{"id":200262,"date":"2016-02-29T14:57:51","date_gmt":"2016-02-29T13:57:51","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/?p=200262"},"modified":"2016-02-29T14:57:51","modified_gmt":"2016-02-29T13:57:51","slug":"neupraesentation-der-mittelaltersammlung-und-neue-sonderausstellung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/neupraesentation-der-mittelaltersammlung-und-neue-sonderausstellung\/","title":{"rendered":"Neupr\u00e4sentation der Mittelaltersammlung  und neue Sonderausstellung"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/J\u00fcrgen.jpg\" rel=\"attachment wp-att-200263\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-200263\" src=\"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/J\u00fcrgen-320x213.jpg\" alt=\"J\u00fcrgen\" width=\"320\" height=\"213\" srcset=\"https:\/\/hier-luebeck.de\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/J\u00fcrgen-320x213.jpg 320w, https:\/\/hier-luebeck.de\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/J\u00fcrgen-768x512.jpg 768w, https:\/\/hier-luebeck.de\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/J\u00fcrgen-510x340.jpg 510w\" sizes=\"auto, (max-width: 320px) 100vw, 320px\" \/><\/a>Neupr\u00e4sentation der Mittelaltersammlung\u00a0<\/strong><strong>und neue Sonderausstellung &#8211;\u00a0<\/strong>Wunderbare Nachwirkungen im Museumsquartier: Im Zuge der k\u00fcrzlich zu Ende gegangenen, international beachteten Ausstellung <strong><em>L\u00fcbeck 1500. Kunstmetropole im Ostseeraum<\/em><\/strong> konnten mehrere Werke aus dem Depot restauriert und Exponate aus der Dauerausstellung konservatorisch bearbeitet werden. <!--more-->Das Museum hat dies zum Anlass genommen, die nunmehr um sechs kostbare St\u00fccke erweiterte Mittelalter-Ausstellung teilweise neu zu pr\u00e4sentieren. Der weltber\u00fchmte Memling-Altar wird jetzt solit\u00e4r gezeigt \u2013 er ist erstmals von allen Seiten zu betrachten. Und: In den Sonderausstellungsr\u00e4umen des St. Annen-Museum wird die Schau <strong><em>hautnah &#8211; unsere Heiligen unter der Lupe<\/em><\/strong> er\u00f6ffnet. Zu sehen sind 46 spektakul\u00e4re Detailfotos von mittelalterlichen Heiligenbildern aus der Sicht der Restauratorin Maire M\u00fcller-Andrae. Sie entstanden bei den Vorarbeiten f\u00fcr <em>L\u00fcbeck 1500<\/em>.<\/p>\n<p>Die hinzu gewonnenen Exponate und die beeindruckende neue Sonderausstellung wurden am heutigen Freitag im Rahmen eines Pressetermins der \u00d6ffentlichkeit pr\u00e4sentiert.<\/p>\n<p>\u201eMit der Neupr\u00e4sentation der Mittelaltersammlung greifen wir den Schwung auf, den die gro\u00dfe Jubil\u00e4umsausstellung dem Haus verliehen hat. Ich freue mich sehr, dass so eine nachhaltige Wirkung f\u00fcr das St. Annen Museum erreicht werden konnte\u201c, betonte Prof. Dr. Hans Wi\u00dfkirchen, Leitender Direktor der L\u00fcbecker Museen.