einheiten. Der Seeumschlag von Containern stieg um 20 Prozent auf 80.000 Einheiten. Auch der Umschlag von Schwergut, Maschinen, Schwerfahrzeugen und Holz ist weiter gewachsen. Rund  70.000 Einheiten wurden am Skandinavienkai im Kobinierten Verkehr (KV) verladen, eine Steigerung von 20 Prozent. Die Zahl der Passagiere stieg mit 581.000 um 2,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr an. <br \/>\nDie Ausbauma\u00dfnahmen des L\u00fcbecker Hafens wurden im vergangenen Jahr konsequent fortgesetzt. So wurde insbesondere der weitere Ausbau des Skandinavienkais vorangetrieben. Neben der Modernisierung von Anlegern wird die Operationsfl\u00e4che in zwei Schritten um insgesamt knapp 30 Hektar erweitert. Au\u00dferdem entstehen zwei Gewerbegebiete f\u00fcr hafennahes Gewerbe mit rund 35 Hektar. Neue und alte Kunden erhalten damit Gelegenheit, sich direkt am Umschlagkai niederzulassen, um vor- und nachgelagerte logistische Dienstleistungen anzubieten. Dadurch werden zahlreiche neue Arbeitspl\u00e4tze entstehen. Die Ausbauarbeiten sollen weitgehend noch 2006 abgeschlossen sein. Auch das neue Hafenhaus wird im Sommer bezugsfertig. Das B\u00fcro- und Abfertigungsgeb\u00e4ude bietet rund 450 Arbeitspl\u00e4tze und moderne Service-Einrichtungen f\u00fcr die Abfertigung von Passagieren und Lkw-Fahrern.<\/p>\n<p>In L\u00fcbeck-Siems wurde am 18 Hektar gro\u00dfen Seelandkai mit dem Bau einer multifunktionalen Umschlaganlage begonnen. Bis Mai 2006 wird hier ein Terminal entstehen, an dem gleichzeitig RoRo-Ladung sowie Container im LoLo-Verfahren geladen und gel\u00f6scht werden k\u00f6nnen. Am Terminal Schlutup wurde im vergangenen Jahr mit dem Bau neuer Lagerhallen f\u00fcr Forstprodukte begonnen. Das Terminal, an dem \u00fcberwiegend schwedische Forstprodukte umgeschlagen werden, verzeichnete 2005 deutliche Zuw\u00e4chse. <\/p>\n<p>Allein im vergangenen Jahr haben LHG und Hansestadt L\u00fcbeck ca. 40 Millionen Euro in Ausbauma\u00dfnahmen investiert. In diesem Jahr kommen weitere 40 Millionen Euro hinzu. Auch k\u00fcnftig wird der Hafen seine Faszilit\u00e4ten den gestiegenen Kundenanforderungen anpassen.<\/p>\n<p>F\u00fcr 2006 rechnet die LHG mit einem leichten Anstieg des Hafenumschlags. Gr\u00fcnde sind unter anderem die Modernisierung und Vergr\u00f6\u00dferung der auf L\u00fcbeck laufenden Schiffstonnage. So werden noch in diesem Jahr die mit 220 Metern L\u00e4nge gr\u00f6\u00dften RoRo-F\u00e4hren der Welt erwartet, die den Skandinavienkai mit Finnland verbinden. Auch 205 Meter lange F\u00e4hrschiffe, die gleichzeitig RoRo-Ladung und mehrere hundert Container transportieren k\u00f6nnen, sollen ab Mai am Terminal Seelandkai zum Einsatz kommen. Auch der EU-Beitritt der baltischen Staaten und die gute Entwicklung der russischen Wirtschaft haben positive Auswirkungen auf den Hafen, der inzwischen 150 F\u00e4hrabfahrten w\u00f6chentlich zu 25 Partnerh\u00e4fen sowie weiter verbesserte Hinterlandanbindungen bietet.