{"id":231590,"date":"2017-04-13T15:42:01","date_gmt":"2017-04-13T13:42:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/?p=231590"},"modified":"2017-04-13T15:42:01","modified_gmt":"2017-04-13T13:42:01","slug":"26-brahms-festival-luebeck-neun-tage-im-zeichen-von-heimat","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/26-brahms-festival-luebeck-neun-tage-im-zeichen-von-heimat\/","title":{"rendered":"26. Brahms-Festival L\u00fcbeck: Neun Tage im Zeichen von Heimat"},"content":{"rendered":"<p><strong>26. Brahms-Festival L\u00fcbeck: Neun Tage im Zeichen von Heimat &#8211;\u00a0<\/strong>Die Musikhochschule L\u00fcbeck (MHL) feiert vom 6. bis zum 14. Mai unter dem Motto \u201eHeimat\u201c ihr 26. Brahms-Festival. In den neun Tagen n\u00e4hern sich Klarinettistin Sabine Meyer, Pianistin Konstanze Eickhorst, Oboist Diethelm Jonas und viele weitere renommierte MHL-Dozierende gemeinsam mit ihren Studierenden dem facettenreichen Heimatbegriff.\u00a0<!--more--><\/p>\n<p>Wie ein roter Faden zieht sich das Motto \u201eHeimat\u201c durch die 28 Veranstaltungen des Brahms-Festivals. In Sinfonie- und Kammermusikkonzerten, moderierten Veranstaltungen und musikp\u00e4dagogischen Angeboten erklingen unter anderem Werke von Chopin, Brahms, Dvo\u0159\u00e1k, Grieg, Mahler, Zimmermann und Mack. \u201eDie Konzerte spiegeln viele Aspekte der Heimaterfahrung: von romantischer Verkl\u00e4rung, \u00fcber die Suche nach nationaler Identit\u00e4t bis hin zu Heimatverlust durch Migration und Exil\u201c, erl\u00e4utert Projektleiter Professor Wolfgang Sandberger. Er zieht die Verbindung zum Namensgeber des Festivals: \u201e\u2018Heimweh\u2018 ist das sch\u00f6n-bittere Wort f\u00fcr das Gef\u00fchl von Heimatverlust, das Johannes Brahms wohlvertraut war. Brahms widmete diesem Thema mehrere Kompositionen.\u201c Seiner Heimatstadt Hamburg kehrte er 1862 den R\u00fccken, weil er dort zu wenig Perspektive f\u00fcr sich sah. Wien wurde fortan zu seiner \u201eWahl-Heimat\u201c.<\/p>\n<p>Das Festival thematisiert auch zwei Komponistenjubil\u00e4en: Der D\u00e4ne Niels Gade wurde vor 200 Jahren geboren, der in Korea geborene Isang Yun vor 100 Jahren. Nach Deutschland ausgewandert und dort vom koreanischen Geheimdienst entf\u00fchrt, musste Yun den Heimat-verlust zweifach verkraften. Das Festival soll dazu anregen, sich mit dem Heimatbegriff auseinanderzusetzen, der nicht erst in Zeiten von Fl\u00fcchtlingswellen eine politische Dimension gewonnen hat. Die MHL selbst beheimatet Studierende aus \u00fcber 40 Nationen, denen ein Konzertabend mit Musik aus ihren Heimatl\u00e4ndern gewidmet ist. Thematische Seminare, Vorlesungen und viele Proben begleiten das Festival. MHL-Pr\u00e4sident Rico Gubler ist als Saxophonist selbst dabei. Er sagt: \u201e\u00dcber hundert Mitwirkende stehen in 33 gemischten Ensembles aus Studierenden und Dozierenden auf der B\u00fchne, zahlreiche Hochschulmitglieder sind hinter den Kulissen eingebunden. Das Festival entfaltet dadurch eine enorme Strahlkraft \u2013 nicht nur nach au\u00dfen, sondern vor allem nach innen.