{"id":244759,"date":"2017-10-26T09:19:21","date_gmt":"2017-10-26T07:19:21","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/?p=244759"},"modified":"2017-11-01T09:21:10","modified_gmt":"2017-11-01T08:21:10","slug":"59-nordische-filmtage-luebeck-sozialisation-standortbestimmung-und-faszinierende-lebensgeschichten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/59-nordische-filmtage-luebeck-sozialisation-standortbestimmung-und-faszinierende-lebensgeschichten\/","title":{"rendered":"59. Nordische Filmtage L\u00fcbeck: Sozialisation, Standortbestimmung und faszinierende Lebensgeschichten"},"content":{"rendered":"<p><strong>59. Nordische Filmtage L\u00fcbeck: Sozialisation, Standortbestimmung und faszinierende Lebensgeschichten &#8211;\u00a0<\/strong>Das Dokumentarfilmprogramm der 59. Nordischen Filmtage L\u00fcbeck (1.-5.11.2017) fokussiert sich besonders auf die Themen Sozialisation und Standortbestimmung sowie Portr\u00e4ts von Menschen, die in Kunst und Leben Ungew\u00f6hnliches erlebt und geleistet haben. Die Jury des Dokumentarfilmpreises der L\u00fcbecker Gewerkschaften\u00a0zeichnet seit 36 Jahren einen \u201egesellschaftlich besonders engagierten Film\u201c aus. Der Preis ist mit 2.500 Euro dotiert.<!--more--><\/p>\n<p>In zahlreichen Filme stehen das Heranwachsen und die pers\u00f6nliche und soziale Entwicklung von Kindern und Jugendlichen im Mittelpunkt, aber auch die Hindernisse, mit denen junge Menschen konfrontiert werden. \u201eHaus der Tr\u00e4ume\u201c (\u00dche unistuse maja \/ House of a Dream ) von Ruti Murusalu stellt eine Ballettschule vor und zeigt, wie schwer der Weg einer Ballerina bis zum Erfolg sein kann, \u201eJunge T\u00e4ter\u201c (Barneraneren \/ What Young Men Do) von Jon Haukeland zeichnet hingegen den Weg der Resozialisierung eines straff\u00e4llig gewordenen Jugendlichen nach. Die Ausgrenzung unehelicher Kinder im Schweden zu Anfang des 20. Jahrhunderts thematisiert Knutte Wester\u00a0in \u201eDas Hurenkind\u201c (Horungen \/ A Bastard Child), w\u00e4hrend \u201eRichtig erwachsen\u201c (Rigtig Voksen \/ Life as a Grown-Up) von Anders Gustafsson dokumentiert, dass auch heute der Weg in ein verantwortungsvolles Familienleben voller Hindernisse sein kann. \u201e69 Minuten von 86 Tagen\u201c (69 minutter av 86 dager \/ 69 Minutes of 86 Days, R: Egil H\u00e5skjold Larsen) zeigt die Flucht einer Familie von Syrien nach Schweden aus der Perspektive der dreij\u00e4hrigen Tochter, und \u201eKommen sie heute Nacht?\u201c (Mon de kommer om natten? \/ The Wait, R: Emil Langballe) portr\u00e4tiert ein M\u00e4dchen, dessen Familie von Abschiebung bedroht ist.<\/p>\n<p>Zum Fokus passen auch die Filme \u201eKindheit\u201c (Barndom \/ Childhood) von Margreth Olin und \u201eVom Kind zum B\u00fcrger\u201c (Fra barn til borger \/ Becoming a Citizen) von Janne Lindgren, die faszinierende Einblicke in kindliches Lernen im Kindergarten und in der Grundschule vermitteln. Wie junge M\u00e4dchen in Finnland mit ihrem Steckenpferd einen Hindernisparcours bezwingen oder elegante Dressur\u00fcbungen absolvieren hat Selma Vilhunen in der \u201eHobbyhorse Revolution\u201c\u00a0dokumentiert. \u201eMein Sommer als Libelle\u201c (Kes\u00e4ni sudenkorentona \/ Once I Was a Dragonfly, R: Elli Toivoniemi) begleitet den Weg eines Jungen bis zum jungen Mann, der sich f\u00fcr Insekten, vor allem f\u00fcr Libellen, begeistert.