{"id":243941,"date":"2017-10-05T17:04:42","date_gmt":"2017-10-05T15:04:42","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/?p=243941"},"modified":"2017-10-10T17:06:35","modified_gmt":"2017-10-10T15:06:35","slug":"gal-beantragt-mehr-geld-fuer-kulturfoerderung-statt-teure-bewerbung-fuer-kulturhauptstadt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/gal-beantragt-mehr-geld-fuer-kulturfoerderung-statt-teure-bewerbung-fuer-kulturhauptstadt\/","title":{"rendered":"GAL beantragt mehr Geld f\u00fcr Kulturf\u00f6rderung statt teure Bewerbung f\u00fcr  Kulturhauptstadt"},"content":{"rendered":"<p><strong>GAL beantragt mehr Geld f\u00fcr Kulturf\u00f6rderung statt teure Bewerbung f\u00fcr\u00a0 Kulturhauptstadt &#8211;\u00a0<\/strong>Die GAL Veranstaltung Kunst, Kultur und Kreativit\u00e4t \u2013 Zeit f\u00fcr ein Gespr\u00e4ch im Fund:us war mit mehr als f\u00fcnfzig G\u00e4sten aus der Kultur- und Kreativszene L\u00fcbecks sehr gut besucht. \u201eNachdem unsere Podiumsteilnehmer\/innen Anja Doehring (Fotografie und Kunst-Konzepte), Holger Maack (Dteutsche Rockmusik Stiftung), Kio Krabbenh\u00f6ft (Zentrum f\u00fcr Musikkultur) Kathrin Weiher (Senatorin f\u00fcr Kultur und Bildung) und Peter Gr\u00fcnig (Schauspieler) jeweils aus ihrer Arbeit berichteten<\/p>\n<p><!--more--> und ihren Blick auf die Kulturlandschaft L\u00fcbecks beschrieben, stiegen wir in die offene Diskussion ein.\u201c, so Kristina Aberle, kulturpolitische Sprecherin der GAL, die an dem Abend gemeinsam mit ihrer Kollegin Katja Mentz die Moderation \u00fcbernahm.<\/p>\n<p>\u201eEs wurde schnell deutlich, dass Kulturf\u00f6rderung in L\u00fcbeck sich vor allem auf die gro\u00dfen Einrichtungen der Innenstadt konzentriert. W\u00e4hrend Museen, Theater und MuK Millionenbetr\u00e4ge erhalten, die teilweise als Verlustausgleich vertraglich geregelt sind, sind f\u00fcr die F\u00f6rderung der vielen \u00fcbrigen Kulturschaffenden lediglich 320.000 Euro im Haushalt eingestellt. Davon gehen seit Jahren unver\u00e4ndert 180.000 Euro an die Musik- und Kunstschule und die Musikschule der Gemeinn\u00fctzigen, die zusammen \u00fcber 5000 Musiksch\u00fcler*innen unterrichten. Weitere rd. 120.000 Euro gehen als institutionelle F\u00f6rderung an verschiedene kleine freie Theater in L\u00fcbeck. Die H\u00f6he der F\u00f6rderung und Anzahl der Gef\u00f6rderten hat sich seit Jahren nicht ge\u00e4ndert. Und schlie\u00dflich bleiben lediglich 20 bis 25.000 Euro f\u00fcr die freie Projektf\u00f6rderung, darunter auch im Laufe der vergangenen Jahre neu entstandene Kulturst\u00e4tten. Weil lebendige Kulturarbeit sich ver\u00e4ndert und in Bewegung bleibt, ist es aus unserer Sicht unabdingbar, dass auch die im Haushalt eingestellten F\u00f6rdermittel entsprechend angepasst und erh\u00f6ht werden. Insbesondere neu entstandene Projekte in den Stadtteilen m\u00fcssen die Chance erhalten, in die F\u00f6rderung aufgenommen zu werden. Denn hier (u.a.\u00a0 auch in Kooperationen mit Schulen) zeigt sich verst\u00e4rkt, dass Kultur verbindet und soziale Integration f\u00f6rdert.\u201c, so Kristina Aberle und Katja Mentz.