{"id":229933,"date":"2017-03-30T12:24:38","date_gmt":"2017-03-30T10:24:38","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/?p=229933"},"modified":"2017-03-30T12:24:38","modified_gmt":"2017-03-30T10:24:38","slug":"im-maerzen-der-bauer-was-tut-sich-auf-den-aeckern-schleswig-holsteins","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/im-maerzen-der-bauer-was-tut-sich-auf-den-aeckern-schleswig-holsteins\/","title":{"rendered":"Im M\u00e4rzen der Bauer \u2026. Was tut sich auf den \u00c4ckern Schleswig-Holsteins?"},"content":{"rendered":"<p><b>Im M\u00e4rzen der Bauer \u2026.<\/b><b>Was tut sich auf den \u00c4ckern Schleswig-Holsteins? &#8211;\u00a0<\/b>\u201eIm M\u00e4rzen der Bauer die R\u00f6sslein anspannt\u201c. Schon lange sind es nicht mehr die Pferde, sondern Traktoren mit moderner Bodenbearbeitungs-,<br \/>\nDrill- und Pflanztechnik, GPS-gesteuert, mit denen die Landwirte derzeit die \u00c4cker in Schleswig-Holstein f\u00fcr die Fr\u00fchjahrsbestellung, also die Aussaat der Sommerungen, vorbereiten. Im M\u00e4rz werden Zuckerr\u00fcben und Sommergetreide ges\u00e4t sowie Erbsen und Ackerbohnen, sogenannte heimische Eiwei\u00dfpflanzen (Leguminosen).<!--more--><\/p>\n<p>Sp\u00e4ter im April und Mai kommt der Mais in die Erde, und auch Kohl und Kartoffeln werden gepflanzt. Beim Spargel sind die D\u00e4mme und Folien bereits Mitte M\u00e4rz gezogen worden. Dank der Verfr\u00fchung durch Folien ist mit den ersten Spargelstangen zu Ostern zu rechnen.<br \/>\n<b><\/b><\/p>\n<p><b>Kartoffeln, Gem\u00fcse und Zuckerr\u00fcben<\/b><\/p>\n<p>Die ersten Betriebe haben au\u00dferdem bereits im M\u00e4rz Fr\u00fchkartoffeln gepflanzt. Rund 400 ha davon werden in Schleswig-Holstein in der Saison angebaut und bis zum 10. August geerntet. Sp\u00e4tere Kartoffelsorten kommen Anfang April in die Erde, und ihre Ernte ist im Herbst. Pflanzkartoffeln werden nach Ostern vorwiegend auf den schweren B\u00f6den der Westk\u00fcste angebaut. Das K\u00fcstenklima dort gilt als besonders gesund. Die Pflanzkartoffeln aus Schleswig-Holstein gehen als Exportgut in die ganze Welt. Von den rund 5.700 ha Kartoffeln insgesamt sind rund 2.000 ha Pflanzkartoffeln. Bis die<br \/>\nneue Fr\u00fchkartoffelernte im Sommer ansteht, sind noch reichlich alterntige heimische Kartoffeln bester Qualit\u00e4t, ob direkt vom Erzeuger oder im Supermarkt, vorhanden.<\/p>\n<p>Neben Kartoffeln wird auch Kohl wie Wei\u00dfkohl, Rotkohl und Wirsing Anfang Mai gepflanzt. Gr\u00f6\u00dftes Kohlanbaugebiet mit rund 2.600 ha ist Dithmarschen. Die Ernte folgt dann im September. Zudem haben auch andere Gem\u00fcsearten im Fr\u00fchsommer Saison. Zuckerr\u00fcben, die in Schleswig-Holstein auf ca. 5.500 ha als Zuckerlieferant und ca. 3.000 ha f\u00fcr Biogasanlagen angebaut werden, werden mit steigenden Bodentemperaturen, ab ca. 8 \u00b0C ges\u00e4t. Auf vielen Betrieben<br \/>\nhat sich ein pflugloser Anbau dieser Kulturart durchgesetzt.<\/p>\n<p><b>Energie- und Futterpflanze Nr. 1<\/b><\/p>\n<p>Mais, der im April\/Mai ges\u00e4t wird, ist sowohl in der Rinderhaltung als auch f\u00fcr die Biogaserzeugung die beste Wahl. Der gute Futterwert und Energiewert bieten wenig Alternativen. Die Anbaufl\u00e4che in diesem Jahr d\u00fcrfte aufgrund der guten Herbstbestellung und reichlicher Silomaisernte 2016 in \u00e4hnlichem bis m\u00f6glicherweise leicht geringerem Anbauumfang erfolgen. 2016 wurden 167.000 ha Mais angebaut. Damit ist der Anbau das dritte Jahr in Folge deutlich niedriger als in den Biogasboomzeiten 2011, wo er noch auf rund 190.000 ha angebaut wurde. Grund daf\u00fcr ist, dass der Biogasboom vorbei ist und kaum noch neue Anlagen ans Netz gehen. Au\u00dferdem finden zunehmend auch Getreide-Ganzpflanzensilage (GPS), Zuckerr\u00fcben und Gras, wenn auch nur als Erg\u00e4nzung zu Mais, den Weg in die Biogasanlage.