{"id":19816,"date":"2010-08-20T10:46:47","date_gmt":"2010-08-20T08:46:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/?p=19816"},"modified":"2010-08-20T10:46:47","modified_gmt":"2010-08-20T08:46:47","slug":"wild-monitoring-invasive-arten-auf-dem-vormarsch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wild-monitoring-invasive-arten-auf-dem-vormarsch\/","title":{"rendered":"WILD-Monitoring: Invasive Arten auf dem Vormarsch"},"content":{"rendered":"<p>\u2013 J\u00e4ger: systematische Erfassung und Kontrolle zum Schutz heimischer Artenvielfalt \u2013<\/p>\n<p>Marderhund, Waschb\u00e4r und Nilgans: Exotische Arten erobern dank Klimawandel und menschlichen Einfl\u00fcssen bundesweit immer gr\u00f6\u00dfere Areale. Die heimische Graugans, ehemals \u00fcberwiegend ein Wintergast, br\u00fctet jetzt verst\u00e4rkt in Deutschland. Dies sind erste Ergebnisse der zweiten Fl\u00e4chendeckenden Einsch\u00e4tzung von 11 Tierarten im Rahmen des Wildtier-Informationssystem der L\u00e4nder Deutschlands (WILD), die vorab vorliegen.<!--more--> Der vollst\u00e4ndige Bericht erscheint Mitte September 2010. F\u00fcr das vom Deutschen Jagdschutzverband (DJV) initiierte Monitoringprojekt WILD haben J\u00e4ger im Jahr 2009 in rund 26.600 Revieren (50 Prozent der land- und forstwirtschaftlich nutzbaren Fl\u00e4che Deutschlands) Daten erhoben, die wissenschaftlich ausgewertet wurden. Diese bundesweit einzigartige Erfassung von Wildarten wurde nach 2006 zum zweiten Mal durchgef\u00fchrt.<\/p>\n<p>\u201eWir J\u00e4ger leisten mit WILD einen wichtigen Beitrag zur systematischen Erfassung von Bestand und Ausbreitung tierischer Neub\u00fcrger, zu der sich die Politik in zahlreichen Abkommen verpflichtet hat\u201c, betonte DJV-Pr\u00e4sident Jochen Borchert. Arten wie Waschb\u00e4r, Marderhund oder Nilgans werden zunehmend in die Landesjagdgesetze \u00fcbernommen, um sie zum Schutz der heimischen Artenvielfalt besser kontrollieren zu k\u00f6nnen. Die Fangjagd sei f\u00fcr die Kontrolle einiger Arten ganz<br \/>\nbesonders wichtig, so Borchert weiter.<\/p>\n<p>Nilgans und Graugans h\u00e4ufiger als bisher angenommen<br \/>\nRund 8.000 Brutpaare der aus Afrika stammenden Nilgans haben J\u00e4ger in den teilnehmenden Jagdrevieren 2009 erfasst. Das sind 3- bis 4-mal mehr als bisher bekannt. Hauptverbreitungsgebiet ist das Nordwestdeutsche Tiefland. Bis zu ein Drittel der Jagdbezirke in Niedersachsen, Bremen und Nordrhein-Westfalen meldeten dort ein Vorkommen.  \u2026<\/p>\n<p>Die WILD-Experten erwarten, dass sich die anpassungsf\u00e4hige und konkurrenzstarke Nilgans weiter rasant verbreiten wird. In den 1960 Jahren ist die Nilgans in den Niederlanden aus Tiergehegen ausgebrochen und hat sich seitdem stark vermehrt.<\/p>\n<p>Die heimische Graugans ist als Brutvogel ebenfalls weiter verbreitet als bisher angenommen: Im Zuge der fl\u00e4chendeckenden Einsch\u00e4tzung haben J\u00e4ger in den beteiligten Revieren (ohne Bayern und Schleswig-Holstein) 23.000 Brutpaare ermittelt \u2013 entgegen bisher bekannter wissenschaftlicher Werte zwischen 17.000 und 20.000 f\u00fcr ganz Deutschland (Rote Liste der V\u00f6gel, 2007). Das Hauptverbreitungsgebiet der Graugans liegt im Norden Deutschlands: In Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen besiedelt diese einen Gro\u00dfteil der Flie\u00dfgew\u00e4sser, Kan\u00e4le und Seen sowie die K\u00fcstenregionen. In bis zu einem Viertel der Jagdbezirke wurde die Graugans dort nachgewiesen. Im Vergleich zu den WILD-Werten aus dem Jahr 2006 blieb das Vorkommen weitestgehend konstant.