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><strong>Erg\u00e4nzung der Mittelaltersammlung<\/strong><\/p>\n<p>Die Sammlung mittelalterlicher Kunstwerke des St. Annen-Museums ist ein Schatz. Sie ist von \u00fcberregionaler Bedeutung, von der Fachwelt und Besuchern hoch gesch\u00e4tzt. Die sakralen Bildwerke stammen nahezu alle aus L\u00fcbecker Kirchen und Kl\u00f6stern, wo sie von reformatorischen Bilderst\u00fcrmen verschont und bis ins 19. Jahrhundert aufgestellt blieben, bevor sie nach und nach ins Museum kamen. In den gotischen R\u00e4umen des ehemaligen<br \/>\nSt. Annen-Klosters sind viele von ihnen heute der \u00d6ffentlichkeit zug\u00e4nglich. Die Sammlung umfasst 18 geschnitzte Altarretabel, f\u00fcnf ausschlie\u00dflich gemalte Retabel, ein Dutzend Madonnenfiguren, drei monumentale Kruzifixe, rund 70 Heiligenstatuen aus Holz und Stein sowie 25 Gem\u00e4ldetafeln. Ein Teil des Bestandes befindet sich im Depot, weil der Erhaltungszustand eine Pr\u00e4sentation nicht erlaubt. Im Rahmen der gro\u00dfen <em>L\u00fcbeck 1500<\/em>-Schau konnten jetzt einige Werke konservatorisch bearbeitet werden, sechs davon fanden anschlie\u00dfend den Weg aus dem Depot in die Ausstellung. Ein weiteres Exponat wurde aus der Hamburger Kunsthalle zur\u00fcck geholt, wo es mehrere Jahre als Dauerleihgabe hing.<\/p>\n<p>Neu in der Ausstellung sind nunmehr das Bildnis des Hamburger B\u00fcrgermeisters Hermann Langenbeck, Wilm Dedeke zugeschrieben (Hamburg, um 1515, \u00d6ltempera auf Eichenholz), ein Schreinrelief mit Gregorsmesse, dem Imperialissima-Meister zugeschrieben (L\u00fcbeck, um 1500, Eichenholz, gefasst),ein Relief mit der Ankunft der Heiligen Drei K\u00f6nige (n\u00f6rdl. Niederlande, um1500, Eichenholz, gefasst), ein Epitaph mit Portrait des Hermann Bonnus (1504-1548 ) auf dem Totenbett, Hans Kemmer zugeschrieben (L\u00fcbeck, 1548, \u00d6lfarbe auf Eichenholz), sowie ein Rankenfragment mit Putto, Benedikt Dreyer zugeschrieben (L\u00fcbeck, um 1518-20, Eichenholz, gefasst). Einen herausragenden Platz in der Sakristei bekam ein Kruzifix aus der Katharinenkirche, dem Meister der L\u00fcbecker Burgkirchensippe zugeschrieben (L\u00fcbeck, um 1510-15, Eichenholz, gefasst). Nach vielen Jahrzehnten in der Vorwerker Friedhofskapelle konnte das Kruzifix aus der dort klimatisch schwierigen Situation in das Museum geholt werden.<\/p>\n<p><strong>Neue Pr\u00e4sentation des Memling-Altars<\/strong><\/p>\n<p>Der Memling-Altar ist das ber\u00fchmteste und kostbarste Retabel in L\u00fcbeck. Im Rahmen der Neupr\u00e4sentation der Mittelaltersammlung erhielt er einen eigenen Raum und wird nun solit\u00e4r pr\u00e4sentiert. Vorder- und R\u00fcckseiten des Retabels k\u00f6nnen vom Besucher betrachtet werden. Ein eigener Flyer informiert \u00fcber die Geschichte des kostbaren Exponats.<\/p>\n<p>Das Retabel wurde von der wohlhabenden L\u00fcbecker Kaufmannsfamilie Greverade, die internationale Handelsverbindungen pflegte, f\u00fcr ihre Familienkapelle im L\u00fcbecker Dom gestiftet, nachdem der Br\u00fcgger Maler Hans Memling es 1491 vollendet hatte. Es handelt sich um ein Doppelfl\u00fcgelretabel, auf dem die Passion Christi zu sehen ist, eine der letzten gro\u00dfen Arbeiten Hans Memlings, der 1494 verstarb. Als ein gemaltes Fl\u00fcgelretabel ganz ohne Skulpturen stellte es in L\u00fcbeck zu Beginn des 16. Jahrhunderts noch eine Ausnahme dar. Im Gesamtwerk Hans Memlings ist das Greveraden-Retabel das einzige, das die Kreuzigung als Hauptmotiv \u00fcbernahm.