<br \/>\n<b><\/b><\/p>\n<p><b>Heimische Eiwei\u00dfpflanzen<\/b><\/p>\n<p>Im M\u00e4rz sind bereits erste Fl\u00e4chen mit Leguminosen wie Ackerbohnen bestellt worden. Ab Mitte der Woche werden witterungsbedingt weitere folgen. Denn Ackerbohnen und Erbsen ben\u00f6tigen ein trockenes Saatbett. Hier gilt: Saatbett geht vor Saatzeit. Im Vorjahr sind rund 4.000 ha heimische Eiwei\u00dfpflanzen hierzulande bestellt worden. In dieser Saison d\u00fcrfte der Umfang weiter leicht steigen. Denn viele Landwirte setzen auf breitere Fruchtfolgen. Ackerbohnen haben einen guten Vorfruchtwert, sie sparen Stickstoffd\u00fcnger, mindern dadurch die Treibhausgasbilanz und f\u00f6rdern die Feldhygiene. Bleibt zu hoffen, dass sie sich auch bei der Vermarktung f\u00fcr die Landwirte rechnen. Noch tut sich der Handel bei der Annahme nach der Ernte schwer. Der \u00fcberwiegende Teil wird direkt innerbetrieblich in der Tierf\u00fctterung eingesetzt.<br \/>\n<b><\/b><\/p>\n<p><b>Sommergetreide<\/b><\/p>\n<p>Sommerungen wie Sommerweizen und Hafer werden ebenfalls im M\u00e4rz\/April gedrillt. Sie spielen im Vergleich zu Wintergetreide eine kleinere Rolle. Der Anbau bel\u00e4uft sich auf unter 15.000 ha. Die Sommergetreide werden nun, sobald das Wetter es zul\u00e4sst, gedrillt.<br \/>\n<b><\/b><\/p>\n<p><b>Winterungen: Raps, Weizen, Gerste<\/b><\/p>\n<p>Von den Sommerungen zu den Winterungen: Das Gros der Ackerfl\u00e4che im Land von rund \u00a0656.000 ha ist bereits im Herbst bestellt worden. Denn Winterraps wird bereits Mitte August ges\u00e4t und Winterweizen und Wintergerste Ende September bis Anfang Oktober. Die sogenannten Winterungen wie Winterraps, Winterweizen, Wintergerste sind gut durch den Winter gekommen. Die erste D\u00fcngergabe hat stattgefunden. Nach Angaben des Statistikamt Nord sind im Herbst rund 182.200 ha Winterweizen, etwas weniger als im Jahr zuvor ges\u00e4t worden. Wintergerste steht in diesem Jahr auf rund 61.100 ha. Die steigenden Temperaturen sorgen nun daf\u00fcr, dass die Best\u00e4nde mit dem Wachstum beginnen und entsprechend mit N\u00e4hrstoffen versorgt werden m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Der Rapsanbau ist um 14 Prozent auf 106.700 ha ausgeweitet worden, damit liegt die Anbaufl\u00e4che auf f\u00fcr Schleswig-Holstein \u00fcblichem Niveau. Der Raps hat nach dem milden Winter mit der Steckungsphase und St\u00e4ngelbildung begonnen. Die Best\u00e4nde sind gesund und auf Wachstumskurs. Im Mai wird die Bl\u00fcte unsere Kulturlandschaft pr\u00e4gen.<br \/>\n<b><\/b><\/p>\n<p><b>Zukunftsherausforderung<\/b><\/p>\n<p>Eine besondere Herausforderung f\u00fcr die Landwirte in diesem Jahr ist die neue D\u00fcngeverordnung, die Ende des Monats voraussichtlich verabschiedet wird. Sie versch\u00e4rft die Bedingungen und fordert, die N\u00e4hrstoffe effizienter einzusetzen, das hei\u00dft, bedarfsgerecht m\u00f6glichst ohne Verluste zu d\u00fcngen. Durch die neue Agrarpolitik werden Fruchtfolgen gef\u00f6rdert.<br \/>\nErste Ver\u00e4nderungen in der Praxis hin zum mehr Zwischenfruchtanbau im Herbst und auch zum Anbau heimischer Eiwei\u00dfpflanzen, auch in Bezug auf die Diskussion um nicht genetisch ver\u00e4nderte Futtermittel, sorgen f\u00fcr mehr Interesse an abwechslungsreichen Fruchtfolgen, letztlich auch vor dem Hintergrund der Notwendigkeit gr\u00f6\u00dferer Feldhygiene und somit ges\u00fcnderen Pflanzen.<br \/>\n<b><\/b><\/p>\n<p><b>Wetterlage<\/b><\/p>\n<p>Die derzeitigen w\u00e4rmeren Temperaturen bieten beste Bedingungen f\u00fcr die Bestellarbeiten.