{"id":202302,"date":"2016-06-03T17:14:59","date_gmt":"2016-06-03T15:14:59","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/?p=202302"},"modified":"2016-06-07T17:24:29","modified_gmt":"2016-06-07T15:24:29","slug":"landwirtschaftskammer-geht-in-sachen-inklusion-voran","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/landwirtschaftskammer-geht-in-sachen-inklusion-voran\/","title":{"rendered":"Landwirtschaftskammer geht in Sachen Inklusion voran"},"content":{"rendered":"<p><strong>Landwirtschaftskammer geht in Sachen Inklusion voran<\/strong> &#8211;\u00a0Deutschland hat sich mit der Unterzeichnung der UN-Behindertenrechtskonvention zur F\u00f6rderung der gleichberechtigten Teilhabe aller Menschen am gesellschaftlichen Leben verpflichtet. Damit wurden wichtige Weichen f\u00fcr eine inklusive Gesellschaft gestellt \u2013 von der Bildung \u00fcber den Arbeitsmarkt bis hin zu Kultur und Freizeit.<!--more--><\/p>\n<p>Eine Umsetzung der vereinbarten Ziele setzt voraus, dass alle gesellschaftlichen Akteure Verantwortung in ihren jeweiligen Bereichen \u00fcbernehmen. Das haben wir als Landwirtschaftskammer mit der Teilnahme an dem vom Bundesministerium f\u00fcr Arbeit und Soziales gef\u00f6rderten Projekt \u201eImplementierung von Inklusionskompetenz bei Kammern\u201c getan, und das als erste Kammer in Schleswig-Holstein. Als unabh\u00e4ngiger Dienstleister f\u00fcr die Land- und Forst-wirtschaft, den Gartenbau und die Fischerei haben wir verschiedene Initiativen gestartet, die in die Agrarbranche hineinwirken und die Ausbildungs- und Besch\u00e4ftigungsperspektiven behinderter Menschen verbessern werden.<br \/>\nDer heutige Tag ist f\u00fcr unser Inklusionsprojekt in doppelter Hinsicht von gro\u00dfer Bedeutung: Heute ist der Abschluss unserer neu entwickelten Qualifizie-rung zum betrieblichen Inklusionscoach: 11 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein erhielten heute ihre Lehrgangszertifikate. Sie haben sich in diesem Bereich weiterqualifiziert und sind nun Multiplikatoren in unserem Haus. An sie k\u00f6nnen sich Menschen mit Behinderung und Betriebe des Agrarbereichs wenden, wenn sie Fragen zur Ausbildung und Besch\u00e4ftigung im Agrarbereich haben. Das gilt auch f\u00fcr Spezialberatungsstellen f\u00fcr Menschen mit Behinderungen, die einen \u201eBranchen-Lotsen\u201c f\u00fcr den Agrarbereich ben\u00f6tigen.<\/p>\n<p>Der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Landwirtschaftskammer Peter Levsen Johannsen sagte dazu vor Medienvertretern in Rendsburg: \u201eIch freue mich und bin stolz, dass die Landwirtschaftskammer durch das Inklusionsprojekt und die Fortbildung dieser Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine Vorreiterrolle in Schleswig-Holstein einnehmen kann. Diese Fortbildung st\u00e4rkt den Inklusionsgedanken im Agrarbereich. Betriebe, Auszubildende und Besch\u00e4ftigte erhalten Informa-tionen aus der Branche und f\u00fcr die Branche! Unsere Fachkr\u00e4fte arbeiten als Multiplikatoren und Mittler in ihrem jeweiligen Arbeitsbereich zwischen behinderten Menschen, Betrieben, Auszubildenden und Besch\u00e4ftigten. Wir geben Know-how aus der Branche f\u00fcr die Branche weiter \u201c.