{"id":242775,"date":"2017-09-22T15:27:55","date_gmt":"2017-09-22T13:27:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/?p=242775"},"modified":"2017-09-26T15:29:21","modified_gmt":"2017-09-26T13:29:21","slug":"der-strompreis-muss-endlich-die-physikalische-realitaet-widerspiegeln","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/der-strompreis-muss-endlich-die-physikalische-realitaet-widerspiegeln\/","title":{"rendered":"Der Strompreis muss endlich die physikalische Realit\u00e4t widerspiegeln"},"content":{"rendered":"<p><strong>Der Strompreis muss endlich die physikalische Realit\u00e4t widerspiegeln &#8211;\u00a0<\/strong>Der richtige regulatorische Rahmen entscheidet, was sich am Markt entwickeln kann und es ist Aufgabe der Politik, die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen. Das Erneuerbare Energiengesetz (EEG) hat die Energiewende bei uns m\u00f6glich gemacht. Es ist inzwischen in vielen L\u00e4ndern Blaupause f\u00fcr den Einstieg in eine neue Energiepolitik geworden.<!--more--><\/p>\n<p>So werden in China mittlerweile jedes Jahr allein an Solarmodulen so viel Leistung installiert, wie bei uns an Kohle- und Atomkraftwerken \u00fcberhaupt existieren.<\/p>\n<p>Je mehr Wind- und Solaranlagen installiert werden, desto st\u00e4rker sinken die Preise f\u00fcr die Anlagen. Dieser Trend ist seit Einf\u00fchrung des EEG zu beobachten und setzt sich fort. Inzwischen sind Wind und Sonne die Billigmacher der Energiewende.<\/p>\n<p>Die Erneuerbaren Energien haben sich in den letzten Jahren als entscheidender Wirtschaftsfaktor in Schleswig-Holstein entwickelt. So sind \u00fcber 18.000 Arbeitspl\u00e4tze hier bei uns entstanden.<\/p>\n<p>Berichte \u00fcber den Stellenabbau in den Unternehmen sind ein Schlag ins Kontor. Sie machen vor allem deutlich, dass erheblicher regulatorischer Handlungsbedarf besteht.<\/p>\n<p>Wir wissen, dass wir in der Energiewende nicht selbst zu viel in Antagonismen denken sollten: Batterieelektrische Autos vs. Wasserstoff und Brennstoff, Onshore vs. Offshore, Nord-EE vs. S\u00fcd-EE, Dezentrale Energiewende vs. Zentralistische Energiewende, Biomasse vs. Wind vs. Photovoltaik, Netzausbau vs. Sektorenkopplung vs. Demand-Side-Management vs. Speicher.<\/p>\n<p>Nein, die Herausforderung ist so gro\u00df, dass alle Ihren Platz in einem zuk\u00fcnftigen Energiesystem der Zukunft haben werden. Wir m\u00fcssen, oder lassen sie mich besser sagen: Wir sind nun in der gl\u00fccklichen Lage, dass wir uns mehr Gedanken dar\u00fcber machen d\u00fcrfen, wie wir die die saubere Energie unseres Nordens sinnvoll verteilen und einsetzen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Mehr als Zauberworte sind dabei f\u00fcr eine konsequente Energiewende: Netzausbau, Sektorenkopplung, Speicherung, Flexibilit\u00e4ten und Demand-Side-Management.<\/p>\n<p>Beim Netzausbau ist dort Licht am Horizont, wo wir als Land in den letzten Jahren gestalten konnten. Er geht auf den Trassen in Schleswig-Holstein z\u00fcgig voran.<\/p>\n<p>Wir m\u00fcssen bei der Energiewende im W\u00e4rme- und Mobilit\u00e4tssektor weiterkommen. Auch hier wird der Schl\u00fcssel zu vielem der erneuerbare Strom sein. Es gibt viele innovative UnternehmerInnen, die etwa die Stromspitzen nutzen wollen. Der bestehende Rechtsrahmen hinkt den bestehenden Technologien und unternehmerischen Initiativen gnadenlos hinterher.<\/p>\n<p>Energiewende und Technologieentwicklung gehen anders. Pumpspeicher, Batteriespeicher und Power-to-X-Anlagen k\u00f6nnen Leistungsspitzen der Erneuerbare-Energien-Produktion aufnehmen und. als Energie zu einem bedarfsgerechten Zeitpunkt in Form von Strom, W\u00e4rme oder Kraftstoff wieder zur Verf\u00fcgung stellen oder eben auch in einem industriellen Prozess Verwendung finden. Diese Elemente k\u00f6nnen ma\u00dfgeblich zu einer besseren Ausnutzung des Sonne- und Wind-Potentials in Schleswig-Holstein beitragen.<\/p>\n<p>Dem wirtschaftlichen Betrieb zahlreicher innovativer Investitionen steht teilweise die doppelte Belastung mit Umlagen auf den jeweils eingespeisten und ausgespeisten Strom im Wege. Die starren Abgaben machen ungef\u00e4hr dreiviertel des Strompreises aus. So werden Marktkr\u00e4fte blockiert.<\/p>\n<p>Der Strompreis muss endlich f\u00fcr die VerbraucherInnen und die ProduzentInnen gleicherma\u00dfen die physikalische Realit\u00e4t widerspiegeln. Sind Wind und Sonne aktiv, muss kosteng\u00fcnstiger angeboten werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Es ist v\u00f6llig paradox, dass &#8211; wider den Erzeugungskosten- sauberer Strom teuer und schmutziger fossiler Strom billig ist. Das muss ein Ende haben. Daher werden wir uns in die Diskussionen mit dem Bund \u00fcber die Neuordnung der staatlich induzierten Strompreisbestandteile weiterhin offensiv einbringen.<\/p>\n<p>Wir fordern die Landesregierung mit diesem Antrag auf, sich auf Bundesebene daf\u00fcr einzusetzen, alle netzdienlichen flexiblen Speicherkraftwerke von der Doppelbelastung mit Steuern und Abgaben zu befreien.<\/p>\n<p>Zum SPD Antrag: Es steht viel Richtiges drin. Ich wei\u00df auch zu sch\u00e4tzen, dass wir in vielen energiepolitischen Fragen im Land an einem Strang ziehen. Aber die SPD schafft in der gro\u00dfen Koalition das Einspeisesystem durch Quoten und Ausschreibungsmodellen ab.<\/p>\n<p>Sie ist damit im Bund ma\u00dfgeblich nicht an der weiteren Gestaltung, sondern an der Zerschlagung des EEGs beteiligt. Fehlallokationen sind das Ergebnis.<\/p>\n<p>Reden f\u00fcr den Klimaschutz, aber keine Fortschritte im Klimaschutz in den letzten Jahren. Das sind die Ergebnisse der Politik der gro\u00dfen Koalition in Berlin, die sie mittragen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Strompreis muss endlich die physikalische Realit\u00e4t widerspiegeln &#8211; Der richtige regulatorische Rahmen entscheidet, was sich am Markt entwickeln kann und es ist Aufgabe der Politik, die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen. Das Erneuerbare Energiengesetz (EEG) hat die Energiewende bei uns m\u00f6glich gemacht. 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