<br \/>\n<b><\/b><\/p>\n<p><b>Gr\u00fcnlandpflege<\/b><\/p>\n<p>Vom Acker zum Gr\u00fcnland: Auf den Gr\u00fcnlandfl\u00e4chen sind die Landwirte derzeit mit Pflegeund Verbesserungsma\u00dfnahmen besch\u00e4ftigt. Die Fl\u00e4chen werden f\u00fcr die Weide- und Schnittnutzung vorbereitet. Die D\u00fcngung der Grasfl\u00e4chen ist bereits erfolgt. Das Graswachstum hat bereits verhalten eingesetzt. Allerdings steht der Weideaustrieb regional niederschlags- und temperaturbedingt noch bevor. Das Gras sollte eine Aufwuchsl\u00e4nge von 4 bis 6 cm haben, bevor mit der Beweidung begonnen wird. Allerdings ist eine Beweidung nicht auf allen Standorten m\u00f6glich. Die Dauergr\u00fcnlandfl\u00e4che betr\u00e4gt in Schleswig-Holstein rund 330.000 ha zuz\u00fcglich rund 34.400 ha Ackergras.<br \/>\n<b><\/b><\/p>\n<p><b>Schleswig-Holstein ist ein sogenannter Gunststandort<\/b>.<\/p>\n<p>Die B\u00f6den hier sind fruchtbar. Es f\u00e4llt ausreichend Niederschlag, und es werden gute Ertr\u00e4ge erzielt. Beste Bedingungen f\u00fcr die Produktion von vielen gesunden Nahrungsmitteln sowie Futter und Bioenergie. Ganz anders die Bedingungen in L\u00e4ndern, z. B. in Afrika, wo D\u00fcrre ganze Ernten derzeit wieder vernichtet hat und das Vieh verdurstet. L\u00e4nder wie Schleswig-Holstein produzieren zum einen f\u00fcr die regionalen M\u00e4rkte, aber auch f\u00fcr den Weltmarkt. Die Zahl der Direktvermarkter steigt, denn Verbraucher interessieren sich f\u00fcr Lebensmittel direkt vom Erzeuger. Viele wollen wissen, wo ihre Lebensmittel herkommen. Gleichzeitig werden auch die internationalen M\u00e4rkte bedient. Gerste und Roggen gehen z. B. nicht selten in den arabischen Raum als Viehfutter. Unsere Milch hat in China den besten Ruf. Nie waren hiesige Lebensmittel qualitativ so hochwertig wie heute. Nie waren auch Skepsis und Angst vor schlechtem Essen so<br \/>\ngro\u00df wie heute.<\/p>\n<p>Projekte wie Schulklassen auf dem Bauernhof oder auch l\u00e4ndliche Kochschulen, die von der Landwirtschaftskammer durch den Bereich Bauernhof-P\u00e4dagogik unterst\u00fctzt werden, zeigen schon den Kleinsten, wie einfach sich Agrarrohstoffe zu einem gesunden Essen verarbeiten lassen. Statt Convenience-Bratkartoffeln geht es darum, lieber Kartoffeln und Gem\u00fcse selbst zuzubereiten und zu erfahren, wie sie gewachsen sind.<br \/>\n<b><\/b><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im M\u00e4rzen der Bauer \u2026.Was tut sich auf den \u00c4ckern Schleswig-Holsteins? &#8211; \u201eIm M\u00e4rzen der Bauer die R\u00f6sslein anspannt\u201c. Schon lange sind es nicht mehr die Pferde, sondern Traktoren mit moderner Bodenbearbeitungs-,<br \/>\nDrill- und Pflanztechnik, GPS-gesteuert, mit denen die Landwirte derzeit die \u00c4cker in Schleswig-Holstein f\u00fcr die Fr\u00fchjahrsbestellung, also die Aussaat der Sommerungen, vorbereiten. Im M\u00e4rz werden Zuckerr\u00fcben und Sommergetreide ges\u00e4t sowie Erbsen und Ackerbohnen, sogenannte heimische Eiwei\u00dfpflanzen (Leguminosen).<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","footnotes":""},"categories":[5],"tags":[19121],"class_list":["post-229933","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-politik-wirtschaft","tag-im-maerzen-der-bauer-was-tut-sich-auf-den-aeckern-schleswig-holsteins"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/229933","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=229933"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/229933\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":229934,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/229933\/revisions\/229934"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=229933"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=229933"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=229933"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}