\u00a0 Die 9-j\u00e4hrige Ylva hingegen folgt einer alten Familientradition in \u201eZungenschneider\u201c (Tungeskj\u00e6rerne \/ Tongue Cutters, R: Solveig Melkeraaen). Das Stadtkind reist in ein Fischerdorf in Nord-Norwegen, wo Kinder traditionell dem frisch gefangenen Kabeljau die Zungen heraus schneiden und dabei gutes Geld verdienen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Daneben geht es in den Filmen des Programms auch um Standortbestimmungen. Vorgestellt werden Menschen mit au\u00dfergew\u00f6hnlichen Berufen und Hobbies, Menschen, die pers\u00f6nlichen Krisen oder sozialen Umw\u00e4lzungen ausgesetzt sind, die Spurensuche betreiben oder sich durch ungew\u00f6hnliche Leistungen auszeichnen. Auf hohe See begeben sich die \u201eDie letzten Robbenj\u00e4ger\u201c (Ishavsblod &#8211; De siste selfangerne \/ Sealers &#8211; One Last Hunt)\u00a0in einem Film der Regisseurinnen Trude Berge Ottersen und Gry Elisabeth Mortensen und \u201eD\u00f3ra \u2013 Eine von den Jungs\u201c (D\u00f3ra &#8211; ein af str\u00e1kunum \/ Dora &#8211; One of the Guys, R: \u00c1rni Gunnarsson). \u201eLiebe Oma, guten Tag!\u201c \u00a0(What we Leave Behind, R: Jurate Samulionyte, Vilma Samulionyte) begleitet die Spurensuche zweier Schwestern, die herausfinden m\u00f6chten, was mit ihrer Gro\u00dfmutter passiert ist.<\/p>\n<p>Menschen, die schwere Schicksalsschl\u00e4ge bew\u00e4ltigen m\u00fcssen, kommt \u201eNach Inez\u201c (Efter Inez \/ After Inez) sehr nahe, als Regisseurin Karin Ekberg ein Paar begleitet, das in der 37. Woche der Schwangerschaft sein Baby verloren hat. Auch Regisseur Sulev Keedus widmet sich in \u201eKrieg\u201c (S\u00f5da \/ War) einer tragischen Geschichte, hier geht es um posttraumatische Belastungsst\u00f6rungen eines Soldaten nach dem Milit\u00e4reinsatz in Afganistan. Sine Skibsholt Dokumentation \u201eWer wir waren\u201c (Dem vi var \/ Who We Were) \u00fcber einen Schlaganfall\u00a0f\u00fchrt in das Innerste einer Familie in einer existenziellen Krise. Menschen in sozialen Umw\u00e4lzungen begegnen wir in Schmetterlingsstadt (Drugelio miestas \/ Butterfly City, R: Olga Cernovaite) \u201eBlack Hole Mama\u201c (R: Heidi Piiroinen) und \u201eSchnee auf dem roten H\u00fcgel\u201c (Lumi punasel lagedal \/ Paradise Behind the Fence, R: Aljona Surzikova), w\u00e4hrend \u201eSiedepunkt\u201c (Kiehumispiste \/ The Boiling Point, R: Elina Hirvonen) die gesellschaftliche Polarisierung durch die Fl\u00fcchtlingskrise in Finnland untersucht.