{"id":22166,"date":"2010-10-11T11:50:51","date_gmt":"2010-10-11T09:50:51","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/?p=22166"},"modified":"2010-10-11T11:50:51","modified_gmt":"2010-10-11T09:50:51","slug":"jugend-und-suizid-signale-sehen-ist-wichtig-pravention-heist-aufmerksam-sein-und-an-profis-weiterleiten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/jugend-und-suizid-signale-sehen-ist-wichtig-pravention-heist-aufmerksam-sein-und-an-profis-weiterleiten\/","title":{"rendered":"Jugend und Suizid: Signale sehen ist wichtig &#8211; Pr\u00e4vention hei\u00dft aufmerksam sein und an Profis weiterleiten"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright\" style=\"border: 0pt none;\" src=\"http:\/\/img.pte.at\/\/lowrespics\/1286520433i14721.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" width=\"232\" height=\"300\" align=\"middle\" \/>Verzweifelt: Jugendliche brauchen Unterst\u00fctzung in Krisen (Foto: pixelio.de\/Hellwig)<\/p>\n<p>Hall (pte\/11.10.2010\/06:05) &#8211;   \t Suizid bei Jugendlichen verhindert man am besten, indem man fr\u00fche  Warnzeichen erkennt und dem Betroffenen hilft, professionelle Hilfe in  Anspruch zu nehmen. Zu diesem Schluss kommt der Psychiater Christian  Haring, Leiter der Jahrestagung der deutschen und \u00f6sterreichischen  Gesellschaft f\u00fcr Suizidpr\u00e4vention <a href=\"http:\/\/www.suizidtagung.at\/\" target=\"_blank\">http:\/\/www.suizidtagung.at<\/a> vergangenes Wochenende in Hall. &#8222;Suizid ist bei Jugendlichen ein gro\u00dfes  Problem. Treffen jene, die in Gefahr sind, auf einf\u00fchlende Menschen,  die ihnen den Schritt zur Therapie erleichtern, gelingt meist eine  positive Wende&#8220;, so der Experte.<!--more--><strong>Verstecktes Problem<\/strong><\/p>\n<p>Bei der Altersgruppe bis 45 Jahre geh\u00f6rt Suizid zu den h\u00e4ufigsten  Todesursachen. Bei Jugendlichen rangiert er hinter Unf\u00e4llen und Krebs  sogar auf Platz drei. &#8222;In Tirol haben 18 Prozent der jugendlichen  M\u00e4dchen und acht Prozent der Jungen selbstsch\u00e4digendes Verhalten, das  man als &#8218;parasuizidal&#8216; werten kann. Laut einer Heidelberger Studie haben  neun Prozent der weiblichen und 4,5 Prozent der m\u00e4nnlichen 15-J\u00e4hrigen  bereits einmal Suizid versucht&#8220;, so Haring. Da Medien nicht \u00fcber Suizid  berichten, Betroffene kaum im Gesundheitssystem auftauchen und selbst  \u00c4rzte die Gef\u00e4hrdeten zu sehr durch die Krankenhausbrille sehen, ist  vielen das Problem nicht bewusst.<\/p>\n<p>Dass die Pubert\u00e4t und Jugend eine Krisenzeit ist, ist nur  verst\u00e4ndlich, betont Haring. &#8222;Pubertierende sind nicht nur von Natur aus  schwierig und launisch, sondern auch die Anforderungen dieser  Lebensphase sind extrem hoch. Jugendliche m\u00fcssen Schule, Lehrplatzsuche  und oft auch Arbeitslosigkeit bew\u00e4ltigen, haben oft aber noch nicht die  n\u00f6tigen Ressourcen daf\u00fcr. Zudem werden sie von den Erwachsenen noch  nicht richtig ernst genommen. Dazu erscheint ihnen die Welt, die sie in  den Nachrichten sehen, als d\u00fcster und hoffnungslos.&#8220;<\/p>\n<p><strong>Verst\u00e4ndnis statt Verbote<\/strong><\/p>\n<p>Krankhafte Zust\u00e4nde und seelische Probleme \u00fcbersieht man bei  Jugendlichen h\u00e4ufig oder kehrt sie beiseite, warnt der Experte. &#8222;Sind  Erwachsene depressiv oder geraten in Burnout, so r\u00e4t man ihnen, sich zu  schonen und gew\u00e4hrt ihnen Auszeit. Depression zeigt sich im Jugendalter  jedoch ganz anders.