{"id":21498,"date":"2010-09-27T19:29:05","date_gmt":"2010-09-27T17:29:05","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/2010\/09\/patientensicherheit-darf-vom-gesetzgeber-nicht-leichtfertig-aufs-spiel-gesetzt-werden\/"},"modified":"2010-09-27T19:29:29","modified_gmt":"2010-09-27T17:29:29","slug":"patientensicherheit-darf-vom-gesetzgeber-nicht-leichtfertig-aufs-spiel-gesetzt-werden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/patientensicherheit-darf-vom-gesetzgeber-nicht-leichtfertig-aufs-spiel-gesetzt-werden\/","title":{"rendered":"Patientensicherheit darf vom Gesetzgeber nicht leichtfertig aufs Spiel gesetzt werden"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-size: x-small;\"><strong>Berlin, 27.09.2010. <\/strong>Die Deutsche Gesellschaft f\u00fcr  b\u00fcrgerorientiertes Versorgungsmanagement e.V. (DGbV), Berlin, begr\u00fc\u00dft die  Forderung des Bundesrates, beim Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz (AMNOG) die  Arzneimittelsicherheit und die Patientenrechte st\u00e4rker zu ber\u00fccksichtigen. <\/span>&#8222;Wir halten die bisher im  AMNOG-Entwurf vorgesehene Regelung f\u00fcr unverantwortlich, dass bei  wirkstoffgleichen Arzneimitteln lediglich eine Indikation \u00fcbereinstimmen muss,  damit die vom Arzt\u00a0 verordneten Pr\u00e4parate gegen andere ausgetauscht werden  d\u00fcrfen, f\u00fcr die die Krankenkasse einen Rabattvertrag abgeschlossen hat&#8220;, so der  Pr\u00e4sident der DGbV, Dr. John N. Weatherly\u00a0in Berlin. Patienten werden  Medikamenten nicht vertrauen, bei denen statt Ihrer Krankheit andere  Indikationen in der Packungsbeilage aufgef\u00fchrt sind. Das kann dazu f\u00fchren, dass  lebensnotwendige Arzneimittel nicht eingenommen und schwerwiegende Folgesch\u00e4den  riskiert werden. Kaum auszudenken ist, wenn aufgrund dieses Austauschs einem  Patienten ein k\u00f6rperlicher Schaden zugef\u00fcgt wird. Au\u00dferdem sei die Haftungsfrage  absolut offen.<!--more-->Bereits heute nehmen Patienten mit  einer chronischen Erkrankung, denen f\u00fcr einen l\u00e4ngeren Zeitraum Medikamente  verschrieben wurden, diese Medikamente nach einiger Zeit nicht mehr ein. Rund  20% bis 40% aller Patienten mit einer l\u00e4ngerfristigen Arzneimittel-Verordnung,  so sch\u00e4tzt man, setzen das Medikament vorzeitig ab. Diese Therapieabbr\u00fcche  gef\u00e4hrden in vielen F\u00e4llen nicht nur den Behandlungserfolg. Vielmehr werden  damit Milliardensummen im Gesundheitswesen v\u00f6llig unsinnig verschwendet. Die  j\u00e4hrlichen direkten Kosten mangelnder Therapietreue (Non-Compliance) werden in  Deutschland auf \u00fcber 5-10 Milliarden Euro gesch\u00e4tzt. Man nimmt an, dass  zus\u00e4tzlich noch einmal Folgekosten in derselben H\u00f6he entstehen, unter anderem  durch eine Chronifizierung von Krankheitssymptomen.<\/p>\n<p>Die Arzneimittelexperten  der DGbV, der Mediziner Professor Dr.Dr.Dr. Dieter Adam, M\u00fcnchen, und Dr. Ulrich  Kr\u00f6tsch, M\u00fcnchen, bisheriger Pr\u00e4sident der Bundesapothekerkammer und der  Bayerischen Landesapothekerkammer, schlie\u00dfen sich der Forderung des Bundesrates  und weiterer Experten an. Auch sie fordern, dass im Rahmen von Rabattvertr\u00e4gen  die urspr\u00fcnglich verordneten Arzneimittel nur noch durch solche  wirkstoffgleichen Pr\u00e4parate in der Apotheke ersetzt werden d\u00fcrfen, die f\u00fcr alle  diejenigen Krankheitsbilder zugelassen sind, bei denen auch die vom Arzt  verschriebenen Medikamente eingesetzt werden sollen.<\/p>\n<p>Die DGbV fordert den  Gesetzgeber auf, sich nicht \u00fcber einen solchen sinnvollen Vorschlag  hinwegzusetzen und seine Verantwortung f\u00fcr die Patientensicherheit ernst zu  nehmen. Schlie\u00dflich sind eine bessere Patientencompliance und ein gutes  Versorgungsmanagement mit den richtigen Medikamenten der beste Garant f\u00fcr eine  effiziente Krankenbehandlung, die nicht durch kontraproduktive  Rabattvertragsregelungen behindert werden sollte.<\/p>\n<address><em>Die Deutsche Gesellschaft f\u00fcr b\u00fcrgerorientiertes  Versorgungsmanagement e.V. (DGbV) begleitet und entwickelt Konzepte f\u00fcr  Verbesserungen des Versorgungsmanagements im deutschen Gesundheitswesen unter  Ber\u00fccksichtigung der Komplexit\u00e4t des gesamten Systems und der wichtigen Rolle  der B\u00fcrger, also der Versicherten und Patienten. Die DGbV ist unabh\u00e4ngig,  fach\u00fcbergreifend und gemeinn\u00fctzig.<\/em><\/address>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin, 27.09.2010. Die Deutsche Gesellschaft f\u00fcr b\u00fcrgerorientiertes Versorgungsmanagement e.V. 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