{"id":249468,"date":"2018-01-20T14:29:44","date_gmt":"2018-01-20T14:29:44","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/politik-wirtschaft\/essen-ist-politisch-33-000-fordern-mehr-tempo-bei-agrar-und-ernaehrungswende-spd-und-union-muessen-willen-der-bevoelkerung-umsetzen-schluss-mit-glyphosat-tierfabriken-und-weltweitem-hoefeste\/"},"modified":"2018-01-20T14:29:44","modified_gmt":"2018-01-20T14:29:44","slug":"essen-ist-politisch-33-000-fordern-mehr-tempo-bei-agrar-und-ernaehrungswende-spd-und-union-muessen-willen-der-bevoelkerung-umsetzen-schluss-mit-glyphosat-tierfabriken-und-weltweitem-hoefeste","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/essen-ist-politisch-33-000-fordern-mehr-tempo-bei-agrar-und-ernaehrungswende-spd-und-union-muessen-willen-der-bevoelkerung-umsetzen-schluss-mit-glyphosat-tierfabriken-und-weltweitem-hoefeste\/","title":{"rendered":"&#8222;Essen ist politisch!&#8220; &#8211; 33.000 fordern mehr Tempo bei Agrar- und Ern\u00e4hrungswende &#8211; SPD und Union m\u00fcssen Willen der Bev\u00f6lkerung umsetzen: Schluss mit Glyphosat, Tierfabriken und weltweitem H\u00f6festerben"},"content":{"rendered":"<p>Berlin (ots) &#8211; Mit einem ohrenbet\u00e4ubenden Kochtopf-Konzert fordern 33.000 Menschen bei der &#8222;Wir haben es satt!&#8220;-Demonstration zum  Auftakt der Gr\u00fcnen Woche in Berlin die kommende Bundesregierung zu  einer neuen Agrarpolitik auf. &#8222;Die industrielle Land- und  Ern\u00e4hrungswirtschaft verursacht lokal und global Probleme f\u00fcr Bauern, Klima, Tiere und Umwelt&#8220;, sagt &#8222;Wir haben es satt!<!--more-->&#8222;-Sprecher Jochen  Fritz und erg\u00e4nzt im Namen der \u00fcber 100 Organisationen, die zur  Demonstration aufgerufen haben: &#8222;Der Umbau hin zu einer umwelt-,  tier- und klimafreundlichen Landwirtschaft, in der Bauern gut von  ihrer Arbeit leben k\u00f6nnen, darf von der Politik nicht weiter  aufgeschoben werden.&#8220; Das Demonstrationsb\u00fcndnis ruft SPD und Union  auf, keine weitere Zeit mehr verstreichen zu lassen und als erste  Schritte Glyphosat zu verbieten sowie den \u00fcberf\u00e4lligen Umbau der  Tierhaltung zu finanzieren, damit Schweine wieder Tageslicht sehen  und K\u00fche auf Weiden grasen k\u00f6nnen.     Vor dem Agrarministergipfel im Bundeswirtschaftsministerium  schlagen die Demonstranten auf ihre Kocht\u00f6pfe und fordern die Achtung der Menschenrechte, faire Handelsbedingungen und mehr Unterst\u00fctzung  f\u00fcr die l\u00e4ndliche Bev\u00f6lkerung weltweit. Schon am Vormittag hatten die 160 Bauern, die die Demonstration mit ihren Traktoren anf\u00fchren, eine  Protestnote an die 70 versammelten Minister aus aller Welt \u00fcbergeben. &#8222;Wir wollen raus aus der fatalen Exportorientierung und  Landkonzentration, die Bauern hier und weltweit das Genick bricht&#8220;,  so Fritz \u00fcber die Folgen der Agrarpolitik. Allein in den letzten 12  Jahren, mussten in Deutschland ein Drittel der H\u00f6fe ihre Tore  schlie\u00dfen.     B\u00fcndnis-Sprecher Fritz weiter: &#8222;Essen ist politisch, immer mehr  Menschen erkennen das. Aber die Politik n\u00e4hrt eine Agrarindustrie und l\u00e4sst sie auf Kosten von Umwelt, Klima und Tieren produzieren. Damit  wir alle nicht langfristig die Zeche daf\u00fcr zahlen, muss die GroKo den Spie\u00df jetzt umdrehen. Diejenigen, die nachhaltig produzieren und  essen, m\u00fcssen belohnt werden.