{"id":249518,"date":"2018-01-21T13:27:37","date_gmt":"2018-01-21T13:27:37","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/politik-wirtschaft\/gruene-woche-2018-abschluss-10-global-forum-for-food-and-agriculturemit-nachhaltiger-tierhaltung-die-welternaehrung-sichern-foto\/"},"modified":"2018-01-21T13:27:37","modified_gmt":"2018-01-21T13:27:37","slug":"gruene-woche-2018-abschluss-10-global-forum-for-food-and-agriculturemit-nachhaltiger-tierhaltung-die-welternaehrung-sichern-foto","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/gruene-woche-2018-abschluss-10-global-forum-for-food-and-agriculturemit-nachhaltiger-tierhaltung-die-welternaehrung-sichern-foto\/","title":{"rendered":"Gr\u00fcne Woche 2018: Abschluss 10. Global Forum for Food and Agriculture:\nMit nachhaltiger Tierhaltung die Weltern\u00e4hrung sichern (FOTO)"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full\" title=\"Rund 70 Agrarminister und Agrarministerinnen nahmen am diesj\u00e4hrigen Global Forum for Food and Agriculture zum Auftakt der Internationalen Gr\u00fcnen Woche Berlin 2018 teil. Weiterer Text \u00fcber ots und www.presseportal.de\/nr\/6600 \/ Die Verwendung dieses Bildes ist f\u00fcr redaktionelle Zwecke honorarfrei. Ver\u00f6ffentlichung bitte unter Quellenangabe: \"obs\/Messe Berlin GmbH\/Messe Berlin - Volkmar Otto\"\" src=\"https:\/\/cache.pressmailing.net\/thumbnail\/story_big\/8ef6428a-cf25-453e-92e8-f1431bafe09e\/image\" \/><\/p>\n<p>Berlin (ots) &#8211;     Im Jahr 2050 werden auf der Erde zehn Milliarden Menschen leben.  Mit dem Wachstum ver\u00e4ndern sich auch die Konsumgewohnheiten. Immer  mehr Menschen leben in  St\u00e4dten und eine wachsende Mittelschicht  sorgt daf\u00fcr, dass die Nachfrage nach Fleisch, Milch und Eiern rasant  steigt.<!--more--> Wie kann es gelingen, die Tierhaltung produktiver zu  gestalten, um die wachsende Weltbev\u00f6lkerung zu ern\u00e4hren, gleichzeitig aber das Klima und die knapper werdenden Ressourcen Boden und Wasser  zu schonen? Und zudem den Anspr\u00fcchen der Verbraucher an hohe  Tierschutzstandards gerecht zu werden? Diese Fragen diskutierten \u00fcber 2.000 Vertreter aus Politik und Wirtschaft, Wissenschaft und  Zivilgesellschaft in zehn Fachpodien, zwei High Level Panels und  einem Wirtschaftspodium auf dem mittlerweile zehnten Global Forum for Food and Agriculture (GFFA) in Berlin.     Tierhaltung sichert Existenz von 1,3 Milliarden Menschen     In der Auftaktveranstaltung erinnerte der Generaldirektor des  International Livestock Research Institute (ILRI), Jimmy Smith,  daran, dass die Tierhaltung weltweit die wirtschaftliche Existenz von 1,3 Milliarden Menschen sichert. Doch Produktionssysteme und  Verbrauch unterscheiden sich erheblich: W\u00e4hrend jeder Europ\u00e4er im  Durchschnitt j\u00e4hrlich mehr als 70 Kilogramm Fleisch verzehrt, sind es in Afrika gerade einmal acht Kilogramm. Smith warnt davor, den  Verzehr tierischer Produkte und die Tierhaltung generell zu  verteufeln, wie es immer \u00f6fter im globalen Norden passiere: &#8222;Eine  st\u00e4rkere Nachfrage nach Fleisch kann in den L\u00e4ndern des S\u00fcdens f\u00fcr  Einkommen und Arbeitspl\u00e4tze sorgen&#8220;, sagte Smith.     