{"id":241045,"date":"2017-08-31T15:40:30","date_gmt":"2017-08-31T13:40:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/?p=241045"},"modified":"2017-08-31T15:40:30","modified_gmt":"2017-08-31T13:40:30","slug":"erste-ergebnisse-aus-studie-gefluechtete-familien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/erste-ergebnisse-aus-studie-gefluechtete-familien\/","title":{"rendered":"Erste Ergebnisse aus Studie &#8222;Gefl\u00fcchtete Familien&#8220;"},"content":{"rendered":"<p><strong>Erste Ergebnisse aus Studie &#8222;Gefl\u00fcchtete Familien&#8220; &#8211;\u00a0<\/strong>40 Prozent der erwachsenen Fl\u00fcchtlinge mit g\u00fcltigen Bildungsangaben, die zwischen 2013 und Januar 2016 nach Deutschland eingereist sind, haben eine weiterf\u00fchrende Schule besucht, 35 Prozent haben einen entsprechenden Schulabschluss erworben. Rund elf Prozent der Gefl\u00fcchteten, M\u00e4nner wie Frauen, verf\u00fcgen lediglich \u00fcber Bildung auf Grundschulniveau und weitere elf Prozent gaben an, in ihrem Heimatland keine Schule besucht zu haben.<!--more--><\/p>\n<p>Am anderen Ende des Bildungsspektrums verf\u00fcgen 13 Prozent der Fl\u00fcchtlinge \u00fcber ein h\u00f6heres Bildungsniveau im terti\u00e4ren Bereich, dazu z\u00e4hlen zum Beispiel Hochschulabschl\u00fcsse, Meisterpr\u00fcfungen oder Technikerausbildungen. Insgesamt hatten 64 Prozent der Fl\u00fcchtlinge bei ihrer Ankunft in Deutschland einen Schulabschluss, 20 Prozent einen Hochschul- oder beruflichen Bildungsabschluss.<\/p>\n<p>Das sind erste Ergebnisse der Studie &#8222;Gefl\u00fcchtete Familien&#8220; (GeFam), die von Forscherinnen und Forschern am Institut f\u00fcr Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), dem Forschungszentrum des Bundesamtes f\u00fcr Migration und Fl\u00fcchtlinge (BAMF-FZ) und dem Sozio-oekonomischen Panel (SOEP) am Deutschen Institut f\u00fcr Wirtschaftsforschung (DIW) erarbeitet wurde. Die GeFam-Studie st\u00fctzt sich auf eine L\u00e4ngsschnittbefragung von 4816 gefl\u00fcchteten Erwachsenen und ihren 5717 Kindern und wird \u00fcberwiegend vom Bundesministerium f\u00fcr Bildung und Forschung (BMBF) und aus dem Forschungsetat des IAB finanziert.<\/p>\n<p>&#8222;F\u00fcr die Integration der Fl\u00fcchtlinge in Deutschland sind Untersuchungen wie die Studie \u00e2\u20ac\u0161Gefl\u00fcchtete Familien&#8216; von gro\u00dfem Wert &#8211; sie liefern Erkenntnisse, die Politik und Verwaltung brauchen, um ihre Ma\u00dfnahmen richtig zu steuern. Und sie liefern wertvolle Daten, die f\u00fcr die Migrationsforschung neue Perspektiven er\u00f6ffnen und die Qualit\u00e4t von wissenschaftlichen Migrationsstudien weiter steigern&#8220;, sagte die Bundesministerin f\u00fcr Bildung und Forschung, Johanna Wanka. 18 vom BMBF gef\u00f6rderte Migrationsforschungsprojekte starten im Herbst, von denen bereits einige auf die Daten zugreifen werden.<\/p>\n<p>Bisher hat rund ein Drittel der befragten Fl\u00fcchtlinge der Studie zufolge mit einem im Ausland erlernten Beruf die Anerkennung der mitgebrachten beruflichen Qualifikationen beantragt. Rund die H\u00e4lfte derjenigen, die einen Antrag auf Anerkennung ihrer beruflichen Qualifikation gestellt haben, hat auch bereits eine R\u00fcckmeldung erhalten, die in 95 Prozent der F\u00e4lle mindestens eine teilweise Anerkennung beinhaltet. Bei Syrerinnen und Syrern wurde nach der Statistik zu den bundesrechtlich geregelten Berufen in mehr als drei Viertel der Verfahren die volle Gleichwertigkeit festgestellt.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus ist knapp die H\u00e4lfte der Fl\u00fcchtlinge daran interessiert, einen Schulabschluss in Deutschland zu machen. Deutlich mehr, n\u00e4mlich zwei Drittel, streben einen beruflichen Abschluss an. Auch wenn nur ein Teil der Befragten seine Bildungsabsichten tats\u00e4chlich realisieren kann, sollte sich die derzeitige Qualifikationsstruktur der Gefl\u00fcchteten somit mittelfristig noch ver\u00e4ndern.<\/p>\n<p>&#8222;Diese ersten Feldergebnisse machen deutlich, dass wir mit dem Anerkennungsgesetz eine wichtige Grundlage zur Integration auch von Fl\u00fcchtlingen in den Arbeitsmarkt geschaffen haben&#8220;, sagte Bundesministerin Wanka. &#8222;Ermutigend ist auch, dass viele Gefl\u00fcchtete einen beruflichen Abschluss anstreben. Auch daf\u00fcr haben wir gute Voraussetzungen geschaffen: Zum Einstieg in die Ausbildung haben wir zum Beispiel gemeinsam mit der Bundesagentur f\u00fcr Arbeit und dem Zentralverband des Deutschen Handwerks die Initiative \u00e2\u20ac\u0161Wege in Ausbildung f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge&#8216; gestartet. Hierdurch sollen bis zu 10.000 junge Menschen eine Chance auf eine Ausbildung im Handwerk erhalten.