&#8220;     Mit Blick auf den morgigen SPD-Parteitag appelliert Martin Schulz  als Sprecher der Traktorfahrer an sei\u00acnen sozialdemokratischen  Namensvetter, endlich Mut und Klarheit f\u00fcr eine zukunftsweisende  Agrarpolitik zu beweisen. Der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft  b\u00e4uerliche Landwirtschaft Schulz sagt: &#8222;Viele Bauern haben sich schon l\u00e4ngst auf den Weg gemacht und ver\u00e4ndern die Landwirtschaft Tag f\u00fcr  Tag. Leider noch ohne die Unterst\u00fctzung der Politik. Wir Bauern  brauchen jetzt eine zukunftsf\u00e4hige Politik, die verl\u00e4ssliche  Entscheidungen trifft und Probleme l\u00f6st. Der Stillstand der alten  GroKo hat zu einer Spaltung zwischen Landwirtschaft und Gesellschaft  gef\u00fchrt. Da m\u00fcssen wir raus.&#8220;     Konkrete Projekte in der n\u00e4chsten Legislaturperiode m\u00fcssen &#8211; neben Glyphosat-Ausstieg und Umbau der Tierst\u00e4lle &#8211; die  Kennzeichnungspflicht bei tierischen Lebensmitteln, das Verbot von  Reserve-Antibiotika in der Tierhaltung und faire Marktregeln zum  Schutz von Bauernh\u00f6fen sein. Au\u00dferdem muss die Zahlung von  EU-Agrarsubventionen an au\u00dferlandwirtschaftliche Investoren, die  immer mehr Bauern den Boden unter den F\u00fc\u00dfen wegkaufen, sofort beendet werden.     Die Gro\u00dfdemonstration richtet sich gegen die Agrarindustrie, nicht aber gegen Landwirte. Die konventionellen und \u00d6ko-Bauern  demonstrieren auch im achten Jahr im Schulterschluss mit  Lebensmittelhandwerkern und der Zivilgesellschaft gegen die fatalen  Auswirkungen der intensiven industriellen Landwirtschaft. Gemeinsam  zeigt das breite &#8222;Wir haben es satt!&#8220;-B\u00fcndnis Wege f\u00fcr eine  b\u00e4uerliche Zukunftslandwirtschaft und ein gutes Ern\u00e4hrungssystem auf.     Weitere Informationen: www.wir-haben-es-satt.de     Fotos zur kostenfreien Verwendung unter:  www.wir-haben-es-satt.de\/presse     Statements von Rednerinnen und Rednern der Demonstration:     Elisabeth Freesen, junge B\u00e4uerin aus Niedersachsen, die mit dem  Traktor angereist ist:     &#8222;Ich bin eine junge B\u00e4uerin und ich liebe meinen Beruf. Ich  \u00fcbernehme gerne Verantwortung f\u00fcr den Hof, die Region und eine  zukunftsf\u00e4hige, b\u00e4uerliche Landwirtschaft. Zusammen mit den vielen  anderen jungen Menschen, die die Demonstration anf\u00fchren, setze ich  mich f\u00fcr eine Zukunft auf dem Land ein. Wir wer\u00acden unsere \u00c4cker und  Teller nicht der Agrarindustrie \u00fcberlassen. Die GroKo muss junge  Men\u00acschen auf dem Land, Existenzgr\u00fcndung in der Landwirtschaft und  vielf\u00e4ltige l\u00e4ndliche R\u00e4ume f\u00f6rdern.     Christoph Bautz, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der B\u00fcrgerbewegung Campact: &#8222;Der  Einstieg in die Agrarwende muss mit dem Ausstieg aus der  Pestizid-Nutzung beginnen. Glyphosat l\u00e4sst unsere Insekten sterben  und macht die \u00c4cker vor der Aussaat so leblos wie einen frisch  gewienerten K\u00fcchenboden. Eine neue Bundesregierung muss klar Farbe  bekennen, wann sie das Bienengift ver\u00acbieten will. Wir B\u00fcrger und  B\u00fcrgerinnen h\u00e4tten da einen Vorschlag: 2018 ist Schluss!