Im High Level Panel der Europ\u00e4ischen Kommission wies der  Generaldirektor der UN-Landwirtschafts-und Ern\u00e4hrungsorganisation,  Jos\u00e9 Graziano da Silva, auf die Bedeutung tierischer Proteine f\u00fcr die menschliche Ern\u00e4hrung hin. Viele Menschen in den armen L\u00e4ndern nehmen zu wenig Eiwei\u00df zu sich; gerade f\u00fcr Kinder und Jugendliche sowie  \u00e4ltere Menschen sei das hochwertige tierische Protein essenziell und  nur schwer zu ersetzen. Zudem seien Nutztiere gerade f\u00fcr die \u00c4rmsten  der Welt das wichtigste Kapital. Besonders prek\u00e4r ist die Lage f\u00fcr  die nomadisierenden Viehz\u00fcchter in der Sahelzone: Der Klimawandel mit seinen sinkenden Niederschl\u00e4gen l\u00e4sst die Weidefl\u00e4chen vertrocknen,  w\u00e4hrend w\u00e4rmeliebende Insekten verheerende Krankheiten auf die Tiere  \u00fcbertragen. Doch verlieren die Pastoralisten ihre Herden und damit  ihren Lebensunterhalt, bleibt ihnen oft nur die Migration &#8211; in die  benachbarten St\u00e4dte oder auch \u00fcber das Mittelmeer nach Europa. &#8222;Wir  m\u00fcssen den \u00c4rmsten der Armen helfen, ihr \u00dcberleben vor Ort zu  sichern&#8220;, so sein Appell an die Diskussionsteilnehmer.     Tierhaltung bewirkt 14 Prozent der Treibhausgas-Emissionen     Unbestritten ist, dass die Tierhaltung mit erheblichen  Umweltauswirkungen verbunden ist: Sie ist f\u00fcr rund 14 Prozent der  globalen Treibhausgas-Emissionen verantwortlich. &#8222;Unser nationales  Forschungsinstitut hat gezeigt, dass wir Fleisch auch klimaneutral  produzieren k\u00f6nnen&#8220;, versicherte der brasilianische Agrarminister  Blairo Maggi. Entscheidend daf\u00fcr sei der Einsatz moderner  Technologien bei Tierzucht, F\u00fctterung und Weidemanagement sowie eine  kluge Kombination von Ackerbau, Forst und Tierhaltung. Seine  Amtskollegin aus Sambia, Dora Siliya, fordert sowohl in der Politik  als auch bei den Tierhaltern selbst ein Umdenken: &#8222;Sie m\u00fcssen die  Nutztierhaltung nicht nur als &#8218;way of life&#8216;, sondern als Business  betrachten!&#8220; Hierf\u00fcr will die Ministerin durch bessere  landwirtschaftliche Beratung, Finanzierungsm\u00f6glichkeiten und eine  bessere Anbindung der Produzenten an die M\u00e4rkte sorgen.     Einig waren sich alle Podiumsteilnehmer, dass es keine  Pauschall\u00f6sung f\u00fcr eine effizientere und verantwortungsbewusstere  Tierhaltung gibt. So h\u00e4tten beispielsweise Haltungssysteme, die  gro\u00dfen Wert auf das Tierwohl legen, nicht unbedingt automatisch eine  bessere Emissionsbilanz, sagte EU-Agrarkommissar Phil Hogan. &#8222;Wir  m\u00fcssen die richtigen Anreize f\u00fcr die Landwirte setzen. Wenn die  Zahlungen sich an bestimmten Umwelt- und Klimazielen orientieren,  bekommen wir auch die Aufmerksamkeit der Bauern&#8220;, ist Hogan  \u00fcberzeugt.     Nachhaltigkeit als Gesch\u00e4ftsmodell     &#8222;Die Agrarbranche muss sich darauf einstellen, dass sich die Dinge \u00e4ndern: Sie m\u00fcssen all Ihre Gesch\u00e4ftspl\u00e4ne auf Nachhaltigkeit  ausrichten, sonst werden Sie vom Markt gefegt&#8220;, so die klaren Worte,  die Bundesagrarminister Christian Schmidt an die G\u00e4ste des  Internationalen Wirtschaftspodiums richtete. Der Minister prangerte  Produktionsmethoden an, die nur auf schnelles Geld abzielen, aber  gesamtgesellschaftlichen Schaden anrichten k\u00f6nnen, etwa der  unverantwortliche Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung, der zur Entwicklung von Multiresistenzen f\u00fchrt. Zudem w\u00fcrden sich  Produktionsauslagerungen, die nur auf eine Verbesserung der  Wettbewerbsf\u00e4higkeit abzielen, verbieten, so der Minister weiter. Er  rief alle Anwesenden und ihre Berufskollegen dazu auf, Verantwortung  zu \u00fcbernehmen, &#8222;dann k\u00f6nnen wir die Welt auch ern\u00e4hren.