\u201c<\/p>\n<p>Programm und weitere Infos unter <a href=\"http:\/\/www.mh-luebeck.de\/Veranstaltungen\">www.mh-luebeck.de\/Veranstaltungen<\/a>.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Ausgew\u00e4hlte Veranstaltungen<\/strong><\/p>\n<p><strong>Pr\u00e4ludium mit Podiumsdiskussion <\/strong><\/p>\n<p>Das 26. Brahms-Festival startet am Samstag, 6. Mai mit einem Pr\u00e4ludium im Kammermusiksaal der Musikhochschule L\u00fcbeck (MHL). Ab 18 Uhr f\u00fchrt eine interdisziplin\u00e4re Podiumsdiskussion, moderiert von MHL-Pr\u00e4sident Rico Gubler, in das Festival-Motto \u201eHeimat\u201c ein. Vertreter verschiedener L\u00fcbecker Kulturinstitutionen diskutieren den schillernden Heimatbegriff: aus literarischer Perspektive Birte Lipinski, Leiterin des Buddenbrookhauses,\u00a0aus kunsthistorischer Perspektive Alexander Bastek, Leiter des Behnhauses sowie aus musikhistorischer Perspektive Professor Wolfgang Sandberger, Projektleiter des Brahms-Festivals. Konstanze Eickhorst und Konrad Elser spielen \u201eL\u00e4ndler\u201c von Franz Schubert f\u00fcr Klavier zu vier H\u00e4nden. Ein Streichquartett mit Studierenden stellt \u201eFr\u00e4nkische T\u00e4nze\u201c vor, die der Zeitgenosse Walter Zimmermann ausschlie\u00dflich mit Flageolett\u00f6nen realisiert hat. Er pl\u00e4diert daf\u00fcr, das \u201eBlendwerk Heimat\u201c seiner Illusionen zu berauben: \u201eHeimat ist die Illusion des Orts, von dem man kommt. Heimat ist nicht der Ort selbst\u201c.<\/p>\n<p><strong>Er\u00f6ffnungskonzert \u201eMusik als Heimat\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Unter Leitung des Berliner Gastdirigenten Simon Bernardini er\u00f6ffnet das Hochschulorchester das Brahms-Festival am Samstag, 6. Mai um 19.30 Uhr. Das Programm mit dem Titel \u201eMusik als Heimat\u201c spannt einen weiten Bogen von der Heimatbegeisterung in Smetanas Ouvert\u00fcre \u201eDie verkaufte Braut\u201c, \u00fcber die Naturassoziationen im Orchesteridyll \u201cIm Sommerwind\u201c des ganz jungen Webern, bis hin zu den transzendenten Aspekten von Heimat, die Mahler in seiner vierten Sinfonie h\u00f6rbar macht. Das Sopransolo singt die junge MHL-Absolventin Lisa Ziehm. Zu einer modernen Auseinandersetzung mit dem Heimatbegriff regt die Urauff\u00fchrung des Orchesterwerkes \u201eReflexionen\u201c an, das der 27-j\u00e4hrige Kompositionsstudent Lars Opfermann aus der Klasse Professor Dieter Mack f\u00fcr das Brahms-Festival geschrieben hat. Sein rund zehnmin\u00fctiges Werk l\u00e4sst Ankl\u00e4nge an klassisch-romantische Ouvert\u00fcren h\u00f6ren, zeigt sich aber so unbest\u00e4ndig wie Lichtreflexe. \u201eKlangfarben und Gestalten leuchten f\u00fcr einen Moment auf, um sich im n\u00e4chsten wieder zu verdunkeln und hinter die Grenze der Wahrnehmbarkeit zur\u00fcckzuziehen\u201c, so Opfermann. Seine Komposition wurde in einem hochschulinternen Wettbewerb aus acht Werken junger Komponisten ausgew\u00e4hlt.