&#8220;     Ulrich Veith, B\u00fcrgermeister der pestizidfreien Gemeinde Mals aus  S\u00fcdtirol:     &#8222;Das Beispiel der Gemeinde Mals zeigt: Es zahlt sich aus, f\u00fcr eine bessere Welt einzustehen. Heute ist Mals frei von chemischen  Pestiziden, in einigen Jahren wird es ganz S\u00fcdtirol sein. Vielleicht  zieht Europa mit. Gro\u00dfes entsteht immer im Kleinen. Jeder einzelne  kann, ja muss seinen Beitrag leisten. Weitsicht, Mut und Ausdauer,  mehr braucht es nicht.&#8220;     F\u00e1tima Aparecida Garcia de Moura, Federa\u00e7\u00e3o de \u00d3rg\u00e3os para  Assist\u00eancia Social e Educacional (FASE), Brasilien:     &#8222;Soja ist nicht nachhaltig, es ist kein richtiges Lebensmittel,  sondern vorrangig Futtermittel und wird vor allem f\u00fcr den Export  produziert. Sojaanbau f\u00fchrt zu Vertreibungen von Familien und  Landverlust. In meinem Staat Mato Grosso ist der gr\u00f6\u00dfte Gewinner des  Sojaanbaus der brasilianische Landwirtschafts\u00acminister Blairo Maggi  mit seiner Firma Amaggi.&#8220;     Hubert Weiger, Vorsitzender des Bund f\u00fcr Umwelt und Naturschutz  Deutschland (BUND):     &#8222;G\u00fclle und Pestizide belasten B\u00f6den und Gew\u00e4sser, b\u00e4uerliche  Betriebe ringen ums \u00dcberleben und das Insektensterben zeigt, welche  dramatischen Auswirkungen die industrielle Agrarproduktion auf die  Artenvielfalt hat. Die n\u00e4chste Bundesregierung muss L\u00f6sungen f\u00fcr die  massiven Probleme der Land\u00acwirtschaft pr\u00e4sentieren. Wir erwarten  einen verbindlichen Umbauplan f\u00fcr die Tierhaltung, eine  ambitio\u00acnierte Minderungsstrategie f\u00fcr Pestizide und ein Verbot von  Glyphosat und der f\u00fcr Bienen gef\u00e4hrlichen Neonikotinoide.&#8220;     Ole Plogstedt, TV-Koch, bekannt aus &#8222;Die Kochprofis &#8211; Einsatz am  Herd&#8220;: &#8222;Es geht um viel mehr, als nur um unser Essen. Eine  vern\u00fcnftige weltweite Agrarwende w\u00fcrde nicht nur Tierleid minimieren, sondern ebenfalls dem Welthunger und der Umweltzerst\u00f6rung  entgegenwirken. Nicht zuletzt w\u00fcrde sie auch Menschenrechte und  Gesundheit sch\u00fctzen und sogar Fluchtursachen bek\u00e4mpfen.&#8220;     Thomas Schr\u00f6der, Pr\u00e4sident des Deutschen Tierschutzbundes:     &#8222;Die Gesellschaft erwartet ein Mehr an Tierschutz. Tiere haben  keinen Preis, Tiere haben einen Wert und Wirtschaftlichkeit darf kein Grund sein, ihnen Schmerzen, Leiden oder Sch\u00e4den zuzuf\u00fcgen. Des\u00achalb  braucht es eine neue Agrarpolitik inklusive einer Nutztierstrategie,  die den breiten Konsens der Ge\u00acsellschaft hin zu mehr Tier- und  Umweltschutz endlich in die Spur bringt.&#8220;     Stephanie Strotdrees, B\u00e4uerin und Vizepr\u00e4sidentin von Bioland  e.V.:     &#8222;In einem gesunden Kreislaufsystem geh\u00f6ren Tierhaltung und  Landwirtschaft zusammen. Die Tiere m\u00fcssen von der Fl\u00e4che ern\u00e4hrt  werden k\u00f6nnen und der Acker muss G\u00fclle und Mist aufnehmen k\u00f6nnen. Nur so k\u00f6nnen wir eine L\u00f6sung f\u00fcr die Nitratproblematik schaffen.  