<\/p>\n<p>F\u00fcr das au\u00dfergew\u00f6hnliche Werk gab es im Jahr 1929 ein verlockendes Kaufangebot: Ein anonymer nordamerikanischer Kunstsammler bot rund sieben Millionen Reichsmark f\u00fcr den Erwerb des Memling-Altares. Der Verkauf wurde jedoch von h\u00f6chster Stelle vereitelt: Die Denkmalbeh\u00f6rde untersagte die Ausfuhr des national wertvollen Kulturgutes.<\/p>\n<p><strong><em>Hautnah &#8211; unsere Heiligen unter der Lupe<\/em><\/strong><\/p>\n<p>In den Sonderausstellungsr\u00e4umen im Obergeschoss des St. Annen-Museums sind bis zum<\/p>\n<ol start=\"8\">\n<li>Mai spektakul\u00e4re Detailfotos von mittelalterlichen Heiligenbildern aus der Sicht der Diplom-Restauratorin Maire M\u00fcller-Andrae zu sehen. Mit dieser Schau beschlie\u00dft das Museum das erfolgreiche Jubil\u00e4umsjahr <em>500 Jahre Kloster \u2013 100 Jahre Museum St. Annen<\/em>.<br \/>\nDr. Bettina Z\u00f6ller-Stock, Leiterin des St. Annen-Museums, ist von der Ausstellung begeistert: \u201eDiese Arbeitsfotos entwickeln eine wundersame eigene Wertigkeit, die mich \u00e4sthetisch vollkommen fasziniert. Zudem hat nur der Besucher dieser Fotoausstellung die Chance, diesen privilegierten Blick aus n\u00e4chster N\u00e4he nachzuvollziehen, denn ausschlie\u00dflich beauftragte Restauratoren d\u00fcrfen den Originalen so <em>hautnah<\/em> kommen.\u201c<\/li>\n<\/ol>\n<p>Insgesamt 46 gro\u00dfformatige Aufnahmen mit dem Makroobjektiv zeigen Schadensbilder und Alterungszust\u00e4nde von Kunstwerken aus der Sammlung des St. Annen-Museums, die Maire M\u00fcller-Andrae f\u00fcr die Jubil\u00e4umsausstellung <em>L\u00fcbeck 1500 <\/em>konserviert und restauriert hat. Ihre pers\u00f6nliche Sicht aus n\u00e4chster N\u00e4he auf die Jahrhunderte alten Oberfl\u00e4chenstrukturen entwickelt in der fotografischen Umsetzung eine eigenst\u00e4ndige, fast abstrakte \u00c4sthetik.<\/p>\n<p>Maire M\u00fcller-Andrae, geboren 1970 in L\u00fcchow und aufgewachsen in der L\u00fcneburger Heide, schloss ihr Studium an der Hochschule f\u00fcr Angewandte Wissenschaft und Kunst in Hildesheim \u2013 Studiengang Restaurierung f\u00fcr Gem\u00e4lde und Skulptur \u2013 mit dem Diplom ab. Nach mehrj\u00e4hriger Mitarbeit in einer Bremer Restaurierungswerkstatt sowie Praktika im Victoria &amp; Albert Museum und der Wallace Collection in London ist sie seit 2003 f\u00fcr Auftraggeber der Denkmalpflege, Museen, Kirchen und f\u00fcr Privatpersonen im L\u00fcbecker Restaurierungsatelier butt-restaurierungen t\u00e4tig.<\/p>\n<p>Maire M\u00fcller-Andrae f\u00fchrt am 2. April und am 24. April, jeweils 15 Uhr, durch die Ausstellung.<\/p>\n<p>Es wird Postkarten mit Motiven aus dieser Sonderausstellung geben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Neupr\u00e4sentation der Mittelaltersammlung und neue Sonderausstellung &#8211; Wunderbare Nachwirkungen im Museumsquartier: Im Zuge der k\u00fcrzlich zu Ende gegangenen, international beachteten Ausstellung L\u00fcbeck 1500. 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