{"id":221713,"date":"2017-01-11T15:21:46","date_gmt":"2017-01-11T14:21:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/?p=221713"},"modified":"2017-01-13T15:25:24","modified_gmt":"2017-01-13T14:25:24","slug":"open-doors-veroeffentlicht-weltverfolgungsindex-2017","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/open-doors-veroeffentlicht-weltverfolgungsindex-2017\/","title":{"rendered":"Open Doors ver\u00f6ffentlicht Weltverfolgungsindex 2017"},"content":{"rendered":"<p><strong>Open Doors ver\u00f6ffentlicht Weltverfolgungsindex 2017 &#8211;\u00a0<\/strong> Open Doors hat mit dem Weltverfolgungsindex 2017 die neue Rangfolge der 50 L\u00e4nder ver\u00f6ffentlicht, in denen Christen aufgrund ihres Glaubens am st\u00e4rksten verfolgt werden. Seit 1955 setzt sich das christliche Hilfswerk mit umfangreichen Hilfsprojekten f\u00fcr verfolgte Christen ein, heute in etwa 60 L\u00e4ndern. <!--more--><\/p>\n<p>Wie Open Doors mitteilt, hat sich die Lage der rund 650 Millionen Christen, die als Minderheit in den 50 L\u00e4ndern des Weltverfolgungsindex leben, von Jahr zu Jahr verschlechtert. Im Umfeld des \u201eArabischen Fr\u00fchlings\u201c traten sowohl regionale als auch l\u00e4nder\u00fcbergreifend aktive islamistische Gruppen wie der IS und Boko Haram verst\u00e4rkt auf den Plan. Immer wieder wurden Christen zur Zielscheibe ihrer Angriffe. Ein Beispiel war die systematische Vertreibung der Christen aus Mossul, bei der ihre H\u00e4user mit dem arabischen \u201eN\u201c f\u00fcr \u201eNazarener\u201c markiert wurden. Die Botschaft der Islamisten: Unterwerft euch unter den Islam, zahlt die Kopfsteuer, verlasst dieses Land oder euch bleibt das Schwert! Parallel dazu versch\u00e4rfte sich die Situation in Afrika. Allein in den n\u00f6rdlichen Scharia-Staaten Nigerias wurden in den letzten Jahren tausende Kirchen zerst\u00f6rt oder geschlossen. \u00dcber eine Million Christen sind bereits vor den Attacken muslimischer Extremisten geflohen. In den hinduistischen, buddhistischen und islamischen L\u00e4ndern Asiens hat der Druck auf Christen durch wachsenden religi\u00f6sen Nationalismus kontinuierlich zugenommen.<\/p>\n<p>Vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen hat Open Doors eine Neueinsch\u00e4tzung der Situation vorgenommen und die vor neun Jahren ermittelte Sch\u00e4tzung von weltweit rund 100 Millionen verfolgten Christen aktualisiert. Demnach sind mehr als 200 Millionen Christen einem hohen Ma\u00df an Verfolgung ausgesetzt.<\/p>\n<p>Von Nordkorea bis Eritrea: Christen von Arbeitslager, Folter und Tod bedroht<\/p>\n<p>Nordkorea belegt erneut den unr\u00fchmlichen ersten Rang auf dem Weltverfolgungsindex. Die etwa 300.000 Christen k\u00f6nnen unter der Herrschaft von Kim Jong Un nur im Untergrund \u00fcberleben. Findet man sie, drohen ihnen Hinrichtung oder Straflager. Etwa 70.000 von ihnen sind Folter und h\u00e4rtester Zwangsarbeit ausgesetzt. Von Platz 4 auf 2 vorger\u00fcckt ist Somalia, wo nur einige hundert Christen muslimischer Herkunft leben. Im Falle ihrer Entdeckung m\u00fcssen sie damit rechnen, auf der Stelle ermordet zu werden. Besonders hart getroffen wurde die Kirche in Pakistan, wo allein am Ostersonntag 2016 in Lahore mehr als 50 Christen bei einem gezielten Anschlag den Tod fanden. Im Sudan l\u00e4sst die Regierung erneut Kirchengeb\u00e4ude abrei\u00dfen und Christen verhaften; einigen droht die Todesstrafe. In den \u00fcberwiegend von Christen bewohnten Nuba-Bergen l\u00e4sst der islamistische Pr\u00e4sident Omar Bashir seit Jahren Bomben auf die eigene Bev\u00f6lkerung abwerfen und zerst\u00f6rt christliche Schulen, Krankenh\u00e4user und Kirchen. In Syrien und dem Irak lebt nur noch ein Bruchteil der urspr\u00fcnglichen christlichen Bev\u00f6lkerung. Im kriegsgebeutelten Jemen breiten sich islamische Extremisten weiter aus. Einheimischen Christen \u2013 zumeist ehemalige Muslime \u2013 droht die Ermordung. Das Ayatollah-Regime im Iran geht weiter hart gegen die stark wachsende Anzahl der Konvertiten vor und setzt sie h\u00e4ufig mit Folter unter Druck, zum Islam zur\u00fcckzukehren. Mehr als 90 Christen wurden 2016 verhaftet. In Eritrea sind Hunderte von Christen in Schiffscontainern und unterirdischen Verliesen eingesperrt.