<\/p>\n<p>Das Konzert wird am Sonntag, 7. Mai um 17 Uhr im Gro\u00dfen Saal der MHL wiederholt. In der Reihe \u201eWir in Schleswig-Holstein\u201c ist das Hochschulorchester mit dem Programm \u201eMusik als Heimat\u201c am Montag, 8. Mai um 19.30 Uhr auch im Theater der Stadthalle Neum\u00fcnster zu Gast.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><strong>Abendkonzert \u201eSehnsucht\u201c <\/strong><\/p>\n<p>Heimat als Sehnsuchtsort thematisiert das Konzert am Dienstag, 9. Mai um 19.30 Uhr. Dvo\u0159\u00e1k vertonte Volkst\u00e4nze aus seiner osteurop\u00e4ischen Heimat und lieferte mit dem\u00a0 \u201eDumky-Trio\u201c op. 90, gespielt von Inge-Susann R\u00f6mhild (Klavier), Shoko Murakami (Violine) und Ulf Tischbirek (Violoncello) ein Schl\u00fcsselwerk zum Thema, das mit seinem tempera-mentvollen Charakter von Anfang an Erfolge feierte. MHL-Musikwissenschaftler Professor Christoph Flamm, der das Werk neu editiert hat, gibt um 18.30 Uhr eine halbst\u00fcndige Ein-f\u00fchrung in die Entstehungsgeschichte des \u201eDumky\u201c und zeigt Zusammenh\u00e4nge zum Festival-Thema auf. Zu h\u00f6ren ist weiterhin Prokofjews \u201eOuvert\u00fcre \u00fcber hebr\u00e4ische Themen\u201c op. 34, im amerikanischen Exil f\u00fcr sechs Musiker aus seiner russischen Heimat geschrieben. Au\u00dferdem erklingt Jan\u00e1\u010deks Sp\u00e4twerk \u201eMladi\u201c f\u00fcr Bl\u00e4serensemble, mit dem er an Volksmusik seiner tschechischen Heimat ankn\u00fcpft. Seine eigenwillige Autobiographie in T\u00f6nen verkl\u00e4rt kindliche Spiel- und Naturerlebnisse, enth\u00fcllt aber auch die raue Erziehung im Br\u00fcnner Augustinerkloster. Konstanze Eickhorst und Konrad Elser pr\u00e4sentieren Dvo\u0159\u00e1ks slawische T\u00e4nze op. 46 zu vier H\u00e4nden, \u00fcber die der Komponist selbst schrieb: \u201eDie \u201aT\u00e4nze\u2018 werden brillant instrumentiert, es wird alles krachen, aber verfluchte Arbeit ist es.\u201c Weitere Mitwirkende sind Angela Firkins (Fl\u00f6te), Diethelm Jonas (Oboe), Reiner Wehle und Han Kim (Klarinette), Paulo Ferreira (Fagott), Yurina Otsuka und Dorothee Appelhans (Violinen), Carrie Robinson (Viola), Lia Perlov (Violoncello) sowie das Anna Perenna Quartett.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><strong>Abendkonzert \u201eVerlorene Heimat\u201c <\/strong><\/p>\n<p>Mit dem Konzert \u201eVerlorene Heimat\u201c stellt das Brahms-Festival am Donnerstag, 11. Mai um 19.30 Uhr Komponisten vor, die Migration, Flucht und Exil musikalisch verarbeitet haben. Dabei stehen neben Chopin und Martin\u016f auch die beiden kaum bekannten Komponisten Charles Martin Loeffler und Robert Kahn aus dem Brahms-Umfeld auf dem Programm. Der in Deutschland geborene Loeffler wanderte zwanzigj\u00e4hrig in die USA aus, wo er zu den angesehensten Komponisten seiner Zeit avancierte. Er pflegte in seiner Kammermusik ausgefallene Instrumentalbesetzungen. Seine \u201eBallade Carnavalesque\u201c ist eine der fr\u00fchesten Kammermusiken, in der dem Saxophon eine gleichwertige Rolle zugeschrieben wird, gespielt von MHL-Pr\u00e4sident und Saxophonist