{"id":2031,"date":"2006-03-02T18:20:01","date_gmt":"2006-03-02T18:20:01","guid":{"rendered":"http:\/\/testserver\/wordpress\/?p=1931"},"modified":"2006-03-02T18:20:01","modified_gmt":"2006-03-02T18:20:01","slug":"koronare_herzerkrankung_welche_rolle_spielen_bakterien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/koronare_herzerkrankung_welche_rolle_spielen_bakterien\/","title":{"rendered":"Koronare Herzerkrankung: Welche Rolle spielen Bakterien?"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" title=\"UKLLogo\" src=\"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/images\/topics\/UKLLogo.jpg\" alt=\"UKLLogo\" \/><br \/>\nDie Koronare Herzerkrankung ist eine der Haupttodesursachen, j\u00e4hrlich sterben allein in Deutschland circa 95.000 Menschen an ihren Folgen. Fetthaltige, verkalkte Ablagerungen verschlie\u00dfen die Herzkranzarterien und f\u00fchren so zu einem Herzinfarkt. Dabei scheint auch eine entz\u00fcndliche Komponente beteiligt zu sein, deren Mechanismus jedoch bislang nicht gekl\u00e4rt werden konnte. Eine neue Studie des Nationalen Genomforschungsnetzes (NGFN) deckt jetzt auf, dass h\u00e4ufig zahlreiche Bakterien in den gef\u00e4hrlichen Ablagerungen leben und somit f\u00fcr die Krankheit mitverantwortlich sein k\u00f6nnten. <!--more-->Durch hochsensitive molekulare Techniken fanden die Wissenschaftler eine Vielzahl von Keimen in jedem der untersuchten Patienten. Insgesamt konnten sie so \u00fcber 50 verschiedene Erreger identifizieren. &#8222;Unsere Ergebnisse legen nahe, dass nicht eine Infektion mit einem Bakterium allein die Ursache f\u00fcr die Entz\u00fcndung der Arterienwand sein kann. Die Kombination der vielen unterschied-lichen Erreger weist eher auf ein Problem an unseren Barriereorganen wie Lunge oder Darm hin. Dabei ist es letztendlich unklar, ob die Bakterien schon fr\u00fch beteiligt sind oder erst sp\u00e4ter Teil der Ver\u00e4nderungen werden, die unser Herz in Gefahr bringen&#8220;, erl\u00e4utert Professor Stefan Schreiber, der die Forschungsgruppe leitet. <\/p>\n<p>Die NGFN-Forscher vom Institut f\u00fcr klinische Molekularbiologie der Universit\u00e4t Kiel ordneten die gefundenen Erreger bestimmten Gruppen zu. &#8222;Wir haben Bakterien identi-fiziert, die eigentlich im Mundraum vorkommen oder zum Beispiel als Erreger von Entz\u00fcn-dungen der Haut oder der Atmungsorgane beschrieben werden. Aber unter den Erregern befinden sich auch v\u00f6llig neue Bakterienst\u00e4mme&#8220;, so Dr. Stephan J. Ott, der die Studie durchgef\u00fchrt hat. Dass Bakterien, die ein fester Bestandteil der Mundflora sind, an anderen Stellen des K\u00f6rpers auftauchen k\u00f6nnen, ist bekannt. Ott: &#8222;Bei gesunden Patienten bildet die Schleimhaut eine nat\u00fcrliche Barriere, die die Ausbreitung der Bakterien verhindert. Ist diese Barriere allerdings zum Beispiel nach einem chirurgischen Eingriff, durch eine lokale Entz\u00fcndung oder durch eine Fehlfunktion gest\u00f6rt, so k\u00f6nnen die Bakterien verschleppt werden und an anderen Stellen des K\u00f6rpers Entz\u00fcndungen verursachen.&#8220;<br \/>\nEine Frage bleibt weiterhin unbeantwortet: Ist der Bakterienbefall tats\u00e4chlich die Ursache f\u00fcr die koronare Herzerkrankung, oder reichern sich die Erreger erst im sp\u00e4teren Krank-heitsverlauf an? &#8222;Die Ergebnisse unserer Studie k\u00f6nnen das nicht eindeutig kl\u00e4ren&#8220; erl\u00e4utert R\u00fcdiger Simon, Direktor der Klinik f\u00fcr Kardiologie in Kiel. Er f\u00fchrte die meisten Herzkatheter-Untersuchungen f\u00fcr die Studie durch und leitet die Abteilung f\u00fcr Kardiologie am UKSH in Kiel. &#8222;Um diese Fragen zu beantworten, sind weitere Experimente n\u00f6tig. Wir hoffen, dass sich aus diesen Erkenntnissen neue diagnostische und dann auch therapeutische Ans\u00e4tze ergeben.&#8220;<\/p>\n<p>Die Ergebnisse der Kieler Forscher werden in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift Circulation ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Koronare Herzerkrankung ist eine der Haupttodesursachen, j\u00e4hrlich sterben allein in Deutschland circa 95.000 Menschen an ihren Folgen. 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