<\/p>\n<p>Trotzdem besteht ordnungspolitischer Handlungsbedarf. W\u00e4hrend z.B. Belgien und die Niederlande alle EU-Richtlinien zur F\u00f6rderung ihrer H\u00e4fen und Hinterlandverkehre konsequent ausnutzen, und so z.B. die Kosten f\u00fcr Treibstoff im Hafenumschlag und die Trassenpreise beim Bahntransport niedrig halten, finden diese Rechtsgrundlagen in Deutschland bislang kei-ne Anwendung. Stattdessen verteuert die Lkw-Maut den Hafen-Hinterlandverkehr zus\u00e4tzlich. Dadurch besteht die Gefahr, dass Verkehre in die Nordseeh\u00e4fen abwandern. Auch uneinheitliche F\u00f6rderbedingungen innerhalb der EU und der Bundesrepublik werden mit Sorge verfolgt. Noch immer wird die Hafeninfrastruktur der neuen Bundesl\u00e4nder massiv subventioniert, obwohl die Infrastruktur dort teilweise bereits besser ist als in den alten Bundesl\u00e4ndern. Manfred Evers: &#8222;Wir ben\u00f6tigen dringend eine EU-weite Transparenz bei der Hafenf\u00f6rderung. Wir stellen uns jeder Konkurrenz, aber unterschiedliche Subventionen verbiegen den Wettbewerb. Dies f\u00fchrt zu einer negativen Beeinflussung der Kosten- und Erl\u00f6ssituation des L\u00fcbecker Hafens und damit zu einem wirtschaftlichen Ergebnis, das zunehmend unter Druck ger\u00e4t.&#8220;<br \/>\nDie Tochtergesellschaften und Beteiligungen der LHG haben sich 2005 positiv entwickelt.<\/p>\n<p>Das Logistik- und Distributionsunternehmen European Cargo Logistics (ECL) GmbH kann trotz des Streiks in Finnland mit einem zufriedenstellenden Ergebnis aufwarten. Es wurden \u00fcber 2,4 Millionen Tonnen speditionell betreut. Ferner ist es ECL gelungen, in Rostock neue Gesch\u00e4fte au\u00dferhalb des Bereiches Forstprodukte zu akquirieren. Anfang dieses Jahres sind erste f\u00fcr ECL positive Gesch\u00e4ftsabl\u00e4ufe get\u00e4tigt worden, sodass f\u00fcr 2006 mit einem noch besseren Ergebnis gerechnet wird.<\/p>\n<p>F\u00fcr die 100-prozentige Tochter LHG Service-Gesellschaft mbH (SG) hat sich die positive Gesch\u00e4ftsentwicklung im Jahr 2005 fortgesetzt. Die zus\u00e4tzlichen Dienstleistungen aus den Gesch\u00e4ftsbeziehungen der LHG wurden weiter ausgebaut. Mit Vergr\u00f6\u00dferung des SG-Fuhrparks wird das Mietgesch\u00e4ft 2006 im Fullservice gesteigert und stellt einen weiteren entscheidenden Einfluss dar. F\u00fcr 2006 sind au\u00dferdem Aktivit\u00e4ten am Standort Skandinavienkai geplant, wo LHG-Kunden immer mehr Dienstleistungen ben\u00f6tigen. <\/p>\n<p>Die SG-Tochter Nordic Rail Service GmbH (NRS) kann erstmals \u00fcber ein komplettes Wirtschaftsjahr mit der Waggonwerkstatt zur\u00fcckblicken, die Aktivit\u00e4ten 2006 sicherer planen und damit ihren Leistungsumfang am Markt st\u00e4rken. Die Anforderungen der Kunden haben sich derart gesteigert, dass zus\u00e4tzliches Personal eingestellt wurde. Eine weitere St\u00e4rkung von NRS ergibt sich, weil der Instandhaltungsbereich der Bahnanlagen im Hafen in das Unternehmen eingegliedert wird. Dadurch kann NRS komplette Dienstleistungen wie Instandhaltung von Gleis- und Signalanlagen, Eisenbahnstrecken, sowie Rangierdienste und Waggonreparaturen anbieten.