Rico Gubler. Der 1865 geborene Robert Kahn war zu seiner Zeit als Komponist in Deutschland bekannt. Eine pers\u00f6nliche Begegnung mit Johannes Brahms war pr\u00e4gend f\u00fcr den Zwanzigj\u00e4hrigen. Seine Serenade op. 73, pr\u00e4sentiert von Diethelm Jonas (Oboe), Rico Gubler (Saxophon) und Manfred Aust (Klavier), komponierte er noch in seiner deutschen Heimat, bevor die Nationalsozialisten den 73-J\u00e4hrigen in die englische Emigration zwangen. Weitere Mitwirkende sind Angela Firkins (Fl\u00f6te), Paulo Ferreira (Fagott) und Sergej Tcherepanov (Klavier).<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><strong>Abendkonzert \u201eFerne Heimat \u2013 nahe Fremde\u201c <\/strong><\/p>\n<p>An der MHL studieren junge Musikerinnen und Musiker aus \u00fcber 42 Nationen. Die meisten von ihnen kommen aus Deutschland, S\u00fckorea, China, Japan, Italien, Russland, Spanien und Polen. Im Konzert \u201eFerne Heimat, nahe Fremde\u201c stellen sie am Freitag, 12. Mai ab 19.30 Uhr unter Leitung von MHL-Professoren Musik aus ihren Heimatl\u00e4ndern vor. Einst\u00fcndige Konzerte pr\u00e4sentieren in vier geografischen Schwerpunkten die facettenreiche Musik ihrer Heimatkulturen. Unter dem Motto \u201eViva Latina\u201c pr\u00e4sentieren Studierende ab 19.30 Uhr unter der Leitung von Diethelm Jonas s\u00fcdamerikanische Rhythmen. Ab 20.30 Uhr stehen unter Leitung von Dieter Mack mit \u201eDie Sonne im Osten\u201c China und Japan im Mittelpunkt. \u201eAus dem Land der Morgenstille\u201c stellen Studierende unter Leitung von Johannes Fischer ab 21.30 Uhr die exotischen Klangfarben ihrer koreanischen Heimat vor. \u201eKlezmer \u2013 Gypsy \u2013 Balkan\u201c stehen im Mittelpunkt ab 22.30 Uhr. Geleitet von Bernd Ruf, pr\u00e4sentieren Studierende zum Abschluss der Weltreise emotionale und gleichzeitig virtuose Musik mit jazzig-improvisatorischen Ankl\u00e4ngen.<\/p>\n<p><strong>Nachtkonzert \u201eQuatuor pour la fin du temps\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Dem \u201eQuatuor pour la fin du temps\u201c, dem \u201eQuartett f\u00fcr das Ende der Zeit\u201c des franz\u00f6sischen Komponisten Olivier Messiaen ist das Nachtkonzert am Samstag, 13. Mai um 22 Uhr gewidmet. Hochkar\u00e4tig besetzt mit Sabine Meyer (Klarinette), Gastviolinistin Kathrin Rabus, Ulf Tischbirek (Violoncello) und Konstanze Eickhorst (Klavier) zeigt das Werk des Franzosen, wie Musik zur Heimat werden kann, wenn es keinen Heimatort mehr gibt: Messiaen komponierte sein Quartett im Gefangenenlager bei G\u00f6rlitz, in dem Tausende Franzosen nach der Niederlage gegen Deutschland zusammengepfercht waren. In einer zur Kirche umgebauten Baracke r\u00e4umte man ihm eine Ecke zum Komponieren ein. 1941 wurde das Quartett mit den im Lager verf\u00fcgbaren Musikerkollegen uraufgef\u00fchrt. 