{"id":199648,"date":"2016-02-08T20:14:39","date_gmt":"2016-02-08T19:14:39","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/?p=199648"},"modified":"2016-02-08T20:14:39","modified_gmt":"2016-02-08T19:14:39","slug":"tuerkei-eine-der-aeltesten-kirchen-angegriffen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/tuerkei-eine-der-aeltesten-kirchen-angegriffen\/","title":{"rendered":"T\u00fcrkei: Eine der \u00e4ltesten Kirchen angegriffen"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/Open-Doors.jpg\" rel=\"attachment wp-att-88658\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-88658\" src=\"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/Open-Doors-320x174.jpg\" alt=\"Open Doors\" width=\"320\" height=\"174\" \/><\/a>T\u00fcrkei: Eine der \u00e4ltesten Kirchen angegriffen<\/strong>\u00a0&#8211;\u00a0Eine der \u00e4ltesten Kirchen der Welt wurde am 28. Januar bei heftigen K\u00e4mpfen zwischen kurdischen Separatisten und t\u00fcrkischen Truppen besch\u00e4digt. Im Anschluss beschuldigten t\u00fcrkische Medien die Christen, Beziehungen zu terroristischen Gruppierungen zu unterhalten.<!--more--><\/p>\n<p>Im Sommer 2015 war der ethnische Konflikt zwischen der t\u00fcrkischen Regierung und der kurdischen Minderheit eskaliert, wodurch besonders der s\u00fcd\u00f6stliche Teil des Landes in einen b\u00fcrgerkriegsartigen Zustand geriet. In diesem Gebiet haben schon seit langer Zeit syrisch-orthodoxe Christen gelebt. Anfang Dezember 2015 erreichte die Gewalt den Teil der Stadt Diyarbakir, in dem die 1.700 Jahre alte syrisch-orthodoxe Kirche steht.<\/p>\n<p>Am 26. Januar ordnete die Regierung aufgrund der Stra\u00dfenk\u00e4mpfe zwischen der kurdischen Arbeiterpartei (PKK) und t\u00fcrkischen Streitkr\u00e4ften eine Evakuierung des Stadtviertels an. Der Pastor der Kirche, Yusuf Akbulut, hatte sich zun\u00e4chst geweigert, die Kirche zu verlassen, weil er bef\u00fcrchtete, dass das dann leerstehende Geb\u00e4ude durch einen Luftangriff dem Erdboden gleichgemacht werden w\u00fcrde. Doch dann waren die Explosionen vor seiner Haust\u00fcr so stark geworden, dass er bef\u00fcrchtete, das Haus w\u00fcrde zusammenbrechen. Also floh er mit seiner Frau.<\/p>\n<p>Verleumdung durch Medienberichte<\/p>\n<p>Ein Teil der Mauer, welcher die Kirche umgibt, wurde durch Panzerf\u00e4uste zerst\u00f6rt. Yusuf Akbulut und seine Frau konnten noch nicht wieder nach Hause zur\u00fcckkehren, da die K\u00e4mpfe weiterhin andauern. Als ob diese Situation nicht schon schwierig genug w\u00e4re, berichteten t\u00fcrkische Medien nach dem Angriff, die Kirche stehe mit den kurdischen Separatisten der PKK in Verbindung. Zeitungsmeldungen zufolge sei ein Versteck f\u00fcr Munition und Sprengstoff an der Seite der Kirche gefunden worden. Akbulut wies alle Verd\u00e4chtigungen, Beziehungen zu gewaltt\u00e4tigen Terroristen zu pflegen, als Verleumdung zur\u00fcck.<\/p>\n<p>\u201eWir kennen das Ziel solcher Berichte, die hasserf\u00fcllt und v\u00f6llig erfunden sind\u201c, erkl\u00e4rte Evgin Turker, der Pr\u00e4sident des Verbundes syrischer Stiftungen. \u201eNachdem die Nachrichten ver\u00f6ffentlicht wurden, hagelte es von allen Seiten Drohungen gegen uns.\u201c Dabei hatten t\u00fcrkische Kirchenf\u00fchrer bereits zuvor die Gewalt vonseiten der PKK verurteilt und zur friedlichen L\u00f6sung des Konflikts aufgerufen. Auch Christen anderer Denominationen sind von der Gewalt betroffen. Eine protestantische Gemeinde, die sich direkt gegen\u00fcber der syrisch-orthodoxen Kirche trifft, kann schon seit zwei Monaten keine regul\u00e4ren Gottesdienste mehr abhalten.<\/p>\n<p>\u201eDiese Kirche ist ein Symbol f\u00fcr den christlichen Glauben. Sie ist ein heiliger Ort\u201c, sagt Pastor Akbulut. Seit Jahrhunderten kamen bedeutende Geistliche aus dieser Kirche. Erst in j\u00fcngster Zeit wurde sie aufw\u00e4ndig restauriert. Aufgrund der allgemeinen Restriktionen gegen Kirchen wird es sehr schwierig bis unm\u00f6glich sein, Reparaturarbeiten an dem besch\u00e4digten Geb\u00e4ude durchzuf\u00fchren.<\/p>\n<p>Zunehmende Islamisierung und Nationalismus<\/p>\n<p>In der T\u00fcrkei gibt es keine Pressefreiheit, die Medien werden stark zensiert. Die regierende Partei AKP verfolgt eine Politik der Islamisierung des Landes, in deren Konsequenz die christliche Minderheit immer h\u00e4ufiger diskriminiert und bedroht wird. Dabei werden auch Mitglieder traditioneller Kirchen \u00fcberwacht und in ihren Aktivit\u00e4ten eingeschr\u00e4nkt. Im Zusammenhang mit dem Kampf gegen die kurdische Bev\u00f6lkerung hat der t\u00fcrkische Nationalismus noch weiter zugenommen. Gegen Christen werden starke Vorurteile gesch\u00fcrt, die in den lokalen Medien verbreitet werden.<\/p>\n<p>Auf dem\u00a0Weltverfolgungsindex von Open Doors nimmt die T\u00fcrkei derzeit Platz 45 derjenigen L\u00e4nder ein, in denen Christen am st\u00e4rksten verfolgt werden. Im vergangenen Jahr haben die gewaltsamen \u00dcbergriffe gegen Christen zugenommen.<\/p>\n<p>Quellen: World Watch Monitor, Open Doors<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>T\u00fcrkei: Eine der \u00e4ltesten Kirchen angegriffen &#8211; Eine der \u00e4ltesten Kirchen der Welt wurde am 28. Januar bei heftigen K\u00e4mpfen zwischen kurdischen Separatisten und t\u00fcrkischen Truppen besch\u00e4digt. 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