{"id":203919,"date":"2016-08-12T10:55:20","date_gmt":"2016-08-12T10:55:20","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/besondere-neuigkeiten\/lka-sh-polizisten-verlangen-nie-ihr-geld\/"},"modified":"2016-08-12T14:24:39","modified_gmt":"2016-08-12T12:24:39","slug":"lka-sh-polizisten-verlangen-nie-ihr-geld","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/lka-sh-polizisten-verlangen-nie-ihr-geld\/","title":{"rendered":"LKA-SH: Polizisten verlangen nie Ihr Geld!"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft \" title=\"Dieses Bild ist durch das BKA zur Ver\u00f6ffentlichung frei gegeben worden.\" src=\"http:\/\/cache.pressmailing.net\/thumbnail\/story_big\/c0bceb37-071c-4715-9570-e90b35e49b68\/image\" width=\"229\" height=\"346\" \/><\/p>\n<p>Kiel (ots) &#8211; Sie sitzen meist im Ausland. Sie durchforsten deutsche Telefonb\u00fccher, gezielt nach \u00e4lteren Menschen, die dort auch mit ihrer Anschrift verzeichnet sind. Und wenn sie anrufen, geben sie sich als Polizisten oder Staatsanw\u00e4lte aus. Und sie haben nur ein Ziel: Sie wollen IHR Geld!<!--more--> Im vergangenen halben Jahr sind der Polizei in Schleswig-Holstein rund 80 Taten bekannt geworden, bei denen Anrufer versucht haben, in der Mehrheit \u00e4ltere Frauen davon zu \u00fcberzeugen, ihr Geld von Konten, aus Bankschlie\u00dff\u00e4chern oder aus Tresoren zu holen und den T\u00e4tern zu \u00fcbergeben. Das ist ihnen zum Gl\u00fcck nur in wenigen F\u00e4llen gelungen, aber der Schaden ist immens hoch. Mehrere hunderttausend Euro haben die Betr\u00fcger bereits ergaunert. Das Dunkelfeld der versuchten und vollendeten Taten d\u00fcrfte sehr viel gr\u00f6\u00dfer sein. Aber wie gelingt es den T\u00e4tern, zum Erfolg zu kommen? Sie nutzen r\u00fccksichtslos das Vertrauen \u00e4lterer Menschen zur Polizei aus. Haupts\u00e4chlich wenden sie zwei Maschen an: Der akzentfrei Deutsch sprechende Anrufer, der sich als Polizeibeamter ausgibt, spricht seine Opfer mit Namen an und bringt zuweilen zum Ausdruck, dass er wei\u00df, wo sie wohnen. Er berichtet z.B. von vermehrten Einbr\u00fcchen in der Umgebung und einem festgenommen T\u00e4ter, bei dem man Zettel mit Namen und Adressen, auch die der Angerufenen, gefunden habe. Man mache sich nun Sorgen und hinterfragt die vorhandenen Verm\u00f6genswerte. Diese wolle man f\u00fcr sie sicher verwahren&#8230; In anderen F\u00e4llen berichtet man den Angerufenen von mafi\u00f6sen Strukturen bei ihrer Bank und fordert sie auf, sicherheitshalber ihr Geld abzuheben, Schlie\u00dff\u00e4cher zu r\u00e4umen und die Verm\u00f6genswerte zu Hause zu lagern. Auf Bedenken der Bankmitarbeiter werden die Gesch\u00e4digten vorbereitet. Durch erneute Anrufe versichern sich die T\u00e4ter der Abholung des Geldes und fordern nun zum Mitteilen von Banknotennummern auf. Darauf folgt die Behauptung, es handele sich um Falschgeld, dass die Polizei abholen m\u00fcsse&#8230; Die geschilderten Legenden sind nur zwei Beispiele einer Vielzahl von Geschichten, die sich die T\u00e4ter einfallen lassen. Sie gehen arbeitsteilig vor. Perfekt geschulte Telefonisten f\u00e4deln die Abholungen ein. Es werden sogar &#8222;Rollenspiele&#8220; mit mehreren Anrufern durchgef\u00fchrt. Wieder andere T\u00e4ter erscheinen sp\u00e4ter