400 Gefangene lauschten der Urauff\u00fchrung. \u201eDas Publikum war eine \u00e4u\u00dferst vielf\u00e4ltige Mischung aus allen Gesellschaftsschichten \u2013 Landarbeiter, Hilfsarbeiter, Intellektuelle, Berufssoldaten, \u00c4rzte und Geistliche. Nie wieder hat man mir mit solcher Aufmerksamkeit und solchem Verst\u00e4ndnis zugeh\u00f6rt wie damals\u201c, schrieb Messiaen Jahrzehnte sp\u00e4ter. Er lie\u00df sich f\u00fcr sein Werk von der neutestamentlichen Offenbarung des Johannes inspirieren, in der der Engel der Apokalypse vom Ende der Zeit k\u00fcndet. Mit schwebenden, k\u00f6rperlosen Kl\u00e4ngen und Rhythmen, frei von jeder Takteinheit, klingt Messiaens Quartett wie jenseits von Zeit und Raum.<\/p>\n<p><strong>Nachmittagskonzerte mit Studierenden in der Villa Brahms<\/strong><\/p>\n<p>Das Volkslied spiegelt wie kaum eine andere musikalische Form den Heimatbegriff. Es steht im Mittelpunkt der moderierten Konzertreihe. Jeweils ab 17 Uhr stellen Studierende im Hansensaal in der Villa Brahms, moderiert von Wolfgang Sandberger und Stefan Weymar, Lieder und Kammermusik von Brahms und Zeitgenossen vor. Das Konzert \u201eAufbruch\u201c am Montag, 8. Mai rekonstruiert mit Werken von Beethoven, Brahms und Mendelssohn eine Konzertreise durch Norddeutschland, die der 20-j\u00e4hrige Brahms 1853 mit dem wenig \u00e4lteren ungarischen Geiger und Freiheitsk\u00e4mpfer Rem\u00e9nyi unternommen hat. Mit dem etwas provokanten, einem Volkslied entlehnten Konzerttitel \u201eUnd a bissele Falschheit ist au wohl dabei\u201c ist das Konzert am Mittwoch, 10. Mai dem Liedschaffen von Johannes Brahms gewidmet. Unter anderem sind die Volkskinderlieder und das Vokalquartett op. 64 \u201eAn die Heimat\u201c zu h\u00f6ren. Erstmals im Programm des Brahms-Festivals: die \u201eVier Ges\u00e4nge f\u00fcr Frauenchor\u201c op. 17 in der aparten Besetzung f\u00fcr Frauenstimmen, zwei H\u00f6rner und Harfe. Schottland-Begeisterung spiegelt sich in den Lied-Bearbeitungen des Konzerts \u201eThe blue bell of Scotland\u201c am Freitag, 12. Mai. Prominente Komponisten wie Haydn und Beethoven beteiligten sich an dem werbewirksamen Heimat-Projekt des Verlegers George Thomson und vertonten schottische Volkslieder.<\/p>\n<p><strong>Lunchtime-Concert I bis VI mit sechs Studierenden-Ensembles<\/strong><\/p>\n<p>Die erfolgreiche Reihe \u201eLunchtime-Concert\u201c wird auch in diesem Festivaljahr fortgef\u00fchrt: Die MHL l\u00e4dt von Dienstag, 9. Mai bis Sonntag, 14. Mai t\u00e4glich um 12.30 Uhr zu einem moderierten Lunchtime Concert in das Museum Behnhaus Dr\u00e4gerhaus ein. Sechs junge Ensembles pr\u00e4sentieren im \u201eLunchtime-Concert I bis VI\u201c alle Streichquartette von Brahms und Schumann. Unter den Ausf\u00fchrenden ist auch das Quartetto Lyskamm, Possehl-Preistr\u00e4ger 2015. Sowohl Schumann als auch Brahms wagten sich erst sp\u00e4t an die \u201eK\u00f6nigsdisziplin der Kammermusik\u201c. Brahms soll an die zwanzig Quartette vernichtet haben, bevor er vierzigj\u00e4hrig mit seinem ersten Streichquartett-Opus wahre Meisterwerke der Kammermusik ver\u00f6ffentlichte. Bevor die Werke im Zusammenhang aufgef\u00fchrt werden, geben Wolfgang Sandberger, Oliver Korte, Jens Knigge, Christoph Flamm, Sascha Lino Lemke sowie Stefan Weymar Einblick in Entstehungsgeschichte und musikwissenschaftliche Zusammenh\u00e4nge. Die 24 jungen Interpreten haben die Quartette beim siebten Kammermusik Campus L\u00fcbeck im April erarbeitet. So bietet die Reihe neben musikwissenschaftlicher Erkenntnis einen Einblick in die umfangreiche Kammermusikarbeit an der MHL.