{"id":249116,"date":"2018-01-15T14:00:13","date_gmt":"2018-01-15T14:00:13","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/politik-wirtschaft\/wir-haben-es-satt-grossdemonstration-am-20-1-18-negative-auswirkungen-der-industriellen-landwirtschaft-alarmierend\/"},"modified":"2018-01-21T19:08:45","modified_gmt":"2018-01-21T18:08:45","slug":"wir-haben-es-satt-grossdemonstration-am-20-1-18-negative-auswirkungen-der-industriellen-landwirtschaft-alarmierend","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wir-haben-es-satt-grossdemonstration-am-20-1-18-negative-auswirkungen-der-industriellen-landwirtschaft-alarmierend\/","title":{"rendered":"&#8222;Wir haben es satt!&#8220;-Gro\u00dfdemonstration am 20.1.18: Negative Auswirkungen der industriellen Landwirtschaft alarmierend"},"content":{"rendered":"<p>Berlin (ots) &#8211; Wenige Tage vor der &#8222;Wir haben es satt!&#8220;-Demonstration am 20. Januar zeichnen Bauern, Experten und Unternehmer ein fatales Bild der deutschen Agrarpolitik. Die Konsequenzen des Einsatzes von Glyphosat f\u00fcr Menschen, Tiere und Umwelt sind verh\u00e4ngnisvoll: Artenschwund in unbekanntem Ausma\u00df und Krebsgefahr in unberechenbaren Dimensionen.<!--more--> Bauern fehlt die Unterst\u00fctzung der bisherigen Bundesregierung beim Pestizid-Ausstieg und dem Umbau der St\u00e4lle hin zu artgerechter Tierhaltung. \u00dcberd\u00fcngung verschmutzt das Grundwasser und ruin\u00f6se Agrar-Exporte beschleunigen das weltweite H\u00f6festerben. Angesichts dieser Zust\u00e4nde fordert das breite gesellschaftliche &#8222;Wir haben es satt!&#8220;-B\u00fcndnis, dem mehr als 50 Organisationen aus Landwirtschaft und Zivilgesellschaft angeh\u00f6ren, mehr Mut f\u00fcr eine ambitionierte Agrarwende. Das am Freitag ver\u00f6ffentlichte Sondierungspapier von CDU, SPD und der CSU zeigt, dass der gesellschaftliche Protest der letzten Jahre endlich Wirkung zeigt. Die B\u00fcndnis-Vertreter \u00e4u\u00dfern allerdings gro\u00dfe Zweifel an der Eignung von Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt. Messbare Ziele sowie Finanzierungspl\u00e4ne fehlen in dem Dokument der Unterh\u00e4ndler vollkommen. Eine glaubw\u00fcrdige Politik braucht klare Zeitvorgaben und darf die Bauern bei dem gesellschaftlich gewollten Umbau der Landwirtschaft nicht alleine lassen. &#8222;Wir haben es satt!&#8220;-Sprecher Jochen Fritz fordert von der Neuauflage der GroKo klare Vorgaben in der Landwirtschaftspolitik und einen Personalwechsel: &#8222;Agrarminister Schmidt ist der Ank\u00fcndigungsminister, das hat er vier Jahre lang bewiesen. Immer wieder vor der Gr\u00fcnen Woche das gleiche D\u00e9j\u00e0-vu: wohlklingende Vorschl\u00e4ge aus dem Hause Schmidt. Das Glyphosat-Fiasko zeigt, dass Herrn Schmidt Konzerninteressen wichtiger sind als der Wille der Bev\u00f6lkerung. Wir fordern verbindliche Zeitpl\u00e4ne f\u00fcr Glyphosat-Ausstieg und Lebensmittel-Kennzeichnung und wir brauchen echte Unterst\u00fctzung f\u00fcr Tiere, Umwelt und Bauernh\u00f6fe. Mit leeren Versprechungen kommen wir nicht weiter, daher muss die n\u00e4chste Regierung das Ministeramt neu besetzen.