<\/p>\n<p>In der Diskussion wurde auch \u00fcber die Bewerbung zur europ\u00e4ischen Kulturhauptstadt wurde ausgiebig diskutiert. Frau Weiher warb daf\u00fcr und stellte mindestens 50 Prozent Kosten\u00fcbernahme durch Dritte in Aussicht. W\u00e4hrend einige Kulturschaffende das als Chance ansehen, weil sie ohnehin nichts zu verlieren h\u00e4tten (da sie von der Stadt nichts bekommen), warnten andere eindringlich davor. In Linz h\u00e4tten nicht Politik oder die Kulturschaffenden dar\u00fcber bestimmt, welche Kulturprojekte durchgef\u00fchrt werden. &#8222;Am Ende blieben f\u00fcr die Stadt drei neu gebaute Hotels und ein Holzturm.&#8220; Eine andere Besucherin berichtete von Weimar, wo nach der teuren Bewerbung zwei Museen geschlossen werden mussten, weil ein hohes Defizit geblieben war.<\/p>\n<p>\u201eWir, die Mitglieder der GAL Fraktion, hatten bereits Ende des letzten Jahres Kritik daran ge\u00e4u\u00dfert, 25.000 Euro f\u00fcr die Machbarkeitsstudie \u201eL\u00fcbecks Bewerbung als Kulturhauptstadt Europas 2025\u201c auszugeben. Lieber h\u00e4tten wir das Geld in die Kulturf\u00f6rderung gesteckt.\u201c, argumentiert Kristina Aberle.<\/p>\n<p>\u201eNun ist die Machbarkeitsstudie fertig und enth\u00e4lt aus Sicht der GAL Fraktion bei aller Skepsis einige wegweisende Aussagen, die wir unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p>Insbesondere die Ansicht, dass L\u00fcbeck ein neues Kulturverst\u00e4ndnis brauche, teilen wir.<\/p>\n<p>In der Studie wird eine Aufbruchstimmung und die Bereitschaft zum Wandel beschrieben, die von den Kulturschaffenden ausgeht. Auch wird hinterfragt, warum Leerst\u00e4nde in L\u00fcbeck nicht Kulturschaffenden und Kreativen zugef\u00fchrt werden. Es wird angeregt, dass der Blick sich verst\u00e4rkt \u00fcber Weltkulturerbe und Altstadt hinaus auf die verschiedenen Stadtteile richten solle. Auch diese Ansicht teilen und begr\u00fc\u00dfen wir au\u00dferordentlich. Kulturf\u00f6rderung in den Stadtteilen ist als sozialer Prozess zu sehen.<\/p>\n<p>Auch beschreibt die Studie, dass die Fixierung nicht auf dem Erfolg der Bewerbung liegen soll sondern nachhaltige Kriterien erf\u00fcllen und eine Finanzierung gesichert sein muss.<\/p>\n<p>Die Bewerbungskosten liegen lt. Studie bei rd. 2 Mio Euro. Selbst wenn durch Spenden Dritter der st\u00e4dtische Haushalt hierbei entlastet werden k\u00f6nnte, h\u00e4tte L\u00fcbeck im Falle einer Titelverleihung mit Kosten in zweistelliger Millionenh\u00f6he zu rechnen (die Studie nennt operative Budgets zwischen 70 und 90 Mio Euro). Die F\u00f6rderquote liegt zwischen 50 und 90 Prozent.<\/p>\n<p>In Anbetracht der L\u00fcbecker Haushaltslage sehen wir nicht, dass L\u00fcbeck in der Lage ist, seinen Kulturetat derart zu erh\u00f6hen und das Risiko einzugehen, m\u00f6glicherweise 50 Prozent der Durchf\u00fchrungskosten aus dem eigenen Haushalt zu zahlen. (Bei einer 90 prozentigen F\u00f6rderung von beispielsweise 90 Millionen Euro blieben immer noch 9 Millionen Euro Kosten an der Stadt L\u00fcbeck h\u00e4ngen.)<\/p>\n<p>Eine Bewerbung ohne den Titel tats\u00e4chlich anzustreben, macht aus unserer Sicht keinen Sinn.<\/p>\n<p>Wohl aber macht es Sinn, sich auf den beschriebenen Weg zu machen und ein neues Kulturverst\u00e4ndnis f\u00fcr L\u00fcbeck zu entwickeln.