F\u00f6rdermittel m\u00fcssen an eine niedri\u00acgere Tierzahl pro Hektar gekoppelt werden.&#8220;     Georg Jan\u00dfen, Bundesgesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Arbeitsgemeinschaft  b\u00e4uerliche Landwirtschaft:     &#8222;Wir brauchen eine grundlegende Reform der europ\u00e4ischen  Agrarpolitik. Diejenigen, die umwelt- und klimaschonenden Ackerbau  betreiben und Tiere artgerecht halten, m\u00fcssen durch Direktzahlungen  un\u00acterst\u00fctzt werden, nicht wer am meisten Fl\u00e4chen besitzt. Die  B\u00e4uerinnen und Bauern sind bereit, aber die Politik muss den Rahmen  schaffen. Gerade die kleinen und mittleren landwirtschaftlichen  Betriebe braucht das Land.&#8220;     Kirsten Wosnitza, Milchb\u00e4uerin aus Schleswig-Holstein vom  Bundesverband Deutscher Milchviehhalter:     &#8222;Eine Agrarpolitik mit dem System &#8218;immer billiger &#8211; immer mehr&#8216;  ist gegen die Interessen von Bauern und B\u00fcrgern. Milchbauern wollen  keine \u00dcberschussproduktion, sondern sie brauchen faire Marktregeln  und faire Preise. Dann k\u00f6nnen \u00f6ffentliche Gelder f\u00fcr \u00f6ffentliche  Leistungen bezahlt werden und nach\u00achaltige Milcherzeugung wird eine  echte Perspektive haben.&#8220;     Rudolf B\u00fchler, Bauer aus Hohenlohe und Vorsitzender der  B\u00e4uerlichen Erzeugergemeinschaft Schw\u00e4\u00acbisch Hall:     &#8222;Wir Bauern fordern die Agrar- und Ern\u00e4hrungsindustrie auf: H\u00e4nde  weg von Saatgut und Tierzucht. Schluss mit der Enteignung und  Vertreibung von Bauern und Hirten durch die Agrarindustrie! Wir  treten ein f\u00fcr den Schutz von nat\u00fcrlichen Ressourcen, der indigenen  Kulturen, des indigenen Wissens und des Bodens, den Bauern seit  Generationen bewirtschaften und bewahren. F\u00fcr den globalen Schutz der indi\u00acgenen Rechte von Kleinbauern und -b\u00e4uerinnen dieser Welt! Die  Vereinten Nationen m\u00fcssen das end\u00aclich durch Bauernrechte  sicherstellen.&#8220;    Pressekontakt: Christian Rollmann, &#8222;Wir haben es satt!&#8220;-Presseansprechpartner,  Mobil: 0151-51245795, E-Mail: rollmann@meine-landwirtschaft.de  Original-Content von: BUND, \u00fcbermittelt durch news aktuell<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/7666\/3845072\" target=\"_blank\">presseportal.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin (ots) &#8211; Mit einem ohrenbet\u00e4ubenden Kochtopf-Konzert fordern 33.000 Menschen bei der &#8222;Wir haben es satt!&#8220;-Demonstration zum Auftakt der Gr\u00fcnen<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","footnotes":""},"categories":[5],"tags":[],"class_list":["post-249468","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-politik-wirtschaft"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/249468","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=249468"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/249468\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=249468"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=249468"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=249468"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}