<\/p>\n<p>Das Dokumentarfilmprogramm beinhaltet auch besondere Portraits, die sich Menschen widmen, die Ungew\u00f6hnliches in ihrem Leben und in der Kunst erreicht haben: \u201eAmateurs in Space\u201c von Max Kestner zeigt zwei D\u00e4nen, die eine Rakete mit Material aus dem Baumarkt realisieren und diese ins All schie\u00dfen wollen. \u201eBig Time\u201c von Kaspar Astrup Schr\u00f6der stellt Bjarke Ingels, einen der erfolgreichsten Architekten der Gegenwart, vor; Natalie Johanna Hallas Film \u201eLife in Four Elements\u201c ist eine Studie \u00fcber vier Menschen, die in Feuer, Wasser, Erde und Luft \u201eihr\u201c Element gefunden haben. Neben der kurios-tragischen Lebensgeschichte des Mannes mit den Superkr\u00e4ften \u201eReynir, der Starke\u201c (Reynir Sterki \/ Beyond Strength , R: Baldvin Z ), portraitiert \u201eDie Kunst des Unm\u00f6glichen\u201c (Det umuliges kunst \/ The Art of the Impossible, R:\u00a0Elsa Kvamme) Eugenio Barba und sein revolution\u00e4res Odin-Theater. Des weiteren pr\u00e4sentieren die Filmtage mit \u201eCitizen Schein\u201c eine Dokumentation \u00fcber eine der schillerndsten Pers\u00f6nlichkeiten der schwedischen Filmgeschichte.\u00a0\u201eEr repr\u00e4sentierte eigentlich alles, was mein Vater nicht mochte\u201c, erz\u00e4hlt Ingmar Bergmans Sohn: \u201eAlkohol, Zigaretten, Lautst\u00e4rke und Gel\u00e4chter.\u201c Trotzdem waren der \u201eintellektuelle Playboy\u201c und Bergman enge Freunde. Der Film von Maud Nycander, Kersti Grunditz Brennan und Jannike \u00c5hlund rekonstruiert mit Archivmaterial und Interviews ein bewegtes Leben. Er erlebt in L\u00fcbeck seine Deutschlandpremiere und wird auch Gegenstand der \u201eMasterclass Dokumentarfilm\u201c sein.<\/p>\n<p>Bei vielen Filmvorf\u00fchrungen sind G\u00e4ste in L\u00fcbeck, die im Anschluss an die Filme dem Publikum f\u00fcr Fragen zur Verf\u00fcgung stehen. Unter anderem werden Jannike \u00c5hlund und Kersti Grunditz (\u201eCitizen Schein\u201c) sowie Aljona Surzhikova (\u201eSchnee auf dem roten H\u00fcgel\u201c) und Jon Haukeland (\u201eJunge T\u00e4ter\u201c) nach L\u00fcbeck kommen. Um bereits\u00a0die Vorfreude zu wecken, ver\u00f6ffentlichen die Filmtage in regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden vor dem Festival Videobotschaften &#8211;\u00a0 DIRECTOR&#8217;S VOICES &#8211; von Filmg\u00e4sten auf ihren Social Media Kan\u00e4len. Mit dabei auch Janne Lindgren (\u201eVom Kind zum B\u00fcrger\u201c),\u00a0 \u00c1rni Gunnarsson (\u201eDor\u00e1 &#8211; Eine von den Jungs\u201c) und Solveig Melkeraan (\u201eZungenschneider\u201c) aus dem Dokumentarfilmprogramm.<\/p>\n<p>Seit dem 21.10.17 steht das komplette Programm der Filmtage online auf <a href=\"http:\/\/www.filmtage.luebeck.de\">www.filmtage.luebeck.de<\/a>, der Kartenvorverkauf f\u00fcr die 59. Festivalausgabe startet am 28. Oktober um 15 Uhr im CineStar Filmpalast Stadthalle und online auf der Filmtage Homepage wie auch auf <a href=\"http:\/\/www.cinestar.de\">www.cinestar.de<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>59. Nordische Filmtage L\u00fcbeck: Sozialisation, Standortbestimmung und faszinierende Lebensgeschichten &#8211; Das Dokumentarfilmprogramm der 59. Nordischen Filmtage L\u00fcbeck (1.-5.11.2017) fokussiert sich besonders auf die Themen Sozialisation und Standortbestimmung sowie Portr\u00e4ts von Menschen, die in Kunst und Leben Ungew\u00f6hnliches erlebt und geleistet haben. Die Jury des Dokumentarfilmpreises der L\u00fcbecker Gewerkschaften zeichnet seit 36 Jahren einen \u201egesellschaftlich besonders engagierten Film\u201c aus. 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