\u201c<\/p>\n<p>Die GAL beantragt deshalb im Kulturausschuss und zur Haushaltssitzung der B\u00fcrgerschaft:<\/p>\n<p>1. Die im Haushalt eingestellten Mittel f\u00fcr Kulturf\u00f6rderung werden um 100.000 Euro (rd. 30 Prozent) erh\u00f6ht. Dies soll zum einen erm\u00f6glichen, weitere Kulturschaffende in die institutionelle F\u00f6rderung aufzunehmen, die in den vergangenen Jahren neu dazugekommen sind. Zum anderen soll mit Erh\u00f6hung der F\u00f6rdermittel der j\u00e4hrliche Betrag f\u00fcr die freie F\u00f6rderung von Projekten auf mindestens 75.000 Euro steigen. (Von 100.000 Euro stehen zuk\u00fcnftig 75.000 Euro f\u00fcr die F\u00f6rderung freier Projekte der Kulturschaffenden zur Verf\u00fcgung.)<\/p>\n<p>2. Es ist zu \u00fcberlegen, ob ein Beirat, bestehend aus Kulturschaffenden, gebildet wird, der jeweils dar\u00fcber entscheidet, welche Projekte in welcher H\u00f6he gef\u00f6rdert werden.<\/p>\n<p>3. Eine zus\u00e4tzliche im Kulturb\u00fcro angesiedelte Personalstelle wird die in der Machbarkeitsstudie \u201eL\u00fcbecks Bewerbung als Kulturhauptstadt Europas 2025\u201c genannten Ans\u00e4tze und Anregungen aufgreifen und unter Beteiligung von Kulturschaffenden und Akteuren der Kreativwirtschaft zu einem Konzept weiterentwickeln. Ziel ist, u.a. durch eine verst\u00e4rkte F\u00f6rderung von Kulturarbeit in den Stadtteilen, das Kulturverst\u00e4ndnis weiterzuentwickeln.<\/p>\n<p>4. Der Beteiligungs- und Vernetzungsprozess der Kulturschaffenden und Akteure der Kreativwirtschaft wird wie im \u201eBarCamp\u201c fortgef\u00fchrt.<\/p>\n<p>5. Die zus\u00e4tzliche Personalstelle soll neben der Konzepterstellung beratend f\u00fcr Kreativwirtschaft und Kulturschaffende t\u00e4tig sein. In Kooperationen sollen nach Bedarf Fortbildungen angeboten werden, um Kulturarbeit und die Kreativwirtschaft in L\u00fcbeck zu f\u00f6rdern.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>GAL beantragt mehr Geld f\u00fcr Kulturf\u00f6rderung statt teure Bewerbung f\u00fcr  Kulturhauptstadt &#8211; Die GAL Veranstaltung Kunst, Kultur und Kreativit\u00e4t \u2013 Zeit f\u00fcr ein Gespr\u00e4ch im Fund:us war mit mehr als f\u00fcnfzig G\u00e4sten aus der Kultur- und Kreativszene L\u00fcbecks sehr gut besucht.<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","footnotes":""},"categories":[5],"tags":[20016],"class_list":["post-243941","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-politik-wirtschaft","tag-gal-beantragt-mehr-geld-fuer-kulturfoerderung-statt-teure-bewerbung-fuer-kulturhauptstadt"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/243941","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=243941"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/243941\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":243942,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/243941\/revisions\/243942"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=243941"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=243941"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=243941"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}