<br \/>\nPlatz 1\u00a0\u00a0 \u00a0Nordkorea<br \/>\nPlatz 2\u00a0\u00a0 \u00a0Somalia<br \/>\nPlatz 3\u00a0\u00a0 \u00a0Afghanistan<br \/>\nPlatz 4\u00a0\u00a0 \u00a0Pakistan<br \/>\nPlatz 5\u00a0\u00a0 \u00a0Sudan<br \/>\nPlatz 6\u00a0\u00a0 \u00a0 Syrien<br \/>\nPlatz 7\u00a0\u00a0 \u00a0 Irak<br \/>\nPlatz 8\u00a0\u00a0 \u00a0 Iran<br \/>\nPlatz 9\u00a0\u00a0 \u00a0 Jemen<br \/>\nPlatz 10\u00a0\u00a0 Eritrea<br \/>\nAsien: Religi\u00f6s motivierter Nationalismus auf dem Vormarsch<\/p>\n<p>Indien steht auf dem Weltverfolgungsindex so weit vorn wie nie zuvor (Platz 15). Unter Pr\u00e4sident Modi und seiner religi\u00f6s-nationalistischen Bharatiya Janata Partei verpr\u00fcgeln Hindu-Nationalisten immer h\u00e4ufiger Pastoren, brennen Kirchen nieder und \u00fcben massiven Druck auf Konvertiten aus, zum Hinduismus zur\u00fcckzukehren. Als Basis dient ihr Verst\u00e4ndnis: Ein echter Inder ist Hindu. Dabei gehen die T\u00e4ter als Gefolgsleute von Pr\u00e4sident Modi weitgehend straffrei aus. Etwa 39 der 64 Millionen Christen im Land sind betroffen, besonders auch die kastenlosen Dalits, die sich in gro\u00dfer Zahl dem christlichen Glauben zuwenden. Deutlich verschlechtert hat sich auch die Lage der Christen in Laos, Bangladesch, Bhutan und Sri Lanka, \u00fcberwiegend durch religi\u00f6s-nationalistische Bestrebungen. Dies gilt auch f\u00fcr die von Pr\u00e4sident Erdogan hart auf islamisch-konservativen Kurs eingeschworene T\u00fcrkei, die gleich um 8 Pl\u00e4tze von 45 auf 37 aufsteigt. Die Religionsfreiheit f\u00fcr Christen ist dort stark eingeschr\u00e4nkt.<\/p>\n<p>Islamische Unterdr\u00fcckung bleibt beherrschende Triebkraft f\u00fcr Christenverfolgung<\/p>\n<p>Die meisten der 50 L\u00e4nder auf dem Weltverfolgungsindex liegen im Nahen Osten und in Nordafrika. In acht der ersten zehn und in 35 der insgesamt aufgef\u00fchrten 50 L\u00e4nder ist islamische Unterdr\u00fcckung die ma\u00dfgebliche Ursache f\u00fcr die herrschende Christenverfolgung. Besonders betroffen sind Christen muslimischer Herkunft, deren Zahl weltweit w\u00e4chst. Laut Koran gilt der Abfall vom Islam (Apostasie) als todesw\u00fcrdiges Verbrechen. Deshalb stehen Konvertiten unter besonderem Verfolgungsdruck, nicht nur seitens islamischer Geistlicher und Regierungen, sondern auch durch die Gesellschaft bis hin in die eigene Familie. Selbst traditionelle Kirchen lehnen die Aufnahme von Konvertiten in der Regel ab, da dies zu Verhaftungen der Kirchenleiter und zur Schlie\u00dfung der Kirche f\u00fchren kann.<\/p>\n<p>Appell an die Bundesregierung: Zeichen der Hoffnung setzen in der Ninive-Ebene<\/p>\n<p>Nach Vertreibung des IS liegen die Ortschaften in der Ninive-Ebene rund um Mossul in Tr\u00fcmmern. \u201eDie R\u00fcckkehr der vom IS vertriebenen Bev\u00f6lkerung, unter der auch viele Christen waren, w\u00e4re ein weltweites Zeichen der Hoffnung\u201c, sagt Markus Rode, der gesch\u00e4ftsf\u00fchrende Vorstandsvorsitzende von Open Doors Deutschland. \u201eWir appellieren an die Bundesregierung, den Wiederaufbau der befreiten Ortschaften in der Ninive-Ebene intensiv zu unterst\u00fctzen und eine Geberkonferenz ins Leben zu rufen\u201c, so Rode.<\/p>\n<p>Mehr als 80 % der Christen sind aus dem Irak geflohen. Open Doors ruft dazu auf, f\u00fcr Frieden in der Region zu beten und daf\u00fcr, dass die christliche Gemeinschaft im Nahen Osten wieder erstarkt.<\/p>\n<p>Den ausf\u00fchrlichen Bericht zum Weltverfolgungsindex mit detaillierten L\u00e4nderprofilen, Analysen zu weltweiten Trends und Entwicklungen, der Methodik zum Index sowie Lebensberichten verfolgter Christen finden Sie unter www.weltverfolgungsindex.de.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Open Doors ver\u00f6ffentlicht Weltverfolgungsindex 2017 &#8211;  Open Doors hat mit dem Weltverfolgungsindex 2017 die neue Rangfolge der 50 L\u00e4nder ver\u00f6ffentlicht, in denen Christen aufgrund ihres Glaubens am st\u00e4rksten verfolgt werden. 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