<\/p>\n<p>Heimat, Verlust, Vertreibung und Heimkehr thematisierte auch die bildende Kunst im 19. Jahrhundert. Ber\u00fchmte K\u00fcnstler wie Caspar David Friedrich bannten Heimatmotive auf Leinwand. F\u00fcr eine Reihe Hamburger K\u00fcnstler wie die Br\u00fcder Otto und Erwin Speckter oder Carl Julius Milde wurde L\u00fcbeck zum Ausgangspunkt ihrer Reisen durch Schleswig-Holstein. Zum Brahms-Festival zeigt das Museum Behnhaus Dr\u00e4gerhaus vom 7. Mai bis zum 27. August ausgew\u00e4hlte Glanzst\u00fccke der grafischen Sammlung zum Thema Heimat von der Romantik bis hin zum Impressionismus. Das Museum ist Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr ge\u00f6ffnet (K\u00f6nigstra\u00dfe 9 bis 11).<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><strong>Abschlusskonzert \u201eNorden\u201c\u00a0 <\/strong><\/p>\n<p>Zum Abschlusskonzert des diesj\u00e4hrigen Brahms-Festivals l\u00e4dt die MHL am Sonntag, 14. Mai um 19.30 Uhr ein. Mit Grieg, Gade und Brahms stehen noch einmal Komponisten im Fokus, die mit dem nordischen Klang schlechthin identifiziert werden. Mit den lyrischen St\u00fccken von Edvard Grieg, gespielt von MHL-Professorin Konstanze Eickhorst, und dem Trio op. 42,1 von Niels Wilhelm Gade sind zwei skandinavische Komponisten zu h\u00f6ren. Konstanze Eickhorst (Klavier), Christoph Callies (Violine) und Troels Svane (Violoncello) pr\u00e4sentieren das viers\u00e4tzige Trio, das bereits h\u00f6rbar romantische Z\u00fcge tr\u00e4gt. Brahms\u2018 Musik wurde zeitlebens mit dem nordischen Tonfall assoziiert. Seine Zeitgenossen sagten ihr einen d\u00fcsteren, melancholischen Tonfall nach. Eine Rezension Hugo Wolfs weckt gar As-soziationen an einen Wetterbericht aus dem Norden: Von Brahms\u2018 Musik gehe eine Luft aus, \u201eso eisig, na\u00dfkalt und nebelig\u2026 \u2018nen Schupfen k\u00f6nnt\u2018 man sich dabei holen\u201c. Zum Abschluss des Festivals ist mit der zweiten Serenade op. 16 f\u00fcr kleines Orchester noch einmal ein kammermusikalisches Kleinod aus seiner Feder zu h\u00f6ren. Der Klang der Bl\u00e4ser und tiefen Streicher verleiht dem St\u00fcck einen eigenen Reiz und nimmt manches Motiv seiner sp\u00e4teren Sinfonien vorweg. Brahms selbst, sonst ein unerbittlicher Kritiker seiner Werke, bezeichnete es als \u201ez\u00e4rtliches St\u00fcck\u201c und war ausnahmsweise voll des Lobes f\u00fcr eine eigene Komposition. Was sich im Brahms-Festival \u00fcber zwei Jahrzehnte bew\u00e4hrt hat, wird hier noch einmal in sch\u00f6nster Form zelebriert: 14 Dozierende und Studierende der MHL verschmelzen zu einem gemeinsamen Ensemble. Es spielen unter anderen Angela Firkins, Vera Goertz und Moritz Schulte (Fl\u00f6ten), Diethelm Jonas und Britta Just (Oboen), Sabine Meyer und Reiner Wehle (Klarinetten), Paulo Ferreira und Alexander Rauch (Fagott), Karin Knobloch und Mana Tabata (H\u00f6rner), Thomas R\u00fchl (Viola), Ulf Tischbirek (Violoncello) und J\u00f6rg Linowitzki (Kontrabass).