&#8220;<\/p>\n<p>Angesichts der in den letzten Jahren gestiegenen Zahl der Menschen, die in Deutschland Schutz suchen, ist davon auszugehen, dass sich die Anzahl der Anerkennungsantr\u00e4ge von Staatsangeh\u00f6rigen aus den Hauptherkunftsl\u00e4ndern noch weiter erh\u00f6hen wird. So ist der Anteil Gefl\u00fcchteter und Asylsuchender in den Beratungs- und Qualifizierungsangeboten des F\u00f6rderprogramms &#8222;Integration durch Qualifizierung&#8220; (IQ) stetig gestiegen und lag im ersten Halbjahr 2017 in der Anerkennungsberatung bei 44 Prozent und den Qualifizierungsma\u00dfnahmen bei 35 Prozent.<\/p>\n<p>Die Daten der IAB-BAMF-SOEP-Befragung werden ab November\u00a0 in anonymisierter Form der Forschungscommunity zur Verf\u00fcgung gestellt. Aufgegriffen wird dies bereits im Rahmen der F\u00f6rderbekanntmachung &#8222;Migration und gesellschaftlicher Wandel&#8220; des BMBF, auf die sich zahlreiche Geistes- und Sozialwissenschaftler mit innovativen Forschungsideen beworben haben. Bundesweit sind jetzt 18 Forschungsprojekte zur F\u00f6rderung ausgew\u00e4hlt worden. So wird beispielsweise der Forschungsverbund &#8222;Diversit\u00e4t und Wandel der Erziehung in Migrantenfamilien aus der Perspektive von Eltern und Fachpraxis (DIWAN)&#8220; den kulturellen Wandel und die migrationsbedingte Diversit\u00e4t von Erziehungsleitbildern in Deutschland seit den 1980er Jahren untersuchen. Die Analyse von Leitbildern in neu zugewanderten Familien erfolgt u.a. auf Grundlage der Daten der IAB-BAMF-SOEP-Befragung Gefl\u00fcchteter. Auch im Forschungsverbund &#8222;Affektive und kulturelle Dimensionen von Integration infolge von Flucht und Zuwanderung (AFFIN)&#8220; werden unter anderem IAB-BAMF-SOEP-Daten genutzt, um einen Vergleich der Werthaltung von Gefl\u00fcchteten mit der einheimischen Bev\u00f6lkerung durchzuf\u00fchren.<\/p>\n<p>Das BMBF st\u00e4rkt mit verschiedenen Aktivit\u00e4ten die Migrationsforschung in Deutschland. Neben den 18 Migrationsforschungsprojekten der F\u00f6rderbekanntmachung &#8222;Migration und gesellschaftlicher Wandel&#8220; sowie den bereits seit einem Jahr laufenden F\u00f6rderaktivit\u00e4ten wie der GeFam-Studie f\u00f6rdert das BMBF auch acht Forschungsprojekte zur Migrationsthematik im Rahmen der F\u00f6rderbekanntmachung &#8222;Zusammenhalt st\u00e4rken in Zeiten von Krisen und Umbr\u00fcchen&#8220;.<\/p>\n<p>Weitere Informationen:<\/p>\n<p>Br\u00fccker, Herbert, Rother, Nina, Schupp, J\u00fcrgen (Hrsg.) (2017): IAB-BAMF-SOEP-Befragung von Gefl\u00fcchteten 2016:\u00a0 Studiendesign, Feldergebnisse sowie Analysen zu schulischer wie beruflicher Qualifikation, Sprachkenntnissen sowie kognitiven Potenzialen. DIW Politikberatung kompakt 123<\/p>\n<p>Download: <a href=\"http:\/\/www.diw.de\/documents\/publikationen\/73\/diw_01.c.563710.de\/diwkompakt_2017-123.pdf\">http:\/\/www.diw.de\/documents\/publikationen\/73\/diw_01.c.563710.de\/diwkompakt_2017-123.pdf<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.diw.de\/politikberatung\">http:\/\/www.diw.de\/politikberatung<\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/diw.de\/gefam\">http:\/\/diw.de\/gefam<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.bmbf.de\/de\/geistes-und-sozialwissenschaften-152.html\">https:\/\/www.bmbf.de\/de\/geistes-und-sozialwissenschaften-152.html<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.bmbf.de\/de\/mehr-forschung-zu-flucht-migration-und-integration-3594.html\">https:\/\/www.bmbf.de\/de\/mehr-forschung-zu-flucht-migration-und-integration-3594.html<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.bmbf.de\/de\/fluechtlinge-durch-bildung-integrieren.html\">https:\/\/www.bmbf.de\/de\/fluechtlinge-durch-bildung-integrieren.html<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Erste Ergebnisse aus Studie &#8222;Gefl\u00fcchtete Familien&#8220; &#8211; 40 Prozent der erwachsenen Fl\u00fcchtlinge mit g\u00fcltigen Bildungsangaben, die zwischen 2013 und Januar 2016 nach Deutschland eingereist sind, haben eine weiterf\u00fchrende Schule besucht, 35 Prozent haben einen entsprechenden Schulabschluss erworben. 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