{"id":22257,"date":"2010-10-12T13:56:59","date_gmt":"2010-10-12T11:56:59","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/2010\/10\/tsunamigefahr-los-angeles-und-istanbul-bedroht-hangrutsche-unter-wasser-sind-haufiger-ausloser-als-vermutet\/"},"modified":"2010-10-12T13:56:59","modified_gmt":"2010-10-12T11:56:59","slug":"tsunamigefahr-los-angeles-und-istanbul-bedroht-hangrutsche-unter-wasser-sind-haufiger-ausloser-als-vermutet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/tsunamigefahr-los-angeles-und-istanbul-bedroht-hangrutsche-unter-wasser-sind-haufiger-ausloser-als-vermutet\/","title":{"rendered":"Tsunamigefahr: Los Angeles und Istanbul bedroht &#8211; Hangrutsche unter Wasser sind h\u00e4ufiger Ausl\u00f6ser als vermutet"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright\" style=\"border: 0pt none;\" src=\"http:\/\/img.pte.at\/\/lowrespics\/1286880759i19027.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"235\" align=\"middle\" \/>Los Angeles: Hohes Risiko eines gro\u00dfen Erdbebens, jedoch auch eines Tsunamis (Foto: Wikimedia)<\/p>\n<p>Austin\/Pasadena\/Potsdam (pte\/12.10.2010\/13:40) &#8211;   \t K\u00fcstenst\u00e4dte in der N\u00e4he von tektonischen Verwerfungen im Meer haben ein  h\u00f6heres Tsunami-Risiko als bisher angenommen. Das berichten Forscher  der University of Texas <a href=\"http:\/\/www.utexas.edu\/\" target=\"_blank\">http:\/\/www.utexas.edu<\/a> in der Zeitschrift &#8222;Nature Geoscience&#8220;. In ihren Forschungen konnten  sie zeigen, dass Erdbeben im Meer keine vertikalen Plattenbewegungen  ausl\u00f6sen m\u00fcssen, damit sich ein Tsunami bildet. Auch abrutschende  Sedimente, die locker an Steilk\u00fcsten gelagert sind, k\u00f6nnen zu diesem  Effekt f\u00fchren.<!--more-->Die Forschergruppe um Matt Hornbach suchte dazu den Ausl\u00f6ser des  Tsunamis, der beim folgenschweren Erdbeben in Haiti am 12. J\u00e4nner 2010  auftrat und dabei zahlreiche K\u00fcstenstreifen des Karibikstaates  verw\u00fcstete. Analysiert wurde dabei der direkte Ort des Bebens &#8211; der  Meeresboden nahe der K\u00fcste. Es zeigte sich, dass durch das Beben lockere  Sedimente an k\u00fcstennahen Unterwasser-Steilh\u00e4ngen abgerutscht waren und  die dortigen Wasserschichten verdr\u00e4ngt hatten. Das hatte den Tsunami  ausgel\u00f6st.<\/p>\n<p><strong>Gefahr bisher untersch\u00e4tzt<\/strong><\/p>\n<p>&#8222;Hangrutsch-Tsunamis sind in der Geologie bekannt. Sie k\u00f6nnen die  H\u00f6he eines Tsunamis verst\u00e4rken oder diesen auch selbst ausl\u00f6sen. W\u00e4hrend  Erdbeben selbst erst ab der St\u00e4rke 6,5 zum Tsunami f\u00fchren k\u00f6nnen, ist  das bei Hangrutschen schon bei St\u00e4rke 4,5 bis 5 der Fall&#8220;, erkl\u00e4rt J\u00f6rn  Lauterjung, Seismologe am Geoforschungszentrum Potsdam <a href=\"http:\/\/www.gfz-potsdam.de\/\" target=\"_blank\">http:\/\/www.gfz-potsdam.de<\/a>,  im pressetext-Interview. Hangrutsche sind f\u00fcr Tsunami-Fr\u00fchwarnsysteme,  die in erster Linie starke Erdbeben registrieren, ein gro\u00dfes Problem.  &#8222;Ihr Eintreten kann man kaum vorhersagen, da dies von der Lage der  Sedimente unter Wasser abh\u00e4ngt.