<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><strong>Musikp\u00e4dagogische Projekte<\/strong><\/p>\n<p>Das Brahms-Festival wird durch musikp\u00e4dagogische Angebote begleitet. <strong>\u201eEin Versteck f\u00fcr Anne\u201c<\/strong> tr\u00e4gt die Mono-Oper \u201eDas Tagebuch der Anne Frank\u201c in schleswig-holsteinische Schulen. Mit ihren Studierenden besucht die Gesangsprofessorin Manuela Uhl verschiedene Schulen, um Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler in das ber\u00fchrende Kammerst\u00fcck des russischen Komponisten und Schriftstellers Gregori Frid einzuf\u00fchren. Zum Auftakt stellen zehn junge S\u00e4ngerinnen und S\u00e4nger das Werk am Samstag, 6. Mai um 14 Uhr im Kammermusiksaal der MHL vor. In beeindruckenden Bildern schildern sie das Schicksal der 13-j\u00e4hrigen Anne Frank, die mit ihrer Familie zur Zeit der Judenverfolgung im Versteck lebte. Jason Alejandro Ponce Guevara begleitet am Klavier. Kostenlose Einlasskarten sind ab 13 Uhr an der Tageskasse erh\u00e4ltlich.<\/p>\n<p>Eine Geschichte \u00fcber Toleranz, Freundschaft und Fernweh haben Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler der Kahlhorst-Schule L\u00fcbeck gemeinsam mit MHL-Studierenden geschrieben. Herausgekommen ist das <strong>Musiktheaterst\u00fcck \u201eBriefe von Flipper\u201c<\/strong>, das sie im Rahmen des Brahms-Festivals auff\u00fchren. Der gem\u00fctliche Pandab\u00e4r Pommel liebt sein Heim und kann nicht verstehen, warum seine Freundin, das reiselustige Orcam\u00e4dchen Flipper, immer wieder zu neuen Reisen aufbrechen muss. Dennoch l\u00e4sst er sie ziehen und freut sich \u00fcber ihre Postkarten aus aller Welt. F\u00fcr Kinder ab sechs Jahren wird \u201eBriefe von Flipper\u201c am Freitag, 19. Mai um 11 Uhr und um 16 Uhr aufgef\u00fchrt, am Samstag, 20. Mai noch einmal um 11 Uhr. Alle Auff\u00fchrungen finden im Chorsaal der Holstentorhalle statt.<\/p>\n<p>Zu einer <strong>\u201eBrahms-Lounge\u201c<\/strong> laden drei Studierende im Studiengang \u201eMusik Vermitteln\u201c in das kleine Seminarhaus der MHL an der Wallstra\u00dfe ein. Am Samstag, 6. Mai und 13. Mai pr\u00e4sentieren sie dort zusammen mit Fl\u00fcchtlingen und musikalisch Interessierten eine \u201eWel-come Session\u201c, die Musik verschiedener Kulturen zusammenf\u00fchrt. Unter Leitung von Laetitia V\u00f6gtler, Joshua Schlegel und Mara Jessen stellen rund 20 Interpreten okzidentale und orientalische Kl\u00e4nge vor. Am Mittwoch, 10. Mai stehen bei einem \u201eOffenen Singen\u201c mit dem Publikum ebenfalls Lieder und Melodien verschiedener Kulturen im Mittelpunkt. Sangesfreudige Interessierte sind herzlich zum Mitsingen eingeladen. Die Brahms-Lounge findet an allen drei Tagen jeweils um 17 Uhr im Seminarraum in der Wallstra\u00dfe 7 bis 9 statt.