{"id":249325,"date":"2018-01-17T13:31:10","date_gmt":"2018-01-17T13:31:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/politik-wirtschaft\/foodwatch-fordert-gesetzliche-vorgaben-fuer-gesundheit-von-nutztieren-massive-probleme-in-allen-haltungsformen-jedes-vierte-tierprodukt-stammt-von-einem-kranken-tier\/"},"modified":"2018-01-17T13:31:10","modified_gmt":"2018-01-17T13:31:10","slug":"foodwatch-fordert-gesetzliche-vorgaben-fuer-gesundheit-von-nutztieren-massive-probleme-in-allen-haltungsformen-jedes-vierte-tierprodukt-stammt-von-einem-kranken-tier","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/foodwatch-fordert-gesetzliche-vorgaben-fuer-gesundheit-von-nutztieren-massive-probleme-in-allen-haltungsformen-jedes-vierte-tierprodukt-stammt-von-einem-kranken-tier\/","title":{"rendered":"foodwatch fordert gesetzliche Vorgaben f\u00fcr Gesundheit von Nutztieren &#8211; massive Probleme in allen Haltungsformen &#8211; jedes vierte Tierprodukt stammt von einem kranken Tier"},"content":{"rendered":"<p>Berlin (ots) &#8211; Im Vorfeld der Gr\u00fcnen Woche hat die  Verbraucherorganisation foodwatch eine echte Tiergesundhaltungswende  gefordert: Viele Nutztiere litten unter schweren, vermeidbaren  Krankheiten &#8211; egal ob in gro\u00dfen oder kleinen St\u00e4llen, in der  Bio-Tierhaltung teilweise genauso wie in konventionellen Betrieben.<!--more-->  foodwatch forderte die n\u00e4chste Bundesregierung daher auf, gesetzliche Vorgaben f\u00fcr die Gesundheit von allen Nutztieren zu machen. Ziel  m\u00fcsse es sein, dass nur noch Lebensmittel von nachweislich gesunden  Tieren in den Handel kommen. Die bisher diskutierten Vorschl\u00e4ge wie  etwa ein freiwilliges Tierwohl-Label oder eine 0-1-2-3-Kennzeichnung  der Haltungsform w\u00e4ren hingegen keine L\u00f6sung. Verbesserungen w\u00fcrden  damit h\u00f6chstens f\u00fcr einen kleinen Teil der Tiere erreicht, Fragen  nach der Tiergesundheit w\u00fcrden nur eine untergeordnete Rolle spielen, so foodwatch.     &#8222;Angesichts massenhafter Erkrankungen, Schmerzen und Leiden kann  von akzeptablem Tierschutz in Deutschlands St\u00e4llen keine Rede sein.  Die Debatte um Tierhaltung kreist fast nur um formale  Haltungsbedingungen wie etwa Platzbedarf oder Ausgestaltung der  St\u00e4lle &#8211; obwohl wissenschaftlich l\u00e4ngst erwiesen ist, dass die  Tiergesundheit nicht allein von der Haltungsform beeinflusst wird,  sondern entscheidend auch vom Stallmanagement. Es gibt auf manchen  H\u00f6fen massive Gesundheitsprobleme und auf anderen so gut wie keine &#8211;  und zwar unabh\u00e4ngig von der Haltungsform oder der Betriebsgr\u00f6\u00dfe&#8220;,  sagte Matthias Wolfschmidt, Internationaler Kampagnendirektor von  foodwatch. &#8222;Die gesetzlichen Grundlagen reichen offenkundig nicht  aus, um Millionen von Nutztieren vor krankmachenden Lebensbedingungen zu sch\u00fctzen. Der Gesetzgeber weigert sich seit Jahren, die  betriebsgenaue Erfassung, Auswertung und Verbesserung des  gesundheitlichen Tierschutzes anhand klarer Kriterien vorzuschreiben  und voranzutreiben.&#8220;     Wissenschaftliche Studien zeigen, dass Lebensmittel mit tierischen Zutaten zu einem gro\u00dfen Teil von kranken Nutztieren stammen. Demnach  macht mindestens jede zweite Milchkuh einmal im Jahr haltungsbedingte Krankheiten durch, die gr\u00f6\u00dftenteils vermeidbar sind. Etwa jeder  zehnte Liter Milch stammt von einer Kuh mit entz\u00fcndetem Euter.  Schlachthofbefunden zufolge litten etwa 40 Prozent  aller Schweine an haltungsbedingten Krankheiten. Statistisch gesehen war zudem  mindestens jedes vierte H\u00e4hnchen vorher ein kranker Hahn, wurden vier von zehn Eiern von einer Henne mit Knochenbr\u00fcchen gelegt. Als  Faustregel m\u00fcssen Verbraucherinnen und Verbraucher davon ausgehen,  dass mindestens jedes vierte Tierprodukt von einem kranken Tier  stammt, so foodwatch. Beim Einkauf ist dies allerdings nicht zu  erkennen.     Die bisher diskutierten Ans\u00e4tze kritisierte foodwatch als  unzureichend f\u00fcr den im Grundgesetz vorgeschriebenen Tierschutz und  als irref\u00fchrend f\u00fcr die Verbraucherinnen und Verbraucher:     &#8211; Das angek\u00fcndigte staatliche Tierwohl-Siegel ist aus Sicht von       foodwatch inakzeptabel. Nach Einsch\u00e4tzung des Wissenschaftlichen      Beirats von Agrarminister Schmidt k\u00f6nnte ein solches rein       freiwilliges Siegel vielleicht 20 Prozent des Marktes abdecken.       