<\/p>\n<p>2<\/p>\n<p>Zur feierlichen Zertifikats\u00fcbergabe an die Inklusionscoaches war auch der Landesbeauftragte f\u00fcr Menschen mit Behinderung, Prof. Dr. Ulrich Hase, eingeladen, der die Qualifizierung als Referent am letzten Tag begleitet hat. Er \u00e4u\u00dferte sich zum Engagement der Landwirtschaftskammer mit den Worten: \u201e\u00dcber Inklusion und die UN-Konvention kann man vieles lesen. Die Kammer handelt! Das ist, was die Menschen brauchen, um Inklusion zu erfahren. Auf dem Weg zu einer inklusiven Gesellschaft voranzugehen, ist das, was wir brauchen. Ich hoffe, das Signal erreicht auch andere Kammern.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem gab er den Kursteilnehmern wichtige Impulse f\u00fcr ihre Aufgabe mit auf den Weg in Sachen \u201eGelingensbedingungen\u201c: \u201eSie k\u00f6nnen hoch motivierte Menschen erwarten und \u00dcberraschungen! Solange Sie L\u00f6sungen f\u00fcr H\u00fcrden suchen, wird Ihr Engagement belohnt.\u201c<br \/>\nUnterst\u00fctzung durch Bundesministerium<\/p>\n<p>Das Engagement der Landwirtschaftskammer in Sachen Inklusion wurde durch das von Bundesministerium f\u00fcr Arbeit und Soziales gef\u00f6rderte Spezialprogramm zur \u201eImplementierung von Inklusionskompetenz bei Kammern\u201c im Rahmen des Nationalen Aktionsplans unterst\u00fctzt.<br \/>\nQualifizierung als Inklusionscoach<\/p>\n<p>Die Fortbildung zum betrieblichen Inklusionscoach der Landwirtschaftskammer wurde in Zusammenarbeit mit dem IBAF Institut f\u00fcr Aus- und Fortbildung durchgef\u00fchrt. An f\u00fcnf Tagen bekamen die Teilnehmer einen intensiven Einblick in Themen wie Behinderungsarten, Umgang mit Behinderung, rechtlichen Grundlagen zur Ausbildung und Besch\u00e4ftigung von Menschen mit Behinderung sowie F\u00f6rder- und Unterst\u00fctzungsm\u00f6glichkeiten.<\/p>\n<p>In allen Bereichen der Landwirtschaftskammer sollen k\u00fcnftig Unternehmen, Auszubildende und Arbeitnehmer\/innen mit Behinderung Ansprechpartner finden, die erste Informationen geben und Kontakte zu spezialisierten Beratungsinstituten herstellen k\u00f6nnen.<br \/>\nLandwirtschaft steht Inklusion offen gegen\u00fcber<\/p>\n<p>Viele Betriebe im Agrarbereich haben eine positive Grundeinstellung zum Thema Inklusion \/ zur Besch\u00e4ftigung von Menschen mit Behinderung. Gleichzeitig sind jedoch auch H\u00fcrden w\u00e4hrend des Projekts sichtbar geworden, die einer Ausbildung oder Besch\u00e4ftigung im Wege stehen: Geringe Ber\u00fchrungspunkte, fehlendes Wissen \u00fcber die Auswirkungen der verschiedenen Behinderungsarten und mangelnde Informationen \u00fcber F\u00f6rderm\u00f6glichkeiten sind einige Gr\u00fcnde. Hier setzt Projektmitarbeiterin Sabine Potthast mit ihrem vom Bundesministerium f\u00fcr Arbeit und Soziales gef\u00f6rderten Projekt an, das seit knapp zwei Jahren bei der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein umgesetzt wird. Ziel ist es, H\u00fcrden und Vorbehalte abzubauen und so mehr Ausbildungs- und Arbeitspl\u00e4tze im Agrarbereich zu schaffen und mehr Menschen mit Schwerbehinderung die Chance zu bieten, eine Ausbildung oder Besch\u00e4ftigung in der Landwirtschaft aufzunehmen. Dazu geh\u00f6rt auch zu informieren, welche Beratungsangebote und finanziellen Unterst\u00fctzungs- und F\u00f6rderm\u00f6glichkeiten z. B. f\u00fcr eine Umgestaltung des Arbeitsplatzes bestehen. Dahinter steht ein breites Netzwerk von Kammer und Partnern.