{"id":249624,"date":"2018-01-23T10:00:35","date_gmt":"2018-01-23T10:00:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hier-luebeck.de\/politik-wirtschaft\/generationenwechsel-im-deutschen-mittelstand-nimmt-fahrt-auf\/"},"modified":"2018-01-23T10:00:35","modified_gmt":"2018-01-23T10:00:35","slug":"generationenwechsel-im-deutschen-mittelstand-nimmt-fahrt-auf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/generationenwechsel-im-deutschen-mittelstand-nimmt-fahrt-auf\/","title":{"rendered":"Generationenwechsel im deutschen Mittelstand nimmt Fahrt auf"},"content":{"rendered":"<p>Frankfurt am Main (ots) &#8211;      &#8211; 236.000 Firmen suchen bis Ende 2019 einen Nachfolger, bis 2022       noch einmal 275.000    &#8211; Weitere 331.000 Inhaber planen binnen 5 Jahren die Stilllegung    &#8211; Regionale Unterschiede bei Nachfolgeplanungen im Bundesgebiet    &#8211; Gekl\u00e4rte Nachfolge stimuliert Investitionen     Der Generationenwechsel im deutschen Mittelstand nimmt kr\u00e4ftig  Fahrt auf.<!--more--> Aktuell sind rund 40 % der Inhaber mittelst\u00e4ndischer  Betriebe \u00e4lter als 55 Jahre, f\u00fcr sie stellt sich in absehbarer Zeit  die Frage nach dem Renteneintritt und damit auch die nach dem  Fortbestand ihres Unternehmens. Eine aktuelle Sonderauswertung von  KfW Research auf Basis des repr\u00e4sentativen KfW-Mittelstandspanels  zeigt: Allein in den kommenden zwei Jahren planen die Chefs von  236.000 kleinen und mittleren Firmen, ihr Unternehmen an einen  Nachfolger zu \u00fcbergeben. F\u00fcr 100.000 von ihnen wird die Zeit knapp,  da der Nachfolger entweder noch nicht gefunden wurde &#8211; oder der  Inhaber noch gar nicht mit der Suche begonnen hat. Die Bedeutung  dieser Unternehmen ist beachtlich, h\u00e4ngen doch die Arbeitspl\u00e4tze von  rd. 2 Millionen Erwerbst\u00e4tigen und etwa 89.000 Auszubildenden vom  Gelingen der Nachfolge ab.     Die ganze Breite des bevorstehenden Generationenwechsels wird  offensichtlich, wenn man ein paar Jahre weiter in die Zukunft blickt: Bis 2022 wollen noch einmal 275.000 Seniorchefs ihren Betrieb  \u00fcbergeben. Bevorzugt wird quer durch alle Branchen- und Gr\u00f6\u00dfenklassen die \u00dcbergabe innerhalb der Familie (54 %). Einen externen K\u00e4ufer  k\u00f6nnen sich 42 % vorstellen, ein Mitarbeiter oder bisheriger  Miteigent\u00fcmer wird deutlich seltener als Nachfolger in Betracht  gezogen (25 % bzw. 27 %).     Nicht jeder Unternehmenslenker mit konkreten R\u00fcckzugsgedanken hat  indes vor, seinen Betrieb \u00fcberhaupt fortf\u00fchren zu lassen, sondern  will ihn stilllegen. Aktuell planen die Inhaber von 331.000 noch  aktiven Mittelst\u00e4ndlern binnen f\u00fcnf Jahren die Gesch\u00e4ftsaufgabe. Bei  diesen Firmen sind 1,63 Mio. Menschen besch\u00e4ftigt. Bei der Frage &#8220;  Nachfolge oder Stilllegung&#8220; zeigt sich eine klare Gr\u00f6\u00dfenabh\u00e4ngigkeit. F\u00fcr gr\u00f6\u00dfere Betriebe mit mehr als 50 Mitarbeitern scheint eine  Gesch\u00e4ftsaufgabe kaum eine Option zu sein, nur 5 % ziehen dies in  Betracht. Bei den Kleinstbetrieben mit weniger als 5 Besch\u00e4ftigten  liegt der Wert um das Achtfache h\u00f6her bei 41 %. Inhaber aus dem  Handel, dem Baugewerbe und dem Dienstleistungssektor liegen mit ihren Planungen recht nah beieinander: Etwas mehr als die H\u00e4lfte der  Unternehmen dieser Wirtschaftssegmente soll in die H\u00e4nde eines  Nachfolgers \u00fcbergehen. Im Verarbeitenden Gewerbe liegt der Wert mit  drei Vierteln noch h\u00f6her.     Nicht \u00fcberall in Deutschland ist der Generationenwechsel im  Mittelstand ein gleich dr\u00e4ngendes Problem &#8211; es bestehen \u00fcberraschend  gro\u00dfe regionale Unterschiede. In Schleswig-Holstein ist bereits fast  die H\u00e4lfte (46 %) aller Mittelstandschefs 55 Jahre und \u00e4lter, auch in Th\u00fcringen (44 %) und Baden-W\u00fcrttemberg (41 %) sind die Anteile  \u00fcberdurchschnittlich hoch. In diesen Bundesl\u00e4ndern werden auch am  h\u00e4ufigsten Nachfolger gesucht. Anders sieht die Lage etwa in Hamburg, Rheinland-Pfalz\/Saarland oder Mecklenburg-Vorpommern aus: Hier gibt  es mit jeweils rd. 30 % deutlich weniger \u00e4ltere Mittelstandschefs und es stehen kurzfristig weit weniger Nachfolgen an.     Wie die Analyse von KfW Research zeigt, beeinflusst ein zeitnah  anstehender Generationenwechsel in der Inhaberschaft, gepaart mit  einem hohen Alter des Unternehmers, erheblich die  Investitionsbereitschaft. Ist die Nachfolge unklar, dann bleiben  vermehrt Investitionen aus. Umgekehrt st\u00e4rkt eine gekl\u00e4rte Nachfolge  die Investitionsbereitschaft auch bei hohem Inhaberalter. Am  st\u00e4rksten ausgepr\u00e4gt ist die Wirkung bei kurzfristig anstehenden  Nachfolgen binnen zwei Jahren: Wenn die Nachfolge gesichert ist, dann l\u00f6st dies ein durchschnittliches Investitionsplus von 40 % im  Unternehmen aus.     &#8222;Der deutsche Mittelstand steht infolge des demografischen Wandels vor erheblichen Strukturver\u00e4nderungen. In den n\u00e4chsten f\u00fcnf Jahren  ziehen sich die Chefs von 842.000 Betrieben in den Ruhestand zur\u00fcck &#8211; mit oder ohne Nachfolger. Jedes f\u00fcnfte mittelst\u00e4ndische Unternehmen  ist betroffen&#8220;, fasst Dr. J\u00f6rg Zeuner, Chefvolkswirt der KfW  Bankengruppe, zusammen. Negative Folgen f\u00fcr die Wettbewerbsf\u00e4higkeit  seien angesichts dieser gro\u00dfen Dimension nicht ausgeschlossen &#8211; vor  allem, wenn die Unternehmer sich zu sp\u00e4t oder gar nicht mit der Frage nach dem Fortbestand ihres Betriebes befassten. &#8222;Es besteht die  Gefahr, dass Unternehmen nicht weiterentwickelt werden, ihr Wert  sinkt und damit auch die Chance, sich erfolgreich am Markt zu  behaupten. Der Generationenwechsel muss daher eines der Top-Themen  sowohl in den Chefetagen des Mittelstands als auch in der  wirtschaftspolitischen Agenda hierzulande sein&#8220;, so Zeuner. Eine  geordnete \u00dcbergabe beanspruche in der Regel mehrere Jahre Planung &#8211;  vor allem, wenn der Nachfolger nicht aus der Familie stamme. &#8222;Bei  externen Nachfolgern sehen wir seit Jahren allerdings einen gr\u00f6\u00dfer  werdenden Engpass durch sinkende Gr\u00fcnderzahlen. Es fehlt dadurch  nicht nur an ausreichend Unternehmernachwuchs in Deutschland,  insbesondere \u00fcbernahmewillige Gr\u00fcnder werden seltener. Zuletzt lag  diese Zahl gerade bei 62.000 im Jahr 2016. Gesunken ist parallel auch die Zahl derer, die sich zumindest an einem bestehenden Unternehmen  finanziell und aktiv beteiligen. Das sind letztlich deutlich zu  wenige, um den Bedarf an qualifizierten Nachfolgern zur Weiterf\u00fchrung bestehender Unternehmen zu decken&#8220;, sagt Zeuner. &#8222;Es ist daher eine  zentrale Herausforderung, die Attraktivit\u00e4t des Unternehmertums  wieder zu steigern. Eine st\u00e4rkere Vermittlung von \u00f6konomischer  Bildung und Unternehmerkompetenzen im Bildungssystem w\u00e4re ein  wesentlicher Baustein hierf\u00fcr.&#8220;     Die aktuelle Analyse von KfW Research zum Thema  &#8222;Generationenwechsel im Mittelstand&#8220; ist abrufbar unter:  http:\/\/ots.de\/6IlZu     Zur Datenbasis:     KfW Research begleitet die Auswirkungen des demografischen Wandels auf den Mittelstand seit vielen Jahren. Die aktuelle Analyse basiert  auf einer Sonderauswertung des repr\u00e4sentativen KfW-Mittelstandspanels 2017, das seit 2003 als Wiederholungsbefragung der kleinen und  mittleren Unternehmen in Deutschland durchgef\u00fchrt wird. Um der  wachsenden Bedeutung des Generationenwechsels im Mittelstand gerecht  zu werden, wurde die Erhebung entsprechender Daten ab dem Jahr 2017  umgestellt und erheblich ausgeweitet. Zur Grundgesamtheit des  KfW-Mittelstandspanels geh\u00f6ren alle privaten Unternehmen s\u00e4mtlicher  Wirtschaftszweige, deren Umsatz die Grenze von 500 Mio. EUR pro Jahr  nicht \u00fcbersteigt. Die Hauptbefragung lief vom 13.02.2017 bis zum  23.06.2017.    Pressekontakt: KfW, Palmengartenstr. 5 &#8211; 9, 60325 Frankfurt Kommunikation (KOM), Christine Volk, Tel. +49 (0)69 7431 3867, Fax: +49 (0)69 7431 3266,  E-Mail: Christine.Volk@kfw.de, Internet: www.kfw.de  Original-Content von: KfW, \u00fcbermittelt durch news aktuell<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/41193\/3847065\" target=\"_blank\">presseportal.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Frankfurt am Main (ots) &#8211; &#8211; 236.000 Firmen suchen bis Ende 2019 einen Nachfolger, bis 2022 noch einmal 275.000 &#8211;<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","footnotes":""},"categories":[5],"tags":[],"class_list":["post-249624","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-politik-wirtschaft"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/249624","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=249624"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/249624\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=249624"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=249624"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hier-luebeck.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=249624"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}