&#8220; Die franz\u00f6sische Investigativ-Journalistin Marie-Monique Robin ist eine der Hauptorganisatorinnen des &#8222;Monsanto-Tribunals&#8220;. In ihrem k\u00fcrzlich ver\u00f6ffentlichten Film &#8222;Roundup &#8211; der Prozess&#8220; zeigt sie, welche Sch\u00e4den das Totalherbizid Glyphosat auf der ganzen Welt anrichtet. Sie sagt: &#8222;Glyphosat greift B\u00f6den, Pflanzen, Tiere und Menschen an. Auf vielf\u00e4ltige Art und Weise wirkt es zerst\u00f6rerisch. Es wurde 1964 zuerst zur Wasserrohrreinigung benutzt und 2010 als Antibiotikum von Monsanto patentiert. R\u00fcckst\u00e4nde dieses Gifts sind in der kompletten Nahrungskette zu finden. Im menschlichen Urin und sogar in deutschen Bieren wurde es nachgewiesen. Es ist eines der giftigsten Produkte, das die Menschheit je erfunden hat, und muss konsequent verboten werden. Glyphosat ist das Asbest des 21. Jahrhunderts.&#8220; Jan Wittenberg, Arbeitsgemeinschaft b\u00e4uerliche Landwirtschaft, wirtschaftet als Ackerbauer seit 2010 ohne Glyphosat und ber\u00e4t landwirtschaftliche Betriebe beim Pestizid-Ausstieg. Er sagt: &#8222;Wir Ackerbauern wissen l\u00e4ngst, wie wir Lebensmittel ohne Glyphosat erzeugen k\u00f6nnen. Wir brauchen eine gr\u00f6\u00dfere Vielfalt auf dem Acker. Wechselnde Fruchtfolgen sind unser Geheimrezept, mit dem wir uns von der Chemie der Industrie unabh\u00e4ngig machen. Mit einer \u00dcbergangszeit von zwei Jahren schaffen wir Bauern es auch ohne Glyphosat. Daher fordern wir: Glyphosat-Verbot in der Landwirtschaft bis 2020. Daf\u00fcr brauchen wir eine zuverl\u00e4ssige Politik, ein faires Umschichten der Agrarsubventionen und den Willen zur Ver\u00e4nderung in der Agrarpolitik.&#8220; Martin Weyand, Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft, wird als Redner auf der Demonstration sprechen. Er kennt die Probleme, mit denen die Wasserwerke durch die zunehmende \u00dcberd\u00fcngung konfrontiert sind, und sagt: &#8222;Wasser ist unser Lebensmittel Nummer 1 und nicht ersetzbar. Doch die \u00dcberd\u00fcngung der Felder gef\u00e4hrdet unser Grundwasser. In einigen Regionen sind die Nitratwerte alarmierend und die Trinkwasser-Aufbereitung extrem aufwendig. Damit auch die n\u00e4chsten Generationen unsere Wasserressourcen nutzen k\u00f6nnen, brauchen wir ein D\u00fcngerecht, das einen nachhaltigen Gew\u00e4sserschutz sichert und wir m\u00fcssen weg von der industriellen Landwirtschaft. Ausdruck der verfehlten Landwirtschaftspolitik ist auch der G\u00fclle-Notstand in Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern.&#8220; Sof\u00eda Monsalve Su\u00e1rez von FIAN International weist auf die folgenschweren Auswirkungen von Agrarexporten f\u00fcr Bauern auf der ganzen Welt hin und k\u00fcndigt den Kochtopf-Protest bei der internationalen Agrarministerkonferenz an: &#8222;Die ruin\u00f6se Exportorientierung und Freihandel f\u00f6rdern Landraub, Umweltzerst\u00f6rung und Klimawandel in Deutschland und weltweit. Die aktuelle Politik dr\u00fcckt Erzeugerpreise hierzulande und zerst\u00f6rt in vielen Exportl\u00e4ndern die lokalen M\u00e4rkte. Wir fordern von der internationalen Agrarministerkonferenz, diese fatale Export-Politik muss aufh\u00f6ren. B\u00e4uerinnen und Bauern auf der ganzen Welt brauchen sicheren Zugang zu Land, Saatgut, Wasser und Nahrung. Deswegen brauchen wir weltweite Bauernrechte und eine globale Agrarwende. Daf\u00fcr schlagen wir am Samstag mit unseren Kocht\u00f6pfen Alarm.&#8220; Hintergrund: Die &#8222;Wir haben Agrarindustrie satt!