<\/p>\n<p>Waschb\u00e4r und Marderhund erobern Deutschland<br \/>\nDer aus China stammende Marderhund breitet sich vor allem in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Niedersachsen weiter stark aus: J\u00e4ger meldeten dort 2009 in bis zu 49 Prozent der Jagdbezirke sein Vorkommen, drei Jahre zuvor lag der Wert lediglich bei maximal 35 Prozent. Die Wissenschaftler von WILD gehen davon aus, dass sich der Marderhund weiter rasant nach<br \/>\nS\u00fcdwesten ausbreitet. Das Nordostdeutsche Tiefland ist bereits seit einigen Jahren in fester Hand des Chinesen: In Mecklenburg-Vorpommern kam der Marderhund 2009 in 93 Prozent aller Reviere vor, in Brandenburg waren es 84 Prozent.<\/p>\n<p>\u00c4hnlich verh\u00e4lt es sich mit dem aus Nordamerika stammenden Waschb\u00e4r. In Brandenburg, Hessen und Sachsen-Anhalt meldeten knapp zwei Drittel aller teilnehmenden Jagdreviere 2009 sein Vorkommen. Vor allem in Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Sachsen ist seit 2006 eine deutliche Zunahme zu verzeichnen. Der zu den Kleinb\u00e4ren geh\u00f6rende S\u00e4uger kommt erst seit den 1930er Jahren in Deutschland vor \u2013 urspr\u00fcnglich am hessischen Edersee und im brandenburgischen Strausberg. Die historisch bedingten Verbreitungsschwerpunkte sind allerdings nicht mehr erkennbar<\/p>\n<p>Erfassung und Kontrolle von invasiven Arten notwendig<br \/>\nKonkurrenzstarke Arten, die au\u00dferhalb ihres nat\u00fcrlichen Verbreitungsgebietes vorkommen, k\u00f6nnen heimische Arten als Konkurrenten um Lebensr\u00e4ume und Nahrung zur\u00fcckdr\u00e4ngen, bereits gef\u00e4hrdete Arten \u2013 insbesondere in Schutzgebieten \u2013 stark dezimieren und Krankheiten auf Mensch oder Tier \u00fcbertragen.<\/p>\n<p>Im internationalen und nationalen Recht \u2013 z.B. Konvention \u00fcber die Biologische Vielfalt, EU-Artenschutzverordnung, Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie, Bundesnaturschutzgesetz \u2013 gibt es deshalb strikte Vorgaben zum Umgang mit diesen invasiven gebietsfremden Arten. Demnach soll deren Eindringen verhindert werden oder die Arten sollen kontrolliert und m\u00f6glichst beseitigt werden. Mit WILD liefert die J\u00e4gerschaft wichtige Daten und Hinweise f\u00fcr die Fr\u00fcherkennung und Kontrolle von invasiven gebietsfremden Arten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u2013 J\u00e4ger: systematische Erfassung und Kontrolle zum Schutz heimischer Artenvielfalt \u2013 Marderhund, Waschb\u00e4r und Nilgans: Exotische Arten erobern dank Klimawandel<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","footnotes":""},"categories":[9],"tags":[],"class_list":["post-19816","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-sport-freizeit"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/19816","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=19816"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/19816\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=19816"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=19816"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=19816"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}