<\/p>\n<p>3<br \/>\nFazit: Kammergesch\u00e4ftsf\u00fchrer Peter Levsen Johannsen:\u201eDie vielen Gespr\u00e4che und Beratungen der vergangenen zwei Jahre haben uns gezeigt: Erfolgreiche Inklusion in der Arbeitswelt ben\u00f6tigt wirksame Begleitungs- und F\u00f6rderprogramme mit deutlich verbesserter Transparenz f\u00fcr die Betriebe dar\u00fcber, welche Hilfen es gibt und wer wof\u00fcr zust\u00e4ndig ist. Erfolgreiche Inklusion beginnt jedoch nach unseren Erfahrungen \u201eim Kopf\u201c: Sie ist ganz wesentlich eine Frage von pers\u00f6nlichen Grundeinstellungen. Das Inklusionsprojekt hat uns erm\u00f6glicht, unsere Sichtweise zu \u00fcberpr\u00fcfen und zu ver\u00e4ndern. Das war f\u00fcr uns au\u00dferordentlich wertvoll. Auf diesem Weg haben uns viele professionelle Akteure unterst\u00fctzt \u2013 ganz besonders das IBAF Rendsburg durch die Qualifizierung unserer Mitarbeiter\/innen. An dieser Stelle mein ganz herzlicher Dank daf\u00fcr an Sie und Ihr Haus, Frau Voss, und alle Mitwirkenden\u201c.<\/p>\n<p>Zahlen und Fakten<\/p>\n<p>In Schleswig-Holstein leben etwa 338.000 Menschen mit einer anerkannten Schwerbehinderung, rund 12 % der Bev\u00f6lkerung.<\/p>\n<p>Generell ist f\u00fcr Behinderte eine Ausbildung in der Agrarwirtschaft in Schleswig-Holstein in 12 gr\u00fcnen Ausbildungsberufen m\u00f6glich. F\u00fcr Lernbehinderte besteht nach \u00a7 66 Berufsbildungsgesetz zudem in den Bereichen Landwirtschaft, Gartenbau und Pferdewirtschaft die M\u00f6glichkeit, eine Werker- bzw. Fachpraktikerausbildung zu absolvieren. Die Werkeausbildung ist sehr erfolgreich und durch hohe \u00dcbernahmequoten von der Ausbildung in den Beruf auf dem Betrieb gekennzeichnet. Im Gartenbau wechseln \u00fcber 50 % der Auszubildenden nach ihrer Ausbildung in ein sozialversicherungspflichtiges Besch\u00e4ftigungsverh\u00e4ltnis. In der Landwirtschaft liegt dieser Anteil sogar bei 90 %.<br \/>\nGrund daf\u00fcr ist die inklusiv durchgef\u00fchrte Ausbildung auf den Betrieben.<\/p>\n<p>Bundesweit gibt es rund 138.000 sozialversicherungspflichtig Besch\u00e4ftigte in der Land- und Forstwirtschaft (2010). Mit etwa 3,1 % liegt der Anteil von Besch\u00e4ftigten mit einer Schwerbehinderung an den sozialversicherungspflichtig Besch\u00e4ftigten in der gr\u00fcnen Branche deutlich \u00fcber dem produzierenden Gewerbe (1,7 %) und dem Dienstleistungsbereich (1,8 %).<br \/>\nAuf Schleswig-Holstein umgerechnet kommen, bezogen auf die 10.000 sozialversicherungspflichtig Besch\u00e4ftigten in Betrieben der schleswig-holsteinischen Land- und Forstwirtschaft, etwa 310 Menschen mit Schwerbehinderung.<\/p>\n<p>Nur vier Prozent der Behinderungsarten sind angeboren. Bei rund 85 Prozent ist die Behinderung in Folge einer Krankheit im Lebensverlauf aufgetreten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Landwirtschaftskammer geht in Sachen Inklusion voran &#8211; Deutschland hat sich mit der Unterzeichnung der UN-Behindertenrechtskonvention zur F\u00f6rderung der gleichberechtigten Teilhabe aller Menschen am gesellschaftlichen Leben verpflichtet. 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