&#8220;-Demonstration wird von Tausenden B\u00e4uerinnen und Bauern &#8211; konventionell und bio &#8211; getragen, von denen viele mit Traktoren aus dem gesamten Bundesgebiet anreisen. Zusammen mit rund 100 Organisationen aus der Zivilgesellschaft treten sie f\u00fcr eine Landwirtschaft und Lebensmittelpolitik ein, in der Bauern und Lebensmittelhandwerker fair entlohnt werden und sich alle Menschen gesund ern\u00e4hren k\u00f6nnen. Die Demonstration zieht in diesem Jahr zur internationalen Agrarministerkonferenz. Dort fordern die Teilnehmer die versammelten Agrarminister der Welt auf, mehr Tempo bei der Agrarwende zuzulegen. Alle Menschen, die sich f\u00fcr gute Landwirtschaft und gesundes Essen einsetzen, sind herzlich willkommen teilzunehmen. Weitere Informationen: www.wir-haben-es-satt.de Termin\u00fcbersicht: Mittwoch, 17.01., ab 10 Uhr: Auftakt-Aktion (Presse- und Fototermin): &#8222;Nie wieder Schmidt!&#8220; &#8211; Abgesang und Kochtopf-Konzert-Probe. Ort: Bundeskanzleramt, Willy-Brandt-Str. 1, 10557 Berlin. Freitag, 19.01., ab 18 Uhr: &#8222;Schnippeldisko &#8211; Topf, Tanz, Talk&#8220;, rund 1000 Food-Aktivisten kochen bei Vortr\u00e4gen und Musik ein leckeres Essen f\u00fcr die Demonstration. Ort: Z\/KU, Siemensstr. 27, 10551 Berlin. Samstag 20.01. Ab 8.30 Uhr: Traktoren-Demonstration zur int. Agrarministerkonferenz, Die aus der gesamten Republik angereisten Bauern fahren mit ihren Traktoren ins die Stadt. Gerne vermitteln wir schon im Vorfeld Kontakte zu Bauern, die mit dem Traktor anreisen. Ort: Stadtgut Blankenfelde, Hauptstr. 24-30, 13159 Berlin-Pankow. 9:45 Uhr: \u00dcbergabe einer b\u00e4uerlichen Protestnote an die Agrarminister der Welt. Die Traktor-Fahrer \u00fcbergeben eine Protestnote und ein b\u00e4uerliches Gastgeschenk an die versammelten Agrarminister. Ort: Bundeswirtschaftsministerium, Invalidenstr. 48, 10115 Berlin. Ab 11:00 Uhr Auftaktkundgebung der Gro\u00dfdemonstration &#8222;Wir haben Agrarindustrie satt!&#8220; Ort: Hauptbahnhof Berlin, Washington-Platz, 10557 Berlin. Ab ca. 11:45 Uhr: Start des Demonstrationszuges (angef\u00fchrt durch den Traktor-Konvoi) Um ca. 12:15 Uhr: Kochtopf-Konzert anl\u00e4sslich der internationalen Agrarministerkonferenz Ort: Bundeswirtschaftsministerium, Invalidenstr. 48, 10115 Berlin. Ab ca. 13.30 Uhr: Abschlusskundgebung am Brandenburger Tor mit Reden, Musik und Essen. Pressekontakt: Christian Rollmann, &#8222;Wir haben es satt!&#8220;-Presseansprechpartner, Mobil: 0151-51245795, E-Mail: rollmann@meine-landwirtschaft.de Jochen Fritz, &#8222;Wir haben es satt!&#8220;-Sprecher, Mobil: 0171-8229719, E-Mail: fritz@meine-landwirtschaft.de Marie-Monique Robin, Journalistin und Filmemacherin, Mobil: 0033-662127607, E-Mail: m2rbox@gmail.com Jan Wittenberg, Bundesvorstand der Arbeitsgemeinschaft b\u00e4uerliche Landwirtschaft (AbL), Mobil: 0172-43038911, E-Mail: napus@t-online.de Martin Weyand, Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Wasser und Abwasser des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), Tel: 030-3001991162, E-Mail: manuela.wolter@bdew.de Sof\u00eda Monsalve Su\u00e1rez, Generalsekret\u00e4rin FIAN International, 0172 606 7523, E-Mail: monsalve@fian.org Original-Content von: BUND, \u00fcbermittelt durch news aktuell<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/7666\/3839985\" target=\"_blank\">presseportal.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin (ots) &#8211; Wenige Tage vor der &#8222;Wir haben es satt!&#8220;-Demonstration am 20. 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