&#8220;     Das Internationale Wirtschaftspodium, das im Rahmen des GFFA  traditionell von der deutschen Agrar- und Ern\u00e4hrungswirtschaft  ausgerichtet wird, sollte kl\u00e4ren, welche Rolle dabei der Handel  spielen kann und wie die Nahrungsmittel-Lieferketten verbessert  werden k\u00f6nnen. W\u00e4hrend der Vizegeneraldirektor der  Welthandelsorganisation, Alan Wolff, die Vorteile offener M\u00e4rkte  betonte und Bernd Naaf, Kommunikationsleiter bei der Bayer AG, den  zunehmenden Protektionismus in bestimmten M\u00e4rkten als &#8222;potenziell  verheerend f\u00fcr L\u00e4nder mit niedrigem Einkommen&#8220; bezeichnete, warnte  der Generalsekret\u00e4r der Deutschen Welthungerhilfe, Till Wahnbaeck  davor, Freihandel als Allheilmittel zu propagieren. &#8222;Wir d\u00fcrfen  unsere Freihandelsregelungen nicht M\u00e4rkten auferlegen, die sich  gerade entwickeln und noch nicht konkurrenzf\u00e4hig sind; hier kann ein  Schutz f\u00fcr eine gewisse Zeit durchaus angebracht sein&#8220;, betonte  Wahnbaeck. Als Beispiel nannte er das westafrikanische Land Burkina  Faso, in dem Kleinbauern und Pastoralisten versuchten, Absatzm\u00e4rkte  f\u00fcr ihre Milch aufzubauen, sich aber kaum gegen die Konkurrenz des zu Niedrigpreisen importierten Milchpulvers behaupten k\u00f6nnen.     Der Vorsitzende der Task Force &#8222;Agrarm\u00e4rkte&#8220; der EU-Kommission,  Cees Veermann, setzte sich f\u00fcr mehr Markttransparenz und eine  St\u00e4rkung der Position der Erzeuger ein, indem sie die M\u00f6glichkeit  erhalten, ihre Produkte gemeinsam zu vermarkten. &#8222;Wir m\u00fcssen die  Vorschriften f\u00fcr Kooperationen und das Wettbewerbsrecht klar fassen,  damit die Landwirte sich rechtlich abgesichert zusammenschlie\u00dfen  k\u00f6nnen&#8220;, so der Hochschulprofessor und ehemalige Agrarminister der  Niederlande.     Landwirtschaftliche Wertsch\u00f6pfungsketten bieten gerade mit Blick  auf die hohe Jugendarbeitslosigkeit im globalen S\u00fcden gro\u00dfes  Potenzial, doch die jungen Menschen kehren der Branche den R\u00fccken &#8211;  zu risikobehaftet, zu regelbelastet, zu wenig lukrativ, so die  Direktorin des Internationalen Handelszentrums (ITC), Arancha  Gonz\u00e1lez. &#8222;Wir m\u00fcssen daf\u00fcr sorgen, dass Landwirtschaft wieder cool  ist&#8220;, lautete ihr Aufruf an ihre Mitstreiter. &#8222;Nichts ist so cool wie Rentabilit\u00e4t&#8220;, lieferte der Pr\u00e4sident des Weltbauernverbands (WFO),  Theo de Jager, gleich das passende Rezept. Die Realit\u00e4t der  kleinb\u00e4uerlichen Landwirtschaft sei davon jedoch zumindest in Afrika  weit entfernt &#8211; mit durchschnittlichen Betriebsgr\u00f6\u00dfen von unter einem Hektar, Maisertr\u00e4gen von weniger als einer Tonne pro Hektar und einem Erl\u00f6s von 0,50 US-Dollar am Tag. Was der Sektor brauche:  Mechanisierung, Modernisierung, Kommerzialisierung.     