&#8220;<\/p>\n<p>Nicht bekannt war bisher, wie h\u00e4ufig diese Hangrutsch-Tsunamis  vorkommen. Aus historischen Vergleichen schlossen die US-Forscher, dass  rund jeder dritte Tsunami weltweit auf solche Rutschungen zur\u00fcckgeht &#8211;  nicht jeder drei\u00dfigste, wie bislang vermutet. Um das Zehnfache  untersch\u00e4tzt habe man dieses Risiko bisher f\u00fcr die Region Haiti, \u00e4hnlich  auch f\u00fcr Los Angeles, Istanbul oder die jamaikanische Hauptstadt  Kingston. Alle diese Orte liegen an Verwerfungszonen und zugleich am  Meer.<\/p>\n<p><strong>Kalifornien zittert vor Erdbeben<\/strong><\/p>\n<p>&#8222;Sowohl in Istanbul als auch in Los Angeles ist ein gr\u00f6\u00dferes  Erdbeben l\u00e4ngst ausst\u00e4ndig. Da es in der N\u00e4he beider St\u00e4dte  Verwerfungszonen unter Wasser gibt, ist im Fall eines Erdbebens auch die  Bildung eines Tsunamis sehr wahrscheinlich&#8220;, best\u00e4tigt Lauterjung. Die  seismische L\u00fccke, die Istanbul zur Gefahrenzone macht (pressetext  berichtete: <a href=\"http:\/\/pressetext.com\/news\/100119024\/\" target=\"_blank\">http:\/\/pressetext.com\/news\/100119024\/<\/a> ), liegt im \u00f6stlichen Teil des Marmara-Meeres. F\u00fcr Los Angeles sei die  Bedrohung durch das Erdbeben selbst noch gr\u00f6\u00dfer. &#8222;Hangrutschungen sind  auch vor Kalifornien m\u00f6glich. Diese erfordern jedoch ein sehr starkes  Erdbeben.&#8220;<\/p>\n<p>Auf ein solches Ereignis in Kalifornien in den n\u00e4chsten Jahrzehnten  deutet jedoch einiges. Laut der Fachzeitschrift &#8222;Geology&#8220; sind bisherige  Prognosen \u00fcber Bebenst\u00e4rken noch zu tief gegriffen. &#8222;Der gesamte 550  Kilometer lange S\u00fcdteil der St. Andreas-Verwerfung k\u00f6nnte beben. Das  w\u00fcrde eine St\u00e4rke von 8,1 bedeuten&#8220;, schreibt die Studienautorin Lucy  Jones vom California Institute of Technology <a href=\"http:\/\/caltech.edu\/\" target=\"_blank\">http:\/\/caltech.edu<\/a>.  Das letzte Gro\u00dfbeben dieser Region im Jahr 1857 verlief nur \u00fcber 320  Kilometer mit der St\u00e4rke von 7,9, da der s\u00fcdlichste Teil schon 45 Jahre  zuvor gebebt hatte. &#8222;Wirkt sich die tektonische Kraft \u00fcber die gesamte  Zone aus, bedeutet dies ein deutlich st\u00e4rkeres und l\u00e4ngeres Beben&#8220;, so  die Forscherin.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Los Angeles: Hohes Risiko eines gro\u00dfen Erdbebens, jedoch auch eines Tsunamis (Foto: Wikimedia) Austin\/Pasadena\/Potsdam (pte\/12.10.2010\/13:40) &#8211; K\u00fcstenst\u00e4dte in der N\u00e4he<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","footnotes":""},"categories":[14],"tags":[],"class_list":["post-22257","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-tipps-informationen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/22257","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=22257"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/22257\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=22257"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=22257"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=22257"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}