bei den Opfern. Die T\u00e4ter bedienen sich modernster Telekommunikationsmittel, die es erm\u00f6glichen, jede beliebige Rufnummer im Display der Gesch\u00e4digten erscheinen zu lassen. Auch die der zust\u00e4ndigen Kriminalpolizeidienststelle! \u00dcbrigens: Die Polizei ruft Sie nie von der Rufnummer 110 aus an. Die Gesch\u00e4digten erhalten auch eine R\u00fcckrufnummer, in der Regel eines Mobiltelefons, um mit den T\u00e4tern Kontakt aufnehmen zu k\u00f6nnen. Sie werden sogar dazu ermuntert. Anbahnungshandlungen k\u00f6nnen sich zum Teil \u00fcber Tage hinziehen. Nicht selten wird den Gesch\u00e4digten glaubhaft gemacht, konspirativ an Ermittlungen der Polizei mitzuwirken. Die T\u00e4ter erschleichen sich durch ihr Vorgehen das Vertrauen der Gesch\u00e4digten, stellen sogar Fangpr\u00e4mien in Aussicht. Ziel der T\u00e4ter ist es immer, sich Zutritt in die Wohnungen potentieller Opfer zu verschaffen, um dann durch Ablenkung oder als Fortsetzung der dreisten L\u00fcgengeschichten an Geld und Wertgegenst\u00e4nde zu gelangen. Die Polizei arbeitet mit Hochdruck und eng vernetzt an der Ermittlung der T\u00e4ter, was sich aufgrund der oben geschilderten Vorgehensweisen als sehr schwierig erweist. Sie hat es mit hochprofessionell agierenden T\u00e4tergruppen zu tun. Was k\u00f6nnen Sie tun, um sich und ihre Angeh\u00f6rigen zu sch\u00fctzen? &#8211; \u00dcberpr\u00fcfen Sie Ihren Telefonbucheintrag. \u00c4ndern Sie ihn gegebenenfalls. Ihr Vorname sollte abgek\u00fcrzt sein und eine Anschrift ist oft nicht n\u00f6tig. &#8211; Machen Sie Fremden gegen\u00fcber nie Angaben \u00fcber Ihre Verm\u00f6genswerte. Polizeibeamte w\u00fcrden Sie nie danach oder gar nach Passw\u00f6rtern fragen. &#8211; Polizei und Staatsanwaltschaft w\u00fcrden Sie niemals telefonisch zu einer Zahlung auffordern. Sie erhalten immer eine schriftliche Zahlungsaufforderung auf dem Postweg. &#8211; Lassen Sie sich nicht zu etwas dr\u00e4ngen, dass Ihnen nicht behagt. Falsche Scham spielt den Betr\u00fcgern in die Tasche! &#8211; Deponieren Sie keine Wertsachen auf Anordnung vor dem Haus. &#8211; Haben sich Unbekannte angemeldet, holen Sie sich Unterst\u00fctzung ins Haus. Polizeibeamte in Zivil weisen sich immer aus. &#8211; Wenn Sie sich unsicher sind, notieren Sie Namen, Dienststelle und Rufnummer des Anrufers und legen Sie auf. W\u00e4hlen Sie den Serviceruf der Polizei 110. Hier finden Sie unmittelbar Unterst\u00fctzung. Die hohe Anzahl der angezeigten Betrugsversuche zeigt, dass sehr viele lebens\u00e4ltere Menschen sehr aufmerksam sind und sich nicht darauf einlassen. Aber leider gilt dies nicht f\u00fcr jeden. Darum bittet die Polizei Sie, auch lebens\u00e4ltere Angeh\u00f6rige, Nachbarn und Bekannte aufzukl\u00e4ren. Wenn Sie bereits gesch\u00e4digt wurden oder jemand versucht hat, Sie zu betr\u00fcgen, zeigen Sie dies bitte in jedem Fall an. Weitere Hinweise entnehmen sie bitte dem Programm Polizeiliche Kriminalpr\u00e4vention, www.polizei-beratung.de .<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.presseportal.de\/blaulicht\/pm\/2256\/3402214\" target=\"_blank\">presseportal.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kiel (ots) &#8211; Sie sitzen meist im Ausland. 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