Minister fordern nachhaltige und leistungsf\u00e4hige Tierhaltung     Den politischen H\u00f6hepunkt der dreit\u00e4gigen Veranstaltung bildete  die 10. Berliner Agrarministerkonferenz &#8211; die weltweit gr\u00f6\u00dfte ihrer  Art. Landwirtschaftsministerinnen und -minister aus 69 Staaten sowie  Vertreter der EU-Kommission und zahlreicher internationaler  Organisationen waren auf Einladung von Bundeslandwirtschaftsminister  Schmidt nach Berlin gekommen, um auf der Basis der vorangegangenen  Diskussionen Eckpunkte f\u00fcr eine nachhaltige und leistungsf\u00e4hige  Tierhaltung festzuklopfen.     In ihrem Abschlusskommuniqu\u00e9 rufen die Regierungsvertreter ihre  Amtskollegen und alle internationalen Organisationen zum Handeln auf. Sie sollen sich einsetzen f\u00fcr     &#8211; die Gew\u00e4hrleistung der globalen Ern\u00e4hrungssicherung, unter       anderem durch eine effizientere und nachhaltige Erzeugung und       einen besseren Zugang zu tierischen Lebensmitteln;    &#8211; die Verbesserung der Existenzgrundlage der Nutztierhalter, indem      sie eine gewichtigere Stellung in den Wertsch\u00f6pfungsketten       erhalten und Arbeitsbedingungen vorfinden, die den Normen der       Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) entsprechen;    &#8211; den Schutz von Klima, Umwelt und Ressourcen, indem sie       ressourceneffiziente Agrarsysteme sowie den Wissensaustausch zur      Reduzierung von Emissionen aus der Tierhaltung f\u00f6rdern;    &#8211; die Verbesserung von Tiergesundheit und Tierwohl, unter anderem       durch einen besseren Zugang zu Veterin\u00e4rmedizin und -beratung.       Einhellig fordern die Ministerinnen und Minister, die Entstehung      von Antibiotikaresistenzen zu verhindern und hierf\u00fcr gegen einen      unn\u00f6tigen Einsatz der Mittel in der Tiermast vorzugehen.     Mit dem Kommuniqu\u00e9 verpflichten sich die Agrarministerinnen und  -minister gleichzeitig, die Agenda 2030 f\u00fcr nachhaltige Entwicklung,  die 2015 von der internationalen Staatengemeinschaft verabschiedet  wurde, aktiv zu unterst\u00fctzen. Zum Abschluss der Konferenz \u00fcbergab  Bundesminister Christian Schmidt das Kommuniqu\u00e9 an die  Generaldirektorin der Weltorganisation f\u00fcr Tiergesundheit (OIE),  Monique Eloit, und den Generaldirektor der Ern\u00e4hrungs- und  Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO), Jos\u00e9  Graziano da Silva.     Das Global Forum for Food and Agriculture (GFFA) wird seit 2009 im Rahmen der Internationalen Gr\u00fcnen Woche veranstaltet. Auf der  hochkar\u00e4tigen Konferenz treffen sich Expertinnen und Experten aus der ganzen Welt, um \u00fcber zentrale Zukunftsfragen der globalen  Landwirtschaft und Weltern\u00e4hrung zu diskutieren. 135 der 199 L\u00e4nder  der Welt haben bereits am GFFA teilgenommen. In diesem Jahr stand die Konferenz unter dem Motto &#8222;Die Zukunft der tierischen Erzeugung  gestalten &#8211; nachhaltig, verantwortungsbewusst, leistungsf\u00e4hig&#8220;.    Pressekontakt: Messe Berlin GmbH Wolfgang Rogall Stellv. Pressesprecher und PR Manager Messedamm 22 14055 Berlin T +49 30 3038-2218 rogall@messe-berlin.de  Original-Content von: Messe Berlin GmbH, \u00fcbermittelt durch news aktuell<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/6600\/3845469\" target=\"_blank\">presseportal.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin (ots) &#8211; Im Jahr 2050 werden auf der Erde zehn Milliarden Menschen leben. 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