{"id":201137,"date":"2016-03-17T15:56:23","date_gmt":"2016-03-17T14:56:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/?p=201137"},"modified":"2016-03-17T15:56:23","modified_gmt":"2016-03-17T14:56:23","slug":"tagung-diskussion-zur-zukunft-des-holstentores","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/tagung-diskussion-zur-zukunft-des-holstentores\/","title":{"rendered":"Tagung \/ Diskussion zur Zukunft des Holstentores"},"content":{"rendered":"<p><strong> Tagung \/ Diskussion\u00a0<\/strong><strong>zur Zukunft des Holstentores &#8211; \u00a0<\/strong>Am 10. und 11. M\u00e4rz wurde auf einer Tagung zur Neugestaltung des Museums Holstentor\u00a0der \u00d6ffentlichkeit und einem Gremium von acht Experten aus L\u00fcbeck, Hamburg, Hannover,\u00a0Bremen, K\u00f6ln und Berlin ein m\u00f6gliches Konzept zur Diskussion gestellt. <!--more-->Grundgedanke ist es,\u00a0die Stadtgeschichte im internationalen Kontext darzustellen und neben L\u00fcbecker Objekten\u00a0auch Exponate aus der seit 2008 geschlossenen V\u00f6lkerkundesammlung zu zeigen.<br \/>\nDie Tagung begann mit einem Vortrag von Viola K\u00f6nig, Direktorin des Ethnologischen\u00a0Museums Berlin, die von den Ausstellungsplanungen im Humboldt Forum im wieder\u00a0aufgebauten Berliner Stadtschloss berichtete.<\/p>\n<p>Die Historikerin Antjekathrin Gra\u00dfmann\u00a0informierte \u00fcber die weltumspannenden Beziehungen L\u00fcbecks im 19. Jahrhundert. Es folgte\u00a0die Pr\u00e4sentation des Konzeptes durch den Leitenden Direktor der L\u00fcbecker Museen, Prof. Dr.\u00a0Hans Wi\u00dfkirchen, und Dr. Brigitte Templin, Leiterin der L\u00fcbecker V\u00f6lkerkundesammlung.<\/p>\n<p>In den drei Stockwerken des Holstentors sollen unter den Schlagw\u00f6rtern \u201eAbgrenzung\u201c,\u00a0\u201eKontakt\u201c und \u201eMiteinander\u201c die historischen Verbindungen L\u00fcbecks mit dem Rest der Welt\u00a0veranschaulicht werden. Neben den wirtschaftlichen sollen auch kulturelle Beziehungen\u00a0thematisiert werden, etwa unter der Fragestellung, wie der Zuzug von Menschen aus\u00a0anderen Kulturen das st\u00e4dtische Leben ver\u00e4ndert hat und bis heute pr\u00e4gt. In diesem\u00a0Zusammenspiel von Stadtgeschichte und Weltgeschichte wird ein zeitlicher Bogen von der\u00a0Gegenwart bis zum Zeitpunkt der Errichtung des Holstentors gespannt. Der Schwerpunkt\u00a0soll auf der Zeit vom 18. bis 20. Jahrhundert liegen.<\/p>\n<p>Auch die dunklen Kapitel der Stadtgeschichte sollen nicht verschwiegen werden. Hierzu\u00a0z\u00e4hlen die Zeit des Kolonialismus, der Erste Weltkrieg und das Dritte Reich, die Jahrhunderte\u00a0zur\u00fcckreichende Ausgrenzung und Verfolgung von Juden in L\u00fcbeck oder die bis heute\u00a0bestehenden Klischees und Vorurteile \u00fcber Volksgruppen wie die Sinti und Roma.<\/p>\n<p>Bereits zu Beginn der Tagung hatten Kultursenatorin Kathrin Weiher und Prof. Dr.\u00a0Wi\u00dfkirchen betont, dass dieses Konzept als Grundlage f\u00fcr weitere Diskussionen dienen soll.\u00a0Der Wunsch nach intensiver inhaltlicher Auseinandersetzung erf\u00fcllte sich im Anschluss an\u00a0die Pr\u00e4sentation. Das Konzept wurde von den Experten mehrheitlich als ambitioniert und\u00a0zeitgem\u00e4\u00df gelobt. Viel Zuspruch erhielt die Idee, Exponate aus der V\u00f6lkerkundesammlung\u00a0zu zeigen, da sie einmalige St\u00fccke umfasst, die Kunstliebhaber aus aller Welt anziehen\u00a0k\u00f6nnten. Zugleich wurde angemahnt, dass mit der neuen Ausstellung im Holstentor die\u00a0Frage nach der Zukunft der V\u00f6lkerkundesammlung keinesfalls abgehandelt w\u00e4re. So hoben\u00a0die Museumsdirektoren aus Hamburg und Bremen die gro\u00dfe Bedeutung ethnologischer\u00a0Museen angesichts der Herausforderungen der Integration von Fl\u00fcchtlingen hervor.<br \/>\nDie Frage, inwiefern L\u00fcbeck in Vergangenheit und Gegenwart als weltoffen bezeichnet\u00a0werden d\u00fcrfte, wurde kontrovers diskutiert. In diesem Zusammenhang wurde gefordert,\u00a0dass in der neuen Ausstellung auch der koloniale Hintergrund der Gr\u00fcndungszeit der\u00a0V\u00f6lkerkundesammlung thematisiert wird.<\/p>\n<p>Einige Kritiker bem\u00e4ngelten die wenig behindertengerechten baulichen Gegebenheiten des\u00a0Holstentors. Zudem wurde aus dem Publikum der Wunsch ge\u00e4u\u00dfert, f\u00fcr den Verbleib lieb<br \/>\ngewonnener Exponate auch in der neuen Ausstellung Platz zu reservieren. Hierzu z\u00e4hlt\u00a0neben den Folterinstrumenten auch das alte Stadtmodell, mit dem viele L\u00fcbecker\u00a0Kindheitserinnerungen an Besuche im Holstentor verbinden w\u00fcrden.\u00a0Die Bef\u00fcrworter des Konzeptes betonten, dass die neue Ausstellung in ihrer\u00a0Vielschichtigkeit auch Verweise auf die anderen Museen und Attraktionen der Stadt\u00a0enthalten und so letztlich auch dort ein Zuwachs an Besuchern verursachen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Insgesamt ergab die Fachdiskussion als Ergebnis, dass das vorgestellte Konzept vom\u00a0Grundsatz her eine gro\u00dfe Chance f\u00fcr L\u00fcbecks Museumslandschaft darstellt, da es diese\u00a0Verkn\u00fcpfung von Stadtgeschichte und Ethnologie bisher nirgends gibt.\u00a0L\u00fcbeck k\u00f6nne mit diesem ambitionierten Vorhaben Ma\u00dfst\u00e4be setzen. Allerdings sei es\u00a0notwendig, den Zusammenhang von Stadtgeschichte und Sammlung noch genauer zu\u00a0fassen, als dies bisher geschehen sei.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tagung \/ Diskussion zur Zukunft des Holstentores &#8211;  Am 10. und 11. 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