{"id":202325,"date":"2016-06-10T12:57:38","date_gmt":"2016-06-10T10:57:38","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/?p=202325"},"modified":"2016-06-10T12:57:38","modified_gmt":"2016-06-10T10:57:38","slug":"neue-sonderausstellung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/neue-sonderausstellung\/","title":{"rendered":"Neue Sonderausstellung"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/BBH_TM-Katia_1953.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-large wp-image-202326\" src=\"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/BBH_TM-Katia_1953-228x340.jpg\" alt=\"BBH_TM-Katia_1953\" width=\"228\" height=\"340\" srcset=\"https:\/\/hier-luebeck.de\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/BBH_TM-Katia_1953-228x340.jpg 228w, https:\/\/hier-luebeck.de\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/BBH_TM-Katia_1953-215x320.jpg 215w, https:\/\/hier-luebeck.de\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/BBH_TM-Katia_1953.jpg 369w\" sizes=\"auto, (max-width: 228px) 100vw, 228px\" \/><\/a>Neue Sonderausstellung<br \/>\n<em>Fremde Heimat. Flucht und Exil der Familie Mann<br \/>\n<\/em>Ab 12.6.2016 bis 8.1.2017<br \/>\nBuddenbrookhaus, L\u00fcbeck<br \/>\nVernissage am 11. Juni um 18 Uhr im Audienzsaal des Rathauses<br \/>\n<\/strong>Was bedeutete die Flucht aus Deutschland f\u00fcr Thomas Mann und seine Angeh\u00f6rigen?<\/p>\n<p>Um diese Frage geht es in der neuen Sonderausstellung <strong><em>Fremde Heimat. Flucht und Exil der Familie Mann, <\/em><\/strong>die ab dem 12. Juni im Buddenbrookhaus in L\u00fcbeck zu sehen ist.<br \/>\n<!--more-->Im Rahmen eines Pressetermins wurde sie am heutigen Vormittag der \u00d6ffentlichkeit vorgestellt.<\/p>\n<p>\u201eDas Thema der fremden Heimat und der Heimat in der Fremde ist hochaktuell. Angesichts der vielen Menschen, die aus Krisen- und Kriegsgebieten zu uns kommen, angesichts von Kriegstraumata, Existenzangst und Heimweh, stellen sich vielerorts dieselben Fragen, wie zur Zeit des Exils der Familie Mann ab 1933: Wie bewahrt man sich seine Heimat in der Fremde? Wie macht man den neuen Lebensort zur Heimat? Wie kann man die Entwurzelung, das <em>Herzasthma des Exils<\/em>, wie es Thomas Mann nennt, heilen?\u201c, verdeutlichte Museumsleiterin Dr. Birte Lipinski den Hintergrund der Schau und f\u00fcgte hinzu:\u00a0 \u201eDer Blick in die Vergangenheit hilft beim Verst\u00e4ndnis der gegenw\u00e4rtigen Problematik. Und vielleicht kann das Fremde ein Anreiz sein, andere Perspektiven einzunehmen und damit einen Zusammenhalt schaffen, der nicht auf Gleichheit beruht, sondern auf Interesse am Anderen.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong><em>Fremde Heimat<\/em><\/strong> erz\u00e4hlt die Exilgeschichte der Familienmitglieder zwischen 1933 und 1952. Nach der Ernennung Adolf Hitlers zum deutschen Reichskanzler am 30. Januar 1933 flohen die Manns vor den Nationalsozialisten ins europ\u00e4ische Ausland und dann, als sich in Europa die Lage zuspitzte, in die USA. Aufgrund ihres \u00f6ffentlichen Engagements gegen die Nationalsozialisten wurden Heinrich, Klaus und Erika Mann sowie Thomas Mann, seine Frau und seine vier j\u00fcngsten Kinder ausgeb\u00fcrgert, sie verloren ihre Staatsangeh\u00f6rigkeit. 1937 emigrierte Erika Mann als erste in die USA; 1938 folgen ihr \u00e4ltester Bruder Klaus sowie Thomas und Katia Mann mit Elisabeth und Michael. Als Europa im Krieg versank, flohen auch Heinrich, Golo und Monika Mann in die Vereinigten Staaten von Amerika. Die Fluchtwege der Manns waren zum Teil nicht weniger gef\u00e4hrlich als die heutigen: Nur mit Hilfe des \u201aSchleppers\u2019 Varian Fry gelang Heinrich und Golo Mann die rettende Flucht \u00fcber die Pyren\u00e4en; das Fluchtschiff von Monika Mann wurde torpediert und ging unter. Ihr Mann verlor dabei sein Leben. Im Exil blieb die Familie Mann &#8211; auch dies der aktuellen Fl\u00fcchtlingssituation \u00e4hnlich &#8211; auf Unterst\u00fctzung angewiesen, um nicht zuletzt finanziell \u00fcber die Runden zu kommen. Doch in den USA fanden die Manns keine Heimat und sie verlie\u00dfen die Staaten in Richtung Europa. Eine R\u00fcckkehr nach Deutschland nach dem Krieg stand jedoch au\u00dfer Frage, Deutschland war zur Fremde geworden.