{"id":242771,"date":"2017-09-22T15:24:10","date_gmt":"2017-09-22T13:24:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/?p=242771"},"modified":"2017-09-26T15:25:31","modified_gmt":"2017-09-26T13:25:31","slug":"die-guten-paedagogischen-reformen-an-den-gymnasien-muessen-auch-in-g9-erhalten-bleiben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/die-guten-paedagogischen-reformen-an-den-gymnasien-muessen-auch-in-g9-erhalten-bleiben\/","title":{"rendered":"Die guten p\u00e4dagogischen Reformen an den Gymnasien m\u00fcssen auch in G9 erhalten bleiben"},"content":{"rendered":"<p><strong>Die guten p\u00e4dagogischen Reformen an den Gymnasien m\u00fcssen auch in G9 erhalten bleiben<\/strong> &#8211; Mit unserem Gesetzentwurf zur R\u00fcckkehr zu G9 machen wir jetzt N\u00e4gel mit K\u00f6pfen. Politisch haben wir dies in den Koalitionsverhandlungen entschieden, jetzt folgt die fachliche Umsetzung durch die \u00c4nderung des Schulgesetzes.<!--more--><\/p>\n<p>Es ist kein Geheimnis, dass wir Gr\u00fcne keine Fans der Umstellung sind \u2013\u00a0 obwohl wir G8 bei der Einf\u00fchrung abgelehnt hatten. Die Signale aus den Schulen und auch aus dem Bildungsdialog in der vergangenen Wahlperiode zeigten eine ziemlich gro\u00dfe Zufriedenheit mit G8. Aber der Wind hat sich binnen kurzer Zeit gedreht. Die gro\u00dfe Mehrheit der W\u00e4hlerInnen will zur\u00fcck zu G9.<\/p>\n<p>G9 liegt im Trend: Niedersachsen ist fl\u00e4chendeckend zur\u00fcckgekehrt, in Bayern ist es beschlossen und in Nordrhein-Westfalen steht es im Koalitionsvertrag. Rheinland-Pfalz hatte die Umstellung gar nicht mitgemacht.<\/p>\n<p>Es gibt auch gute Gr\u00fcnde f\u00fcr G9: Die Jugendlichen haben mehr Zeit f\u00fcr die Entwicklung ihrer Pers\u00f6nlichkeit, sind reifer und sie sind vollj\u00e4hrig, wenn sie in ihre weitere Ausbildung gehen. Lehrkr\u00e4fte sagen, es gibt mehr Zeit f\u00fcr Vertiefung und auch f\u00fcr Projektarbeiten. Man muss nicht hetzen, um die Fachanforderungen zu erf\u00fcllen. Au\u00dferdem sind die Schultage in der Sekundarstufe I nicht so lang. Es bleibt mehr Luft f\u00fcr au\u00dferschulische Aktivit\u00e4ten oder auch zum Treffen mit Freunden.<\/p>\n<p>Auf der anderen Seite gibt es viele G8-Schulen, die gut laufen. G8 hat an vielen Gymnasien positive p\u00e4dagogische Ver\u00e4nderungen gebracht. Viele Schulen sind weg von 45 Minuten Einzelstunden, es gibt neue Lernformen und die Fachanforderungen wurden angepasst, um die Sch\u00fclerInnen nicht zu \u00fcberfordern. Deshalb haben wir im Gesetzentwurf die Wahlm\u00f6glichkeit verankert, bei G8 oder GY zu bleiben. Wir Gr\u00fcne h\u00e4tten auch gut mit einer niedrigeren H\u00fcrde leben k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Die Schulen m\u00fcssen sich bis zum 23. Februar 2018 entscheiden, ob sie bei G8 oder GY bleiben wollen. Das ist, zugegeben, eine kurze Frist. Aber Schulen und Familien wollen Planungssicherheit. Die Familien wollen wissen, ob die Schule ihres Kindes bei der Umstellung 2019 ein G8 oder G9-Gymnasium ist. Au\u00dferdem diskutieren die Schulen bereits jetzt und sind dabei, sich ihre Meinung zu bilden.<\/p>\n<p>Bis zur Entscheidung muss noch einiges gekl\u00e4rt werden. Zum Beispiel, wann in Zukunft die zweite Fremdsprache beginnt. Um dem Gymnasium ein Alleinstellungsmerkmal gegen\u00fcber der Gemeinschaftsschule zu erm\u00f6glichen, w\u00e4re ein Beginn in der sechsten Klasse f\u00fcr uns Gr\u00fcne eine sinnvolle L\u00f6sung. So machen es auch die meisten anderen L\u00e4nder. Zu dieser und anderen Fragen der Umsetzung f\u00fchren wir Gespr\u00e4che. Genauso wie die Bildungsministerin.<\/p>\n<p>Das ist auch ihre Pflicht. Wir als Parlament machen das Gesetz. Aber das Ministerium macht die dazugeh\u00f6rigen Erlasse und Verordnungen. Dies ist reines Regierungshandeln. So laufen Demokratie und Gewaltenteilung.<\/p>\n<p>Bei der Umstellung auf G9 wollen wir, dass nicht die alten G9-Schubladen rausgezogen werden und das Gymnasium wieder zehn Jahre zur\u00fcck katapultiert wird. Die guten p\u00e4dagogischen Reformen an den Gymnasien m\u00fcssen auch in G9 erhalten bleiben. Hier sind wir uns mit den Eltern und sehr vielen Lehrkr\u00e4ften einig.<\/p>\n<p>Und die Schultr\u00e4ger? Sie sind nicht begeistert von einem weiteren Strukturwechsel. Das kann ich verstehen. Die Schultr\u00e4ger haben in den vergangenen zehn Jahren diverse Schulgesetz\u00e4nderungen miterlebt und mussten immer ihre R\u00e4ume und Ausstattung anpassen. Vom Kurssystem zur Profiloberstufe, Tr\u00e4gerschaft der Gymnasien vom Kreis zu den Kommunen, von Haupt- und Realschule zu Regional- und Gemeinschaftsschule, von G9 zu G8 und nun wieder zur\u00fcck. Wir werden die Kommunen bei der Umstellung auf G9 unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p>Wir haben in der Koalition vereinbart, die bis zum Aufwachsen des 13. Jahrgangs frei werdenden Stunden zur St\u00e4rkung des Bildungsbereiches einzusetzen, zum Beispiel f\u00fcr 100 Prozent Unterrichtsversorgung und Inklusion.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Uns ist bewusst, dass die R\u00fcckkehr zu G9 an Gymnasien die Konkurrenzsituation zu Gemeinschaftsschulen vergr\u00f6\u00dfern kann. Deshalb werden wir als Koalition die Gemeinschaftsschulen unterst\u00fctzen, damit sie verst\u00e4rkt eigene Profile entwickeln k\u00f6nnen und weiterhin eine starke S\u00e4ule im Schulsystem bleiben. Ein St\u00fctzpfeiler wird der Bildungsbonus sein, den wir am Freitag auf den Weg bringen werden. Auch die verst\u00e4rkten Inklusionsmittel kommen den Gemeinschaftsschulen zugute.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Mit diesem Gesetzentwurf k\u00fcmmern wir uns um die Gymnasien. Aber auch die anderen Schularten sind bei Jamaika in guten H\u00e4nden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die guten p\u00e4dagogischen Reformen an den Gymnasien m\u00fcssen auch in G9 erhalten bleiben &#8211; Mit unserem Gesetzentwurf zur R\u00fcckkehr zu G9 machen wir jetzt N\u00e4gel mit K\u00f6pfen. 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