F\u00fcr die gro\u00dfe Mehrheit aller Nutztiere w\u00fcrde es also keinerlei       Verbesserungen geben. Die Bundesregierung habe gem\u00e4\u00df Artikel 20a      Grundgesetz aber den verfassungsm\u00e4\u00dfigen Auftrag, nicht nur f\u00fcr       einige, sondern f\u00fcr alle Nutztiere tiergerechte Bedingungen       durchzusetzen, so foodwatch.     &#8211; Ebenso sei die zurzeit diskutierte, an die bekannten       Eier-Stempel angelehnte 0-1-2-3-Kennzeichnung f\u00fcr Fleisch v\u00f6llig      ungeeignet, um Leiden und Schmerzen der Nutztiere       nachvollziehbar zu lindern oder zu verhindern, kritisierte       foodwatch. Dieser Ansatz ignoriere den Stand der Wissenschaft,       wonach es in allen Haltungsformen und allen Betriebsgr\u00f6\u00dfen       bisweilen massive tierschutzrelevante Vers\u00e4umnisse gibt.     &#8211; Die &#8222;Initiative Tierwohl&#8220;, an der sich vor allem die gro\u00dfen       Handelskonzerne um Edeka, Lidl, Rewe, Aldi und Metro beteiligen,      bezeichnete Matthias Wolfschmidt als &#8222;schlechten PR-Gag&#8220;, mit       dem die Unternehmen von ihrer Verantwortung f\u00fcr die       inakzeptablen Lebensbedingungen der Nutztiere ablenken wollten.       Mit vorwiegend kosmetischen Ma\u00dfnahmen k\u00f6nnten die       Lebensbedingungen f\u00fcr die Tiere nicht substantiell verbessert       werden. Den B\u00e4uerinnen und Bauern werde nicht ann\u00e4hernd gen\u00fcgend      Geld ausgezahlt, um eine nachweislich tiergerechte Haltung zu       erreichen. Stattdessen werde den Verbraucherinnen und       Verbrauchern vorgemacht, die Produkte aus den Superm\u00e4rkten       entstammten einer tiergerechten Haltung.     Matthias Wolfschmidt von foodwatch: &#8222;Es ist geradezu zynisch, den  Eindruck zu erwecken, Siegel oder formale Haltungs-Kennzeichnungen  k\u00f6nnten die teils dramatischen Zust\u00e4nde in den St\u00e4llen grundlegend  verbessern. Das geplante Tierwohl-Label ist genauso wie eine  Haltungskennzeichnung nur eine Pseudo-L\u00f6sung, die eine echte  Verbesserung in der Nutztierhaltung eher verhindert. Wir brauchen  klare gesetzliche Vorgaben f\u00fcr die Erfassung und Verbesserung der  Gesundheit von allen Nutztieren. Es ist h\u00f6chste Zeit f\u00fcr eine  Tier-gesund-haltungs-wende!&#8220;     +++ Matthias Wolfschmidt: &#8222;Das Schweinesystem &#8211; Wie Tiere gequ\u00e4lt, Bauern in den Ruin getrieben und Verbraucher get\u00e4uscht werden&#8220;, S.  Fischer Verlag. 235 Seiten, 18 Euro. +++     LINK: E-Mail-Aktion von foodwatch f\u00fcr eine Tierhaltungswende:  www.tierhaltungswende.de     QUELLEN UND WEITERE INFORMATIONEN:     &#8211; Gutachten des Wissenschaftlichen Beirats f\u00fcr Agrarpolitik beim       Bundeslandwirtschaftsministerium zum Thema Nutztierhaltung (M\u00e4rz      2015): www.tinyurl.com\/ztc8hwn    &#8211; Ausgew\u00e4hlte Studien zur Tiergesundheit:       www.studien-tiergesundheit.foodwatch.de    Pressekontakt: Andreas Winkler E-Mail: presse@foodwatch.de Tel.: +49 (0)30 \/ 24 04 76 290  Original-Content von: foodwatch e.V., \u00fcbermittelt durch news aktuell<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/50496\/3842090\" target=\"_blank\">presseportal.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin (ots) &#8211; Im Vorfeld der Gr\u00fcnen Woche hat die Verbraucherorganisation foodwatch eine echte Tiergesundhaltungswende gefordert: Viele Nutztiere litten unter<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","footnotes":""},"categories":[5],"tags":[],"class_list":["post-249325","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-politik-wirtschaft"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/249325","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=249325"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/249325\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=249325"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=249325"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=249325"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}