{"id":22263,"date":"2010-10-12T14:07:55","date_gmt":"2010-10-12T12:07:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/?p=22263"},"modified":"2010-10-12T14:09:06","modified_gmt":"2010-10-12T12:09:06","slug":"zeit-macht-glucklicher-als-geld-zeitforscher-zeit-kann-man-nicht-kaufen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/zeit-macht-glucklicher-als-geld-zeitforscher-zeit-kann-man-nicht-kaufen\/","title":{"rendered":"Zeit macht gl\u00fccklicher als Geld &#8211; Zeitforscher: &#8222;Zeit kann man nicht kaufen&#8220;"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright\" style=\"border: 0pt none;\" src=\"http:\/\/img.pte.at\/\/lowrespics\/1286809174i4051.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"215\" align=\"middle\" \/>Uhr: Zeit kann geben, was Geld nicht gelingt (Foto: pixelio.de\/Berwis)<\/p>\n<p>Philadelphia\/Bamberg\/Klagenfurt (pte\/12.10.2010\/06:10) &#8211;   \t Denken Menschen \u00fcber die Zeit nach, so suchen sie in Folge eher Kontakt  zu anderen. Sie werden dabei gl\u00fccklicher als andere, die an Geld denken  und dadurch zur Arbeit angespornt werden. Das berichten US-Forscher in  der Zeitschrift &#8222;Psychological Science&#8220;. <!--more-->&#8222;Unsere Gesellschaft krankt  daran, dass sie sich st\u00e4ndig nur beschleunigt. Wer sich mit Raum, Zeit  und dem eigenen Leben besch\u00e4ftigt, gewinnt leichter Abstand vom Alltag  und erkennt besser, was wichtig ist&#8220;, kommentiert der Bamberger  Soziologe Fritz Reheis <a href=\"http:\/\/www.fritz-reheis.de\/\" target=\"_blank\">http:\/\/www.fritz-reheis.de<\/a>, Autor mehrerer Sachb\u00fccher zum Umgang mit Zeit, gegen\u00fcber pressetext die Ergebnisse.<strong>Schon Gedanken machen einen Unterschied<\/strong><\/p>\n<p>Die Forscher der University of Pennsylvania <a href=\"http:\/\/www.upenn.edu\/\" target=\"_blank\">http:\/\/www.upenn.edu<\/a> brachten ihre Testpersonen zun\u00e4chst dazu, unbewusst an Zeit oder an  Geld zu denken. Sie lie\u00dfen sie W\u00f6rterr\u00e4tsel l\u00f6sen, bei denen entweder  Begriffe wie &#8222;Uhr&#8220; oder &#8222;Tag&#8220; vorkamen, oder jedoch solche wie  &#8222;Wohlstand&#8220; oder &#8222;Dollar&#8220;. Dann kam die Frage, wie man die n\u00e4chsten 24  Stunden verbringen werde. Jene aus der &#8222;Zeitgruppe&#8220; planten dabei  verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig mehr Zeit f\u00fcr Freunde oder Familie ein, die &#8222;Geldgruppe&#8220;  mehr f\u00fcr die Arbeit.<\/p>\n<p>Wiederholt wurde das R\u00e4tsel in einem Studentencafe. Nun beobachteten  die Forscher auch, wie sich die Getesteten im Anschluss verhielten.  Diejenigen, die sich mit Zeitbegriffen besch\u00e4ftigt hatten, plauderten  mehr mit anderen oder f\u00fchrten eher Telefonate. Hatten sie sich zuvor mit  Geldbegriffen besch\u00e4ftigt, so wurde die verbleibende Zeit eher zum  Studium oder f\u00fcr Schreibaufgaben gen\u00fctzt. Ein Fragebogen beim Verlassen  des Cafes zeigte, dass sich die Vertreter der ersten Gruppe gl\u00fccklicher  und zufriedener f\u00fchlten als die der zweiten.<\/p>\n<p><strong>Erst die Zeit bringt Gl\u00fcck<\/strong><\/p>\n<p>&#8222;Geld motiviert Menschen zu mehr Arbeit. Arbeit macht jedoch nicht  immer gl\u00fccklich, im Gegensatz zum Zusammensein mit geliebten Menschen.  Der Gedanke an Zeit bringt das st\u00e4rker ins Bewusstsein&#8220;, so die  Studienautorin Cassie Mogilner. Oftmals stehe nur das richtige  Geldausgeben und -sparen im Fokus der Frage, wie man gl\u00fccklich wird. Das  lasse jedoch darauf vergessen, dass Zeit eine viel wichtigere Ressource  sei. &#8222;Man sollte zwar nicht aufh\u00f6ren zu arbeiten, jedoch h\u00e4ufig daran  erinnert werden, dass Freunde und Familie auch Zeit brauchen&#8220;, empfiehlt  die Forscherin.<\/p>\n<p>Fritz Reheis schlie\u00dft sich dieser Sichtweise an. &#8222;Der  Neoliberalismus hat den Spruch &#8218;Zeit ist Geld&#8216; zum Glaubenssatz nicht  nur der Wirtschaft, sondern sogar f\u00fcr das Privatleben erhoben. Im  Mittelalter h\u00e4tte niemand den Satz verstanden, da er in Wahrheit keine  Gleichung ist. Denn es ist nur sehr begrenzt m\u00f6glich, Geld in Lebenszeit  zu verwandeln&#8220;, so der Experte. Falsch sei die Aussage auch, da sich  das Prinzip der Nutzenmaximierung aller als nicht nachhaltig  herausgestellt hat. &#8222;Das sieht man in den Krisen, den sozialen  Ungleichheiten und auch den \u00f6kologischen Problemen, die diese Denkweise  ausgel\u00f6st hat. Nachhaltig ist erst, was wie die Natur einem Kreislauf  folgt.&#8220;<\/p>\n<p><strong>Sinn braucht Auszeiten<\/strong><\/p>\n<p>&#8222;Geld und das, was wir mit ihm erwerben k\u00f6nnen, ist f\u00fcr uns immer  faszinierend und erstrebenswert. Doch es befriedigt unsere Sehns\u00fcchte  nie ganz&#8220;, erg\u00e4nzt Peter Heintel vom Institut f\u00fcr Interventionsforschung  und kulturelle Nachhaltigkeit der Universit\u00e4t Klagenfurt <a href=\"http:\/\/www.uni-klu.ac.at\/iff\/ikn\" target=\"_blank\">http:\/\/www.uni-klu.ac.at\/iff\/ikn<\/a>.  H\u00f6here Dinge wie Gl\u00fcck oder der Sinn des Lebens erschlie\u00dfen sich erst  durch Reflexion, die wiederum nicht ohne Pausen- und Auszeiten auskommt.  &#8222;Fr\u00fcher gew\u00e4hrleisteten dies Feiertage \u2013 bedeutet doch Gottesdienst  nichts anderes als \u00fcber Sinn nachzudenken. Heute haben wir diese  Unterbrechungen des Alltags verloren. Erst deshalb wurden Fragen nach  Sinn und Gl\u00fcck modern&#8220;, so Heintel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Uhr: Zeit kann geben, was Geld nicht gelingt (Foto: pixelio.de\/Berwis) Philadelphia\/Bamberg\/Klagenfurt (pte\/12.10.2010\/06:10) &#8211; Denken Menschen \u00fcber die Zeit nach, so<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","footnotes":""},"categories":[7],"tags":[],"class_list":["post-22263","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-wissenschaft"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/22263","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=22263"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/22263\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=22263"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=22263"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=22263"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}