<\/p>\n<p>Die Kombiverkehrstochter der LHG, Baltic Rail Gate GmbH, hat im Jahr 2005 insgesamt 70.000 Einheiten im kombinierten Verkehr (KV) am Skandinavienkai verladen. Das sind 20 Prozent mehr als im Vorjahr. Durch die Lkw-Maut und hohe Spritpreise wurden deutliche  Verlagerungseffekte auf die Bahn erzielt. Derzeit bietet Baltic Rail Gate Ganzzugverbindungen jeweils 6 x pro Woche nach Basel, Duisburg und Ludwigshafen, jeweils 5 x pro Woche nach K\u00f6ln und Dortmund sowie 4 x pro Woche nach Verona an. Dar\u00fcber hinaus bestehen \u00fcber diese direkten Verbindungen eine Reihe von Gateway-Verbindungen u.a. nach Italien, \u00d6sterreich und Spanien. Das KV-Terminal ist seit Anfang 2003 in Betrieb und gibt insbesondere dem umweltfreundlichen Hinterlandtransport auf der Schiene weitere Impulse. Bis zu 140.000 Einheiten (Sattelauflieger, Wechselbr\u00fccken, Container) pro Jahr k\u00f6nnen auf Bahnwaggons verladen werden. L\u00fcbeck hat damit seine Gateway-Funktion zwischen dem Kontinent und Nordeuropa weiter gefestigt und ausgebaut. Die Ankunftszeiten der Z\u00fcge sind mit den Abfahrtzeiten der F\u00e4hren so vertaktet, dass ein direkter Anschluss m\u00f6glich ist. <\/p>\n<p>Die im St\u00fcckgutbereich t\u00e4tigen Unternehmen L\u00fcbeck Distribution Gesellschaft mbH (LDG) und Trave Logistik Gesellschaft mbH (TLG) haben ihr Umschlagvolumen im Vergleich zum Vorjahr um 3,2 Prozent auf insgesamt 358.000 Tonnen gesteigert. Ohne den Streik in der finnischen Papierindustrie w\u00e4re das Ergebnis noch besser ausgefallen. Deutliche Steigerung gibt es insbesondere beim Stahlumschlag. Die Gesch\u00e4ftsbeziehungen wurden \u00fcber die regionalen Grenzen hinaus ausgeweitet und nach Polen, Schweden, in die Niederlande, die Baltischen L\u00e4nder und Russland ausgebaut.<\/p>\n<p>Das Beratungsunternehmen ISL-Baltic Consult GmbH (ISL-BC) hat seit dem Jahre 2005 neben der L\u00fcbecker Hafen-Gesellschaft mbH (LHG) und dem Institut f\u00fcr Seeverkehrswirtschaft und Logistik, Bremen nun auch die Seehafen Kiel GmbH &#038; Co. KG als weiteren Gesellschafter hinzugewonnen. ISL-BC stand wie auch im Vorjahr privaten und \u00f6ffentlichen Unternehmen beratend zur Seite. Besonders tatkr\u00e4ftig unterst\u00fctzte das Unternehmen die LHG durch die \u00dcbernahme des Projekt- und Finanzmanagements in dem INTERREG III B Projekt &#8222;LogVAS&#8220;. Weiterhin zeigt auch die personelle Struktur eine positive Entwicklung. Zum Jahresende waren insgesamt 10 Mitarbeiter f\u00fcr ISL-BC t\u00e4tig, was eine Steigerungsrate von 25 Prozent gegen\u00fcber dem Vorjahr bedeutet.<br \/>\nDas LHG-Engagement in Polen durch die Hafenumschlagsgesellschaft Cross-Baltic Terminaloperators (CBT) in Stettin wird weiter fortgesetzt. Das Dienstleistungsangebot wird den entsprechenden Marktverh\u00e4ltnissen angepasst. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der L\u00fcbecker Hafenumschlag hat im Jahr 2005 zum zweiten Mal die 27-Millionen-Tonnen-Marke \u00fcberschritten. 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