<\/p>\n<p><strong>Brahms-Festival seit 26 Jahren<\/strong><\/p>\n<p>Die Musikhochschule L\u00fcbeck, einzige Musikhochschule Schleswig-Holsteins, veranstaltet seit 1991, der Gr\u00fcndung des Brahms-Instituts, jedes Fr\u00fchjahr ihr weit \u00fcber die Region ausstrahlendes Festival. Mehr als 100 Mitwirkende pro Festival, die in \u00fcber 30 Ensembles proben, versetzen die Hochschule jedes Fr\u00fchjahr in einen Ausnahmezustand. 2006 erhielt das Brahms-Festival den mit 10.000 Euro dotierten Brahms-Preis der Brahms-Gesellschaft Schleswig-Holstein. Die Konzertprogramme entstehen in engem Austausch zwischen k\u00fcnstlerischer Praxis und Musikforschung unter Projektleitung von Professor Wolfgang Sandberger, Leiter des Brahms-Instituts. 62.166 Besucherinnen und Besucher haben das Brahms-Festival seitdem in 323 Konzerten erlebt. 465 Stunden Musik und 1253 Werke sind in den vergangenen Jahren erklungen. Seit 2000 steht das Festival jeweils unter einem Motto, 2017 hei\u00dft das Motto \u201eHeimat\u201c. 29 Konzerte an sechs Spielorten laden zu einer musikalischen Spurensuche ein.<\/p>\n<p><strong>Eintrittskarten<\/strong> sind in allen dem L\u00fcbeck-Ticket angeschlossenen Vorverkaufsstellen von 7 bis 19 Euro erh\u00e4ltlich,\u00a0 k\u00f6nnen online gebucht und am heimischen Drucker ausgedruckt werden. Restkarten gibt es eine Stunde vor Veranstaltungsbeginn an der Tageskasse. Der Eintritt zum Pr\u00e4ludium, zur Reihe \u201eLunchtime-Concert\u201c, zu den musikp\u00e4dagogischen Veranstaltungen und zur Vesper ist frei. Das detaillierte Programm und der Zugang zum Ticketshop ist unter <a href=\"http:\/\/www.mh-luebeck.de\/Veranstaltungen\">www.mh-luebeck.de\/Veranstaltungen<\/a> erreichbar.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>26. Brahms-Festival L\u00fcbeck: Neun Tage im Zeichen von Heimat &#8211; Die Musikhochschule L\u00fcbeck (MHL) feiert vom 6. bis zum 14. Mai unter dem Motto \u201eHeimat\u201c ihr 26. Brahms-Festival. In den neun Tagen n\u00e4hern sich Klarinettistin Sabine Meyer, Pianistin Konstanze Eickhorst, Oboist Diethelm Jonas und viele weitere renommierte MHL-Dozierende gemeinsam mit ihren Studierenden dem facettenreichen Heimatbegriff. <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","footnotes":""},"categories":[13],"tags":[19184],"class_list":["post-231590","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-veranstaltungen","tag-26-brahms-festival-luebeck-neun-tage-im-zeichen-von-heimat"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/231590","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=231590"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/231590\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":231591,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/231590\/revisions\/231591"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=231590"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=231590"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=231590"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}