<\/p>\n<p>In vier Stationen verfolgt die Sonderausstellung die ganz unterschiedlichen Wege und Erfahrungen der Familienmitglieder sowie ihren antifaschistischen Kampf gegen Hitler und das Regime der Nationalsozialisten. Dabei ist die Vermittlung von historischen Fakten dem pers\u00f6nlichen Blick der Manns nachgeordnet. Aus gegenw\u00e4rtiger Perspektive wissen wir, dass die Schreckensherrschaft Hitlers 13 Jahre dauerte &#8211; deshalb erscheint die Emigration als selbstverst\u00e4ndlicher Schritt. Den Besuchern soll hingegen die M\u00f6glichkeit geboten werden, sich in die Exilanten und Gefl\u00fcchteten einzuf\u00fchlen und zu verstehen, auf welchen Ungewissheiten die Entscheidung zur Emigration beruhte.<\/p>\n<p>Begleitet werden die historisch-biografischen Stationen von vier Literaturinseln, die sich mit \u201eMario und der Zauberer\u201c, und dem Roman \u201eDoktor Faustus\u201c von Thomas Mann, mit Klaus Manns Roman \u201eMephisto\u201c und Heinrich Manns \u201eDie Jugend des K\u00f6nigs Henri Quarte\u201c \u00a0befassen.<\/p>\n<p>Anna-Lena Markus ist Kuratorin der Ausstellung. Sie erkl\u00e4rte: \u201eWir betrachten die Ausstellung auch als spannendes Experimentierfeld im Hinblick auf die neue Dauerausstellung, die im Buddenbrookhaus entstehen wird. Wir wollten die Geschichte und Literatur der Familie auf ungew\u00f6hnliche Art erz\u00e4hlen und dabei ausloten, wie man Biografie, Zeitgeschichte und Literatur auf neue Weise in den Raum \u00fcbersetzen kann.\u201c<\/p>\n<p>Im Rahmen des von der Commerzbank-Stiftung gef\u00f6rderten Projekts \u201eLiteratur als Ereignis\u201c waren auch zw\u00f6lf Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler der Grund- und Gemeinschaftsschule St. J\u00fcrgen\u00a0 an der Ausstellungskonzeption beteiligt. Die Jugendlichen haben sich intensiv mit dem Themenbereich \u201eFlucht und Exil\u201c auseinandergesetzt und vier Ausstellungsmodule eigenst\u00e4ndig konzipiert und umgesetzt. Stets haben sie dabei den Gegenwartsbezug f\u00fcr die Ausstellung im Blick behalten. Sinn und Ziel des Projekts ist es, Jugendliche als Experten f\u00fcr die eigene Besuchergruppe ernst zu nehmen, sie an die kuratorische Arbeit heranzuf\u00fchren\u00a0 und ihnen eigene Aufgaben zu \u00fcbertragen. Der Sch\u00fcler Marten Krienke brachte seine Erfahrungen so auf den Punkt: \u201eJe l\u00e4nger wir hier sind, desto besser wird es. Das Projekt w\u00e4chst mit uns, wir bringen das Ganze voran.\u201c F\u00fcr ihr Engagement erhalten alle beteiligten Jugendlichen ein Zertifikat von Astrid Kie\u00dfling-Taskin, Vorstand der Commerzbank-Stiftung.<\/p>\n<p>Gestaltet wurde die interessante Schau von dem jungen Team \u201edrej\u201c aus Hamburg und Kiel, das aus Astrid Becker, Anna-Maria Bandholz und Rieke Gloy besteht, und dem Grafikdesigner Marco St\u00f6rmer, der ebenfalls aus Hamburg kommt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Vernissage<\/strong><\/p>\n<p>Er\u00f6ffnung der Ausstellung am 11. Juni um 18 Uhr durch Stefan Schmidt, Beauftragter des Landes Schleswig-Holstein f\u00fcr Fl\u00fcchtlingsfragen.<\/p>\n<p>Einf\u00fchrung durch Dr. Birte Lipinski, Leiterin des Buddenbrookhauses, und Kuratorin Anna-Lena Markus.<\/p>\n<p>Lesung der \u203aWriters in Exile\u2039 Najet Adouani und Erik Arellana Bautista (PEN-Club).<\/p>\n<p>musikalische Begleitung durch Rami Faisal (Geige), Murat Tosun (Baglama) und Joao Pedro Martinho Tome (Gitarre).<\/p>\n<p>Anschlie\u00dfend Empfang im Buddenbrookhaus und Gang durch die Ausstellung.<\/p>\n<p>Eintritt: 7 Euro, erm. 3,50 Euro<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Dialogische F\u00fchrungen <\/strong><\/p>\n<p>Samstag, 9. Juli, 10.September, 12.November, jeweils 14 Uhr in Dari, Farsi und Deutsch. Erwachsene \/ Erm\u00e4\u00dfigte \/ Kinder: 11 \/ 7,50 \/ 6,50 Euro; mit Ankunftsnachweis 3,50\u20ac<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Neue Sonderausstellung Fremde Heimat. 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