&#8220; Die Ausdrucksformen seien vielseitig und reichen  von Schulversagen, Verweigerung, hohem Alkoholkonsum bis hin zum R\u00fcckzug  ins Internet oft l\u00e4nger als vier Stunden pro Tag f\u00fcr au\u00dferschulische  Zwecke. Das Gegenwirken durch erh\u00f6hten Druck, Verbote und Schulnoten ist  hier meist nur kontraproduktiv.<\/p>\n<p>Statt st\u00e4ndiges Zurufen von hinten, wie das Leben laufen sollten,  empfiehlt Haring den Eltern einf\u00fchlsames Verhalten. &#8222;Nur jeder dritte  Jugendliche sucht in derartigen Krisen Rat bei den Eltern. F\u00fcr sie ist  wichtig zu signalisieren: Ich bin da, wenn du mich brauchst. Verst\u00e4ndnis  und kreative Ma\u00dfnahmen wirken hier am besten.&#8220; In der Schule sei ein  positives Klassenklima die beste Pr\u00e4vention, wenden sich doch viele bei  Suizidgedanken zuerst an Gleichaltrige. &#8222;Das ist positiv, allerdings  verhindert das Anvertrauen an Mitsch\u00fcler meist die Suche professioneller  Hilfe. Wichtig ist, dass Gleichaltrige helfen und an Profis  weiterleiten.&#8220;<\/p>\n<p><strong>Schulfach Krisenbew\u00e4ltigung<\/strong><\/p>\n<p>Die Tagung bot auch Einblick in erste Ergebnisse der Studie SEYLE (&#8222;Saving and Empowering Young Lives in Europe&#8220;) <a href=\"http:\/\/seyle.org\/\" target=\"_blank\">http:\/\/seyle.org<\/a>,  die jugendliches Risikoverhalten europaweit erforscht und zugleich  Pr\u00e4vention bietet. 16 Tiroler Schulen machen heuer am vierteiligen  Programm mit, berichtet Haring. &#8222;Zuerst steht ein Fragebogen. Dieser  sucht nach Jugendlichen der Risikogruppe, die man zu Gespr\u00e4chen mit  Fachleuten einl\u00e4dt.&#8220; Zugleich wird ein Training f\u00fcr an Schulen  arbeitende Menschen geboten, die Probleme fr\u00fchzeitig erkennen und  Gespr\u00e4che suchen, sowie auch f\u00fcr Peer Groups. Der vierte Schritt ist  eine Plakatkampagne.<\/p>\n<p><strong>Medien tragen Verantwortung<\/strong><\/p>\n<p>Die Kampagne h\u00e4lt Haring f\u00fcr wichtig, da auch die Medien aktiv  Pr\u00e4vention betreiben k\u00f6nnen. &#8222;Die interne Abmachung, nicht \u00fcber  Suizidf\u00e4lle zu berichten, verhindert zwar erfolgreich Nachahmer, doch  \u00fcbersieht man dadurch das Problem.&#8220; Medien sollten in Fallbeispielen  zeigen, wie man Krisen \u00fcberwindet, denn auch das verhindert nachweislich  Suizid. Als &#8222;Papageno-Effekt&#8220; haben Wiener Mediziner das Ph\u00e4nomen  k\u00fcrzlich benannt, in Anspielung auf den Zauberfl\u00f6ten-Darsteller, der in  einer Lebenskrise durch Zuruf von drei Knaben wieder neuen Mut sch\u00f6pft.  &#8222;Genau wie die Psychotherapie m\u00fcssen auch Medien Hilfen und L\u00f6sungen  bieten, statt die Menschen in einem Loch zur\u00fcckzulassen&#8220;, so der Tiroler  Psychiater.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Verzweifelt: Jugendliche brauchen Unterst\u00fctzung in Krisen (Foto: pixelio.de\/Hellwig) Hall (pte\/11.10.2010\/06:05) &#8211; Suizid bei Jugendlichen verhindert man am besten, indem man<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","footnotes":""},"categories":[11],"tags":[],"class_list":["post-22166","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-menschlich-gesehen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/22166","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=22166"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/22166\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=22166"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=22166"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=22166"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}